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Münsterland

CDU-Parteifreunde drohten Jens Spahn 2002 mit Outing

In der neuen Biografie von Michael Bröcker schildert der Gesundheitsminister, wie er bei seiner ersten Bundestagskandidatur wegen seiner Homosexualität unter Druck gesetzt wurde.


Direkt gewählt im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I im Münsterland: Jens Spahn zog 2002 im Alter von 22 Jahren erstmals in den Deutschen Bundestag ein (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Freund, Feind, Parteifreund: In der CDU im Münsterland drohten 2002 innerparteiliche Gegner dem heutigen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit einem Outing. Das erzählt der 38-Jährige in dem neuen Buch "Jens Spahn – Die Biografie" (Amazon-Affiliate-Link ) von "Rheinische Post"-Chefredakteur Michael Bröcker.

Anlass der Drohung sei Spahns erstmalige Bundestagskandidatur gewesen. Der damals 21-Jährige habe einen Tipp bekommen, dass ihn ein Gegner bei der Vorstellungsrunde fragen wolle, ob er homosexuell sei. Seine Reaktion war ein Coming-out in der Familie: "Ich bin dann zu meinen Eltern rein und habe mich mit ihnen in die Küche gesetzt", berichtet Jens Spahn in dem Buch. "Das war wohl das erste Mal, dass wir so richtig offen darüber gesprochen haben."

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Entspannte Reaktion der Eltern


"Jens Spahn – Die Biografie" erscheint am Montag im Herder Verlag

Die Eltern reagierten entspannt: "Sie waren völlig gelassen", so der Gesundheitsminister. Seine Mutter Ulla erzählt in der Biografie: "Wir haben dreimal Luft geholt und akzeptiert, dass die Dinge sind, wie sie sind." Ähnlich über seine Eltern hatte sich der CDU-Politiker bereits Anfang des Monats in einem Interview mit der "Gala" geäußert: "Sie haben mir und meinen Geschwistern in allen Fragen – bei mir auch hinsichtlich des Schwulseins – zu verstehen gegeben: Wir stehen zu euch" (queer.de berichtete).

Bei der CDU-Versammlung wurde die Homo-Frage dann doch nicht gestellt. Spahn wurde als Direktkandidat aufgestellt und zog 2002 mit 48,2 Prozent der Erststimmen in den Bundestag ein. Sein "erstes und letztes Interview" über seine Homosexualität gab er jedoch erst zehn Jahre später dem "Spiegel" (queer.de berichtete). Bereits damals berichtete er von Befürchtungen seiner Parteifreunde, mit ihm den katholischen Wahlkreis zu verlieren.

Jens Spahn, der im Alter von 15 Jahren in die Junge Union eingetreten ist, ist derzeit der einzig offen schwule Minister im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Vor seiner Amtsübernahme galt er als kontroverser Konservativer, der mit provokativen Aussagen insbesondere über Flüchtlinge oder Muslime immer wieder für Schlagzeilen sorgte (queer.de berichtete). Seit er vor einem halben Jahr das Amt des Gesundheitsministers übernommen hat, sorgt er auch bei politischen Gegnern mit weit reichenden Reformideen in seinem Ressort für Respekt, etwa bei der Pflegeversicherung, der Frage der PrEP als Leistung der Krankenkasse oder der Neuregelung der Organspende. (cw)

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#1 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 16.09.2018, 16:50h
  • "Freunde drohten" ihm.

    Finde den Fehler.
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#2 TimonAnonym
  • 16.09.2018, 17:08h
  • So tickt also die CDU:
    Nach außen Einigkeit vorgaukeln, aber intern nur mobben, drohen und erpressen.

    Aber Jens Spahn hat genau richtig reagiert... Sich gar nicht erst erpressen lassen, sondern ihnen den Wind aus den Segeln nehmen.
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#3 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 16.09.2018, 17:30h
  • Ich kann nicht begreifen wie man als offen lebender junger Schwuler in eine homophobe Partei eintreten kann. Man stelle sich damals vor 2002 als die Union Pech und Galle gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft spuckte und da kandidierte er für die Union. Nein ich verstehe das nicht.
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