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Homophobe Tirade

Österreich: Kommentar gegen Ehe für alle beschäftigt Presserat

Die Tageszeitung "Die Presse" wetterte gegen die "Privilegierung einer im Westen wohlsituierten Minderheit", die Anbetung "in Latex gepresster Männerärsche" und die "Auflehnung des Menschen gegen die Natur".


Redaktionszentrale der Tageszeitung "Die Presse" in Wien

Der österreichische Presserat wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen mit der Tageszeitung "Die Presse" beschäftigen. Grund ist ein homophober Gastkommentar des freien Journalisten Martin Leidenfrost gegen die Ehe für alle, der am 8. September unter der Überschrift "Homo-Ehe als Charakterprobe für Schwarze wie für Blaue" in dem nach eigenen Verständnis "bürgerlich-liberalen" Blatt erschienen ist. Bis Donnerstag gingen nach Angaben von Presserat-Geschäftsführer Alexander Warzilek acht Beschwerden bei dem Selbstkontrollgremium ein.

Er wolle die "Schwulen und Lesben in meinem Freundeskreis nicht missen, sie verdienen Respekt und alle Rechte", schrieb Leidenfrost in seinem Kommentar – und schob ein dickes Aber hinterher: "Mich verstört die Willkür, mit der ausgerechnet den Homosexuellen das Los zugefallen ist, die Speerspitze in der Auflehnung des Menschen gegen die Natur abzugeben."

"Aus einer lustigen Travestie ist eine todernste Staatsdoktrin geworden"

Das Tempo, mit der sich diese "exotische Ideologie" durchsetze, sei "erschreckend", so der Autor aus dem Burgenland. Der Einsatz für LGBTI-Rechte ist für ihn eine neue Religion: "Wo Gläubige früher durch die Straßen zogen, um den Leib Christi zu verehren, beten sie jetzt in Latex gepresste Männerärsche an. Die Gay-Pride-Parade ist die Fronleichnamsprozession des frühen 21. Jahrhunderts."

Der "propagandistische Aufwand" sei gewaltig, beklagte Leidenfrost, der sich als Gleichstellungsgegner in seiner Meinungsfreiheit verletzt sieht: "Filmindustrie und Medien massieren uns mit homosexuellen Rührdramen, die Privilegierung einer im Westen wohlsituierten Minderheit wird als 'Ehe für alle' verkauft, Andersdenkende werden an Schandpfähle gebunden. Aus einer lustigen Travestie ist eine todernste Staatsdoktrin geworden."

Der Presserat prüft nun, ob der Artikel einen "Ethikverstoß" darstellt. Entscheidungsgrundlage ist der Ehrenkodex für die österreichische Presse, zu dem ein umfassendes Diskriminierungsverbot gehört. "Pauschalverdächtigungen und Pauschalverunglimpfungen von Personen und Personengruppen sind unter allen Umständen zu vermeiden", heißt es darin. "Jede Diskriminierung wegen des Alters, einer Behinderung, des Geschlechts sowie aus ethnischen, nationalen, religiösen, sexuellen, weltanschaulichen oder sonstigen Gründen ist unzulässig." (cw)



#1 hugogeraldAnonym
#3 YannickAnonym
  • 14.09.2018, 11:00h
  • "Auflehnung des Menschen gegen die Natur"

    Und inwiefern ist Liebe gegen die Natur?

    Oder inwiefern ist es gegen die Natur, wenn man verschiedengeschlechtlichen Paaren ein Rechtsinstitut gibt, dieses auch gleichgeschlechtlichen Paaren zu geben?!
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#4 Carsten ACAnonym
  • 14.09.2018, 11:53h
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    Er wolle die "Schwulen und Lesben in meinem Freundeskreis nicht missen, sie verdienen Respekt und alle Rechte", schrieb Leidenfrost in seinem Kommentar
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    Aha, die Schwulen und Lesben in seinem Freundeskreis "verdienen" also "alle Rechte". Aber alle anderen Schwulen und Lesben nicht.

