Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31993

Hoffnung auf "Oscar"

Kenia erlaubt Lesbenfilm "Rafiki" – für eine Woche

Kleiner Erfolg für Regisseurin Wanuri Kahiu: Mit Verweis auf die künstlerische Meinungsfreiheit hob ein Gericht das Aufführungsverbot der Filmaufsichtsbehörde für kurze Zeit auf.


Kena and Ziki müssen sich zwischen ihrer Liebe und ihrer Sicherheit entscheiden: "Rafiki" kommt im Januar 2019 im Verleih der Edition Salzgeber in die deutschen Kinos (Bild: Edition Salzgeber)

Ein Gericht in Kenia hat das Verbot des Films "Rafiki" über eine lesbische Liebesbeziehung für kurze Zeit aufgehoben. Der Film der kenianischen Regisseurin Wanuri Kahiu dürfe sieben Tage lang in dem ostafrikanischen Land gezeigt werden, berichtete die Lesben-und Schwulenvereinigung NGLHRC am Freitag in Nairobi.

Die Regisseurin war vor Gericht gezogen mit dem Argument, das Verbot mache es unmöglich, den Film für den Wettbewerb um den Oscar für den besten ausländischen Film einzureichen (queer.de berichtete). Dafür muss ein Film im eigenen Land gezeigt werden. Die Frist läuft Ende September aus.

Zensurbehörde gegen "Werbung" für Homosexualität


Regisseurin Wanuri Kahiu (Bild: privat)

Der Film, der als erster kenianischer Beitrag bei den Festspielen im April in Cannes gezeigt wurde, war im Frühjahr in Kenia verboten worden (queer.de berichtete). Der Chef der Filmaufsichtsbehörde, Ezekiel Mutua, hatte erklärt, es sei Absicht des Films, das Lesbischsein in Kenia zu fördern. Das sei gegen das Gesetz. Homosexuelle Handlungen sind in Kenia illegal und können mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.

Richterin Wilfrida Okwanny urteilte nun laut Medienberichten, bei dem Film gehe es um künstlerische Meinungsfreiheit. "Rafiki" bedrohe die Moral in Kenia nicht. "Rafiki" bedeutet auf Kisuaheli Freund/Freundin. Die sehr unterschiedlichen jungen Protagonistinnen müssen sich im Laufe der Geschichte zwischen ihrer Liebe und ihrer Sicherheit entscheiden.

Die Regisseurin erklärte, sie habe eine positive Darstellung homosexueller Beziehungen zeigen wollen. "Es ist nicht das Recht einer Regierung, vorzuschreiben, was man sich vorstellen kann und was nicht oder wer existieren darf", sagte sie der Zeitschrift "Vanity Fair".

Das kenianische Oberste Gericht verhandelt derzeit einen Fall, der zu einer Legalisierung von Homosexualität führen könnte. Gesellschaftlich ist Homosexualität in dem Land jedoch weitgehend verpönt, LGBTI sind Diskriminierung und Angriffen ausgesetzt. (epd/cw)

Direktlink | Trailer zum Film "Rafiki"

Ein Wort in eigener Sache
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit – doch allein aus den Werbeeinnahmen lässt sich ein Onlineportal wie queer.de nicht finanzieren. Mit einer Spende, u.a. per Paypal oder Überweisung, kannst Du unsere wichtige Arbeit für die LGBTI-Community sichern und stärken. Abonnenten bieten wir ein werbefreies Angebot. Jetzt queer.de unterstützen!