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Nordrhein-Westfalen

Katholisches Gymnasium lehnt schwulen Lehrer ab

Nachdem ein junger Referendar ankündigte, seinen Partner heiraten zu wollen, zog das Gymnasium Mariengarden in Borken das Angebot einer Festanstellung zurück.


Das katholische Gymnasium Mariengarden im nordrhein-westfälischen Borken befindet sich in der Trägerschaft der Hünfelder Oblaten (Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, OMI)

Am staatlich anerkannten Gymnasium Mariengarden in Borken, das vom katholischen Orden der Hünfelder Oblaten betrieben wird, ist ein offen schwuler Lehrer unerwünscht. Wie die "Borkener Zeitung" (Paywall-Artikel) am Mittwoch berichtete, wurde einem jungen Referendar die zuvor angebotene Festanstellung verweigert, nachdem dieser sich geoutet und angekündigt hatte, seinen Lebenspartner heiraten zu wollen.

Nach Informationen der Lokalzeitung waren Schulleitung und Kollegium mehrheitlich für eine Einstellung des Mannes, den Schulleiter Michael Brands in einem Schreiben an die Eltern als "kompetenten, engagierten und sehr angenehmen Kollegen" vorstellte. Der Orden entschied jedoch anders: "Die persönliche Zukunftsperspektive stimmte nicht mit den Vorgaben der kirchlichen Grundordnung überein", erklärte Pater Christoph Heinemann, Sprecher des Mainzer Oblatenordens. Der Referendar sei zwar "ohne Zweifel ein guter Lehrer", bei der Beurteilung der Loyalität gegenüber der katholischen Kirche habe es jedoch wenig Spielraum gegeben. "Bei Seelsorgern und auch Lehrern, die verkündende Aufgaben haben, müssen wir das zwangsläufig strenger auslegen als bei einem Hausmeister oder einer Krankenschwester."

Schüler planen Protestaktionen

Während der schwule Referendar nun Lehrer an einer staatlichen Schule wird, ist die Stimmung am Gymnasium Mariengarden weiter aufgeheizt. So plant die Schülervertretung laut "Borkener Zeitung" Protestaktionen gegen die homophobe Entscheidung des Ordens, die Schulleitung will ausreichend Raum für Diskussionen anbieten.

Auch das Lokalblatt zeigte sich in einem Kommentar fassungslos: "Die Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen als den von der Kirche propagierten hat sich so fest in der Gesellschaft verankert, dass sich ein solcher Beschluss gerade für die Schüler wie ein Relikt aus dem Geschichtsunterricht anfühlen muss", kritisierte Redakteur Sven Kauffelt. "Die Kirche hat hier nach wie vor enormen Nachholbedarf."

Die Schule selbst beschreibt sich als tolerant: "Wir begegnen einander täglich mit gegenseitigem Respekt und Achtung vor der Meinung des Anderen", heißt es in einer Broschüre des privaten Gymnasiums (PDF). "Wir wollen keine stromlinienförmigen Schüler. Wir fordern daher die Auseinandersetzung mit Standpunkten und Fragen des christlichen Glaubens. Urteilsfähigkeit und (selbst-)kritisches Denken sind uns wichtig, weil nur damit ein Engagement für eine gerechtere Gesellschaft möglich wird." (cw)



#1 AFD-WatchAnonym
  • 20.09.2018, 07:41h
  • Soviel also zum vielzitierten Lehrermangel, wo man mittlerweile Quereinsteiger bewirbt, aber ausgebildete Leute ablehnt! ZUM KOTZEN!
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#2 schwarzerkater
  • 20.09.2018, 07:48h
  • hat der europäische gerichtshof denn nicht erst vor ein paar tagen einem arzt recht gegeben, der von der kath kirche gekündigt wurde, weil er geschieden und wiederverheiratet war?
    sollte das staatlich anerkannte gymnasium aus steuergeldern finanziert werden, müsste es der schule/kirche grundsätzlich verboten sein, einen lehrer oder schüler wegen seiner sexualität abzulehnen.
    auch die kath. kirche steht nicht über dem grundgesetz.
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#3 Michael1200Anonym
  • 20.09.2018, 08:24h
  • Auf der Homepage der Schule ist übrigens auch die Mailadresse des Ordens aufgeführt - falls jemand seine Meinung über diese Sache direkt adressieren möchte..
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#4 marcocharlottenburgAnonym
  • 20.09.2018, 08:26h
  • Ärgerlich, aber er hat ja mittlerweile die große Auswahl. Für einen homophoben Arbeitgeber muss heute keiner mehr arbeiten!
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#5 HinnerkAnonym
  • 20.09.2018, 09:03h
  • Ein weiterer Beleg, warum wir endlich eine Änderung von Art. 3 GG und ein AGG ohne Ausnahmen brauchen.

