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#KindrGrindr

Grindr startet Kampagne gegen Rassismus und Menschenverachtung

"Keine Schwarzen, keine Tunten, keine Fetten" – derartig diskriminierende Äußerungen will die Dating-App für schwule Männer künftig nicht mehr dulden.


Grindr ist die beliebteste Dating-App unter schwulen und bisexuellen Männern

Die schwule Dating-App Grindr will gegen diskriminierende Äußerungen ihrer Nutzer vorgehen: In den neuen "Community Guidelines" verweist die Plattform daher ausdrücklich darauf, dass "diskriminierende Aussagen" in den privaten Profilen gelöscht werden würden. "Euch steht es frei, eure Vorlieben auszudrücken, aber wir würden lieber hören, was euch gefällt, und nicht, was euch nicht gefällt", heißt es in dem Dokument. "Profil-Äußerungen, die offen Merkmale anderer Nutzer diskriminieren, werden nicht toleriert und werden einer Überprüfung durch unsere Moderatoren bedürfen."

Zudem startete die App unter dem Hashtag #KindrGrindr eine Video-Kampagne, um Nutzer für das Thema Diskriminierung zu sensibilisieren. In einem ersten Video beschreiben daher mehrere Personen, wie sie "sexuellen Rassismus" erfahren haben.

Direktlink | Auf Youtube wirbt Grindr für ein Ende von "sexuellem Rassismus"

Grindr: Online-Diskriminierung ist eine Epidemie

Grindr-Sprecher Zac Stafford erklärte in einer Pressemitteilung, er habe wegen seiner dunklen Hautfarbe selbst Rassismus beim Online-Dating erlebt. "Ich habe Grindr genutzt, bevor ich für die Firma gearbeitet habe, und bin daher vertraut mit dem Rassismus und den Problemen, die farbige oder nicht-maskuline Personen in der App erfahren müssen", so Stafford. "Online-Diskriminierung hat inzwischen epidemische Ausmaße erreicht, nicht nur auf Grindr, sondern auch in anderen sozialen Netzwerken."

Auf Twitter fügte Stafford an: "Diskriminierende Äußerungen wie 'keine Fetten, keine Tunten, keine Asiaten' werden offiziell als diskriminierend eingestuft und sind fortan auf Grindr verboten."

Twitter / ZachStafford

Grindr war in den letzten Monaten immer wieder wegen diskriminierender Äußerungen seiner Nutzer kritisiert worden, weil die App – anders als manche Konkurrenten – gegen Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit nicht vorgegangen waren. Im Juli suchte daher etwa ein asiatischstämmiger Nutzer aus Los Angeles andere Personen mit Diskriminierungserfahrungen, um eine Sammelklage gegen Grindr anzustrengen (queer.de berichtete).

Zudem stand Grindr in diesem Jahr wegen Sicherheitslücken in der Kritik (queer.de berichtete). Diese sind immer noch nicht behoben, wie "Queer Europe" vergangene Woche meldete. (dk)



#1 marcocharlottenburgAnonym
  • 20.09.2018, 19:50h
  • Noch keine Kommentare? Sollten etwa sogar Leser von queer.de es nicht so ernst nehmen mit dem nicht diskriminieren... Kann man ja gar nicht glauben.
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#2 Patroklos
#3 JosephMartinProfil
#4 remixbeb
  • 20.09.2018, 22:35h
  • Antwort auf #3 von JosephMartin
  • Hmm.. Das würde ich so jetzt nicht sagen. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Artikel und die Kommentare zu dem selben Thema hier. Erst neulich. Da wurde das zum Teil als Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung beschrieben. Lol. Naja.. Ist aber halt so. Die wahren Rassisten schreien immer am lautesten, dass sie "ja keine Rassisten sind, aber.."
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#5 ichweisswasichwillAnonym
  • 21.09.2018, 04:38h
  • Wie die meisten bevorzuge ich bestimmte Eigenschaften an einem potentiellen Sexpartner, natürlich spielen neben Grösse, Alter oder Behaarung auch Geschlechtsidentität und Ethnie eine große Rolle.
    Ich kann damit umgehen, wenn jemand in seinem Profil mich ausschliesst aus einem dieser Gründe und das sollte jeder Mann können. Das macht die Suche doch einfacher.
    Warum müssen wir hier PC heucheln.
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#6 remixbeb
  • 21.09.2018, 06:48h
  • Antwort auf #5 von ichweisswasichwill
  • Eben. Du sollst es auch nicht Heucheln, sondern im besten Fall aus Überzeugung nicht diskriminieren. Manche Dinge haben eben nicht unbedingt mit Sexualität zu tun und sollten deshalb irrelevant sein. Sind sie nicht, ist mir klar.. Deshalb bist du auch frei zu entscheiden, ob dir jemand zusagt oder nicht. Das kannst du der Person aber auch anders zu verstehen geben, als sie von vornherein auszuschließen. Oder fändest du es geil, wenn du morgen in die App rein gehst und 80% schreiben "keine Deutschen" oder "keine Ossis (Wessis)". Manchmal würde es uns allen gut tun, weniger Vorurteile zu haben. Dadurch ergeben sich Erfahrungen und zum Teil sogar Freundschaften, die wir durch einen vorhergehenden Ausschluss nicht erleben würden. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass wir unangenehme Situationen für diese Menschen ersparen. Aber das ist leider die Entwicklung in unserer Zeit. Alles schnell, alles neu, alles toll. Alles andere wird überrannt. Und dann wundert man sich über einen Trump etc.
    Um uns nicht falsch zu verstehen. Auch ich bin nicht frei von Vorurteilen. Doch, wenn ich mich trotzdem auf diese Person einlasse, sehe ich, dass sich das Ganze relativiert.
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#7 SteinigAnonym
  • 21.09.2018, 10:00h
  • Antwort auf #5 von ichweisswasichwill
  • Wie würdest du es finden wenn ein Café schreibt, dass es aus Gründen der Erfassung der Zielgruppe keine schwulen Kunden möchte?
    Würdest auch sagen: Das muss Mann aushalten. Das macht die Suche doch einfacher. Warum müssen wir hier PC heucheln.? Auch wenn man von einer Frau angesprochen wird, kann man sagen, dass man nich interessiert ist, ohne gleich zu diskriminieren.
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#8 Ith_Anonym
  • 21.09.2018, 11:09h
  • Antwort auf #7 von Steinig
  • Wenn du statt "keine Schwulen" die Formulierung "keine Tunten" wählst, und das Café seinen Schwerpunkt auf Dating setzen würde, sollten etwa 33% der hier abstimmenden User wohl kein Problem damit haben:
    www.queer.de/abstimmen_ergebnis.php?wahl=812

    Wäre das Café dagegen so nett, auf die positive Formulierung "nur Heterosexuelle" auszuweichen, müssten etwa 87% das konsequenterweise in Ordnung finden.
    Bei mehr als 1000 abgegebenen Stimmen kann man wohl davon ausgehen, dass das ein brauchbarer Richtwert ist.
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#9 ichweisswasichwillAnonym
#10 SteinigAnonym
  • 21.09.2018, 18:53h
  • Antwort auf #9 von ichweisswasichwill
  • Nein, das ist so ziemlich das Gleiche. Wenn ein amer. Tortenbäcker nicht an Tunten verkauft, mit Verweis auf reli. Orientierung, während ein Schwuler in sein Profil "keine Tunten" treffen möchte, mit Verweis auf seine sex. Orientierung, ist das so ziemlich dasselbe.
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