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USA

Treffen mit 17-jährigem Callboy: Homophober Politiker zu 15 Jahren Haft verurteilt

Ein konservativer Vater von vier Kindern und erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten muss ins Gefängnis, weil er einen minderjährigen Jugendlichen für Sex bezahlt hatte.


Ralph Shortey in seinem offiziellen Foto als Mitglied des 48-köpfigen Senats (Bild: Oklahoma Legislative Service Bureau)

Ein Bundesgericht in Oklahoma City hat den früheren Politiker Ralph Shortey wegen "Child Sex Trafficking" (Kinder-Sexhandel) zu einer Haftstrafe in Höhe von 15 Jahren verurteilt. Der 36-jährige Republikaner hatte zugegeben, einen 17-jährigen Jungen für Sex bezahlt zu haben. Vor Gericht entschuldigte sich der ehemalige Abgeordnete des Senats von Oklahoma, der als Verteidiger von "Familienwerten" stets gegen LGBTI-Rechte und für homo- und transphobe Gesetze gestimmt hatte, für sein "sündiges Doppelleben".

Nach Absitzen seiner Haftstrafe wird Shortey dem Urteil von Richter Timothy DeGiusti zufolge zehn Jahre auf Bewährung verbringen müssen. Zu diesem Zeitpunkt wird er auch zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 250.000 Dollar verpflichtet werden. Das Gericht hätte bei dieser Anklage im Extremfall lebenslange Haft anordnen können, die Staatsanwaltschaft hatte 25 Jahre Haft gefordert.

Direktlink | Interview mit Shorteys Rechtsanwalt nach der Verurteilung

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Shortey war Kampagnenleiter für Donald Trump

Shortey war im Frühjahr letzten Jahres angeklagt worden (queer.de berichtete). Ihm wurde vorgeworfen, den damals 17-jährigen Schulabbrecher in ein Motel der Kette "Super 8" eingeladen und für Sex bezahlt zu haben. Im Staat Oklahoma liegt das Schutzalter zwar bei 16 Jahren – in Fällen der Prostitution werden unter 18-Jährige nach Bundesrecht allerdings vom Gesetzgeber als "Kinder" angesehen. Nach der Anklage gab Shortey, ein ehemaliger regionaler Kampagnenleiter für den Wahlkampf von Donald Trump, sein Mandat im Senat auf. Später ließ sich seine Frau, mit der er vier Kinder hat, von ihm scheiden.


In diesem Motel war Shortey in Begleitung des 17-Jährigen erwischt worden – die Polizei vermerkte, dass aus dem Hotel Marihuanageruch gekommen sei, und stellte Kondome und Gleitgel sicher

Im November letzten Jahres bekannte sich der Politiker schuldig, den Minderjährigen als Prostituierten angeheuert zu haben. Durch das Schuldeingeständnis ließ die Staatsanwaltschaft weitere Anklagepunkte wie den Besitz von Kinderpornografie fallen. Das FBI hatte auf dem Computer des Republikaners mehrere rechtlich relevante Fotos gefunden, darunter laut einem Polizeireport "das Bild eines Mannes, der sexuell orientiertes Verhalten mit einem präpubertären Mädchen hat".

Auf dem Computer fanden die Beamten außerdem lange Chats mit dem 17-Jährigen, den der Politiker als "Baby Boy" bezeichnet hatte. Auch mindestens ein Foto mit dem Penis des Jungen sei auf der Festplatte abgespeichert gewesen. Auf der Anzeigen-Website Craigslist hatte der 36-Jährige laut Polizei auch Sex mit anderen männlichen Jugendlichen gesucht ("je jünger, desto besser"). (dk)



#1 HinnerkAnonym
  • 19.09.2018, 09:26h
  • Es ist doch immer dasselbe: die größten Homohasser wollen damit nur von sich selbst ablenken...

