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Staatshomophobie

P!nk-Video ausgestrahlt: Türkei bestraft TV-Sender wegen Homo-Tanz

Weil ein Video der amerikanischen Künstlerin "erotischen Tanz homosexueller Natur" zeige, muss ein Fernsehsender eine Geldstrafe abführen.


Diese gleichgeschlechtlichen Tänzer im P!nk-Video sind den türkischen Zensoren ein Dorn im Auge

Der türkische Fernsehsender AS TV ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters vergangene Woche von der Regulierungsbehörde für privaten Rundfunk (RTÜK) zu einer Geldstrafe in Höhe von 17.000 Lira (2.300 Euro) verurteilt worden, weil er das Musikvideo "Secrets" von US-Sängerin P!nk gezeigt hatte. Die Behörde begründete die Strafe damit, dass das Video "erotischen Tanz homosexueller Natur" zeige und zu einer Zeit ausgestrahlt worden sei, in der auch Kinder vor dem Fernseher sitzen. Junge Menschen könnten von dem Video negativ beeinflusst werden, erklärte RTÜK. AS TV ist ein lokaler Sender aus der Region Bursa im Westen des Landes.

In dem Video werden verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare gezeigt, die vor einer Graffiti-Wand miteinander tanzen. Darunter ist auch ein schwules Paar, von denen einer der Tänzer oberkörperfrei zu sehen ist. Sängerin P!nk ist auch beim Tanzen mit einer Frau zu sehen.

Direktlink | Zu heiß für die Türkei: "Secrets" ist die vierte Singleauskopplung aus P!nks neuestem Album "Beautiful Trauma"

P!nk, die bereits seit rund 20 Jahren im Musikgeschäft erfolgreich ist, hat sich wiederholt für LGBTI-Rechte engagiert. Erst vor wenigen Monaten warb die 39-Jährige mit einer "Make America Gay Again"-Kappe für die Human Rights Campaign, die größte LGBTI-Organisation der Vereinigten Staaten (queer.de berichtete). In ihren Songs thematisiert die als Alecia Beth Moore geborene Künstlerin immer wieder die Diskriminierung sexueller Minderheiten. In "Dear Mr. President" aus dem Jahr 2006 kritisierte sie beispielsweise die Politik des damaligen US-Staatschefs George W. Bush und erwähnte dabei auch seine Homophobie. 2010 wurde P!nk für ihr Engagement von der Human Rights Campaign mit dem "Ally for Equality Award" ausgezeichnet (queer.de berichtete).

In der Türkei ist Homosexualität zwar bereits seit 1858 legal, allerdings ist die Akzeptanz von Schwulen und Lesben im Land gering. Die zunehmend autoritär agierende Regierung von Staatschef Recep Tayyip Erdoğan geht zudem vermehrt gegen Homosexuelle vor. So wurde dieses Jahr etwa eine CSD-Parade verboten, ebenso wie im vergangenen Jahr queere Filmfestivals in Istanbul und in Ankara. (dk)



#1 Homonklin44Profil
  • 17.09.2018, 14:16hTauroa Point
  • ""Junge Menschen könnten von dem Video negativ beeinflusst werden, erklärte RTÜK.""

    Ah ja, aber von politischen Hetztiraden, Kriegsberichterstattung und Erdogan'schen Reden nicht, oder wie? Wahrscheinlich schalten sie da auf idyllische Bildmotive und reden auf Swahili, damit die Kinder das nicht verstehen.

    Verordnete Medien-Verklemmung!
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#2 HinnerkAnonym
  • 17.09.2018, 17:37h
  • Und dieses Land will in die EU?

    NEVER...

    Da gibt es ja nicht mal Meinungsfreiheit und dann für so ein harmloses Musikvideo, wo mal kurz zwei tanzende Männer zu sehen sind... Lächerlich...
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#3 remixbeb
#4 FinnAnonym
  • 17.09.2018, 21:26h
  • Antwort auf #3 von remixbeb
  • Ja, z.B. auch in Deutschland gibt es Leute, die sowas am liebsten verbieten würden. Der Unterschied ist nur, dass die hier nicht das Sagen haben und nicht in der Mehrheit sind.

    Hier regen sich sicher auch einige darüber auf, aber man wird nicht bestraft, weil man dieses Video zeigt.
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#5 TomDarkAnonym
  • 17.09.2018, 22:11h
  • ""Junge Menschen könnten von dem Video negativ beeinflusst werden, erklärte RTÜK.""

    Wohl eher positiv beeinflusst werden...

    Aber Werbung für LGBTI ist dem patriarchalischem System dort wohl zu gefährlich, es gilt immerhin die uralte Sexualmoral mit der Unterdrückung der Frau, Zwangsheirat, Kinderehen etc. nicht zu gefährden.
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#6 Patroklos
#7 schwarzerkaterEhemaliges Profil
#8 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 18.09.2018, 13:57h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • "Hier regen sich sicher auch einige darüber auf, aber man wird nicht bestraft, weil man dieses Video zeigt."
    jeder kann doch ne eigene meinung haben. muss sich doch keiner drüber freuen, wenn er was sieht was einem nicht gefällt. über geschmack lässt sich nun mal nicht streiten.
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#9 Patroklos
#10 remixbeb
  • 18.09.2018, 22:21h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • Stimmt. Wenn wir aber nicht aufpassen, wird es bald genauso werden. Ich glaube inzwischen leider nicht mehr an meine frühere Sichtweise "es wird schon nicht mehr zu solchen Verhältnissen kommen"
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