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Studie

Jeder zehnte Schwule schläft mit Frauen

Bei der größten Studie zum Sexualverhalten hetero-, bi- und homosexueller Männer in Deutschland zeigt sich, wie uneindeutig die Grenzen der sexuellen Orientierungen sein können.


Einige Männer wissen zwar, dass sie schwul sind, leben aber trotzdem ein heterosexuelles Leben (Bild: Great Basin Pictures / flickr)

Forscher der Technischen Universität München (TUM) befragten für eine neue Studie tausende Männer im Alter von 45 Jahren zu ihrem Sexualleben. Die Ergebnisse, die nun auf Englisch veröffentlicht wurden, brachten einigen überraschende Ergebnisse zutage; so hatten etwa zehn Prozent der homosexuellen Männer in den letzten drei Monaten Sex mit einer Frau.

Über insgesamt zwei Jahre hatten Ärztinnen und Ärzte die insgesamt 12.354 Männer in Düsseldorf, Hannover, Heidelberg und München unter anderem über ihre erste sexuelle Erfahrung, ihre sexuelle Orientierung, die Anzahl ihrer Partnerinnen und Partner und ihre sexuellen Praktiken befragt – damit gilt die Untersuchung als größte Studie ihrer Art. Studienleiterin war Professorin Kathleen Herkommer, eine Oberärztin in der Klinik für Urologie am TUM Universitätsklinikum rechts der Isar.

Auffällige Diskrepanzen zwischen der angegebenen sexuellen Orientierung und der gelebten Sexualität hätten sich vor allem bei Schwulen gezeigt, so Herkommer: "Wir haben eine Gruppe gefunden, die ihre Homosexualität zwar kennen, diese aber nicht ausleben, sondern ein rein heterosexuelles Leben führen und geführt haben – häufig mit Ehefrau und Kindern." Betroffen waren davon 5,9 Prozent der schwulen Männer – sie wurden in der Studie als "hidden homosexuals" bezeichnet.

Dieses Verhalten sei nicht unproblematisch: "Es gibt Hinweise darauf, dass eine solche Diskrepanz zu psychischen Problemen führen kann. Unsere Studie liefert wichtige Daten, um das Phänomen weiter zu erforschen." Andere Studien hätten bereits Hinweise auf dieses Verhalten gegeben. "Wir konnten es jetzt erstmals wissenschaftlich beweisen", sagte Herkommer.

Weitere Ergebnisse: Oral-Sex siegt unter Schwulen über Anal-Sex

Unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung machten die Männer ihre ersten sexuellen Erfahrungen im Alter von etwa 18 Jahren – mit Frauen. Erst im Durchschnitt zwei Jahre später hatten einige auch sexuelle Kontakte zu Männern und auch das unabhängig von ihrer in der Studie angegebenen Orientierung. Die Studienleiterin erklärte das so: "Es handelt sich dabei wohl um eine Findungsphase, in der sexuell Unterschiedliches ausprobiert wird."

Die Studie beinhaltete auch Fragen zur Art des Geschlechtsverkehrs, den die Männer in den letzten drei Monaten hatten. Der vaginale Sex lag bei heterosexuellen Männern deutlich auf dem ersten Platz (98 Prozent), gefolgt von oralem Sex, den knapp 60 Prozent ausübten. Diese Form des Geschlechtsakts wurde von homosexuellen Männern (91 Prozent) am häufigsten praktiziert, weitaus weniger häufig Analverkehr (64 Prozent).

Homo- und bisexuelle Männer haben Sex mit mehr Personen als Heteros

Bis zum 45. Lebensjahr hatte der Großteil (98 Prozent) der heterosexuellen Männer mit bis zu zehn unterschiedlichen Menschen Geschlechtsverkehr. Etwa ein Drittel der bisexuellen Männer und knapp die Hälfte der homosexuellen Männer waren sexuell deutlich aktiver: Sie hatten mehr als 30 unterschiedliche Sexualpartner beziehungsweise -partnerinnen.