    Egal ob in Politik oder Kirche - LGBTI-Hetze soll immer nur von den Leichen im eigenen Keller (meist geht es um Minderjährige) ablenken.
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#2 schwarzerkater
  • 19.09.2018, 09:33h
  • alles ein missverständnis, Shortey wollte sich mit dem 17-jährigen schulabbrecher nur treffen, um ihn auf einen kirchenbesuch einzuladen und um ihn einen job bei trump in washington anzubieten.
    ;-)
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#3 TheDadProfil
  • 19.09.2018, 09:47hHannover
  • ""Nach Absitzen seiner Haftstrafe wird Shortey dem Urteil von Richter Timothy DeGiusti zufolge zehn Jahre auf Bewährung verbringen müssen. Zu diesem Zeitpunkt wird er auch zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 250.000 Dollar verpflichtet werden.""..

    Kuck an..
    Bis dahin allerdings wird ein vielleicht vorhandenes Vermögen des Täters durch die geschiedene Ehefrau und die gemeinsamen 4 Kinder als Unterhalt aufgebraucht sein, und der Junge als Opfer, der durch diese Urteil gezwungen ist mindestens 15 Jahre auf eine Entschädigung zu warten, schaut dann in die Röhre..

    Besser wäre es, die Entschädigung erfolgt sofort, oder der Staat tritt als Entschädiger auf..
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#4 FredinbkkProfil
  • 19.09.2018, 10:51hBangkok
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • Verstehe ich nicht ganz..?

    weshalb stehen einem ,fuer seine "Dienste" bezahlten Stricher in diesem Falle eine Endschaedigung zu.

    hab ich da was uebersehen
    Offensichtlich wurde da doch kein
    "unschuldiger Knabe" zu was auch immer gezwungen.

    klaer mich mal bitte auf..danke im voraus
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#5 LenorgewissenAnonym
  • 19.09.2018, 11:09h
  • Was immer man von diesem Theofaschisten hält und was er auch verbrochen haben mag, verurteilt wurde er für freiwilligen Geschlechtsverkehr mit einem 17 jährigen. Und dafür 15 Jahre Haft? Das ist doch völlig maßlos!

    Ich frage mich - vielleicht kann ein US-Kenner hier im Forum dies besser einschätzen - ob die Haftstrafe ebenso lange ausgefallen wäre, hätte er Sex mit nicht mit eineM, sonder mit eineR 17 jährigen gehabt.
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#6 Ith_Anonym
  • 19.09.2018, 11:53h
  • Ich verstehe nicht so richtig, was man daran toll finden soll.

    Ein Urteil für Kinderpornographie - und "präpubertär" deutet ja wirklich auf Kinder hin, nicht auf Jugendliche - das wär sicherlich angebracht. Und für sein verlogenes Verhalten steht ihm sicherlich gesellschaftliche Ächtung und eine Abstrafung zu.

    Aber

    für Sex mit einem 17-Jährigen Callboy ins Gefängnis zu gehen, den er offenbar nichtmal um die Bezahlung geprellt hat - was ist denn das bitte für eine Rechtsprechung, und inwiefern rechtfertigt das eine Einstufung als "Menschenhandel"? Das klingt im Gegenteil sehr nach Einvernehmen, und 17 Jahre ist nicht präpubertär.

    Mein Mitleid mit Schrankschwestern hält sich in Grenzen, besonders auch mit solchen, die der Community aktiv Schaden zufügen, und als Mensch kann man ihm eine harte Strafe sicherlich wünschen. Nur: Wer hier ernsthaft feiert, dass jemand 15 Jahre ins Gefängnis geht, mit anschließender Bewährung, weil er gestanden hat, sich einen Stricher geleistet zu haben, der ein paar Monate zu jung war, sollte doch nochmal darüber nachdenken, ob er sich das wirklich auch selbst wünschen würde, falls das mit Taschengeld bedachte Date bei der Versicherung "klar bin ich volljährig" nicht ganz ehrlich ist. Denn das ist die andere Seite der Medaille.

