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Kommentare zu:
Dumbledores schwuler Moment


#11 Alice
  • 30.09.2018, 14:48h
  • In modernen Vampir-Filmen wird mit Homoerotik gespielt und sie wird auch teilweise mutig und offen gezeigt.
    Tanz der Vampire (Film von 1967 !!!) etwa dort wird der Sohn vom Grafen von Krolock gerade zu wild auf den etwas schüchternen Lehrling vom Abronsius. Der Vater (=Graf von Krolock) hat kein Problem damit und weiß Bescheid und Abronsius macht ein "oh lala, du hast wohl einen Liebhaber".
    Derartige Szenen finden sich in vielen Filmen, in die sie durchaus passen würden, kaum wieder- insbesondere solche, in denen ein wichtiger Charakter als schwul "geoutet" wurde. Keine Vielfalt in Hogwards. Klar es gibt einen Halbriesen der eine große Frau, die auch noch aus Frankreich kommt, liebt. Aber wo ist das gute Achtel der Kinder, die nicht heteronormativ sind? Wo können die sich wieder finden? Auch das Lehrerkollegium ist heteronormativ zusammen gesetzt. Das soll ein nachträglich "geouteter" Dumbledore ausbügeln?
    Das ist leider nicht nur dort so, man erkennt einen deutlichen Trend: (Die obige Szene in Tanz der Vampire von 1967 vor Augen:)
    Wie ist es in den Biss-Filmen (Büchern) (Twilight), die sind so schön geschrieben (habe nur die deutsche Übersetzung gelesen) und auch die Filme sind etwas für's Herz, doch warum ist etwa Rosalie nicht lesbisch oder Emerett schwul? Darin kommt niemand von unsereins vor. Das passt, aller angeblichen Gleichstellung, offensichtlich nicht in "diese" Gesellschaft. Unsereins gibt es einfach nicht!
    Die "Rücksichtnahme" auf Russland und "derartige" Länder ist ein Witz, ein dreister obendrein:
    Wenn die Einwohner jener Länder einen Film sehen wollen und die Staaten den dann auch anbieten, dann wird dieser eh zurecht gestutzt - das hat uns hier in Europa, Kanada USA aber gar nicht zu "kratzen".
    Sollen sie doch, oder sollen sie den Film verbieten, dann werden die "unter der Hand" doch im Land verteilt, bekommen dadurch einen Kultstatus usf. Da können die Filmkonzerne erstmal nichts dran verdienen, so ist das halt. Trust me: Man könnte es jedoch als Anleihe auf die Zukunft sehen oder als gesellschaftliche Unterstützung (kann halt mal was kosten, liebe Megaunternehmen, ihr lebt ganz gut von dieser Gesellschaft!) zahlt sich jedoch aus, auch - oder gerade weil - der Rubel erstmal nicht rollt.
    Die Filme aus unseren "gleichstellenden" Gesellschaften sind Filme die uns als ganze Gesellschaft repräsentieren sollten ohne wenn und aber.
    Ist "Russland & Co." nur ein Vorwand?
    Ein Vorwand, etwa einer gewissen heteronormativen Einstellung über die man öffentlich besser schweigt weil man dann zu recht in die Kritik gerät?
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#12 Alice
  • 30.09.2018, 15:39h
  • Antwort auf #7 von Nachfrage
  • "Allgemein Erkennbar" bedeutet nicht Klischeehaft "Heititei! Ich bin schwuhuhul ne"
    Nein,
    die Charaktere reden etwa von ihrem Mann (als Mann) oder ihrer Frau (als Frau) oder man sieht sie sich küssen, zum Abschied, beim Wiedersehen, es fallen ein- und zweideutige Blicke, eine kurze zärtliche Berührung, oder ein "ach Schatz". Morgenszenen, Frühstück im Bett, Abends ausgehen, ...
    All das Zeug was man in Filmen zwischen Heteros auch zeigt, etwa Andeutungen um zu zeigen "die sind zusammen", "die hatten mal was miteinander" usf.
    Trans*, non binary und Inter* sind keine sexuellen Orientierungen doch man kann sie genauso allgemein erkennbar machen ohne es extra heraus stellen zu müssen. Es gibt da so viele Möglichkeiten: Man trifft jemanden von früher und erklärt sich, ein abgelegter Name oder Pronomen fällt und wird berichtigt, ein Charakter macht gerade den trans*-Prozess durch, ein Polizist wundert sich bei einer Routinekontrolle über den Namen auf dem Führerschein, Renate ist die nächste Zeit mal Rainer, die Entscheidung was ziehe ich heute an fällt mal auf ein männliches, mal auf ein weibliches oder auf ein indifferentes Outfit, es freut sich jemand über sein divers in der Geburtsurkunde, überall fallen wir auf, sind "Allgemein Erkennbar", spätestens wenn man uns näher kennen lernt, oft auch ohne dass wir es wollen.

