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Fünf Süchtige im Porträt
"Ich kann mich nicht erinnern, dass ich Sex ohne Alkohol hatte"
Der neue Dokumentarfilm "Nicht mehr unter Kontrolle" über Schwule und Suchterkrankungen feiert am 23. September in Köln Premiere und ist dann auch auf DVD erhältlich.

Die Dokumentation zeigt den Lebensalltag von fünf Betroffenen und ihren Umgang mit der Sucht (Bild: Medienprojekt Wuppertal)
- 15. September 2018, 05:02h 2 Min.
Das Medienprojekt Wuppertal hat einen Dokumentarfilm über Homosexuelle und Suchterkrankungen produziert. Im Zentrum von "Nicht mehr unter Kontrolle" stehen fünf schwule Süchtige. Alle sind alkoholabhängig, einige haben auch andere Süchte wie Party- und Sexdrogen-, Automatenspielsucht oder Esssucht. Die Männer aus dem Film treffen und unterstützen sich gegenseitig in verschiedenen Selbsthilfegruppen des Netzwerks SHALK in NRW.
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Der Schwerpunkt der Porträts und Interviews liegt auf dem Lebensalltag der Betroffenen und ihrem Umgang mit der Sucht: Wie und warum fing das Trinken an, wie steigerte sich die Dosis, wie waren die Auswirkungen des Konsums auf die Arbeit, Beziehungen und die Gesundheit? "Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass ich irgendwie mal Sex ohne Alkohol gehabt hätte", sagt etwa einer der Männer im Film.
Der Griff zur Flasche nach einer Vergewaltigung
Wann ging es nicht mehr gut, welche weiteren Drogen folgten dem Alkohol? Welche spezifischen Umgangsformen und Gründe für den Konsum gab es durch die Homosexualität, welche Bedeutung haben Vergewaltigungen und HIV-Infektionen? Wie war der Ausstieg aus dem Konsum: Entzug, Therapie und Rückfälle? Welche Bedeutung hat die homosexuelle Selbsthilfegruppe beim Überleben und Weiterleben? Wie sind das Leben und der Umgang mit Suchtmitteln heute? Was haben die Betroffenen im Positiven gelernt?
Ziel des Filmes, so das Medienprojekt Wuppertal, ist die "Auseinandersetzung mit den Risiken, Gründen und Folgen des Konsums legaler und illegaler Drogen für die Betroffenen und ihr Umfeld". Dabei werden die Verknüpfung von Homosexualität und Sucht mit ihren teil spezifischen Gründen und Umgangsformen sowie die Bedeutung und die Besonderheiten homosexueller Suchtselbsthilfe aufgezeigt.
Am 23. September 2018 um 18 Uhr findet im Odeon Lichtspieltheater Köln (Severinstr. 81) die Premiere des knapp einstündigen Dokumentarfilms statt. Der Eintritt ist frei, im Anschluss an die Filmaufführung gibt es eine Publikumsdiskussion. "Nicht mehr unter Kontrolle" wird ab der Premiere auch deutschlandweit als Bildungs- und Aufklärungsmittel auf DVD und als Streaming vertrieben. Eine Bestellmöglichkeit gibt es über die Homepage des Medienprojekts. (cw/pm)
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Dass die Sucht die Probleme, die man eh schon hat, nurmehr verstärken, und die Ablehnung zunimmt, merken die wohl erst spät. Es mag eine Spirale entstehen, besoffen wird abgelehnt, Ablehnung folgt mehr saufen, usw. Dasselbe bei der Esserei oder Kiffen.
Es scheint oftmals wie eine Flucht oder Ablenkung von gnadenlosen Realitäten, was einige da betreiben.
Behandlungsplätze mit der Sensibilisierung auf LGBTIQ* müssten eben auch erst mal vorhanden sein.