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Fundamentalismus
Linda Harvey: Oralverkehr ist eine "Sex-Methode für Homosexuelle"
Für die homophobe Aktivistin sind Blowjobs keine Sache, mit der sich Heterosexuelle beschäftigen.
- 19. September 2018, 11:41h 2 Min.
In einer homophoben Tirade hat die in den USA berüchtigte evangelikale Aktivistin Linda Harvey erklärt, dass nur Homosexuelle Oral- und Analverkehr haben. In einem Artikel, in dem sie sich gegen die Erwähnung von Homosexualität im Sexualkundeunterricht ausspricht, erklärte die Autorin von Homo-"Heiler"-Büchern wie "Maybe He's Not Gay" (Vielleicht ist er nicht schwul): "Lassen Sie uns nicht den tödliche Beitrag von 'LGBTQ'-Befürwortern vergessen, die 'integrativen' Sexualkundeunterricht fordern – d.h. Unterrichtsstunden, die erklären, wie Kids Anal- und Oralsex haben können, die Sex-Methoden der Homosexuellen", so Harvey auf der Internetseite "Barb Wire" (Stacheldraht).
Die Rechtsaußen-Newsseite wird von Homo-Hasser Matt Barber (Liberty Counsel, Concerned Women for America) betrieben. Dort wird insbesondere für die Regierung von Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence geworben und Stimmung gegen deren "Feinde" gemacht – so wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Artikel vom Mittwoch als "furchterregende Frau mit zu viel Macht" beschrieben.
Harvey macht immer wieder gegen Schwule und Lesben Stimmung, mit extrem kruden Argumenten. Letztes Jahr sorgte etwa ihre Aussage für Aufsehen, dass Anal-Sex "typisch Satan" sei (queer.de berichtete). Homosexualität ist nach Ansicht der in Columbus (Ohio) lebenden Aktivistin eine Folge der Legalisierung von Abtreibung. In der religiösen Rechten, die sich nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten im Aufwind sieht, haben die Thesen Harveys trotz ihrer Absurdität Gewicht. Ihre 1995 gegründete Organisation "Mission: America" wurde wegen ihrer extremen Homo- und Transphobie von der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center 2012 als Hass-Gruppe eingestuft.

Die radikal-christliche Aktivistin Linda Harvey hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, gegen LGBTI-Rechte zu kämpfen
In dem neuen Text argumentiert Harvey, dass der Einfluss der "'Gay'-Community" in Schulen "verabscheuungswüdig" sei. "Hippe" Lehrer würden die LGBTI-Aktivisten in die Schulen lassen, weil sie beim Thema Sex verantwortungslos seien. "Wer vor den Kriegern der sozialen Gerechtigkeit, vor tollwütigen Feministinnen und 'LGBTQ'-Aktivisten kuscht, sieht Enthaltsamkeit als gleichwertig mit Rassismus an", so Harvey, die vor wenigen Jahren den damaligen Staatschef Barack Obama wegen seiner LGBTI-freundlichen ("gottlosen") Politik als "rassistischsten Präsidenten in der US-Geschichte" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). In dem Artikel warb sie dafür, dass niemand vor der (heterosexuellen) Ehe Sex haben sollte. (dk)















