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Königshaus über öffentliches Coming-out not amused

Nach Degradierung: Erster schwuler Diener der Queen schmeißt hin

Der erste offen homosexuelle "Royal Footman" von Königin Elisabeth II. hat angeblich aus Enttäuschung über eine Degradierung seinen Job gekündigt. Das Königshaus war offenbar über sein allzu öffentliches Coming-out erbost gewesen.


Das Königshaus war darüber irritiert, dass die britische Presse zu viel über Ollie Roberts berichtete (Bild: Instagram / olroberts96)

Die Kündigung des 21-jährigen Ollie Roberts als Diener von Queen Elisabeth II. ruft in der britischen Boulevardpresse ein großes Echo hervor. Nach Angaben der Zeitung "The Sun" soll der Waliser im Königshaus gekündigt haben, weil er degradiert worden war. Vor der Degradierung waren einige Aufgaben des ehemaligen Mitglieds der britischen Luftwaffe gewesen, dass er die Königin auf Kutschfahrten begleitet, ihre Hunde ausführt, ihr eine Decke über die Knie legt und ihr die Post bringt.

Laut "Sun" habe ein königlicher Insider berichtet, dass das Königshaus darüber irritiert gewesen sei, dass Roberts mit der Presse über seine sexuelle Orientierung gesprochen habe. Ihm sei gesagt worden, dass seine Bekanntheit im Rahmen der Berichterstattung zu groß geworden sei und er zu viel Klatschberichterstattung auf sich ziehe. Er hatte zwar einen anderen Job im Königshaus verrichten können, bei dem er aber nicht mehr öffentlich mit der Queen zu sehen gewesen war. Ein paar Tage nach der Degradierung habe er sich entschieden, zu kündigen. Roberts fühle sich vom Königshaus im Stich gelassen, so der Insider weiter, da er lediglich stolz gewesen sei, ein schwuler Mann in einem solch guten Job zu sein. Laut "Sun" habe Roberts selbst einen Kommentar abgelehnt.

Queen Mum liebte ihre Queens

Roberts ist indes nicht der erste schwule Bedienstete am britischen Königshaus: Die 2002 verstorbene Mutter der Königin hatte bereits mindestens zwei homosexuelle Diener. Queen Mum soll laut Gerüchten bei Getränkebestellungen gescherzt haben: "Wird eine von euch alten Queens dieser alten Queen einen Drink bringen?"

Offene Homosexualität spielte im britischen Königshaus bisher kaum eine Rolle, allerdings ändert sich die Situation derzeit: Erst vergangenen Monat heiratete erstmals ein Mitglied der Royals, der Queen-Vetter Lord Ivar Mountbatten, seinen Lebenspartner – allerdings kam kein hochrangiger Royal zur Hochzeit (queer.de berichtete). Die Enkel der Queen engagieren sich zudem gegen Homophobie: Prinz William hat etwa 2015 an einer Schulveranstaltung gegen Online-Mobbing und Homophobie teilgenommen (queer.de berichtete). Prinz Harry soll sich in seiner Zeit im Militär für einen schwulen Kameraden eingesetzt haben, der gemobbt worden war (queer.de berichtete). (dk)



#1 PeerAnonym
  • 01.10.2018, 17:08h
  • Das Konzept eines "Dieners" finde ich nach wie vor skurril. Wenn jemand sich nicht mehr selbst eine Decke auflegen kann, braucht man halt eine Pflegekraft.

