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Königshaus über öffentliches Coming-out not amused

Nach Degradierung: Erster schwuler Diener der Queen schmeißt hin

Der erste offen homosexuelle "Royal Footman" von Königin Elisabeth II. hat angeblich aus Enttäuschung über eine Degradierung seinen Job gekündigt. Das Königshaus war offenbar über sein allzu öffentliches Coming-out erbost gewesen.


Das Königshaus war darüber irritiert, dass die britische Presse zu viel über Ollie Roberts berichtete (Bild: Instagram / olroberts96)

  • 1. Oktober 2018, 14:03h 23 2 Min.

Die Kündigung des 21-jährigen Ollie Roberts als Diener von Queen Elisabeth II. ruft in der britischen Boulevardpresse ein großes Echo hervor. Nach Angaben der Zeitung "The Sun" soll der Waliser im Königshaus gekündigt haben, weil er degradiert worden war. Vor der Degradierung waren einige Aufgaben des ehemaligen Mitglieds der britischen Luftwaffe gewesen, dass er die Königin auf Kutschfahrten begleitet, ihre Hunde ausführt, ihr eine Decke über die Knie legt und ihr die Post bringt.

Laut "Sun" habe ein königlicher Insider berichtet, dass das Königshaus darüber irritiert gewesen sei, dass Roberts mit der Presse über seine sexuelle Orientierung gesprochen habe. Ihm sei gesagt worden, dass seine Bekanntheit im Rahmen der Berichterstattung zu groß geworden sei und er zu viel Klatschberichterstattung auf sich ziehe. Er hatte zwar einen anderen Job im Königshaus verrichten können, bei dem er aber nicht mehr öffentlich mit der Queen zu sehen gewesen war. Ein paar Tage nach der Degradierung habe er sich entschieden, zu kündigen. Roberts fühle sich vom Königshaus im Stich gelassen, so der Insider weiter, da er lediglich stolz gewesen sei, ein schwuler Mann in einem solch guten Job zu sein. Laut "Sun" habe Roberts selbst einen Kommentar abgelehnt.

Queen Mum liebte ihre Queens

Roberts ist indes nicht der erste schwule Bedienstete am britischen Königshaus: Die 2002 verstorbene Mutter der Königin hatte bereits mindestens zwei homosexuelle Diener. Queen Mum soll laut Gerüchten bei Getränkebestellungen gescherzt haben: "Wird eine von euch alten Queens dieser alten Queen einen Drink bringen?"

Offene Homosexualität spielte im britischen Königshaus bisher kaum eine Rolle, allerdings ändert sich die Situation derzeit: Erst vergangenen Monat heiratete erstmals ein Mitglied der Royals, der Queen-Vetter Lord Ivar Mountbatten, seinen Lebenspartner – allerdings kam kein hochrangiger Royal zur Hochzeit (queer.de berichtete). Die Enkel der Queen engagieren sich zudem gegen Homophobie: Prinz William hat etwa 2015 an einer Schulveranstaltung gegen Online-Mobbing und Homophobie teilgenommen (queer.de berichtete). Prinz Harry soll sich in seiner Zeit im Militär für einen schwulen Kameraden eingesetzt haben, der gemobbt worden war (queer.de berichtete). (dk)

#1 PeerAnonym
  • 01.10.2018, 17:08h
  • Das Konzept eines "Dieners" finde ich nach wie vor skurril. Wenn jemand sich nicht mehr selbst eine Decke auflegen kann, braucht man halt eine Pflegekraft.

    Aber Diener, Butler, Zofen, Mägde oder wie immer man sie nennen mag, finde ich skurril und ich frage mich, wie man sowas auch noch freiwillig sein möchte.
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#2 LenaAnonym
  • 01.10.2018, 18:34h
  • Ich finde die Reaktion des Königshauses war angemessen.
    Natürlich ist es ein ehrenvoller Job den er ausgeführt hat, aber warum mit einem coming out an die Öffentlichkeit gehen? Natürlich spricht rein gar nichts dagegen seinem Umfeld von seiner sexuellem Orientierung zu erzählen. Man könnte jetzt über den allgemeinen Sinn eines coming outs nachdenken, für mich ist es nichts besonderes und auch nur eine ganz normale sexuelle Orientierung, also warum groß die Aufmerksamkeit darauf lenken. Und ich kann auch verstehen, wenn Bekannte Leute, bzw Personen des öffentlichen Lebens damit an die Presse gehen um anderen Menschen die sich vielleicht für ihre Orientierung schämen zu zeigen, dass es keinen Grund gibt sich zu schämen und dass nichts falsch oder kaputt ist bei ihnen. Aber wie möchte man jemals Normalität für dieses Thema erreichen, wenn die Menschen die es betrifft mit so einer, für mich nicht relevanten Information, an die Presse gehen?
    Für mich wirkt das ganze so, als würde der junge einfach nur gerne Aufmerksamkeit haben wollen. Es spricht nichts dagegen an die Presse zu gehen mit einem besonderen Talent oder ähnlichem. Aber einfach "nur" weil man schwul ist? Tut mir leid, aber das ist für mich kein Grund warum man ihm so viel Aufmerksamkeit geben müsste. Und außerdem, wie bereits von queer.de erwähnt ist er nicht der erste schwule Mann im Dienste der Krone.
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#3 Homonklin44
  • 01.10.2018, 22:11hTauroa Point
  • Bin mir da manchmal nicht sicher, ob nicht der gesamte Umherschwänzelhofstaat der Royals da mehr interveniert, als die Royals selbst. Also die olle Lisbeth hat vielleicht nicht viel dagegen, aber das Protokoll oh weh, schreibt vor, was geschrieben steht!
    Und die Klatschpresse macht sowieso einen Ballon aus jedem Tropfen.
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