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Kommentare zu:
Dumbledores schwuler Moment


#1 SteinigAnonym
#2 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.09.2018, 07:12h
  • Man mag ihr ja anrechnen, also Rowling, dass sie außerhalb dieses Universums eine respektable Person dazu gebraucht hat, zu provozieren und sich mit ein paar evangelikalen Christen anzulegen.

    Nur:
    Wenn man sich anhand Snapes Charakter, bei dem tatsächlich Andeutungen und Hintergründe da waren, mal ansieht, wie geschickt sie darin ist, die Story von vornherein so aufzubauen, dass zweites anschauen oder auch bloß zweites Sehen der Filme eine ganze Menge "aha"-Momente produziert, bei denen man plötzlich Dinge besser versteht, wird einem ebenso bewusst, dass Dumbledores vorgebliche Homosexualität etwas hochgradig Nachgeschobenes ist, das eben gerade solche Momente NICHT produziert.

    Wahrscheinlich wollte sie der Community ursprünglich einen Gefallen damit tun. Im Moment kann man es wohl bloß noch unter "Queerbaiting" verbuchen, und es vermiest mir ganz ehrlich den Spaß an diesem Universum, dass nicht einfach zugegeben wird, dass das bloß ein PR-Gag sein sollte. Solange Dumbledore weiter als homosexuell bezeichnet wird, ist die ganze Umsetzung, die darauf angelegt ist, das Ganze mit Riesenabstand zu vermeiden, leider eine bloße Erinnerung an die unglaubliche Homophobie des Systems.

    Mir kann einfach keiner erzählen, wenn's denn eine Frau wäre, die da ein berühmter Gegenspieler wäre, zu dem mal eine Beziehung bestand, dass irgendein Regisseur darauf verzichten würde, diese Geschichte emotional darzustellen, zu zeigen und auszuschmücken.

    Lasst euch doch einfach nicht verkohlen von der billigen Werbung. Das war von vornherein ein Fake mit wenig dahinter, und wie man jetzt sieht, eben derart wenig dahinter, dass es nichts zu zeigen und nichts zu erzählen gibt. Selbst wenn das erste 5-Sekunden 'Outing', das hier obendrein noch zweideutig ausfallen wird, so kurz und knapp ist, dass es niemandem auffallen wird und ggf. sogar wegdiskutierbar ist, wenn man's da nicht zwanghaft reininterpretiert.
    Eben gerade so, dass man es Russland noch als "er begehrt eben, dass er erwischt wird, nicht, mit ihm zusammen zu sein" verkaufen kann, damit der Film dort nicht zensiert wird. Ich bezweifle nämlich, dass dieses Bild im Spiegel eindeutig darauf hinweisen wird, dass es da um Sexualität und Begehren im partnerschaftlichen Sinne geht - und so wird sich die Queerness darauf beschränken, dass man noch viel Interpretation hinzufügen muss.
    Wer sich mal kurz eine Welt vorstellt, unsere reale Welt, als einen Ort, an dem Homosexualität voll okay und normal wäre, dem müsste sich das als die Farce aufdrängen, die es ist. Autoren sagen Dinge, die sie wirklich sagen wollen und für sagbar halten, dementsprechend auch IN ihren Geschichten und erzählen sie über ihre Geschichten, und stellen sich nicht außerhalb von allem, was Fans mitbekommen, vor eine Gruppe Menschen und erzählen da Dinge, die sich dann so gar nicht wiederfinden lassen.

    Wenn man es ernst meinte, wäre die ganze Geschichte anders aufgebaut. Aber wie das in der Mainstream-Fantasy halt ist - da darf es sowas einfach nicht geben. Bei den Bösen, einem gar nicht schwulen Joker beispielsweise, da ist ein bisschen queer-acting okay, weil: ein Faktor dabei, den Leuten zu vermitteln, dass die Figur ganz und gar daneben ist. Einer von den Guten, angesehen und schwul, das geht dagegen eben gar nicht.
    Könnten ja Kinder zugucken.
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#3 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.09.2018, 07:53h
  • Antwort auf #1 von Steinig
  • Kann man mal sehen, wie die Geschmäcker sich unterscheiden: Seit ich in der Umsetzung im Wesentlichen einen Praxiskurs darin sehe, wie man LGBT aktiv und zwanghaft aus allem herauszuhalten versucht, habe ich auf diese Vera***e einfach keine Lust mehr.
    Mir wär's lieber gewesen, wenn man auf diese Fake-Homosexualität verzichtet hätte, dann wäre es uns zumindest erspart geblieben, allzu deutlich vorgeführt zu bekommen, was uns nicht zusteht: Geschichten, die so gut und groß gemacht sind, dass sie sich an den Mainstream verkaufen, und in denen man sich als Minderheit trotzdem wirklich gut wiederfindet, und zwar in einer Rolle, die auf menschlicher Ebene ernstzunehmen ist.

    Wer mir so klar vorführt, dass er auf meine Sympathiepunkte lieber verzichtet, weil ich nunmal verstehen müsse, dass die heterosexuelle Mehrheit sich an mir und meinesgleichen stört, bzw. weil die vermutete Mehrheit sich zu wenig wiederfinden würde, wenn mir die Gelegenheit geboten würde, und mir entsprechend Geschichten vorenthält, in denen sowas wie ich vorkommt, der wird mehr als ein gequältes und wenig ehrliches Lächeln dafür nicht mehr bekommen. Und mein Eintrittsgeld im Kino schon gar nicht.
    Wenn es halt so wichtig ist, Eintrittsgelder auch aus Russland zu bekommen, und man sich daher moralisch nunmal sehr weit unten orientieren muss, dann kann ich darauf verzichten.

    Richtig sauer macht mich das im Wesentlichen deswegen, weil ich dieses Universum mal sehr gerne mochte. Bevor die Menschen, die es darstellen, angefangen haben, mir zu demonstrieren, dass sowas wie ich darin nichtmal erwünscht ist, wenn es um gerade das geht, was ja das Provokante daran war, ausgerechnet Dumbledore für schwul zu erklären: Dass die queere Minderheit mal nicht drogenabhängig und kaputt ist, sondern eine moralisch positiv besetzte Figur, die es im Leben zu etwas gebracht hat.