    "Allgemein Erkennbar" meint in ganz alltäglichen Situationen erkennbar.
    Die meisten können das heute deuten, fragt mal die Kinder nach ihrem "Radar", die merken das schon.
    Die merken wenn sich in einem (Kinder-)Film ein Mädchen für ein Mädchen interessiert oder ein Junge für einen Jungen, oder wenn ein Kind trans* ist: Es muss uns einfach nur geben und zwar von klein auf.
    Man sollte - nein: Man darf es einfach nicht verstecken. So sind wir nun mal: hetero, schwul, lesbisch, bi, asexuell, trans*, inter, nonbinary und was uns noch für "Feinheiten" einfallen. Außerdem sind wir interkulturell, wir haben unterschiedliche Religionen oder keine oder sind neopegan oder oder, wir haben unterschiedliches Alter, haben mehr oder weniger Gebrechen, sind mehr oder weniger Dumm, haben diese oder jene Fähigkeiten und Schwächen, ...

    "Allgemein Sichtbar"
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#13 Ralph
#14 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.09.2018, 18:44h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Hmm, ich hab tatsächlich mein persönliches Sci-Fi-Universum, bei dem die Leute zwar damit leben müssen, ob sie bei der Fortpflanzung erzeugend oder austragend sind, aber sich das nicht im Äußeren widerspiegelt.
    Z.B. ist die Mutter von einem meiner Hauptcharaktere da ganz selbstverständlich ein Kerl :D Da ich das in meiner eigenen Pubertät erfunden habe und da nichtmal wusste, dass es sowas wie trans* gibt, abgesehen von MzF-Travestie, mit der ich nicht viel anfangen konnte, geschweige denn, dass mir sowas wie ein 3. Geschlecht eingefallen wäre, hat das teilweise zu sehr seltsamen Bezeichnungskonstrukten geführt. Aber da es in dem Universum normal ist, gab's intern damit keine Probleme.
    Daraus wird vermutlich nie etwas werden, was sich veröffentlichen lässt, weil ich selbst nicht richtig weiß, wie man das so einleiten könnte, dass es jemandem verständlich ist, der im binären Geschlechtermodell drinhängt.

    Mein Vampirkram ist einigermaßen queer durchsetzt, das geb ich inzwischen auch einem begrenzten Bekanntenkreis zu lesen. In meinem Kopf sind das eher Drehbücher als einfach Geschichten, aber da stell ich mir dann auch manchmal die Frage: Wenn es wer produzieren wollen würde, würde das nicht darauf hinauslaufen, dass man mir die Hälfte der Leute umschreiben würde? Wenn man mir jetzt einen Charakter zur Frau umschreiben würde beispielsweise, würde ich so einen Deal machen, wenn ich dafür Andeutungen behalten dürfte?
    Insofern ist es einerseits ein Segen, wenn sich wenige Menschen dafür interessieren, weil das heißt, dass ich mich um Mainstream-Ansprüche nicht scheren brauche. Andererseits muss man's aber wohl realistisch sehen: Kleine Mädchen, die sich für einen Edward aus Twilight begeistern können, weil sie ihn sich als Freund wünschen, werde ich damit nicht begeistern.