    Dass Union und SPD damals beim Entwurf des AGG explizit Ausnahmen für Religionen und andere "Tendenzbetriebe" eingefügt haben, ist und bleibt ein Skandal.

    Ein AGG, das manchen Gruppen explizit Diskriminierung erlaubt, hat seinen Namen nicht verdient und ist eine Pervertierung der Idee eines Diskriminierungsschutzes.

    Danke Union und SPD, dass ihr solche Diskriminierung durch Kirchen auch noch rechtlich abgesichert habt...
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#6 Danny387Profil
  • 20.09.2018, 09:54hMannheim
  • Kinder sexuell und emotional zu missbrauchen entspricht offenbar eher den "Vorgaben der kirchlichen Grundordnung" als ein Mann, der seinen Partner heiraten möchte. Ich würde mir ja lieber selbst die Eingeweide herausnehmen, bevor ich mit einer DERART bigotten Einstellung in die Öffentlichkeit trete.
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#7 PietAnonym
  • 20.09.2018, 10:00h
  • Wieder mal will die Kirche das Leben der Menschen bis ins kleinste Detail ihres Privatlebens diktieren und ihnen sogar ihre gesetzlich zustehenden Rechte verwehren. Und wer sich nicht bedingungslos unterwirft, dem wird seine Existenz zerstört,

    Die Kirche ist eine totalitäre, faschistische Organisation, die die totale Kontrolle und die absolute Macht will, um weiter ihr Leben in Prunk und Luxus führen zu können.
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#8 TimonAnonym
  • 20.09.2018, 10:30h
  • Nochmal zur Erinnerung:
    Die konfessionellen Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime, etc. werden vom Staat (also uns allen) finanziert.

    Die Kirche gibt nur ihren Namen, will dann aber ihre menschenverachtenden Regeln durchsetzen, die gegen Grundrechte und den demokratischen Gleichheitsgrundsatz verstoßen.

    Das muss endlich ein Ende haben!!

    Genauso wie Kirchen verlangen, dass sich niemand bei in Kirchen geltenden Regeln einmischt, so sollte die Kirche auch außerhalb ihrer Kirchen nichts zu sagen haben.
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#9 Klaus 001Anonym
  • 20.09.2018, 10:42h
  • Wie sieht das eigentlich in den "Freie Evangelische Schulen" aus, ein in Bw auch sehr bedeutender privater Träger und angesichts der Familiensicht der freien Evangelischen doch auch eher bedenklich? Wer kontrolliert die privaten Schulen?
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#10 saltgay_nlProfil
  • 20.09.2018, 10:43hZutphen
  • Das ist dort nicht der erste Vorfall dieser Art. Man stelle sich das einmal vor: da wünschen sich Kollegium und Schulleitung einen fähigen Kollegen und die katholische Orthodoxie verbietet das. In der Tat ist die Ordensleitung homophob nach außen. Denn die Wirklichkeit sieht anders aus. Da können die Schüler einiges zu erzählen.

    Vielleicht sollte der Sitz des Ordens zu Denken geben. Hünfeld, da ist Fulda nicht weit entfernt und von dort kamen schon immer die reaktionärsten Typen, wie ein gewisser Alfred Dregger (CDU) und ein Bischof Dyba, der zu den Fanatikern gehörte, die die Kirche in des 19. Jahrhundert zurückdrehen wollen.

    Aber, abgesehen von dem Geschwafel um den Lehrermangel, es ist eben nicht für Jeden möglich sich seinen Arbeitgeber aussuchen zu können. Das sei dem Marcoträumer einmal in sein Poesiealbum geschrieben.

    Viel wichtiger wäre es, tatsächlich den arbeitsrechtlichen Begriff Tendenzbetrieb abzuschaffen. Auch dieser verlogene "dritte Weg" gehört eingeebnet. Es ist ein Euphemismus für Ausbeutung durch den geistlichen Adel. Doch, was wird eine Marionettenregierung wie die derzeitige Bundesregierung dagegen tun? Nichts!
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