    Wenn man sich den Einfluss der Medien mal ansieht, kann man mEn schon die Frage stellen, woher denn ein positiv besetztes Bild von queeren Personen bitte kommen soll, wenn Regisseuren selbst innerhalb des queeren Kontexts meistens nichts anderes einfällt als die Rolle des kaputten Opfers. Bzw. wie zwanghaft man verschwinden und unsichtbar sein muss, wenn die Queerness mal kein "aber" im Gegensatz zum moralisch Guten sein müsste.

    Hat mich ganz ab davon auch bei der Umsetzung von Anne Rices Universum schon gestört: Während ich "Interview mit einem Vampir" als Film wahrscheinlich gerade deswegen so gern mochte, weil die Beziehung zwischen Louis und Lestat da sichtbar ist, und zwar eben als komplexe Beziehung, haben sie es bei der "Königin der Verdammten" auf einmal fertiggebracht, Lestat eine heterosexuelle Beziehung zu einer Person aufzudrücken, während die ursprünglich sehr wohl auch homoerotische Beziehung zwischen ihm und seinem "Erschaffer" Marius (die Anführungszeichen, weil er das im Buch nicht ist) komplett unter den Tisch fällt.
    Die älteren Stories aus Anne Rices Vampirreihe haben überhaupt häufiger eine sehr selbstverständliche Homoerotik in sich, weil Rice als weibliche Autorin eben damit aufgewachsen sein dürfte, dass es selbstverständlich und okay ist, sich für Männer zu interessieren - eine Selbstverständlichkeit, die ich als f2m-Transgender bei schwulen Cissen manchmal vermisse, wo mir die Verklemmtheit teilweise sehr leid tut, und wobei ich mir denke, dass "ihr" da vielleicht einiges von unsereinem lernen könntet. Diese Selbstverständlichkeit spiegelt sich in ihren Büchern so oft und deutlich wieder - und selbst da schaffen sie es, das für ein Mainstream-Publikum im Film umzudrehen. Lächerlich, sowas.
    Statt einen Film für die Fans zu machen, die vielleicht an den Büchern gerade diesen Bruch mit geltenden Normen mochten.

    Sollte man sich wünschen, der Gegner wäre schwul und Dumbledore hetero und nicht interessiert? Ehrlicherweise würde es in Rowlings Universum besser passen, das von Grund auf heteronormativ aufgebaut ist. Das hätte uns dann wahrscheinlich keine positiven queeren Momente gebracht, bei denen wir das Gefühl hätten, zu den Guten gehören zu dürfen, oder, was evtl. noch schlimmer wäre, möglicherweise gar zu den Gewinnern. Aber gesehen hätte man gerade deswegen dann wohl deutlich mehr davon.
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#4 kristianneuAnonym
#5 Ralph
  • 30.09.2018, 12:53h
  • Was soll die Erregung über versteckte Andeutungen. Normalzustand ist erst erreicht, wenn Roman- und Filmfiguren schlicht allgemein erkennbar schwul sind und darum kein Bohei gemacht wird. Davon sind wir leider weit entfernt.
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#6 Homonklin44Profil
  • 30.09.2018, 12:54hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von Ith_
  • ""dass es selbstverständlich und okay ist, sich für Männer zu interessieren - eine Selbstverständlichkeit, die ich als f2m-Transgender bei schwulen Cissen manchmal vermisse, wo mir die Verklemmtheit teilweise sehr leid tut, und wobei ich mir denke, dass "ihr" da vielleicht einiges von unsereinem lernen könntet.""

    Es wäre eine schöne Vorstellung, wenn einmal eine solche Zeit wahr würde.
    Ich bin damit aufgewachsen, dass es alles andere als selbstverständlich ist, sich als Mann für Männer zu interessieren. Bei uns war das des Teufels Verführung, verboten und verdammt, pervers, abfällig, irregeleitet, vom rechten Weg weg, geisteskrank und bei dem Kerl mit dem irren Blick und dem kleinen Schnäuzer wäre man selbstverständlich deshalb vergast worden. Das durfte man sich schon aufgrund verhältnismäßig getarnter Hinweise aufs Anderssein anhören.

    Wie soll sich Vielfalt und Naturvarianz auch in Mainstream-Geschichten spiegeln, wenn die überragende Mehrheit sich immer wieder den Cis-Frau + Cis-Mann-Kuss wünscht, selbst wo es phantastische Spezies sind, wo doch Geschlechtervarianten ein beispielhafter Weg wären, um Vielfalt zu zeigen?
    Grade bei Vampiren, wo Bisexualität oder Homo-Erotik an sich von Anfang an mit reinspielen.
    Aber versuch mal, so ein Buch zu veröffentlichen, in dem mehr als 3 Geschlechter vorkommen, plus Asexuelle, Sapioromantikerinnen, und wo Aliens wenigstens 6 Geschlechter benötigen, um sich fortpflanzen zu können. Da wird man in der Landschaft stehen gelassen, wie mit der Geschichte über "Gay City" oder "Forbidden Love" damals 80er.
    Selbst bei Startrek reisten die lange genug durch Aberxilliarden von Lichtjahren Raum, um am anderen Ende des Paralleluniversums Mann Frau oder Frau Mann küssen zu sehen.

    Wenn man selbst in den phantastischsten Gedankenwelten nicht vorkommen darf, ja, da ist die Vision leider arg begrenzt. Das spiegelt wiederum zurück in die reale Lebenswelt, wo man Leute wie Dich oder mich zum größten Teil auch nicht wahrnehmen will, es mit mehr oder weniger Zurückhaltung und aus nicht ganz so überzeugender Höflichkeit aber auch schon mal tut.
    Vielleicht ja in so 50 Jahren mal, und Bisexualität ist der Kompromiss oder die sanfte Hinführung, oder so etwas.
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#7 NachfrageAnonym
#8 AFD-WatchAnonym
  • 30.09.2018, 13:36h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • "Selbst bei Startrek reisten die lange genug durch Aberxilliarden von Lichtjahren Raum, um am anderen Ende des Paralleluniversums Mann Frau oder Frau Mann küssen zu sehen."
    ähm... höchstens Zehntausende Lichtjahre ;-) :-P

    Der Witz hierbei ist ja, dass dies nicht heterosexuell sein kann, da Menschen eine andere Spezies küssen...aber diese Denkleistung ist für Otto-Normal-Zuschauer zu hoch.
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#9 TheDadProfil
  • 30.09.2018, 14:17hHannover
  • Antwort auf #7 von Nachfrage
  • ""Viele, die schwul sind, sind nicht schlicht allgemein erkennbar schwul.""..

