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Miguel Díaz-Canel

Kubas Präsident unterstützt Ehe-Öffnung

Zum ersten Mal äußert sich der neue starke Mann auf der Karibikinsel zum Streit zur Ehe für alle.


Präsident Miguel Díaz-Canel sieht die Abschaffung des Ehe-Verbots für Homosexuelle als Beitrag zur Abschaffung von Diskriminierung an (Bild: Screenshot Telesur)

Das kubanische Staatsoberhaupt Miguel Díaz-Canel hat sich am Sonntag in einem Fernsehinterview für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen. Im venezolanischen TV-Sender Telesur erklärte der 58-Jährige, der im April das Präsidentenamt von seinem Vorgänger Raúl Castro übernommen hatte, dass sein Land "die Ehe zwischen Menschen ohne Einscrhänkungen" erlauben sollte.

Die Ehe für alle ist nach Ansicht von Díaz-Canel "der beste Ansatz, auf das Problem der Diskriminierung in der Gesellschaft" zu reagieren und Ungleichbehandlung zu beenden. Bei diesem und anderen Themen habe sein Land eine Evolution durchgemacht und an "vielen Tabus" gerüttelt, so der Präsident des 11,5 Millionen Einwohner zählenden karibischen Inselstaates. Díaz-Canel hatte sich in dem Interview erstmals öffentlich zu diesem Thema geäußert.

Kuba will Verfassung von 1976 reformieren

Anlass für die Äußerung ist eine geplante Reform der kubanischen Verfassung, die im Juli von der Nationalversammlung in Havanna verabschiedet worden war und die Ehe als "freiwillig geschlossenen Bund zwischen zwei Personen" definieren soll – bislang ist in der Verfassung von der Ehe als "freiwilliger Bund zwischen einem Mann und einer Frau" die Rede (queer.de berichtete).

Der Passus der Ehe-Definition gehört – neben der Abschaffung des Ziels, eine "kommunistische Gesellschaft" zu schaffen – zu den weitreichendsten Änderungen in der Verfassung, die in den nächsten Monaten debattiert und Ende Februar den Kubanern in einem Volksentscheid zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Insbesondere die katholische Kirche, der 60 Prozent aller Kubaner angehören, wehrt sich gegen die Gleichbehandlung Homosexueller – und bezeichnet die Ehe für alle als "ideologischen Kolonialismus", der Kuba von außen aufgezwungen werde (queer.de berichtete).

Die offene Haltung gegenüber Homosexuellen ist in Kubas Regierung relativ neu: Die seit 1959 auf der Insel regierenden Kommunisten hatten Homosexuelle zunächst verfolgen und in Umerziehungslager stecken lassen, in denen viele zu Tode kamen. Revolutionsführer Fidel Castro, der das Land bis 2006 mit diktatorischen Vollmachten regierte, sah Homosexualität als ein böses Nebenprodukt des Kapitalismus an. Erst langsam änderte die Regierung ihre Meinung. In den letzten Jahren warb vor allem Castro-Nichte Mariela als Chefin des staatlichen Zentrums für Sexualaufklärung für die Gleichbehandlung von LGBTI (queer.de berichtete). Fidel Castro sprach erstmals 2010 sein Bedauern über die von ihm angeordnete Verfolgung sexueller Minderheiten aus und bezeichnete diese als "große Ungerechtigkeit" (queer.de berichtete). (dk)



#1 KlartextAnonym
  • 17.09.2018, 13:44h
  • Nicht zu früh jubeln: Reporter ohne Grenzen listet Kuba auf Rang 172 von 178 und bezeichnet die Lage der Pressefreiheit als sehr ernst.
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#2 Bonifatius49Anonym
#3 HinnerkAnonym
  • 17.09.2018, 17:39h
  • Schön, dass der Präsident sich nicht von der Katholiban unter Druck setzen lässt und ganz offen die Eheöffnung unterstützt.

    Hoffentlich klappt das bald und hoffentlich ist auch in Kuba bald die Ehe ohne Wenn und Aber geöffnet.
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#4 KtholibanAnonym
  • 17.09.2018, 18:00h
  • Die Katholiban, ihres Zeichens ein Multimilliarden-Konzern aus dem schönen Rom, bezeichnet also die Einführung eines liberalen Eherechts als ideologischen Kolonialismus.

    Wenn man sich das ausdenken müsste, dann käme man gar nicht auf so eine Idee, weil so verquer kann man gar nicht denken.
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#5 Miguel53deProfil
  • 17.09.2018, 18:43hOttawa
  • Wenn man Kuba einigermaßen kennt - und ich darf behaupten, ich tue das -, ist das ein ungeheurer Fortschritt. Und der begann damit, dass Castro sich öffentlich für das Unrecht gegenüber LGBTQ entschuldigte. Ohne den Eiertanz, der im Prinzip in Deutschland noch weiter geht.

    Im Prinzip ist es auch ein Fortschritt, dass sich die RKK zum Thema äußern darf. Auch, wenn einem deren Aussagen nicht passt.

    Die Kirche war selbst unterdrückt und zeigt einmal mehr, dass sie daraus nichts gelernt haben. Zum Glück sind zwar 60% der Kubaner katholisch. Aber das ist lediglich auf dem Papier der Fall.

    Es ist noch nicht so furchtbar lange her, dass ich miterlebt habe, wie die Polizei in Havanna Schwule mit Hunden bedrohte und auch angriff. Einzelne aus einer Menge herausgriff, in einen Kastenwagen schleppten und dort verprügelten. Die Schreie waren auf der Straße hörbar.

    Insofern ist diese Entwicklung unglaublich und ganz wunderbar. Da wird die Kirche - zum Glück - nichts ausrichten. Und ich denke, die Mehrheit der Kubaner wird mit der Entscheidung einverstanden sein.
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#6 TheDadProfil
  • 17.09.2018, 23:23hHannover
  • Antwort auf #2 von Bonifatius49
  • ""Aber erst das Referendum abwarten, das kann auch "schief" gehen.""..

    Das Referendum entscheidet NICHT nur über die Einführung der Ehe-für Alle, sondern über eine neue Verfassung, die dann mit der Abschaffung des Staatszieles sich zu einem "kommunistischem Land zu entwickeln" einhergeht, was den kubanischen Bürgern mehr wirtschaftliche Vorteile bringt..
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#7 lucdfProfil
  • 18.09.2018, 13:23hköln
  • Kuba ist der Inbegriff einer Diktatur ohne Reue. Wenn die Situation dort für Minderheiten und für die Mehrheit besser und das Land demokratischer wird, kann man das nur begrüßen. Kleine Schritte, die dringend etwas Größeres erwarten lassen.
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