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    "Mich verstört die Willkür, mit der ausgerechnet den Homosexuellen das Los zugefallen ist, die Speerspitze [...]
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    Das ist keine Willkür. Sondern das liegt schlicht daran, dass sie die einzige Gruppe Menschen sind, die noch offiziell per Gesetz nicht die gleichen Rechte wie alle anderen haben. Solche Gesetze bezüglich der Hautfarbe o.ä. gibt es ja glücklicherweise nicht mehr.

    Dass das nun mal die Gruppe ist, die noch diskriminiert wird, ist dagegen tatsächlich willkürlich. Deshalb muss diese Willkür ja jetzt endlich beendet werden.

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    Der Einsatz für LGBTI-Rechte ist für ihn eine neue Religion
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    Nein. Bei Religion geht es um Bevormundung wie man zu leben hat und die Ausgrenzung aller, die sich dem nicht unterwerfen.

    Bei LGBTI-Rechten geht es dagegen gerade um die Anerkennung von Menschen, die anders als andere sind. Weder wird irgendwer gezwungen LGBTI zu "werden", noch werden Leute, die dies nicht sind irgendwie unterdrückt oder ihnen etwas weggenommen.

    Genau das ist der Unterschied zwischen Religion und Menschenrechten bzw. dem demokratischen Gleichheitsgrundsatz.

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    in Latex gepresste Männerärsche
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    Ich (und vermutlich auch die Mehrheit der Schwulen) presse meinen Arsch nicht in Latex und suche das auch nicht bei anderen.

    (Aber selbst wenn, wäre es auch okay. Wieso soll nicht jeder so leben, wie er mag, solange es anderen nicht schadet.)

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    Privilegierung einer im Westen wohlsituierten Minderheit
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    Es gibt auch genug LGBTI die finanziell schlecht dastehen, die schlechte Jobs haben, die von Hertz IV leben müssen, die obdachlos sind, etc.

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    Andersdenkende werden an Schandpfähle gebunden
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    Nein, jeder hat doch das Recht seine Meinungs kundzutun. Aber das gilt eben umgekehrt auch für LGBTI. Wer uns kritisiert (oder gar verunglimpft) muss eben auch damit rechnen, dass wir auch unsere Meinung über ihn kundtun. Denn dieses Recht gilt halt gegenseitig.

    Es ist leider typisch, dass solche Leute ihre Kritik immer als "Meiungsfreiheit" deklarieren (selbst wenn die Grenzen der Meinungsfreiheit zur Beleidigung, Verleumdung oder Volksverhetzung längst überschritten sind), während sie ihren Kritikern jede Meinungsfreiheit absprechen oder das dann gleich als Verfolgung deklarieren.
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#5 JadugharProfil
  • 14.09.2018, 11:54hHamburg
  • Antwort auf #3 von Yannick
  • Die meisten Katholiken und besonders die homophobe Sorte wissen gar nicht, was Natur ist. Bei einen Sonntagspaziergang in der Natur, besonders nach einen Kirchgang, gehen sie geblendet durch sie hindurch, was nur noch für ein Luft schnappen ausreicht, um sich den Weihrauch aus der verpesteten Lunge zu entledigen.
    Natürlich für sie ist, wenn Eva aus Adams Rippe geboren wird und Adam mit Hilfe von Gott direkt aus Lehm entsteht! Andere vielfältige Möglichkeiten sind gerade noch die Parthenogenese, wo jedoch ein männliches Exemplar aus einen weiblichen Exemplar ohne Geschlechtsverkehr hervorgeht. Bei Parthenogenese gibt es jedoch nur weibliche Nachkommen aus weiblichen Individuen! Soweit gehen ihre Kenntnisse bezüglich zur Natur! Alles andere, was Natur ist, wird unterdrückt! Wenn man ein Kind haben will, so muß man zu Gott beten, daß man von ihn ein Kind geschenkt bekommt! Instinktiv machen sie es doch anders und so sündigen sie mal wieder, damit sie in die Beichtstühle getrieben werden!
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#6 JosephMartinProfil
  • 14.09.2018, 12:21hBraunschweig
  • Antwort auf #3 von Yannick
  • Natürlich ist Liebe nicht gegen die Natur. Sie ist noch nicht einmal gegen die Kultur, sondern verbindet Beides.