    Das hat verschiedene Gründe..
    Der eine kann sein, Du schaust gar nicht richtig hin..

    Ein anderer Grund wäre dann, Dein Radar ist einfach kaputt..

    Ein Dritter Grund, Du bist selbst kein Schwuler Mann, und deshalb fallen Dir dann auch Schwule Männer einfach nicht auf..
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#10 TheDadProfil
  • 30.09.2018, 14:25hHannover
  • Antwort auf #8 von AFD-Watch
  • ""um am anderen Ende des Paralleluniversums Mann Frau oder Frau Mann küssen zu sehen.""..

    Ich habe den Satz so verstanden, daß die Reisenden beim Hinschauen von außen die eigenen Kategorien auf die anderen Spezies stülpen..

    Exakt übrigens das Problem vieler Heten, die aus ihrer Verdummbibeltheit oder auch anderem erlerntem Unfug heraus in Homo-und Trans*phoben Unsinn verfallen..
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#11 Alice
  • 30.09.2018, 14:48h
  • In modernen Vampir-Filmen wird mit Homoerotik gespielt und sie wird auch teilweise mutig und offen gezeigt.
    Tanz der Vampire (Film von 1967 !!!) etwa dort wird der Sohn vom Grafen von Krolock gerade zu wild auf den etwas schüchternen Lehrling vom Abronsius. Der Vater (=Graf von Krolock) hat kein Problem damit und weiß Bescheid und Abronsius macht ein "oh lala, du hast wohl einen Liebhaber".
    Derartige Szenen finden sich in vielen Filmen, in die sie durchaus passen würden, kaum wieder- insbesondere solche, in denen ein wichtiger Charakter als schwul "geoutet" wurde. Keine Vielfalt in Hogwards. Klar es gibt einen Halbriesen der eine große Frau, die auch noch aus Frankreich kommt, liebt. Aber wo ist das gute Achtel der Kinder, die nicht heteronormativ sind? Wo können die sich wieder finden? Auch das Lehrerkollegium ist heteronormativ zusammen gesetzt. Das soll ein nachträglich "geouteter" Dumbledore ausbügeln?
    Das ist leider nicht nur dort so, man erkennt einen deutlichen Trend: (Die obige Szene in Tanz der Vampire von 1967 vor Augen:)
    Wie ist es in den Biss-Filmen (Büchern) (Twilight), die sind so schön geschrieben (habe nur die deutsche Übersetzung gelesen) und auch die Filme sind etwas für's Herz, doch warum ist etwa Rosalie nicht lesbisch oder Emerett schwul? Darin kommt niemand von unsereins vor. Das passt, aller angeblichen Gleichstellung, offensichtlich nicht in "diese" Gesellschaft. Unsereins gibt es einfach nicht!
    Die "Rücksichtnahme" auf Russland und "derartige" Länder ist ein Witz, ein dreister obendrein:
    Wenn die Einwohner jener Länder einen Film sehen wollen und die Staaten den dann auch anbieten, dann wird dieser eh zurecht gestutzt - das hat uns hier in Europa, Kanada USA aber gar nicht zu "kratzen".
    Sollen sie doch, oder sollen sie den Film verbieten, dann werden die "unter der Hand" doch im Land verteilt, bekommen dadurch einen Kultstatus usf. Da können die Filmkonzerne erstmal nichts dran verdienen, so ist das halt. Trust me: Man könnte es jedoch als Anleihe auf die Zukunft sehen oder als gesellschaftliche Unterstützung (kann halt mal was kosten, liebe Megaunternehmen, ihr lebt ganz gut von dieser Gesellschaft!) zahlt sich jedoch aus, auch - oder gerade weil - der Rubel erstmal nicht rollt.
    Die Filme aus unseren "gleichstellenden" Gesellschaften sind Filme die uns als ganze Gesellschaft repräsentieren sollten ohne wenn und aber.
    Ist "Russland & Co." nur ein Vorwand?
    Ein Vorwand, etwa einer gewissen heteronormativen Einstellung über die man öffentlich besser schweigt weil man dann zu recht in die Kritik gerät?
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#12 Alice
  • 30.09.2018, 15:39h
  • Antwort auf #7 von Nachfrage
  • "Allgemein Erkennbar" bedeutet nicht Klischeehaft "Heititei! Ich bin schwuhuhul ne"
    Nein,
    die Charaktere reden etwa von ihrem Mann (als Mann) oder ihrer Frau (als Frau) oder man sieht sie sich küssen, zum Abschied, beim Wiedersehen, es fallen ein- und zweideutige Blicke, eine kurze zärtliche Berührung, oder ein "ach Schatz". Morgenszenen, Frühstück im Bett, Abends ausgehen, ...
    All das Zeug was man in Filmen zwischen Heteros auch zeigt, etwa Andeutungen um zu zeigen "die sind zusammen", "die hatten mal was miteinander" usf.
    Trans*, non binary und Inter* sind keine sexuellen Orientierungen doch man kann sie genauso allgemein erkennbar machen ohne es extra heraus stellen zu müssen. Es gibt da so viele Möglichkeiten: Man trifft jemanden von früher und erklärt sich, ein abgelegter Name oder Pronomen fällt und wird berichtigt, ein Charakter macht gerade den trans*-Prozess durch, ein Polizist wundert sich bei einer Routinekontrolle über den Namen auf dem Führerschein, Renate ist die nächste Zeit mal Rainer, die Entscheidung was ziehe ich heute an fällt mal auf ein männliches, mal auf ein weibliches oder auf ein indifferentes Outfit, es freut sich jemand über sein divers in der Geburtsurkunde, überall fallen wir auf, sind "Allgemein Erkennbar", spätestens wenn man uns näher kennen lernt, oft auch ohne dass wir es wollen.

