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Singapur

Katholische Kirche wirbt für Homo-Verbot

Schwule in Singapur stehen wegen eines britischen Kolonialgesetzes mit einem Fuß im Gefängnis – Erzbischof William Goh setzt sich dafür ein, dass sich daran nichts ändert.


Erzbischof William Goh will, dass sein Land am Paragrafen 377a festhält, der männliche Homosexualität unter Strafe stellt

Der Erzbischof von Singapur hat sich in einem am Dienstag veröffentlichten Hirtenbrief dafür ausgesprochen, das Verbot von gleichgeschlechtlichen Handlungen unter erwachsenen Männern im Stadtstaat beizubehalten. William Goh, der seit 2012 das Bistum in Singapur anführt, warnte davor, dass die Legalisierung von Homosexualität negative Folgen auf die Gesellschaft haben werde. Derzeit stehen laut Paragraf 377a auf homosexuelle Handlungen "in der Öffentlichkeit oder im privaten Bereich" bis zu zwei Jahre Haft.

"Wenn homosexuelle Handlungen als gesellschaftliche Norm akzeptiert werden, wird das schreckliche Konsequenzen auf die Stabilität unserer Familien sowie auf das Wohlergehen unserer Kinder haben und die Risiken für das Allgemeinwohl werden langfristig und unumkehrbar sein", erklärte der Bischof. "Als Oberhirte dieses Erzbistums rufe ich daher alle Katholiken auf, eine verantwortungsbewusste Entscheidung zu treffen und die Abschaffung dieses Gesetzes abzulehnen, um die Zukunft unserer Familien, der Menschheit und der Gesellschaft zu sichern", so Goh. "Wenn wir die schrecklichen Konsequenzen in Ländern betrachten, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen normalisiert wurden, sollten wir nicht diese Fehler wiederholen."

Warnung des Bischofs: Wenn homophobes Gesetz fällt, werden Homo-Gegner verfolgt

Zwar habe er Mitgefühl für homosexuelle Christen, "die Gott aufrichtig lieben", so Goh. Sie sollten mit "Würde und Respekt" behandelt werden. Dennoch sei er für die Beibehaltung von Paragraf 377a, weil die Abschaffung unweigerlich dazu führen werde, dass die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet wird. Am Ende würden diejenigen, die sich gegen "gleichgeschlechtliche Beziehungen" aussprechen, staatlich verfolgt werden, so seine Prophezeiung.

Goh verweist in seiner Argumentation auf die Ablehnung einer französischen UN-Initiative durch den Vatikan im Jahr 2008, wonach Todes- und Gefängnisstrafen gegen Homosexuelle weltweit abgeschafft werden sollten (queer.de berichtete). Kurze Zeit später erklärte der Vatikan allerdings nach scharfer Kritik, dass man sich dagegen wende, "Homosexualität als Straftat zu definieren" (queer.de berichtete). Auch auf dieses Statement wies Goh hin und erklärte, die Kirche wandle in der Homo-Frage auf einem "schmalen Grad".

Der Paragraf 377a geht noch auf die britischen Kolonialherren zurück, die das Land bis 1963 regierten. In den letzten Jahren gab es bereits mehrfach Debatten über die Abschaffung des archaischen Gesetzes. Zwar wurden zuletzt keine Gefängnisstrafen für Homosexuelle mehr ausgesprochen, das Gesetz wird aber nach wie vor angewandt, um die Sichtbarkeit von Homosexuellen einzuschränken und Diskriminierung zu rechtfertigen.

Die katholische Kirche hat in Ländern, die Homosexuelle verfolgen lassen, keine einheitlich Linie: In Indien kritisierte der Chef der nationalen Bischofskonferenz etwa in der Vergangenheit, dass das inzwischen abgeschaffte Homo-Verbot eine "ungerechtfertigte Diskriminierung" darstelle (queer.de berichtete). Insbesondere in afrikanischen Ländern betreibt die Kirche allerdings Lobby-Arbeit, damit Homosexualität eine Straftat bleibt. So erklärte die katholische Bischofskonferenz von Nigera, dass die 2014 beschlossene verschärfte Verfolgung von Schwulen und Lesben im einwohnerstärksten Land Afrikas ein "richtiger Schritt in die richtige Richtung" sei, um die "Würde des Menschen" zu schützen (queer.de berichtete). In Nigeria steht etwa auf einen gleichgeschlechtlichen Kuss eine Haftstrafe in Höhe von zehn Jahren. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 19.09.2018, 15:27h
  • Natürlich ist es wieder mal die katholische Kirche, die sich in Politik einmischt und Hass verbreitet. So wollen die wohl von ihren diversen Verbrechen ablenken.
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#2 AFD-WatchAnonym
  • 19.09.2018, 15:32h
  • "um die Zukunft unserer Familien, der Menschheit und der Gesellschaft zu sichern", so Goh."

