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Spitzenreiter Berlin

Tausende schwule und lesbische Paare haben geheiratet

Ein Jahr Ehe für alle in Deutschland: Bundesweit gaben sich seit 1. Oktober 2017 mindestens 7.000 Männer- und Frauenpaare das Ja-Wort, ergab eine epd-Umfrage.


Gleichgeschlechtliche Ehen machten im vergangenen Jahr einen großen Anteil neuer Trauungen insgesamt aus

Seit Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vor knapp einem Jahr haben in Deutschland Tausende Schwule und Lesben geheiratet. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) bei den Standesämtern der Landeshauptstädte und weiterer großer Städte in Deutschland zeigt, gaben sich seit 1. Oktober 2017 bundesweit mindestens 7.000 Männer- und Frauenpaare das Ja-Wort.

Allein in den drei Berliner Bezirken Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf gab es mehr als 1.100 schwule oder lesbische Hochzeiten. Die Bundeshauptstadt dürfte damit auch Spitzenreiter bei gleichgeschlechtlichen Eheschließungen sein.

25 Prozent Homo-Anteil bei Eheschließungen in Berlin

In Hamburg gab es nach Auskunft der dortigen Behörde fast 900 Trauungen von lesbischen und schwulen Paaren, in München 830, in Köln sogar mehr als 1.000. In Düsseldorf haben 369 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet, in Bremen 291, in Hannover 279, in Dresden 228, in Mainz 217, in Wiesbaden 148, in Saarbrücken 131, in Kiel 116, in Brandenburg 85 und in Magdeburg 76. Die wenigsten Ja-Worte von Männer- und Frauenpaaren in einer Landeshauptstadt gab es mit 29 Hochzeiten in Schwerin.

Homosexuelle Ehen machten im vergangenen Jahr einen großen Anteil neuer Trauungen insgesamt aus. In Berlin heiratete den Angaben zufolge in jedem vierten Fall ein schwules oder lesbisches Paar. In den fünf größten bayerischen Städten wurde jede neunte Ehe von einem gleichgeschlechtlichen Paar geschlossen.

In der Mehrheit wandelten schwule und lesbische Paare im vergangenen Jahr ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe um. In durchschnittlich zwei Drittel der Fälle war das der Fall. Geheiratet haben ähnlich viele Frauen- wie Männerpaare, wobei die Verteilung regional sehr unterschiedlich ist. In Berlin und Hamburg heirateten beispielsweise deutlich mehr Männer, in Dresden oder Bremen dagegen mehr Frauen.

Keine Angaben über Adoptionen

Über Paare, die gemeinsam ein Kind adoptiert haben, konnten die Behörden noch keine Auskunft geben. Nach Auskunft des Bundesfamilienministeriums erfasst die Adoptionsstatistik das Geschlecht der Annehmenden nicht. Das Bezirksamt Hamburg Nord erläuterte, dass ein Adoptionsverfahren von der Eignungsfeststellung bis zur tatsächlichen Annahme mehr als ein Jahr dauere, so dass es bislang noch gar keine Fälle gemeinschaftlicher Adoption geben kann. Die Adoption von Kindern des Partners, die sogenannte Stiefkindadoption, war schon in der eingetragenen Lebenspartnerschaft erlaubt.

Der Bundestag hatte Ende Juni 2017 mit großer Mehrheit die Ehe für alle beschlossen – und damit die Ungleichbehandlung lesbischer und schwuler Paare beendet. Den Bundesrat passierte das Gesetz eine Woche später, am 1. Oktober 2017 trat es in Kraft. (epd/cw)



#1 Patroklos
  • 22.09.2018, 10:06h
  • Das sind doch mal erfreuliche Neuigkeiten aus der Hauptstadt! Wenn das nur jeden Tag der Fall wäre!
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#2 AuntieBiotic
  • 22.09.2018, 10:34h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Deine Hauptstadt-Phobie nimmt langsam absurde Züge an. Du kannst diesen Artikel ja jeden Tag 1x lesen - er bleibt ja auch später noch online :-))

    Übrigens finde ich zum Thema, dass es an sich völlig unerheblich sein muss, wieviele schwule und lesbische Paare die Möglichkeit genutzt haben, nun eine "echte Ehe" einzugehen.

