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"Das ist einfach nur Hass"

Trump-Regierung geht gegen Homo-Partner von UN-Mitarbeitern vor

Heiratet oder verschwindet – das ist die Botschaft der US-Regierung an die Partner von schwulen und lesbischen UN-Mitarbeitern. Das Problem: In den meisten Ländern der Welt ist die gleichgeschlechtliche Ehe verboten.


Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York City (Bild: tomasfano / flickr / by-sa 2.0)

  • 2. Oktober 2018, 13:09h 9 2 Min.

LGBTI-Aktivisten und frühere Diplomaten üben scharfe Kritik an einer am Montag erlassenen Anordnung des US-Außenministeriums, die ausländische Partner von Mitarbeitern bei in den USA ansässigen internationalen Organisationen wie den Vereinigten Nationen, der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds betrifft. Demnach erhalten gleichgeschlechtliche unverheiratete Partner der Mitarbeiter künftig keine sogenannten "G-4 Visa" mehr, mit denen sie mit ihrem Partner an dessen Einsatzort zusammenleben können. Partner, die bereits mit einem Mitarbeiter wohnen, haben noch bis Ende Dezember Zeit, ihren Partner zu heiraten oder sie müssen das Land verlassen.

Das Außenministerium begründet den Schritt damit, dass homo- und heterosexuelle Mitarbeiter "gleich" behandelt werden sollten. Auch unverheirateten Partnern heterosexueller Mitarbeiter werde dieses Visum schließlich nicht erteilt.

Diplomaten aus der Zeit der Obama-Regierung übten scharfe Kritik an der Entscheidung: David Pressman, der frühere US-Botschafter im UN-Sicherheitsrat, bezeichnete die Anordnung als "kreative und zynische Art, die Gleichbehandlung in den USA dazu zu nutzen, um gegen homosexuelle Paare aus dem Ausland vorzugehen". Samantha Power, die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, kritisierte die Entscheidung als "unnötig grausam und bigott". Die Demokratin erklärte auf Twitter weiter: "Das Außenministerium wird keine Visa mehr als Lebenspartner von UN-Mitarbeitern erteilen, wenn sie nicht verheiratet sind. Aber nur zwölf Prozent der UN-Mitgliedsstaaten erlauben die gleichgeschlechtliche Ehe."

/ SamanthaJPower
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Manchen Homo-Partnern droht Gefängnis

Menschenrechtler kritisierten, dass viele Partner von US-Mitarbeitern, die aus ärmeren Ländern stammten, praktisch keine Chance hätten, ein Visum für die USA zu erhalten, um dort zu heiraten. Außerdem machen sich Bewohner vieler Länder strafbar, wenn sie einen gleichgeschlechtlichen Partner heiraten. In Nigeria steht etwa allein auf gleichgeschlechtliche Eheschließungen 14 Jahre Haft – selbst das Beiwohnen an einer solchen Zeremonie an jedem Ort der Welt kann im bevölkerungsreichsten Land Afrikas mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden.

"Dies ist ein skrupelloser und überflüssiger Angriff auf manche LGBTQ-Diplomaten um den Globus und zeigt, wie feindlich die Trump-Pence-Regierung gegenüber LGBTQ und unseren Freunden und Verbündeten eingestellt ist", erklärte die Human Rights Campaign, die größte LGBTI-Organisation der Vereinigten Staaten. "Das ist einfach nur Hass, und das ist nicht akzeptabel".

/ HRC
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Das US-Außenministerium wird seit April von Mike Pompeo geführt, einem erklärten Gegner von LGBTI-Rechten, der sich wiederholt gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht ausgesprochen hatte (queer.de berichtete). (dk)


US-Außenminister Mike Pompeo kämpfte bereits als Kongressabgeordneter jahrelang gegen LGBTI-Rechte (Bild: Gage Skidmore / flickr)

-w-

#1 PeerAnonym
  • 02.10.2018, 18:04h
  • Gleichgeschlechtliche Partner so zu behandeln, ist schon skandalös genug. Dann aber auch noch vorschreiben zu wollen, ob sie zu heiraten haben oder nicht, ist ein Eingriff in persönliche Entscheidungsfreiheit, der nur in totalitären Systemen möglich ist.

    Und das dann auch noch Paaren zu sagen, die nicht mal heiraten können oder wo das schlimme Konsequenzen hätte, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

    Wieder mal zeigt sich:
    Trump und seine Mitstreiter bringen viel Elend über die Menschen.

    Hätte mal Clinton gewonnen....
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#2 Homonklin44
  • 02.10.2018, 20:01hTauroa Point
  • Das geht GAR nicht und ist solch ein unfassbarer Tritt in das Recht, sich aussuchen zu können, welche Form von Partnerbeziehung man leben möchte = Entfaltung der Person und Lebensgestaltung!

    TheDonald-Dorkald ... Land of the Free ... Make America fade again, huh??
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#3 Alice
  • 02.10.2018, 21:24h
  • Der Ansatz mit der Gleichbehandlung ist vollkommen richtig erkannt:
    Jedes Paar ob hetero- oder homosexuell muss natürlich gleich behandelt werden.
    Dumm ist, dass man die korrekte "Lösung" nicht gefunden hat.
    Alle, die ein Paar sind, haben das Recht auch zusammen sein zu dürfen.
    Bisher ist den unverheirateten Heteropaaren unrecht passiert, jetzt hat man es geschafft das Unrecht auch noch auszuweiten.
    Es ist nicht das Amerika (politisch) dass man versucht hat uns immer weis zu machen.
    Übrigens, wir haben in Europa Platz für das UN Hauptquartier. So ein Umzug ist doch zu schaffen, oder? Außerdem spart man noch z.B. Flugkosten, Zeit und Nerven und so, denn es ist nicht so weit nach Genf, Brüssel, Paris, London (vielleicht entbrexiten die sich ja noch so eben rechtzeitig), Berlin, Côte Azur, Cannes, Madrid, Lissabon, Oslo, Kopenhagen, Warschau, Den Haag und Amsterdam, Luxemburg, Wien, Wannsee, Oktoberfest, Athen, Kreta, Rom, Lesbos, Alpen, Raykjavik, ... Außerdem sind wir recht multikulturell, es gibt jeweils viele Landsleute hier, auch die Gastronomie hier braucht sich an Vielfalt nicht zu verstecken. Afrika ist nicht so weit, da kann man sogar mit Zug und Auto hinfahren. Russland und die anderen Staaten sind auch nebenan, und nach China fährt man flux mit der Transsibirischen Eisenbahn oder mit einem der zahlreichen Kontinentalflüge.
    Gefährdete Personen können mit ihren Partner*innen ja schon mal herkommen, beim Einrichten helfen, sowie durch Videokonferenzen an den Entscheidungen teil nehmen.
    Etwas wird es dauern bis sich die EU einig geworden sein wird wo die UN-Zentrale denn hin soll, letztendlich ist es egal, es ist doch eh alles EU, selbst London, da werden viele Wohnungen von Bankern frei hört man so, ist besser als das zertrumpelte Land dort. Die jetzigen jungen Leute bringen das mit GB auch bald wieder in Ordnung. Eine gründliche Entscheidungsfindung, wie es die der EU sein wird bei der Wahl des UN-Hauptquartieres, dass man eventuell auch aufteilen kann, ist der UN nicht fremd und so versteht man das schon.
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