    Hängt halt alles irgendwo damit zusammen, dass man von der lieben Kunst, welcher Art auch immer, eben erst leben könnte, wenn sich genügend Menschen dafür interessieren. Und "genügend" erreicht man vermutlich nur schwer, wenn die Heteros, die ja nunmal die Mehrheit bilden, sich nicht ausreichend angesprochen fühlen, oder gar mal auf Reihe 2 verwiesen würden.
    Soll heißen, von der praktischen Frage her kann ich Künstler, die davon nunmal leben, schon verstehen, wenn sie den mehr oder weniger dreckigen Deal akzeptieren.

    A propos Vampirkram und Düsterromantik: Jetzt gibt's mal wieder im Gothic-Bereich eine Zeitschrift mit Fetish-Kalender. Wollen wir mal raten, wer die Modelle sind? Na, dünne, halbnackte Mädels natürlich. Als gäb's gerade im Gothic-Bereich nicht auch echt hübsche, androgyne Typen, die man da mal zeigen könnte.
    Und bei mir legt sich inzwischen echt schon automatisch ein Schalter im Kopf um, wenn ich sowas sehe, der mir meldet: Ahja, euer Zielpublikum sind also heterosexuelle Männer, und eben alle anderen, die bereit sind, die eigenen Ansprüche hintanzustellen. Während man von den Hetero-Leserinnen und schwulen Lesern also erwartet, sich die teilweise schier unerreichbare Konkurrenz an die Wand zu hängen, mutet man sowas dem heterosexuellen Leser lieber nicht zu.
    Wär ja fair, wenn's halbe-halbe wäre. Aber irgendwie - ne, keine Chance. Da wäre Mann ja mal Objekt, das ginge gar nicht.
    Und von uneindeutigen Menschen, bzw. allem dazwischen, bzw. Alternativen zum System "binär", haben wir da noch gar nicht angefangen.

    Ist einfach so ein generelles Thema, das sich durch die Medienlandschaft zieht. Manchmal ganz schön ätzend.
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#15 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.09.2018, 19:06h
  • Antwort auf #11 von Alice
  • Ich find es lustig, dass du auf "moderne" Vampirfilme verweist, und dann mit "Tanz der Vampire" kommst. Es gab da jetzt wohl mal so eine Werwolf-Serie mit einem schwulen Werwolf, und ich meine, bei "True Blood" (das an mir weitestgehend vorbeigegangen ist) hätt's auch zumindest Andeutungen gegeben. Aber Vampire Diaries beispielsweise kommt dann schon wieder sehr heteronormal daher, vollkommen überflüssigerweise.
    "Modern" heißt bei Filmen meistens, dass man entweder großes Kino macht und sich bewusst rein an Marketingaspekten orientiert, oder eben etwas "kleines", unabhängiges aufzieht, wo dann meistens Nicht-Durchschnittliches zu erwarten ist. Dass versehentlich doch mal etwas in den Mainstream durchrutscht, das zu weit ab von den Erwartungen der heteronormalen Masse ist, konnte in den 90ern vielleicht passieren, bzw. habe ich so den Eindruck, dass die 90er überhaupt eine Zeit von mehr Neugierde waren, wo man noch freier denken durfte als jetzt. Aber gerade "modern" bedeutet halt auch, dass strikt kalkuliert gerade so viel Queerbaiting eingebaut wird, dass man das nicht heteronormale Publikum nicht ganz verliert, aber gleichzeitig geschickt vermeidet, sich wirklich damit zu befassen.
    Wie in Vampire Diaries z.B. der geschiedene und weggezogene schwule Vater, der immer mal erwähnt wird, um uns daran zu erinnern, dass die Serienmacher ganz bestimmt auf unserer Seite sind und uns nicht böse oder komisch finden, der praktischerweise aber nie auftaucht.
    Zufriedengeben muss man sich also schon damit, wenn irgendwo mal jemand Homosexualität erwähnt, ohne das als Schimpfwort zu gebrauchen. Wow, Begeisterung.