    "Allgemein Erkennbar" meint in ganz alltäglichen Situationen erkennbar.
    Die meisten können das heute deuten, fragt mal die Kinder nach ihrem "Radar", die merken das schon.
    Die merken wenn sich in einem (Kinder-)Film ein Mädchen für ein Mädchen interessiert oder ein Junge für einen Jungen, oder wenn ein Kind trans* ist: Es muss uns einfach nur geben und zwar von klein auf.
    Man sollte - nein: Man darf es einfach nicht verstecken. So sind wir nun mal: hetero, schwul, lesbisch, bi, asexuell, trans*, inter, nonbinary und was uns noch für "Feinheiten" einfallen. Außerdem sind wir interkulturell, wir haben unterschiedliche Religionen oder keine oder sind neopegan oder oder, wir haben unterschiedliches Alter, haben mehr oder weniger Gebrechen, sind mehr oder weniger Dumm, haben diese oder jene Fähigkeiten und Schwächen, ...

    "Allgemein Sichtbar"
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#13 Ralph
#14 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.09.2018, 18:44h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Hmm, ich hab tatsächlich mein persönliches Sci-Fi-Universum, bei dem die Leute zwar damit leben müssen, ob sie bei der Fortpflanzung erzeugend oder austragend sind, aber sich das nicht im Äußeren widerspiegelt.
    Z.B. ist die Mutter von einem meiner Hauptcharaktere da ganz selbstverständlich ein Kerl :D Da ich das in meiner eigenen Pubertät erfunden habe und da nichtmal wusste, dass es sowas wie trans* gibt, abgesehen von MzF-Travestie, mit der ich nicht viel anfangen konnte, geschweige denn, dass mir sowas wie ein 3. Geschlecht eingefallen wäre, hat das teilweise zu sehr seltsamen Bezeichnungskonstrukten geführt. Aber da es in dem Universum normal ist, gab's intern damit keine Probleme.
    Daraus wird vermutlich nie etwas werden, was sich veröffentlichen lässt, weil ich selbst nicht richtig weiß, wie man das so einleiten könnte, dass es jemandem verständlich ist, der im binären Geschlechtermodell drinhängt.

    Mein Vampirkram ist einigermaßen queer durchsetzt, das geb ich inzwischen auch einem begrenzten Bekanntenkreis zu lesen. In meinem Kopf sind das eher Drehbücher als einfach Geschichten, aber da stell ich mir dann auch manchmal die Frage: Wenn es wer produzieren wollen würde, würde das nicht darauf hinauslaufen, dass man mir die Hälfte der Leute umschreiben würde? Wenn man mir jetzt einen Charakter zur Frau umschreiben würde beispielsweise, würde ich so einen Deal machen, wenn ich dafür Andeutungen behalten dürfte?
    Insofern ist es einerseits ein Segen, wenn sich wenige Menschen dafür interessieren, weil das heißt, dass ich mich um Mainstream-Ansprüche nicht scheren brauche. Andererseits muss man's aber wohl realistisch sehen: Kleine Mädchen, die sich für einen Edward aus Twilight begeistern können, weil sie ihn sich als Freund wünschen, werde ich damit nicht begeistern.

    Hängt halt alles irgendwo damit zusammen, dass man von der lieben Kunst, welcher Art auch immer, eben erst leben könnte, wenn sich genügend Menschen dafür interessieren. Und "genügend" erreicht man vermutlich nur schwer, wenn die Heteros, die ja nunmal die Mehrheit bilden, sich nicht ausreichend angesprochen fühlen, oder gar mal auf Reihe 2 verwiesen würden.
    Soll heißen, von der praktischen Frage her kann ich Künstler, die davon nunmal leben, schon verstehen, wenn sie den mehr oder weniger dreckigen Deal akzeptieren.

    A propos Vampirkram und Düsterromantik: Jetzt gibt's mal wieder im Gothic-Bereich eine Zeitschrift mit Fetish-Kalender. Wollen wir mal raten, wer die Modelle sind? Na, dünne, halbnackte Mädels natürlich. Als gäb's gerade im Gothic-Bereich nicht auch echt hübsche, androgyne Typen, die man da mal zeigen könnte.
    Und bei mir legt sich inzwischen echt schon automatisch ein Schalter im Kopf um, wenn ich sowas sehe, der mir meldet: Ahja, euer Zielpublikum sind also heterosexuelle Männer, und eben alle anderen, die bereit sind, die eigenen Ansprüche hintanzustellen. Während man von den Hetero-Leserinnen und schwulen Lesern also erwartet, sich die teilweise schier unerreichbare Konkurrenz an die Wand zu hängen, mutet man sowas dem heterosexuellen Leser lieber nicht zu.
    Wär ja fair, wenn's halbe-halbe wäre. Aber irgendwie - ne, keine Chance. Da wäre Mann ja mal Objekt, das ginge gar nicht.
    Und von uneindeutigen Menschen, bzw. allem dazwischen, bzw. Alternativen zum System "binär", haben wir da noch gar nicht angefangen.

    Ist einfach so ein generelles Thema, das sich durch die Medienlandschaft zieht. Manchmal ganz schön ätzend.
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#15 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.09.2018, 19:06h
  • Antwort auf #11 von Alice
  • Ich find es lustig, dass du auf "moderne" Vampirfilme verweist, und dann mit "Tanz der Vampire" kommst. Es gab da jetzt wohl mal so eine Werwolf-Serie mit einem schwulen Werwolf, und ich meine, bei "True Blood" (das an mir weitestgehend vorbeigegangen ist) hätt's auch zumindest Andeutungen gegeben. Aber Vampire Diaries beispielsweise kommt dann schon wieder sehr heteronormal daher, vollkommen überflüssigerweise.
    "Modern" heißt bei Filmen meistens, dass man entweder großes Kino macht und sich bewusst rein an Marketingaspekten orientiert, oder eben etwas "kleines", unabhängiges aufzieht, wo dann meistens Nicht-Durchschnittliches zu erwarten ist. Dass versehentlich doch mal etwas in den Mainstream durchrutscht, das zu weit ab von den Erwartungen der heteronormalen Masse ist, konnte in den 90ern vielleicht passieren, bzw. habe ich so den Eindruck, dass die 90er überhaupt eine Zeit von mehr Neugierde waren, wo man noch freier denken durfte als jetzt. Aber gerade "modern" bedeutet halt auch, dass strikt kalkuliert gerade so viel Queerbaiting eingebaut wird, dass man das nicht heteronormale Publikum nicht ganz verliert, aber gleichzeitig geschickt vermeidet, sich wirklich damit zu befassen.
    Wie in Vampire Diaries z.B. der geschiedene und weggezogene schwule Vater, der immer mal erwähnt wird, um uns daran zu erinnern, dass die Serienmacher ganz bestimmt auf unserer Seite sind und uns nicht böse oder komisch finden, der praktischerweise aber nie auftaucht.
    Zufriedengeben muss man sich also schon damit, wenn irgendwo mal jemand Homosexualität erwähnt, ohne das als Schimpfwort zu gebrauchen. Wow, Begeisterung.