Im Alter von 45 waren über drei Viertel der heterosexuellen Männer zwischen fünf und zehn Jahren mit ihrer Partnerin zusammen, auch über die Hälfte der homo- und bisexuellen Männer war in einer festen und langjährigen Partnerschaft. Knapp 70 Prozent der heterosexuellen Männer waren verheiratet, 80 Prozent waren Vater geworden. (pm/cw)



#1 Sabelmann
#2 PeerAnonym
  • 02.10.2018, 17:57h
  • "Jeder zehnte Schwule schläft mit Frauen"

    Dann sind die nicht schwul, sondern bi.

    Denn gerade das ist die Definition von Homosexualität bzw. Bisexualität.
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#3 Homonklin44Profil
  • 02.10.2018, 19:32hTauroa Point
  • Da kann man mal wieder vergleichen, wo man überall raus fällt *löl*

    Bisexuell zu sein ist ja nix Schlimmes, sich das aber nicht einzugestehen und steif und fest behaupten, man sei homosexuell ... irgendwie nicht ganz kosher.
    Definitionen sind nicht beliebig erweiterbar, trockenes Wasser ist rar.
    Ein goldgelockter Bursche, mit rabenschwarzem Haar und Glatze unterm Pony mit Dreadlocks im Millimeter-Crewcut...man kanns deuten, wie man will. Wer mit beiden Geschlechtern kann, ist dann halt Bi - ja und?
    Zu beneiden sind Bi's allemal. Doppelte Chancen auf Miss oder Mister Right. :o)
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#4 domebertAnonym
  • 02.10.2018, 19:51h
  • Und warum wieder nur Männer im Panel? Über 12.000.

    Was ist schon weibliche Sexulität. Kein Erkenntnisinteresse bei Finanziers und Projektleiterin.
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#5 Ah JaAnonym
  • 02.10.2018, 20:35h
  • Und was lernen wir daraus?:
    Zwischen 100% homosexuell und 100% heterosexuell liegt noch ein bi-sschen viel.
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#6 RelativAnonym
  • 02.10.2018, 23:04h
  • Darunter fallen folgende Männer:
    "Wir haben eine Gruppe gefunden, die ihre Homosexualität zwar kennen, diese aber nicht ausleben, sondern ein rein heterosexuelles Leben führen und geführt haben häufig mit Ehefrau und Kindern."

    Da diese hidden homosexuals mitgerechnet werden, sieht das Ergebnis schon mal ganz anders aus. Es sind also nicht 10 Prozent der Schwulen die aus reiner Lust mit Frauen schlafen, sondern es finden sich unter den 10 Prozent auch jene die heimlich schwul sind und ein heterosexuelles Familienleben führen.
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#7 TheDadProfil
  • 02.10.2018, 23:50hHannover
  • Antwort auf #4 von domebert
  • ""Und warum wieder nur Männer im Panel? ""..

    Wer etwas über weibliche Sexualität erfahren will sollte die dazugehörigen Studien lesen, und nicht in die Reaktion verfallen in Studien zur männlichen Sexualität das Fehlen von Frauen zu beklagen..

    Oder ist das schon wieder zu kompliziert ?
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#8 la_passanteAnonym
  • 02.10.2018, 23:57h
  • Antwort auf #4 von domebert
  • Nur Männer im Panel, weil es bei der Umfrage ursprünglich um Prostatakrebs ging. Der bei Frauen nicht gerade häufig ist (auch nicht bei Transfrauen).

    Eine analoge Umfrage, zur gelebten Sexualität, unter Frauen wäre aber in der Tat interessant.
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#9 LillyComptonAnonym
#10 stephan
  • 03.10.2018, 09:26h
  • Das stelle ich mir sehr unangenehm vor, wirklich schwul zu sein und mit einer Frau ins Bett zu gehen, nur aus der Phantasie heraus geil zu sein und ein 'Handwerk' zu verrichten ... Allein schon der Umstand, dass man nicht wirklich seine Gefühle zeigen kann, ... In den 90igern habe ich mehrfach nicht geoutete, schwule Männer kennengelernt, die seit Jahrzehnten aus gesellschaftlichen Gründen solche Ehen führten und habe erfahren, was das für ein Krampf ist ...
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