    Aus meiner Sicht zählt lediglich die Möglichkeit, dies nun endlich gleichberechtigt zu tun.

    Und wenn es nur ein einziges Paar gewesen wäre, wäre die Gesetzesänderung bereits gerechtfertigt, richtig und notwendig gewesen. Denn gleiche Menschenrechte sind nun mal gleiche Menschenrechte - völlig unabhängig von der Zahl derer, die konkret betroffen sind oder rechtliche Regelungen tatsächlich in Anspruch nehmen.
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#3 kuesschen11Profil
  • 22.09.2018, 10:38hFrankfurt/Main
  • Und die Welt dreht sich durch die Ehe für Alle noch wie gewohnt weiter - allerdings mit mehr Gerechtigkeit für schwule und lesbische Paare.

    Ich hoffe, die Tendenz zum Heiraten steigt bei LGBTTIQ's weiter an.

    Daran werden auch die Unkenrufe einer AfD nichts mehr ändern können.
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#4 HinnerkAnonym
  • 22.09.2018, 11:22h
  • Das zeigt, wie groß der Bedarf ist und dass die Eheöffnung ein Erfolgs-Modell ist.
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#5 Heiko KAnonym
  • 22.09.2018, 14:01h
  • Die Eheöffnung war ein wichtiger erster Schritt historischer Bedeutung, dem aber noch weitere Schritte auf dem Weg zu voller Gleichstellung folgen müssen.

    Die wichtigsten sind:

    - Aufnahme der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung in Art 3 GG. Davon hängt alles andere ab.

    - Verbot sog. Konversionstherapien. Da geht es schließlich um die Gesundheit und das Leben von Menschen.

    - ein Ende der Diskriminierung lesbischer Eltern im Abstammungsrecht, wo sie immer noch gegenüber schwulen und heterosexuellen Eltern diskriminiert werden

    - Reform der rechtlichen Situation Trans- und Intersexueller

    - Rehabilitierung ALLER Opfer des Paragraph 175 und angemessene Entschädigung

    - nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie

    - mehr verpflichtende, altersgerechte Aufklärung an allen Schulen.

    Das kann man natürlich nicht alles von heute auf morgen schaffen. Aber man muss zumindest mal anfangen.

    Ich erwarte von jeder Partei, die noch unsere Stimmen bekommen will, dass sie innerhalb einer Legislaturperiod mindestens die Hälfte der genannten Punkte umsetzt. 50 % sind ein guter Kompromiss. Und die anderen 50 % dann später.
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#6 IronikerAnonym
#7 DominikAnonym
  • 22.09.2018, 15:22h
  • "In der Mehrheit wandelten schwule und lesbische Paare im vergangenen Jahr ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe um. In durchschnittlich zwei Drittel der Fälle war das der Fall." (Zitat)

    - Mit anderen Worten: Etwas mehr als 4.500 der 7.000 gleichgeschlechtlichen Ehe-Schließungen waren bloß "Umwandlungen" sprich Altfälle. Mich als schwuler Mann ernüchtert die Zahl leider total, ich würde mir wesentlich mehr gleichgeschlechtliche Ehen wünschen. In Deutschland wird pro Jahr gut 400.000 mal geheiratet. Dagegen fällt die Zahl von 7.000 bzw. genauer 2.500 Gay Marriages leider total ab. Heiraten scheint unter Schwulen und Lesben (leider) nicht en vogue zu sein.

    Na ja, ich hab Mr Right auch noch nicht gefunden. :)
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#8 Patroklos
#9 HansAnonym
#10 stephan
  • 23.09.2018, 17:35h
  • Tatsächlich hatte ich auch mit weitaus höheren Zahlen gerechnet, ... die Hauptsache aber sind doch gleiche Rechte, unabhängig davon, wie viel Personen sie nutzen!
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