    Zu Twilight noch gerade: Das wurde von einer christlichen Befürworterin als Moralappell bzgl. ehelicher Treue, "Sex nach der Ehe" und "gegen Abtreibung" verfasst. Homo- und Bisexualität wird man da naturgemäß nicht finden, das ist für die Frau Sünde.
    Und dass man ausgerechnet ihre Vampire als "schwul" bezeichnet, bloß weil sie glitzern, betrachte ich gerade angesichts dieses Gesamtkontexts als ziemlich beleidigend gegenüber Schwulen.
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#16 Patroklos
#17 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 01.10.2018, 00:56h
  • Um zu verstehen, wie die britische Jugendliteratur mit Klischees arbeitet, muss man begreifen, dass Homosexualität für Lehrer und Schwulleiter Tabu war. Es durfte nicht sein, was nicht sein kann! So ist das Bühnenstück "The Childrens Hour" basierend auf einen realen Fall, der sich im 19. Jahrhundert zutrug. Beide Frauen wurden übrigens freigesprochen, weil man Frauen keine eigenständige (d.h. von Männern unabhängige) Sexualität zugestand.
    Die Vorstellung eines schwulen Headmasters (Schuldirektors) taucht immer wieder in der englischen Literatur auf. Manchmal angedeutet, manchmal offen, je nach Zeit, in der der Roman spielt, oder der sexuellen Orientierung des Autors.
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#18 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 01.10.2018, 01:01h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Als LGBTI-Person hungert man nach der Darstellung der eigenen Lebenswelt in Filmen ud Romanen. Kann ich verstehen. Und man ist dankbar für jedes Häppchen, dass einem Autoren, Regisseure und Produzenten vorlegen. Sind die Geschichten und Rollen auch noch so stereotyp. Was dagegen können wir tun? Die Produzenten und Verleger gehen nun mal nach dem Mainstream, schließlich wollen sie verkaufen und Gewinn machen!
    Warum also gründen wir kein LGBTI-Produktionsgruppe, die aus talentierten Schauspielern, Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten bestehen, und machen unser eigenes Ding?
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#19 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#20 Homonklin44Profil
  • 01.10.2018, 05:20hTauroa Point
  • Antwort auf #15 von Ith_
  • ""und ich meine, bei "True Blood" (das an mir weitestgehend vorbeigegangen ist) hätt's auch zumindest Andeutungen gegeben.""

    Da war das sogar regelrecht explizit, besonders mit der Figur Lafayette (Nelsan Ellis) , der in der Serie offen schwul lebt, und unter Anderem als Callboy auch einen schwulen Vampir (Eddi) besucht, dem er Blut abnimmt, das im Trueblood-Universum als Droge begehrt ist. In einer der weiteren Staffeln ist Lafayette auch mit dem schwulen Hexer 'Jesus' zusammen.
    Anspielungen gibt es bei noch weiteren Figuren, etwa dem Mänade 'Maryann' und diversen GestaltwandlerInnen, oder dem Vapir 'Eric' (Alexander Skarsgård, wegen ihm habe ich das überhaupt geloadet ) und seinem Schöpfer 'Goderik'. aber auch der notorisch hetero-cis'tische 'Jason Stackhouse' bekommt nach Blutgaben von 'Eric' homoerotische Träume. Weiterhin ist die Figur des Anführers dieser Vampirbekämpfersekte, 'Reverend Steve Newlin', ein sehr verkappter Schwuler mit Schein-Ische, und das Vampirpärchen 'Russell Edgington' und 'Talbot', wo ein Altersunterschied von um die plus 4000 Jahre vorliegt, also die übertreiben das Dad + Son-Ding.
    Überhaupt ist an der Serie alles komisch-dramatisch übertrieben und alle Klischees werden von vorn bis hinten mehrfach durchverarscht.
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#21 Ith__Ehemaliges Profil
  • 01.10.2018, 09:51h
  • Antwort auf #20 von Homonklin44
  • Ich hatte zu der Zeit gerade mal wieder versucht, mein Heil in der Spiritualität zu finden, bzw. damit gekämpft, das hinter mir zu lassen, ein paar Jahre an Serien und Filmen sind mir da durch die Lappen gegangen. Klingt ja danach, dass es sich in dem Fall lohnen würde.

    Aber zumindest mal angemerkt, soweit ich das nachverfolgt habe, stammt die Vorlage auch da mal wieder von einer Frau ;-)
    Vielleicht würdet ihr Cis-Kerle euch echt einen Gefallen tun, wenn ihr Frauen und schwule Transmänner statt als unerwünschte Eindringle da mal eher als Botschafter aus einer fremden Welt betrachten könntet, in der sexuelles Interesse für Männer normal und akzeptiert ist.