    Aber Diener, Butler, Zofen, Mägde oder wie immer man sie nennen mag, finde ich skurril und ich frage mich, wie man sowas auch noch freiwillig sein möchte.
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#2 LenaAnonym
  • 01.10.2018, 18:34h
  • Ich finde die Reaktion des Königshauses war angemessen.
    Natürlich ist es ein ehrenvoller Job den er ausgeführt hat, aber warum mit einem coming out an die Öffentlichkeit gehen? Natürlich spricht rein gar nichts dagegen seinem Umfeld von seiner sexuellem Orientierung zu erzählen. Man könnte jetzt über den allgemeinen Sinn eines coming outs nachdenken, für mich ist es nichts besonderes und auch nur eine ganz normale sexuelle Orientierung, also warum groß die Aufmerksamkeit darauf lenken. Und ich kann auch verstehen, wenn Bekannte Leute, bzw Personen des öffentlichen Lebens damit an die Presse gehen um anderen Menschen die sich vielleicht für ihre Orientierung schämen zu zeigen, dass es keinen Grund gibt sich zu schämen und dass nichts falsch oder kaputt ist bei ihnen. Aber wie möchte man jemals Normalität für dieses Thema erreichen, wenn die Menschen die es betrifft mit so einer, für mich nicht relevanten Information, an die Presse gehen?
    Für mich wirkt das ganze so, als würde der junge einfach nur gerne Aufmerksamkeit haben wollen. Es spricht nichts dagegen an die Presse zu gehen mit einem besonderen Talent oder ähnlichem. Aber einfach "nur" weil man schwul ist? Tut mir leid, aber das ist für mich kein Grund warum man ihm so viel Aufmerksamkeit geben müsste. Und außerdem, wie bereits von queer.de erwähnt ist er nicht der erste schwule Mann im Dienste der Krone.
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#3 Homonklin44Profil
  • 01.10.2018, 22:11hTauroa Point
  • Bin mir da manchmal nicht sicher, ob nicht der gesamte Umherschwänzelhofstaat der Royals da mehr interveniert, als die Royals selbst. Also die olle Lisbeth hat vielleicht nicht viel dagegen, aber das Protokoll oh weh, schreibt vor, was geschrieben steht!
    Und die Klatschpresse macht sowieso einen Ballon aus jedem Tropfen.
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#4 Jan05Anonym
  • 01.10.2018, 22:57h
  • Antwort auf #2 von Lena
  • Sicherlich ist es eigentlich keine Besonderheit heutzutage mehr, aber wer sagt denn, dass er von sich aus zur Presse gegangen ist?! Vielleicht wollte diese auch nur ein Interview mit einem Mann in dieser Position führen - weil es eben nicht alltäglich ist für die Etikette des Königshauses. Ich finde es schön, dass du als tolerant erscheinst und das mit deinem Kommentar auch so ausdrückst. EIGENTLICH sollte das auch heute kein Thema mehr sein. Aber erzähl das mal den ganzen Anderen - selbst auf offener Straße wird man teilweise in Deutschland beleidigt, bedroht oder es wird über einen gelästert (ja, auch in dem "so toleranten Deutschland"!). Solange diese Dinge wegen Homosexualität noch auftreten, ist es mehr als sinnvoll, dass mit so etwas zumindest in den Medien NORMAL umgegangen wird. :)
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#5 TheDadProfil
  • 02.10.2018, 00:37hHannover
  • Antwort auf #2 von Lena
  • ""für mich ist es nichts besonderes und auch nur eine ganz normale sexuelle Orientierung, also warum groß die Aufmerksamkeit darauf lenken.""..

    Ja, warum bloß ?

    Als Gegenmodell zu den Mitgliedern der Königsfamilie, von denen die letzten Hundert Jahre ganz bestimmt auch niemand LGBTTIQ* war ?

    Und bloß kein Aufheben darum machen, ist "ja bloß eine sexuelle orientierung"..

    Es gibt keine ""sexuellen Orientierungen"", denn das wären dann so etwas wie "Hobbys", bestenfalls Fetische..

    Schwul zu sein ist eine IDENTITÄT !

    Lernt es endlich !
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#6 Gerlinde24Profil
  • 02.10.2018, 02:37hBerlin
  • Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre! Gerdade bei der "Royal Family" mit ihren Affären, unehelichen Kindern und heimlichen heterosexuellen und homosexuellen Liebschaften quer durch die britische Geschichte, wird ein Diener degradiert, weil er schwul ist, und offendarüberredet?
    Dear Queen, I'm NOT amused about this hypocrisy. Be ashamed of it!
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#7 Gerlinde24Profil
  • 02.10.2018, 02:43hBerlin
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Die Briten hängen an ihren Traditionen, wovon manche übrigens aus Deutschland importiert wurden, wie z.B. der Christbaum. Damals sah man so etwas auch als "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" an, da viele der Diener und Zofen aus verarmten Adel stammten.
    Die Brits sind halt etwas altmodisch und skurril, und, seinen wir ehrlich, dafür lieben wir sie auch.
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#8 Ith_Anonym
  • 02.10.2018, 07:03h
  • Antwort auf #2 von Lena
  • Och, naja, Heterosexuelle outen sich in Interviews ja auch gerne. Wenn ein Mann nebenbei seine Frau erwähnt, findet die Welt das selbstverständlich. Wenn ein Mann im Interview auf Partner, Freund, Ehemann o.ä. hinweist, ist es an der Presse, das interessant zu finden.