    Will nur mal darauf hinweisen: Dass einer der Protagonisten in "Call me by your name" auch erst 17 ist, scheint eher wenige Leute gestört zu haben, im Gegenteil. Persönlich war mir das einen Ticken zu jung, mich reizen einfach Leute nicht, die jünger aussehen als so ca. 20, aber es ist ein Alter, in dem es sowas wie einen Sexualtrieb gibt, und Menschen über ihre Sexualität selbst bestimmen können sollten. Wenn jemand in dem Alter einverstanden ist, dann sollte Sex insofern wohl auch erlaubt sein, wenn der Partner ein menschenverachtender Vollpfosten ist. Besonderes Schutzalter für Prostitution hin oder her.. aber so ein Haftmaß + Bewährung, + Geldstrafe (die er wahrscheinlich auch nicht dem Jungen zahlen darf, sondern dem Staat), bei einem Alter, in dem Sex ohne Bezahlung erlaubt gewesen wäre, das kann's nun wirklich nicht sein.
    Und soll mal einer behaupten, das wäre halb so hart ausgefallen, wenn die drogenabhängige, prostutierte Person weiblich gewesen wäre.

    Also... für die Kinderpornographie etc., und wenn da sonst noch etwas gewesen sein sollte, dafür darf man ihn mEn gern verknacken, ist nicht so, dass ich das überlesen hätte. Aber halt dann wirklich DAS aufarbeiten.

    Besonders bitter finde ich dabei noch: Wenn er den Jungen erschlagen hätte, statt ihn zu bezahlen, als konservativer Politiker anschließend auf "gay panic" gemacht und es so dargestellt hätte, dass der sich ihm aufgedrängt hätte, wäre er in den Staaten wahrscheinlich mit weniger als einem Jahr Haft davongekommen.
    Gönnen mag man einem Menschen wie ihm nichts Gutes, und dass er sich an Kindern, also wirklichen Kindern, vergreift, sollte selbstverständlich unterbunden werden, wenn's da denn konkrete Absichten und Anstrengungen gegeben hat. Aber als Präzedenzfall für bezahlten Sex knapp unterm Schutzalter halte ich dieses Urteil, so, wie es hier beschrieben ist, für eine ziemliche Katastrophe.
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#7 michael008
#8 Alexander_FAnonym
  • 19.09.2018, 12:58h
  • Wieder einmal ein leuchtendes Beispiel für gelebten Glauben und christliche Familienwerte.

    Dass er dem eigentümlichen Rechtsverständnis der amerikanischen Provinz, das er selbst beförderte, nun selbst zum Opfer gefallen ist, ist ein weiterer Treppenwitz an der ganzen Sache.

    Alles in allem aber auch nicht viel Neues, nur ein weiterer Ted Haggard.
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#9 TomDarkAnonym
  • 19.09.2018, 13:06h
  • Ich will den Täter nicht beschützen, aber ich verstehe überhaupt nicht, warum das Gesetz ihn dort doppelt so hart trifft.

    Der Junge hat sich doch dazu selbst entschieden, und es geschah im Einvernehmen.

    Vielleicht bin ich nur unwissend, aber für ein freies und fortschrittliches Land wie die USA empfinde ich so eine Strafe drakonisch.

    Wahrscheinlich überwiegen da doch eher die "verletzten" Moralvorstellungen, da es sich um einen Politiker und männliche Prostitution handelt.
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#10 Stefan84Anonym
  • 19.09.2018, 13:38h
  • >"für ein freies und fortschrittliches Land wie die USA "

    Hahahahahahahaha. Der "Rechts"system der USA ist alles nur nicht fortschrittlich. Drakonische Strafen für selbst kleine Vergehen sind die Regel. Besonders abstrus wird es denn wenn man das mit der allgemeinen Prüderie dort kombiniert.

    In vielen Staaten ist z.B. einvernehmlicher Sex zwischen Teenagern illegal. Da kann es dann schnell passieren dass Kinder für den Rest ihres Lebens als Sex-Verbrecher behandelt werden (einen Status den jeder im Internet abrufen kann. Öffentliche Pranger wie im Mittelalter).
    Mädchen können wegen Kinderpornographie angeklagt werden wenn sie anderen Fotos von sich selbst schicken (muss nicht mal nackt sein). Aber die die Fotos verteilen werden nicht bestraft.
    Die jüngsten "registered sex offender" sind um die 11(!). Eine Überprüfung ob jemand wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit ist findet nicht statt.

    Dazu kommt dann Irrsinn wie gewählte Richter, gewählte Staatsanwälte und Geschworenen-verfahren. Da hat man mit solchen Beschuldigungen fast nie eine Chance.
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