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"Frauenpolitischer Super-GAU"

Berlin: Lesben-Wohnprojekt unterliegt Projekt der Schwulenberatung

Nach einer Entscheidung über ein Wohnprojekt ist die Berliner Szene gespalten, weil ein lesbisches Projekt den Kürzeren gezogen hat.


Lesbische Aktivistinnen wollten ein neuartiges Wohnprojekt starten, scheiterten aber an einem Projekt von schwulen Aktivisten (Bild: change.org / TfD)

Die lesbische Berliner Initiative Rad und Tat (RuT e.V.) ist mit einem deutschlandweit einzigartigen geplanten Wohnprojekt für ältere lesbische Frauen gescheitert. Vergangene Woche gab die städtische Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) bekannt, dass die Schwulenberatung eine Ausschreibung um ein Baugrundstück in Berlin-Schöneberg (ein Teilstück der "Schöneberger Linse") gewonnen habe. Die Schwulenberatung will auf dem Grundstück den dritten "Lebensort Vielfalt" errichten. Dabei soll es sich um einen Gebäudekomplex mit 69 Wohneinheiten handeln, darunter 22 Sozialwohnungen, eine Kita sowie "Beratungs- und Betreuungsangebote für Lesben, Schwule, trans- und intersexuelle Menschen und vielfältige kiezbezogenen Angebote".

Die RuT-Aktivistinnen beklagten in einer Pressemitteilung vom Donnerstag, dass die Niederlage einen "frauenpolitischen Super-GAU" darstelle. "Frauen werden mal wieder auf ihren Platz verwiesen. Ein eindeutiges Signal für lesbische Teilhabe und Geschlechtergerechtigkeit in der Stadt ist vertan", heißt es in der Mitteilung. In der "taz" erklärte RuT-Geschäftsführerin Jutta Brambach: "Die Stimmung bei uns ist niederschmetternd". Die Journalistin Manuela Kay, die dem Kuratorium des RuT-Wohnprojekts angehört, kritisierte im Magazin L-Mag die siegreiche Konkurrenz scharf: "Schade, dass die Schwulenberatung kein Teil mehr unserer Community ist", so Kay.

17.000 Unterschriften für lesbisches Wohnprojekt

Grund für den Frust ist auch der Auswahlprozess: Eigentlich hatte RuT im November 2017 die Ausschreibung bereits gewonnen. Wegen eines Verfahrensfehlers musste diese aber nach Einspruch der Schwulenberatung wiederholt werden. In der nächsten Runde zog RuT den Kürzeren, obwohl mehr als 17.000 Menschen eine Petition für das Projekt auf change.org unterzeichnet haben.

Auch die Schwulenberatung hatte das Verfahren im Juni kritisiert und bemängelt, dass damit "die teilnehmenden sozialen Träger ungewollt miteinander in Konkurrenz" stünden und auch finanziell an ihre Grenzen gebracht werden würden. "Wir befinden uns nicht im Streit mit RuT und auch nicht im Streit mit dem dritten Bewerber – eher mit dem Land Berlin, das sich für dieses Verfahren entschieden hat", erklärte Geschäftsführer Marcel de Groot damals.

Grüne fordern zusätzliches Grundstück

Die Grünen in Berlin, die mit SPD und Linkspartei die Regierung bilden, setzen sich dafür ein, einen anderen Ort für das Lesbenprojekt bereit zu stellen: "Bei aller Freude über die Zusage an die Schwulenberatung fehlt weiterhin ein Grundstück für ein wichtiges Projekt der lesbischen Community", erklärten Anja Kofbinger und Sebastian Walter, die queerpolitischen Sprecher der Fraktion. Berlin brauche dringen ein Mehrgenerationenhaus für lesbische und transidente Frauen. "Das Land Berlin ist nun dringend aufgefordert, ein Baugrundstück für das Wohnprojekt von RuT e.V. zu finden."

In Berlin hängt der Haussegen zwischen einigen lesbischen Aktivistinnen und schwulen Aktivisten schon länger schief. So kritisierte de Groot im Juli einen erstmals vergebenen Preis für lesbische Sichtbarkeit, den die LGBTI-Aktivistin Ilse Kokula gewinnen konnte (queer.de berichtete). Er argumentierte damals laut "Tagesspiegel" in einem Brief an Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne): "Mit dem Preis wird ein 'Zielgruppenranking' betrieben, welches doch sehr zu kritisieren ist." (dk)