    Wenn jemand erwähnt, dass er abends auch schon mal in einer (Hetero-)Disco unterwegs ist, ist das normal und okay und vielleicht einen Nebensatz wert. Erwähnt er stattdessen eine Schwulenbar oder eine Vorliebe für Darkrooms, schafft die Freizeitgestaltung es evtl. sogar bis zur Überschrift.

    Engagiert sich jemand für Obdachlose, Geflüchtete, oder meinetwegen auch für irgendetwas, das Menschen sonst betreffen könnte, meinetwegen Forschung über Krebs oder seltene Erkrankungen, dann wäre das vielleicht eine Erwähnung wert - sind's stattdessen Minderheitenthemen aus dem LGBT-Spektrum, bei denen man evtl. gefragt wird, inwiefern einen das interessiert oder betrifft, ist man auch schon wieder bei einem Coming Out.

    Wenn du also Leute dafür verurteilst, einen Skandal aus ihrer Orientierung zu machen, indem sie sich outen, dann frag dich mal lieber, was für banale Selbstverständlichkeiten man aktiv verschweigen, verbiegen und leugnen muss, aka wie viel man lügen muss, um als ganz normal lebender queerer Mensch über das eigene Leben so zu berichten, dass dabei nichts herauskommt, das noch immer als "öffentliches Outing" aufgefasst wird.
    Ohne mir jetzt den Klatsch und Tratsch konkret über ihn angesehen zu haben btw, ist ja durchaus möglich, dass er das Thema genutzt hat, um sich aktiv ins Rampenlicht zu stellen.
    Dann bleibt aber immer noch die Frage, wieso du das ihm anlastest, wenn es offenbar die Presse ist, die Queerness immer noch als so unnormal betrachtet, dass die Berichterstattung darüber dann besonders aufgebauscht wird. In einer Welt, in der Homosexualität okay wäre, hätte allein das jedenfalls für Medienecho und Rampenlicht nicht ausgereicht.
    Und die Aufmerksamkeit darauf, dass ein Mensch es da wagt, überhaupt eine sexuelle Orientierung zu haben, wäre vermutlich auch keine Degradierung wert.
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#9 DenkdochmalnachAnonym
  • 02.10.2018, 07:41h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Schwul zu sein ist eine IDENTITÄT !

    Lernt es endlich !"

    Also ist es eine Bewusst entscheidung laut dir, denn Identität erarbeitet man sich im laufe des Lebens. Deutscher ist eien Identität, Hamburger ist eine Identität, beides ändert sich dann, wenn du umziehst. Deutschland ist ein politisches Konstrukt. wie deine Identität.

    Also wenn du eines schönen Tages eine Frau findest, wars das dann mit dem Schwulsein?

    Identität ist nicht angeboren, sondern immer von der eigenen Einstellung, Erkenntnis und den Gegenbenheiten abhängig, also laut dir dein Schwulsein auch.

    Deine Aussage stimmt übrigens zu 100% mit dem was in Butlers "Das Unbehagen der Geschlechter" steht überein.
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#10 TheDadProfil
  • 02.10.2018, 10:54hHannover
  • Antwort auf #9 von Denkdochmalnach
  • ""Also ist es eine Bewusst entscheidung laut dir, denn Identität erarbeitet man sich im laufe des Lebens.""..

    Was für ein Unsinn !

    Denn erarbeiten kann man sich seine Fetische, und seine politische oder gesellschaftlich-soziale Orientierung, nicht aber seine Sexuelle Identität..
    Diese kann man nur als gegeben erkennen, was mit einem erarbeiten in Form von Aussuchen rein gar nichts zu tun hat !

    Es ist keine "bewußte Entscheidung" einen Fakt als Fakt zu erkennen..

    ""Deutscher ist eien Identität, Hamburger ist eine Identität, beides ändert sich dann, wenn du umziehst. Deutschland ist ein politisches Konstrukt. wie deine Identität.""..

    Und immer wieder dieser Unsinn..
    Denn wenn der Deutsche umzieht, bleibt er auch in Madrid immer noch Schwul, oder Lesbisch, oder Bisexuell, oder Intersexuell, oder Trans*..

    ""Deine Aussage stimmt übrigens zu 100% mit dem was in Butlers "Das Unbehagen der Geschlechter" steht überein.""..

    Und Dir missfällt was eine kluge Judith Butler über Gender so beschreibt ?

    Weil Dich das persönlich wie genau betrifft ?

    Laß mich raten..
    Sie hat Dich zum Nachdenken angeregt..
    Schon mal kein schlechtes Ergebnis..
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