    Wahrscheinlich störe ich mich gerade deswegen daran, wie sehr das auf einmal zum überspitzten Problem wird, weil ich damit aufgewachsen bin, dass mein Umfeld das nicht bloß akzeptabel fand, sondern von mir erwartet hat, mir einen Partner ggf. unter den Jungs zu suchen. Mit dem Hintergrund fallen einem die Unterschiede dann schon ganz schön extrem auf, und da ist es dann einfach ein Witz ist, wenn Leute sich hinstellen und was von Akzeptanz, Gleichstellung und Gleichberechtigung erzählen.
    Und nebenbei ist es verglichen damit erbärmlich, mit was für Brotkrumen man sich abspeisen lassen muss, wenn man aus der Norm herausfällt.
    So unschön es auch ist, mit einem Körper herumzulaufen, den man sich bzgl. Geschlecht lieber anders wünschen würde (weswegen speziell das in meiner Welt auch nicht vorkommt, weil ich als Schöpfer dieser Welt keiner meiner Figuren so etwas antun würde) - es bringt manchmal Perspektiven mit sich, die die Welt echt zu einem gerechteren Ort machen könnten.

    Na, aber was will man machen... Bloß, weil man einen Misstand wahrnimmt, löst der sich halt im Anschluss nicht in Luft auf.
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#22 Ith__Ehemaliges Profil
  • 01.10.2018, 10:55h
  • Antwort auf #18 von Gerlinde24
  • Bin ich schon bei dir, von wegen "selbermachen", und ungefähr so etwas ist der Grund dafür, dass ich mir meine Geschichten inzwischen selbst schreibe. Wobei ich sagen muss, dass ich mich NICHT für sonderlich talentiert halte, sondern mir ehrlich wünschen würde, dass jemand anders das tun würde, und ich es einfach lesen oder mir als Serie anschauen könnte. Bloß hat es jahrelang irgendwie niemand eingesehen, die Geschichten zu erfinden, die ich gern lesen würde, weswegen ich aus der Not heraus eben selbst damit angefangen habe. Während mir persönlich unzusammenhängende Fragmente ausreichen, stelle ich gerade fest, wie viel schwerer es ist, das dann noch so darzustellen, dass auch ein Leser mitkommt, der mein Universum nicht seit 20 Jahren kennt.
    Das ist manchmal richtig Arbeit - und dann noch mit Ergebnissen, bei denen ich mir denke, dass jemand mit Talent das wohl trotzdem besser hinbekommen hätte, und mit weniger als einem Dutzend Überarbeitungen. Aber gut - irgendwie isses halt Hobby und macht mir ja auch Spaß.

    Davon ausgehend, die Idee zu einem eigenen Produktionsteam: Wär sicherlich eine nette Sache, bringt allerdings haufenweise "aber" mit sich.
    Schreiben ist relativ günstig: Man kann allein arbeiten, und erforderlich sind zur Not bloß ein Stift oder eine Tastatur und irgendein Medium, mit dem sich der Text festhalten lässt (zur Not auch mal eine Serviette). Statt Effekten und Kameratechnik greift man auf die Fantasie des Lesers* zurück, und braucht damit kein großes Budget, um sehr großartige Welten entstehen zu lassen. Nachteil ist für mich persönlich, dass besonders die Wirkung von Musik sich verdammt schwer über Texte darstellen lässt.
    Für Filme braucht's dagegen eine ganze Menge mehr: Ein Team, das in der Lage ist, zusammenzuarbeiten, technisches Knowhow (das ich nicht habe), Zeit und Geld für die entsprechende Technik, mindestens ein geeignetes Studio und die Möglichkeit, an tauglichen Orten zu drehen, und abschließend noch passende und brauchbare Schauspieler, die in der Lage sind, das Ganze umzusetzen. Wo ich dann halt finde: Sorry, aber das Handwerk "Film" hab ich nicht gelernt, und entsprechend fände ich es ziemlich dreist, von irgendwem zu erwarten, mir sowas zu finanzieren. Zumindest ein Teil der Beteiligten müsste schon gut wissen, was sie tun.
    Am Ende käme etwas Marke "Eigenproduktion" heraus, mit typisch deutsch-miserabler Regie und grottigen Schauspielern, das sich wohl niemand freiwillig ansehen würde, es sei denn aus Mitleid oder aus Sympathie für die eigene Community. Mit dem Fazit: Ne, danke, da ist das Ergebnis schöner, wenn man gleich bei der Fantasie bleibt.
    Mir ist zwar schon klar, dass man theoretisch darauf verzichten müsste, hohe Ansprüche zu stellen, wenn man nunmal nicht die Mittel mitbringt, die selbst umzusetzen, aber wenn man schon im Vorhinein weiß, dass am Ende was zum Fremdschämen dabei herauskommt, statt dass der Zuschauer sich unterhalten fühlt, sollte man sich die Mühe meiner Ansicht nach doch lieber sparen. Bin zwar zunehmend für weniger Kommerzielles und Kommerztaugliches statt der üblichen, immergleichen Hollywood-Soße, aber schlecht bleibt trotzdem schlecht, und davon gibt's bereits mehr als genug. Impulse müssten da wirklich von Leuten kommen, die bereits professionell in der Branche arbeiten.
    Aber da landen wir wieder bei dem Dilemma, dass professionell u.a. bedeutet: Auf Gelder des Mainstream-Publikums angewiesen und daher entsprechend angepasst.
    Und das Mainstream-Publikum fängt ja schon an, von der LGBT-Weltherrschaft und der Verdrängung der Heterosexualität zu faseln, wenn ein ÖR-Sender einmal die Woche kurz vor Mitternacht Filme aus dem Spektrum zu zeigt.

    Also ... falls dir was Realistisches einfällt, wär ich bei sowas schon durchaus dabei. Wenn ich die Finanzen übrig hätte, mir um Job und Miete keine Gedanken machen zu müssen, und dann noch das Kleingeld hätte, und Kontakte in dem Bereich - ja, sicher, käme nach Informationskampagnen zu Themen wie "Impfen", "Immunologie für Anfänger - Viren gibt es wirklich" oder "Alle Tomaten haben Gene" gern auf die Agenda der Dinge, die man mal tun sollte. Aber für realistisch halte ich so ein Vorhaben mit meinen Voraussetzungen ehrlich gesagt nicht. Zumindest nicht, wenn dabei etwas rauskommen soll, das irgendjemand, mich selbst eingeschlossen, sich freiwillig dann auch noch anschauen würde.
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#23 stromboliProfil
  • 01.10.2018, 16:01hberlin
  • NUr so ein gedanke an rande..
    Dumbledore und Grindelwald aka Law und Deep sind hier 40-50zigjährige und keinewegs im jugendlichen alter in die gedanken und körperlichkeit des anderen verliebte...
    Aber vieleicht wurde auch nur der zeitumkehrer falsch eingestellt.
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#24 Homonklin44Profil
  • 01.10.2018, 17:52hTauroa Point
  • Antwort auf #21 von Ith_
  • ""Vielleicht würdet ihr Cis-Kerle euch echt einen Gefallen tun, wenn ihr Frauen und schwule Transmänner statt als unerwünschte Eindringle da mal eher als Botschafter aus einer fremden Welt betrachten könntet, in der sexuelles Interesse für Männer normal und akzeptiert ist.""

