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Schweiz

Ex-Kunstturner Lucas Fischer outet sich als schwul

Der frühere Vize-Europameister und aufstrebende Popsänger aus der Schweiz hat im vergangenen Jahr seine Homosexualität entdeckt – und spricht jetzt erstmals darüber.


Lucas Fischer turnt nicht mehr am Barren, sondern greift zum Mikrofon (Bild: Twitter / LuciiFischer)

Der 27-jährige ehemalige Kunstturn-Profi Lucas Fischer hat sich im schweizerischen Boulevardblatt "Sonntagsblick" als schwul geoutet. Er habe ein ganzes Jahr vor dem Coming-out mit sich gerungen, erklärte der aus dem nordschweizerischen Aargau stammende Sportler, der heute seine Weckli als Schlagersänger verdient. "Meine Gedanken wurden immer dunkler, meine Gefühle waren von tiefster Trauer und total verwirrend."

Bis letztes Jahr sei er noch davon ausgegangen, dass er auf Frauen stehe. Im Sommer 2017 habe dann ein Kuss mit einem Mann auf einem CSD alles verändert: "Der erste, den ich mit einem Mann erlebte. Dabei lernte ich Gefühle kennen, die mir [bisher] verborgen blieben." Den Mann habe er nur kurz gekannt, so Fischer weiter; die Begegnung habe ihm aber ein "endlos schönes, für mich bis [dahin] verborgenes Universum" geöffnet, weil er gemerkt habe, dass dass er "wirklich" auf Männer stehe. "Daher ist es für mich wichtig, jetzt in aller Öffentlichkeit zu sagen: Ich bin schwul", sagte Fischer weiter.

Homosexualität im Sport ein "großes Tabu"

In der Vergangenheit hätten ihn bereits viele Menschen wegen seines "hibbeligen" Verhaltens für schwul gehalten. Da Homosexualität aber im Spitzensport nach wie vor ein "großes Tabu" sei, habe er nie erotische Gefühle für einen Mann aufkommen lassen.

Fischer galt als schweizerisches "Jahrhunderttalent" ("Blick") und gewann 2013 die Silbermedaille am Barren bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Moskau. Wegen seiner Epilepsie konnte er im Spitzensport aber nicht mehr mithalten und trat vor drei Jahren zurück. Danach erfand er sich als Sänger neu: Er nahm 2017 an der RTL-Show "Das Supertalent" teil und erreichte als singender Kunstturner das Finale – als erster Schweizer wurde er von Jurorin Nazan Eckes direkt in die Finalshow gebuzzert. Sein neues Lied "So wie du bist" soll seinem neuen Gefühlsleben gewidmet sein, so Fischer weiter. (dk)

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#1 schwulenaktivist
  • 01.10.2018, 18:23h
  • Wir werden in Zukunft mehr solche coming outs haben! Jungs mit besten Freundinnen, die abschirmen gegen gefährliche Frösche! ;)
    Ich denke, es war ihm schon lange klar, dass er auf Männer steht. Aber er hatte den Mut nicht. So ist es praktisch, von einem Fisch, ähm Frosch "geküsst" zu werden - Nun ist "es über ihn gekommen" und er kann dann einfach "nichts dafür".

    Es ist nicht gut, wenn die Verantwortung einfach abgeschoben wird. Ich wünsche ihm, dass er lernt sich damit auseinanderzusetzen und diese wieder zu übernehmen.
    Wir müssen unsere Bedürfnisse gestalten und nicht uns ihnen "ergeben". Sonst fallen in eine Liebe nach der anderen....
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
#3 TomDark
  • 01.10.2018, 20:23h
  • "Bis letztes Jahr sei er noch davon ausgegangen, dass er auf Frauen stehe."

    Ist schon klar. Bis man dann zufällig auf einem CSD von einem Mann geküsst wird.

    "Da Homosexualität aber im Spitzen-sport ein "großes Tabu" sei, habe er nie erotische Gefühle für einen Mann aufkommen lassen."

    Das wäre auch wirklich zu gefährlich gewesen, in seiner Freizeit mal heimlich an Männer zu denken!

    Sorry, aber das klingt mir eher nach einer Ausrede oder Entschuldigung, dass er sich erst heute outet und nicht schon früher als aktiver Kunstturner.

    Ist doch ok, wenn er die Zeit brauchte, aber dass er mit Mitte 20 angeblich nicht wusste, auf wen oder was er steht, kauft ihm doch eh keiner ab.
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