    Was Herr Leidenfrost und Teile der Kirche versuchen, ist, das Christentum und die von ihm geprägten Rituale und Institutionen als Natur hinzustellen. (Auch Joseph Ratzinger hat das in seiner Rede vor dem Bundestag getan oder Birgit Kelle mit ihrem Buch "Muttertier"). Man könnte das als einen Versuch betrachten, die Kirche marketingmäßig neu aufzustellen und die durchaus begründete Angst vieler Menschen vor einer Überzivilisierung aufzugreifen. Funktionieren wird das langfristig wohl kaum, weil als die Kernkompetenz der katholischen Kirche bis heute im Einhegen und Sublimieren von natürlichen Impulsen wahrgenommen wurde.
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#7 Alexander_FAnonym
  • 14.09.2018, 13:14h
  • " Er wolle die "Schwulen und Lesben in meinem Freundeskreis nicht missen, sie verdienen Respekt und alle Rechte", schrieb Leidenfrost in seinem Kommentar und schob ein dickes Aber hinterher: "Mich verstört die Willkür, mit der ausgerechnet den Homosexuellen das Los zugefallen ist, die Speerspitze in der Auflehnung des Menschen gegen die Natur abzugeben." "

    Ich hab ja nichts gegen Schwule,aber.....
    Johannes Kram hat den Titel seines Buches schon gut gewählt. Es ist schon immer wieder erstaunlich, dass diese abgedroschene, längst zum Witz gewordene Plattitüde vom schwarzen, jüdischen, behinderten schwulen Freund, den man ständig erwähnt, aber nie jemand mal zu Gesicht bekommt, immer noch zieht.
    Wen oder was meint er bloß damit? Sein Freundeskreis aus dem katholischen Klerus? Die Privatpartys mit Jörg Haider im Burschenschaftskeller?

    "Aus einer lustigen Travestie ist eine todernste Staatsdoktrin geworden."

    Da ist Herr Freudenhitze, Verzeihung, Leidenfrost wohl nicht ganz allein. Auch Frau Thurn und Taxis und Frigide Barjot trauern den alten Zeiten hinterher, wo wir Schwuchteln einfach nur lustige, exotische Partystaffage waren und nicht die Unverschämtheit hatten, als ganz normale alltägliche Menschen behandelt werden zu wollen und bürgerliche Rechte einzufordern.

    Alles in allem also nicht viel Überraschendes.
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#8 LorenProfil
  • 14.09.2018, 13:34hGreifswald
  • Tageszeitung: "Die Presse"
    Herausgeber: Styria Media Group

    "Auch die heutigen Eigentümer der Styria, die gemeinnützige Katholischer Medien Verein Privatstiftung (98,33%) als Mehrheitseigentümerin sowie der Katholische Medien Verein (1,67%) als Minderheitseigentümer, stehen für diese wertorientierte Unternehmenstradition."

    www.styria.com/de/unternehmen/management/
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#9 Ralph
  • 14.09.2018, 14:39h
  • Mit der "Presse" in Österreich ist es offenbar wie mit der "FAZ" in Deutschland: früher eine liberalkonservative Zeitung, heute das Hofblatt des sich radikalisierenden rechten Randes des Bürgertums. - Ich habe den ganzen Schmutz schon gestern gelesen und wähnte mich dabei irgendwo zwischen Josef Ratzinger und Julius Streicher.
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#10 stephan
  • 14.09.2018, 15:38h
  • Und wieder kommt dort die Aussage über eine angebliche Privilegierung vor. Wo ist denn die? Müssen verheirate Schwule oder Lesben ab 2019 keine Steuern mehr bezahlen? Diese Aussage ist schlicht und einfach nur unverschämt und dumm! ... Wahrscheinlich meint der feine Herr den Umstand, dass nur wenige homosexuelle Paare Kinder haben, aber dann ist das immer noch keine Privilegierung, denn kinderlose, gleichgeschlechtliche Paare bezahlen ebenso viel Steuern und Rentenbeiträge und Krankenkassenbeiträge, wie es eben auch kinderlose Heteropaare. ... Der Herr lügt also einfach oder biegt sich in seiner Dummheit die angeblichen Tatsachen zusammen wie er will!
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