    Sehen das Cis-Männer üblicher Weise grade nicht so?
    Für mich war schon die erste Begegnung mit einem anderen Schwulen im Alter von 28 Jahren so etwas, wie einem Botschafter aus einer fremden Welt zu begegnen, einem Paralleluniversum, in dem mein Empfinden legal sein kann. Auch wenn es nur eine Unterhaltung war, und der mir diverse Hinweise gab.

    Weil Du davon schreibst, ja, eine Filmproduktion verschlingt oft ein großes Budget, Unmengen an Zeit und einzelnen Arbeitsschritten, das geordnete, gut dirigierte Input etlicher Personen, und Genehmigungen und Zeugs und was da alles arrangiert werden muss, bevor überhaupt der erste Drehtag naht.
    Siehe eine Zeit im Arbeitsleben eines Regisseurs...
    Aber es gibt ja durchaus auch Projekte, die mit wenig Finanz und wenig Technik realisiert wurden, siehe Blair Witch - der erste Film, oder Braindead - okay, Splatter und B-Kategorie sind nicht so die besten Beispiele.
    Und es muss nicht Murks werden, nur, weil Deutsche dahinter stecken - Deutsche Filme sind doch nicht per se irgendwie minderklassig. Na ja, Solche gibt es auch zuhauf, klar. Das Publikum funktioniert hier anders, ein anderer Stil ist hier massentauglich. Aber muss ein Film immer Massen begeistern? Läuft etwa queeres Kino überwiegend in Cissenglotzen an?

    Ich traue mich da ja auch nicht ran. Die ganze Kommunikations- und Selbstbelobigungs-Grütze kriege ich nicht auf die Reihe. Von Filmtechnik habe ich keinen Schimmer aber kritisiere CGI-Fehler in Blockbustern und verkehrte Prop-Eigenschaften, ( die falsche Anatomie/Bewegungsabläufe oder nicht passende Federn/Pelzhaare, sowas nervt) und Ton-Fehler ( wenn ein Fischreiher wie ein Adler schreit oder Tauben wie Gänse klingen, sowas regt mich auf) und habe mal Wes Ball (Maze Runner) als Studi damit genervt, dass er nen richtigen Film machen soll *g* bis er's getan hat. Hoffentlich macht er's noch mit dem "RUIN"-Projekt, das wird dann verdammt stark.
    Tja, bleibt eben Hobby - aber S. King hat früher auch herum gesoffen und für die Tonne geschrieben, und die Rowling hat bekanntermaßen zeitweise von Sozialhilfezuwendungen gelebt.

    Hinterm Scheffel ist es wohlig, sicher und entspannt, weißt Du. Aber ich glaube, mit dem, was ich bisher von Dir so an Beiträgen und Sprachgewandtheit gelesen habe, kannst Du gern mal ins Licht treten. Ich schätze, hier lesen auch Leute mit, die das dann eventuell auch sehen und ggf. zu würdigen wüssten.
    Vielleicht meldet sich auch der Beauftragte des Bundeslurch höchstpersönlich, wer weiß. ;o)
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#25 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 02.10.2018, 02:53h
  • Antwort auf #22 von Ith_
  • Mein Hobby ist das Schreiben von Drehbüchern. Hab sogar mal zwei eingeschickt an die ÖRSA (Arte und ARD Degeto), habe Absagen bekommen, weil sie zu viele Änderungen wollten (homosexueller Protagonist sollte heterosexuell sein). Dem Fernsehen und den Filmleuten geht es nicht um gute Stoffe, sondern um leichte Kost für den Mainstream.
    Kennst Du den Film "Latter Days"? Der wurde durch Fundraising finanziert. Drehbuchautor und Regisseur sind schwul, ein Großteil der Crew ebenfalls, und die Schauspieler, obwohl heterosexuell, professionell. Gordon Levitt spielte übrigens auch mit (als homophober Mormonenmissionar Ryder).
    Du siehst also, es geht!
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#26 Ith__Ehemaliges Profil
  • 02.10.2018, 07:46h
  • Antwort auf #24 von Homonklin44
  • Danke für die Blumen, ich arbeite dran ;-)
    Bislang liegt die Queerness-Parallele allerdings eher darin, dass mein Charakter damit zurechtkommen muss, kein Mensch mehr zu sein. Was ziemlich genau dem entspricht, wie ich mich manchmal fühle, und wo ich wahrscheinlich auch einfach einen Teil von meinem Dreck verarbeite, ohne den konkret benennen zu müssen. Mit Romanzen ist da vorerst noch nicht viel, aber das entwickelt sich gerade *g

    Na, bei deutschen Filmen bzw. deutscher Regie isses so eine Sache. Was "man" hier angeblich mag und akzeptiert, den "typisch deutschen" Film halt, finde und fand ich schon immer einfach hässlich. Ausgenommen ausgerechnet ein paar Komödien, und in Sketchshows bekommen sie ja auch Dramaturgie hin, bzw. ordentliche Schnitte, um auf das Wesentliche zu fokussieren, wo man sich dann fragt, wieso das in anderen Genres nicht funktioniert. Aber gut, ist wahrscheinlich Geschmackssache.
    Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in Deutschland einfach bessere Synchronsprecher haben als Schauspieler.