    Wie viele Kinder hat dieser Un-Würdenträger eigentlich auf die Welt gesetzt, um die "Zukunft der Menschheit und Gesellschaft zu sichern"?
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#3 LenorgewissenAnonym
  • 19.09.2018, 15:42h
  • Bis zu einer Milliarde Euro jährlich, verteilt die deutsche Bischofskonferenz, an ausländische Bistümer in der ganzen Welt (DW). Jedes deutsche Mitglied der RKK unterstützt so mit seiner freiwilligen Mitgliedschaft in dieser Sekte und durch die damit verbundenen, freiwilligen Kirchensteuern, DIREKT globalen Hass und Verfolgung von LGBTs.

    www.kirchenaustritt.de/
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#4 MobyAnonym
  • 19.09.2018, 15:43h
  • Antwort auf #2 von AFD-Watch
  • Und glauben die wirklich, dass Diskriminierung Schwule und Lesben hetero macht?

    Im Gegenteil:
    Gerade durch Gleichstellung gründen auch einige LGBTI Familien und sichern so die Zukunft der Gesellschaft.

    Aber mit Logik haben es die Märchentanten ja nicht so.

    Und wenn es denen wirklich um Kinder ginge, würden die als erstes mal mit dem vieltausendfachen Kindesmissbrauch aufhören und das konsequent aufklären statt immer so viel wie möglich zu vertuschen und immer nur gerade so viel zuzugeben, wie sich nicht mehr vertuschen lässt.
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#5 ursus
  • 19.09.2018, 15:43h
  • zum vergleich:

    "Die Ausweitung der für Ehepartner entwickelten Regelungen auf einen weiteren Personenkreis hätte untragbare, jetzt noch gar nicht in vollem Umfang absehbare Konsequenzen. [...] Vor allem aber ist die Ungewißheit über die psychologischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen einer derart tiefgreifenden Veränderung zu berücksichtigen - dies um so mehr, als derzeit nur eine kleine Minderheit von gleichgeschlechtlich geprägten Menschen mit einem Partner oder einer Partnerin in einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft zusammenlebt und viele eine solche Lebensform dezidiert nicht anstreben. Das auf Dauer angelegte menschliche Zusammenleben und die Formen, die sich kulturell und rechtlich dafür entwickelt haben, sind verletzlich und haben eine komplexe Dynamik."

    (Verläßlichkeit und Verantwortung stärken. Eine Stellungnahme des Kirchenamtes der EKD zur Verbesserung des Rechtsschutzes für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und zur besonderen Bedeutung und Stellung der Ehe, 2000)

    www.ekd.de/lebensgemeinschaft_2000.html
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#6 swimniAnonym
  • 19.09.2018, 16:21h
  • und Rom schweigt dazu....stimmt also zu.

    die kathosekte würde uns auch in der eu so behandeln, wenn die Gesellschaft anders eingestellt wäre als heute.
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#7 SmartakusProfil
  • 19.09.2018, 16:32hMöhnesee
  • "Wenn wir die schrecklichen Konsequenzen in Ländern betrachten, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen normalisiert wurden, sollten wir nicht diese Fehler wiederholen."
    Welche Konsequenzen meint er in den Niederlanden oder in Dänemark oder in irgendeinem anderen Land? Immer wieder bestätigt die Katholische Kirche, dass es richtig war auszutreten.
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#8 JessenAnonym
  • 19.09.2018, 16:39h
  • Ausgerechnet die Vertreter der Kinderschänder-Sekte sind nun wirklich die Letzten, die sich noch moralische Urteile über andere anzumaßen haben.

    Was bilden die sich ein?!

    Die Perversität der Katholiban kennt wirklich keine Grenzen.
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#9 TheoAnonym
  • 19.09.2018, 16:41h
  • "Am Ende würden diejenigen, die sich gegen "gleichgeschlechtliche Beziehungen" aussprechen, staatlich verfolgt werden, so seine Prophezeiung."

    Und wie sieht es jetzt aus? Werden im Moment etwa nicht die verfolgt, die sich für "gleichgeschlechtliche Beziehungen" aussprechen?
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#10 KirchenaustrittAnonym