    Zu Twilight noch gerade: Das wurde von einer christlichen Befürworterin als Moralappell bzgl. ehelicher Treue, "Sex nach der Ehe" und "gegen Abtreibung" verfasst. Homo- und Bisexualität wird man da naturgemäß nicht finden, das ist für die Frau Sünde.
    Und dass man ausgerechnet ihre Vampire als "schwul" bezeichnet, bloß weil sie glitzern, betrachte ich gerade angesichts dieses Gesamtkontexts als ziemlich beleidigend gegenüber Schwulen.
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#16 Patroklos
#17 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 01.10.2018, 00:56h
  • Um zu verstehen, wie die britische Jugendliteratur mit Klischees arbeitet, muss man begreifen, dass Homosexualität für Lehrer und Schwulleiter Tabu war. Es durfte nicht sein, was nicht sein kann! So ist das Bühnenstück "The Childrens Hour" basierend auf einen realen Fall, der sich im 19. Jahrhundert zutrug. Beide Frauen wurden übrigens freigesprochen, weil man Frauen keine eigenständige (d.h. von Männern unabhängige) Sexualität zugestand.
    Die Vorstellung eines schwulen Headmasters (Schuldirektors) taucht immer wieder in der englischen Literatur auf. Manchmal angedeutet, manchmal offen, je nach Zeit, in der der Roman spielt, oder der sexuellen Orientierung des Autors.
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#18 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 01.10.2018, 01:01h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Als LGBTI-Person hungert man nach der Darstellung der eigenen Lebenswelt in Filmen ud Romanen. Kann ich verstehen. Und man ist dankbar für jedes Häppchen, dass einem Autoren, Regisseure und Produzenten vorlegen. Sind die Geschichten und Rollen auch noch so stereotyp. Was dagegen können wir tun? Die Produzenten und Verleger gehen nun mal nach dem Mainstream, schließlich wollen sie verkaufen und Gewinn machen!
    Warum also gründen wir kein LGBTI-Produktionsgruppe, die aus talentierten Schauspielern, Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten bestehen, und machen unser eigenes Ding?
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#19 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#20 Homonklin44Profil
  • 01.10.2018, 05:20hTauroa Point
  • Antwort auf #15 von Ith_
  • ""und ich meine, bei "True Blood" (das an mir weitestgehend vorbeigegangen ist) hätt's auch zumindest Andeutungen gegeben.""

    Da war das sogar regelrecht explizit, besonders mit der Figur Lafayette (Nelsan Ellis) , der in der Serie offen schwul lebt, und unter Anderem als Callboy auch einen schwulen Vampir (Eddi) besucht, dem er Blut abnimmt, das im Trueblood-Universum als Droge begehrt ist. In einer der weiteren Staffeln ist Lafayette auch mit dem schwulen Hexer 'Jesus' zusammen.
    Anspielungen gibt es bei noch weiteren Figuren, etwa dem Mänade 'Maryann' und diversen GestaltwandlerInnen, oder dem Vapir 'Eric' (Alexander Skarsgård, wegen ihm habe ich das überhaupt geloadet ) und seinem Schöpfer 'Goderik'. aber auch der notorisch hetero-cis'tische 'Jason Stackhouse' bekommt nach Blutgaben von 'Eric' homoerotische Träume. Weiterhin ist die Figur des Anführers dieser Vampirbekämpfersekte, 'Reverend Steve Newlin', ein sehr verkappter Schwuler mit Schein-Ische, und das Vampirpärchen 'Russell Edgington' und 'Talbot', wo ein Altersunterschied von um die plus 4000 Jahre vorliegt, also die übertreiben das Dad + Son-Ding.
    Überhaupt ist an der Serie alles komisch-dramatisch übertrieben und alle Klischees werden von vorn bis hinten mehrfach durchverarscht.
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