#1 SchwulerMannAnonym
  • 02.10.2018, 19:07h
  • Gute Entscheidung, es hat das Recht gesiegt. Nur mit "Jetzt sind wir dran" kommt Frau zum Glück nicht weiter. Als Berliner kann man seit Jahren beobachten wie die lesbische Community auf alles Schwule draufhaut und ihren Hass ausschüttet.
    Es gibt einen Riss zwischen Lesben und Schwulen und ich glaube nicht das der noch zu kitten ist. NIemand lässt sich gerne ständig sagen wie Scheiße er doch sei.........
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#2 CatWalkAnonym
  • 02.10.2018, 20:13h
  • setsam, dass eine bezirksbürgermeisterin (friedrichshain-kreuzberg), eine abgeordnete (neukölln) und eine baustadträtin (schöneberg), nota bene allesamt lesbisch, es nicht schaffen, für die lesben ein grunstück zu finden, ohne dass sie in konkurrenz zu irgend jemanden gehen müssen!
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#3 LillyComptonAnonym
#4 SchwulerMannAnonym
#5 TheDadProfil
#6 LillyComptonAnonym
#7 Gerlinde24Profil
  • 03.10.2018, 06:01hBerlin
  • "Frauen werden mal wieder auf ihren Platz verwiesen. Ein eindeutiges Signal für lesbische Teilhabe und Geschlechtergerechtigkeit in der Stadt ist vertan"

    Treffender kann man es nicht formulieren, nur sarkastischer!
    Wieder einmal ein Zeichen dafür, wer in diesem Land die Macht hat, wer bestimmt, und wer kuschen soll! Nur, diesmal kuschen wir nicht! Versprochen!!!!!
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#8 Gerlinde24Profil
  • 03.10.2018, 06:03hBerlin
  • Antwort auf #1 von SchwulerMann
  • Wenn bei zehn Projekten für LGBTI Menschen, das meiste Geld an schwule Einrichtungen geht, lesbische und transsexuelle Einrichtungen kaum was bekommen, ist die Frage erlaubt, woran das wohl liegen kann? Und es drängt sich bei mir der Verdacht auf unsauberes Spiel auf.
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#9 Gerlinde24Profil
#10 stromboliProfil
  • 03.10.2018, 10:13hberlin
  • Antwort auf #9 von Gerlinde24
  • Hat hier wer eigentlich mal die ausschreibungsziele gelesen?
    "Die Schwulenberatung will auf dem Grundstück den dritten "Lebensort Vielfalt" errichten. Dabei soll es sich um einen Gebäudekomplex mit 69 Wohneinheiten handeln, darunter 22 Sozialwohnungen, eine Kita sowie "Beratungs- und Betreuungsangebote für Lesben, Schwule, trans- und intersexuelle Menschen und vielfältige kiezbezogenen Angebote".

    Nichts darüber, dass lesben hier ausgeschlossen wären.

    Für sich betrachtet ja genau das was andernortes als selbstverpflichtungsanspruch jeweils dem "lgbtq** überbegriff abgefordert wird.

    Stellt sich uns die andere frage die ich mir schon seit geraumer zeit stelle: sind wir eigentlich noch oder überhaupt kompatibel!
    Hat sich unter der lgbtq** usw einheitssuppe längst die unvereinbarkeit einzelner strömungen herausgebildet, die nun beim verteilen des erlegten bärenfells die streitigkeiten hochkommen lässt, die man über inhaltliches längst schon hätte führen müssen!

    Warum reden wir nicht über die umkämpften fleischtöpfe, aus denen die jeweils sich vernachlässigt fühlenden dem andern bevorzugt geglaubten die staatszuschüsse vor der nase wegschnappen wollen.

    Wenn schon vom staat-senat geld und grundstücke zu verfügung gestellt werden, sollten/könnten alle interessierten GEMEINSAM den betrag abschöpfen und in ein integriertes wohnprogram einbringen.

    Das die nunmehr sich angiftenden gruppen jeweils auf die bedürftigkeit oder durchsetzungsfähigkeit ihrer hausklientel beharren, ist der eigentlich beschämende vorgang.
    Das wir hier zudem dies in beiträgen auch noch forcieren, ist dann das i-tüpfelchen auf dem "lgbtq** üblichen geinsam wahrgenommen werden woillen, aber ansonsten partikulare eigeninteressen durchsetzen wollen.

    Scheinheilig dann über zuvor erlittene zurückstellung larmentieren, nicht aber die unsichtbarkeit eigener unzulänglichkeit zuzuschreiben wollen.

    Das macht aus den nunmehr hier lautstark ihre zuvorige "unsichtbarkeit einklagenden zwar vorübergehend kampfeslustige aktivistInnen, aber auf zeit und abstand besehen auch nur vorüberziehende krawallbürsten.

    Aber mit eben diesen scheinheiligen beider seiten wollt ich ums verrecken nicht in einem "gemeinsamen projekt leben wollen.

    Zeit das hier jeder seiner eigenen wege geht und emanzipation auch als trennung von gewohntem verstanden werden kann.

    Was dann unter dem strich an gemeinsamkeit gegenüber dem eigentlichen gegner , nämlich heteronomität ( matriarchalisch/patriarchalischer prägung!) - kapitalismus und klassengesellschaft uns zusammenführt, muss dann , erst dann wenn wir uns hierüber im klaren sind, unsere weiteren ziele und handlungen bestimmen.

    Mit dem eingeschlagenen assimilationskonzept , dem bürgerlichen lebensplan von der wiege bis zum sarg, stehen wir uns mittlerweile nur noch selbst im wege.
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