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Dakar

Senegal: Vier Männer und Frauen wegen Homosexualität festgenommen

Vor der Präsidentschaftswahl beginne eine "Jagd auf Homosexuelle", befürchtet eine queere Organisation.


Die Polizei in Senegal, hier bei einer Visite des Präsidenten, geht häufig gegen LGBTI vor

In der senegalesischen Haupstadt Dakar sind in der letzten Woche vier junge Personen, zwei Männer und zwei Frauen, festgenommen worden, denen "unnatürliche Akte" und ein "Verstoß gegen die Moral" vorgeworfen werden. Das berichten mehrere regionale Medien sowie LGBTI-Organisationen.

Den Berichten zufolge sollen in Sicap Liberty 4, einem Viertel der Hauptstadt Dakar, private Videos aufgetaucht und verbreitet worden sein, die die Festgenommenen beim gleichgeschlechtlichen Sex zeigen sollen. "Mit dem Nahen der Präsidentschaftswahlen beginnt die Jagd auf sexuelle Minderheiten, da die Regierung damit auf Vorwürfe reagieren will, pro-homosexuell zu sein", kommentierte die senegalesische LGBTI-Organisation "Arc en Ciel".

Bei der Abstimmung im Februar 2019 stellt sich Macky Sall zur Wiederwahl. Er hatte 2013 bei einem Besuch des damaligen US-Präsidenten Barack Obama dessen Forderung zurückgewiesen, Homosexualität zu entkriminalisieren: Die strafrechtliche Verfolgung bedeute nicht, dass man homophob sei (queer.de berichtete). Justizminister Sidiki Kaba hatte Forderungen der Vereinten Nationen nach einem Stopp der strafrechtlichen Verfolgung ebenfalls mit dem Argument zurückgewiesen, dass man nicht Homosexuelle bestrafe sondern "Akte gegen die Natur".

Bis zu fünf Jahre Haft

Gleichgeschlechtlicher Sex wird in dem westafrikanischen Land mit 15,4 Millionen Einwohnern nach Paragraf 319 des Strafgesetzbuches mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet. Das Gesetz geht auf die französische Kolonialzeit zurück, zugleich glauben aktuellen Umfragen zufolge 97 Prozent der größtenteils muslimischen Bevölkerung, dass Homosexualität nicht akzeptiert werden dürfe.

In den letzten Jahren kam es im von Deutschland im Asylverfahren als "sicherer Herkunftsstaat" angesehen Senegal immer wieder zu Festnahmen von LGBTI – und zu Verurteilungen. 2015 wurde etwa ein bekannter Journalist zu sechs Monaten Haft verurteilt, der wenige Jahre zuvor schon einmal wegen homosexueller Kontakte im Gefängnis saß (queer.de berichtete). Vor wenigen Wochen wurde ein Koch zu vier Jahren Gefängnis wegen "unnatürlicher Akte" und Vergewaltigung verurteilt – ihm wurde vorgeworfen, einen Kollegen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Der Koch hatte die Tat abgestritten und in dem Verfahren spielte auch die Homosexualität an sich eine große Rolle.

Die Organisation Pan Africa ILGA kommentierte zu den in der letzten Woche festgenommenen vier Personen, vor der Wahl wollten die Parteien mit einem Vorgehen gegen die LGBTIQ-Community ein Zeichen an die Wähler setzen. "Die senegalesischen Kandidaten und die Regierung müssen für ihre homophobe Haltung und die Menschenrechtsverletzungen, die als Plattform für die Wahl dienen, zur Verantwortung gezogen werden. Wir stehen mit unseren senegalesischen Genossen solidarisch."



#1 TaylorAnonym
#2 Gerlinde24Profil
  • 27.09.2018, 02:52hBerlin
  • Nur, weil man eine Wahl gewinnen will, und sich als Hardliner aufspielt, müssen andere darunter leiden. Und wer ist meist das Opfer solcher Hetze? Frauen, Homosexuelle, Transsexuelle, und alle, die den Mächtigen nicht in den Kram passen.
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#3 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 27.09.2018, 09:20h
  • das nächst korrupte pleiteland in afrika, das nix für seine bevölkerung tut und einen sündebock für schlechte politik sucht.
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