    Blair Witch und co. - schönen Dank auch für den Hinweis. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass die ein begrenztes Budget beim Verkauf vervielfacht haben, aber während ich Horror, der auf Psychologie setzt statt auf spritzendes Blut, grundsätzlich sehr zu schätzen weiß, finde ich wackelige Kameras einfach nur anstrengend und nervig, und dass dieses Prinzip seither zur Umsetzung von ansonsten echt guten Ideen genutzt wurde und mir die Filme dadurch versaut hat, nehme ich denen nachträglich recht übel.
    Beispiele für episch umgesetzte Fantasy sind nunmal Reihen wie "Herr der Ringe" oder aktuell "Game of Thrones". Selbst wenn man nicht gerade Drehorte am anderen Ende der Welt braucht, und die Möglichkeit, riesige Armeen auflaufen zu lassen - sowas baut man halt nicht ohne die entsprechenden Mittel. Und ich schätze, wenn die Macher von sowas wie Game of Thrones sich dessen nicht sehr bewusst gewesen wären, wäre das Ganze vermutlich auch nicht halb so gut und erfolgreich geworden, wie es das jetzt ist.
    Klar, man muss gar nicht unbedingt für die Masse produzieren, oder mit dem Ziel x-fache Gewinne einzufahren. Aber zumindest eigene Ansprüche haben und erfüllen sollte man halt mEn schon kommen, damit das Ganze den Aufwand lohnt - und auch wenigstens die Kosten wieder einfahren.

    Dazu vielleicht gerade mal - ich mache ja mit ein paar Leuten hobbymäßig Musik, und wir haben uns vor ein paar Jahren auch mal einen Kurzaufenthalt in nem Studio und Mastering geleistet, um ein paar unserer Stücke aufzunehmen. Durch den Zeitdruck, weil Studio halt ganz schön teuer ist, sind am Ende einerseits die Aufnahmen bei Weitem nicht so gut geworden, wie ich persönlich sie gern gehabt hätte, und andererseits hatten wir dadurch einen Kostenaufwand, bei dem ich glaube, dass wir den bis heute nicht durch Verkäufe ausgeglichen haben. War jetzt kein Drama, weil wir das Ganze durch Gage von Auftritten finanziert haben, soll heißen, niemand hat da persönliches Vermögen investieren müssen. Und der Gedanke war ja auch eher, dem Wunsch einiger unserer Fans zu entsprechen, die uns sonst nur einmal im Jahr sehen (und hören).
    Das ist halt so meine Erfahrung mit halb-gekonnten Dingen - wir haben das Ganze schon so nachverbessert, dass man damit leben kann etc, aber es bleibt da bei mir halt vor allem das Fazit, dass es einerseits verdammt schwer ist, Dinge so umzusetzen, wie man sie sich vorstellt, und auch die Frage danach, wie speziell beim Filmen die Gegenfinanzierung aussehen soll.
    Mal eben zwei Jahre die Auftrittsgelder sparen, wird da jedenfalls nicht funktionieren.
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#27 Homonklin44Profil
  • 02.10.2018, 20:53hTauroa Point
  • Antwort auf #26 von Ith_
  • Herr der Ringe - oh von Peter Jackson und seiner Crew, besonders auch Andy Serkis, bin ich ein UBER-Fan - falls ich je eine meiner Geschichten verfilmen lassen dürfte, er wäre sowas von in-the-boat! Und Weta digital plus Weta Workshop oben drauf!
    Pipedreams, nothing but pipedreams.

    ""Bislang liegt die Queerness-Parallele allerdings eher darin, dass mein Charakter damit zurechtkommen muss, kein Mensch mehr zu sein. Was ziemlich genau dem entspricht, wie ich mich manchmal fühle, und wo ich wahrscheinlich auch einfach einen Teil von meinem Dreck verarbeite, ohne den konkret benennen zu müssen. Mit Romanzen ist da vorerst noch nicht viel, aber das entwickelt sich gerade""

    Klingt ja auch etwas nach Autotherapy oder sich von der Seele schreiben, seinen roman-photonischen Zwilling auf Wellness-Urlaub zu senden. Kein Mensch? Ich komme mir schon lange wie ein Alien vor - oops-wrong planet! Vollmeise 4ever gepachtet und hier zur Strafe aus'm UfO geschmissen. Habe es auch runtergeschrieben, denn die Welt ändert sich nicht, Anpassung wird stets verlangt, nie gegeben.

    Musik mache ich seit Kindertagen, früher wars eher Kammermusik oder Walzer ähnlich,. heute ist es mehr Electro, Techno, House, Ambient, Mood, Songwriting, Darkscores. Auch das alles nur ... it's somehow classified. Pipedreams, again. Software basiert. Vom Mitglied sein in einer Band habe ich lange gethinktanked. Mein Handicap gestattet Solches nicht - sozialer Volltrottel, Autismus. Aber ich war jahrelang als ehrenamtlicher Reviewer auf einem Amateurmusikerportal. Meine Songtexte wollte niemand singen. Zu gesellschaftskritisch, zu bohrend, zu düster oder depremiert.

    Ja, leider hast Du wohl Recht mit dem Film in Deutschland, die wirklich guten, vielschichtigen SchauspielerInnen sind Greise, oder längst gegangen. Oder sie brennen fürs Theater. Viele TV-Gucker raffen die vorherrschende Bedeutung vom Theater gar nie. Synchronsprecher, da fällt mir immer die Omma vom Bekannten ein. "Schreck" - der redet ja, wie der ALF! *große Augen* (Tommy Piper, deutsche Stimme des ALF Gordon Shumway) Für den Mainstream Quotenmaschine, wie Gerlinde das erwähnt, würde ich mich aber auch nicht zurechtzerstückeln lassen.
    Es muss eine Basis her, die wieder originale Ideen produziert, nicht zerhacksudelte, 5 mal umgeschriebene Kopien!! Auch wenn Fernsehen die letzten Japser tun will, wie es scheint...

    Sogenanntes "Mastering", ja, Klangbildoptimierung ist eine kniffelige Arbeit. Heutzutage wird aber auch Vieles kaputt komprimiert. Frequenz-Plättung, Überverdichtung, zu viele Filter, kein wirkliches Panorama mehr. Kann man Eure Lieder irgendwo im Web hören? Soundcloud, bandcamp, myownmusic ect?
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#28 Ith__Ehemaliges Profil

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