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"Täter sind vorwiegend homosexuell"

Katholische Kirche: Missbrauch durch "Homosex-Täter"

Wer ist schuld an sexuellen Übergriffen von katholischen Priestern? Während einige Geistliche die Verantwortung der Kirche eingestehen, sind für andere allein "übergriffige Homosexuelle" schuld.


Innerhalb der katholischen Kirche wollen viele die Verantwortung für den Missbrauchsskandal auf verhasste Homosexuelle abschieben (Bild: Mario Micklisch / flickr)

Innerhalb der katholischen Kirche tobt ein Kulturkampf darüber, ob das Führungspersonal für sexuelle Übergriffe von Pfarrern auf Kinder und Jugendliche mitverantwortlich ist oder ob schlicht Homosexuelle an den Taten Schuld sind. Das Magazin "Katholisches" erklärte etwa erst in einem am Mittwoch veröffentlichten Kommentar zum sexuellen Missbrauch in der Kirche: "Täter sind vorwiegend homosexuell".

In dem Artikel werden die "Päderasten" als "vorwiegend übergriffige Homosexuelle" beschrieben. Allerdings, so die verbreitete Verschwörungstheorie, würde die scheinbar sehr mächtige "Homolobby" verhindern, dass die Schuldhaftigkeit von Homosexuellen klar benannt werden dürfe. Wenn bei aktuellen Studien andere Ergebnisse herausgekommen sind oder andere Rückschlüsse gezogen wurden, die der These vom "Homosex-Täter" widersprechen, wird schlicht eine "(homo-) ideologische Schlagseite" unterstellt.

Diese homophoben Thesen werden auch von führenden Würdenträgern der katholischen Kirche unterstützt – etwa vom amerikanischen Kardinal Raymond Leo Burke oder vom schweizerischen Bischof Marian Eleganti. Letzterer bezeichnete Homosexuelle in diesem Zusammenhang sogar als weniger "wertvolle Variante der Schöpfung".

Münchner Generalvikar kritisiert "unerträgliche Diskriminierung" von Homosexuellen

Gegen die schlichte Abtretung der kirchlichen Schuld an sexuellen Übergriffen an "die Homosexuellen" wehren sich nicht nur die Autoren von Missbrauchsstudien, sondern auch manche Kirchenvertreter. Erst vor wenigen Tagen erklärte etwa der Münchener Generalvikar Peter Beer in einem Interview mit einem kirchlichen Sender: "Es gibt jetzt immer wieder Hinweise darauf, dass im Rahmen der Untersuchungen zutage getreten ist, dass die Missbrauchsopfer meistens Jungen sind und die Täter meistens Männer. Ich möchte davor ausdrücklich warnen, einen direkten Zusammenhang zwischen Homosexualität und Missbrauch herzustellen. Hier würde es sich, wenn man es machen würde, um eine unerträgliche Diskriminierung von homosexuell veranlagten Menschen handeln", so Beer. Diese Diskriminierung lehne er "ausdrücklich ab".

Beer führte weiter aus, dass "alle Fachleute" übereinstimmten, "dass es sich bei solchen Missbrauchsfällen weniger bzw. gar nicht um homosexuelle Taten bzw. homosexuelle Beziehungen handelt, sondern dass diese Missbrauchstaten Ausdruck einer unreifen Sexualität sind, bei der quasi in einer Art Übersprungshandlung solche Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffe auch im Grade des Verbrechens stattfinden". Auf die Frage, ob es sich bei dieser Aussage um eine Neubewertung des Themas Homosexualität durch die Kirche handle, antwortete Beer schlicht, dass er eine "ehrliche Antwort" gegeben habe. (dk)

Direktlink | Die Antworten zum Thema Homosexualität gibt es ab Minute 13



#1 Rick ThornAnonym
  • 04.10.2018, 12:31h
  • Falsch, die Täter sind fast nie homosexuell. Sie machen sich nur an männliche Kinder und jugendliche heran, weil diese leichter zu überreden sind und der Sex weniger folgenreich ist (meinen sie). Homosexuelle Männer hingegen stehen auf Männer und nicht auf Kinder.

    Es geht oft auch gar nicht um Sex, sondern um Machtausübung durch Sex.

    Die Kirche versucht die Gelegenheit zu nutzen ihren Hass auf Homosexuelle hier mit auszuleben und diesen zu schaden.

    Wer hat wirklich schuld? Die Täter und die Vertuscher... Warum die Vertuscher? Weil die Täter über lange Zeit angstfrei ihre Taten verüben konnten.
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#2 JohannbAnonym
  • 04.10.2018, 13:06h
  • Sind dann die meisten Kinderschaender in Heterobeziehungen dann bi, weil hier dann auch Maedchen missbraucht werden?
    Oder liegt es gar am Zöllibat, oder daran, dass es in den untersuchten Missbrauchzeitraeumen schier zu wenig potentielle weibliche Missbrauchsopfer in kirchlichen Einrichtungen gegeben hat. Ministrantinnen gabs damal so gut wie keine.
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#3 SteinigAnonym
  • 04.10.2018, 13:16h
  • Wenn die Opfer meistens Jungs sind und die Täter Männer, sind das doch eindeutig Pädophile! Homosexuelle sind nur an erwachsenen Männern interessiert, nicht an Kindern,
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#4 Rick ThornAnonym
#5 Simon HAnonym
  • 04.10.2018, 14:28h
  • Mal zum Mitschreiben für diejenigen, die es nicht kapieren wollen:

    Homosexualität ist einvernehmliche Liebe zwischen Erwachsenen (bzw. ab 16 Jahren). Darum geht es z.B. hier auf queer.de

    Pädophilie ist Kindesmissbrauch. Das ist das systematische Problem der Kirche. (Und nebenher der beste Beleg dafür, dass die Unterdrückung des Grundbedürfnisses Sexualität, wie es die kirchliche Moral (gerade von Priestern) fordert, zu psychischen Störungen führt.)

    Dass die Kirche jahrzehntelang (vermutlich sogar jahrhundertelang) weggeschaut hat und immer noch so viel wie möglich vertuscht und Kinderschänder in den eigenen Reihen nur in andere Bistümer versetzt, statt sie fristlos zu entlassen, ist schon schlimm genug. Dass die dann aber auch noch versuchen, uns für deren eigene Verbrechen und die Perversionen von deren Kirche verantwortlich zu machen, zeugt von komplettem Realitätsverlust.
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#6 SodomUndGomorrhaAnonym
  • 04.10.2018, 14:48h
  • "Homosex-Täter"
    ???

    Ah, einfach ein Wort erfinden und das Thema ist erledigt? Wer schon diese Bezeichnung in Bezug auf diese unmenschliche Tragödie verwendet, ist am ehesten "verrückt" - im wahrsten Sinne!
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#7 SchleicheRAnonym
  • 04.10.2018, 14:52h
  • Antwort auf #5 von Simon H
  • ICH WILL ENDLICH EINE SONDERKOMMISSION FÜR DIESE STRAFSACHEN IN DER KIRCHE!!!
    Sorry, das musste mal raus!

    Wir lassen hier doch auch keine Straftäter die Verbrechen anderer untersuchen, sondern das macht die Kriminalpolizei!
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#8 Sukram712Anonym
  • 04.10.2018, 15:28h
  • Die Homosexuellen sind Schuld! Dann hat die Kirche keine Verantwortung, sondern die arme Kirche, das wahre Opfer, wurde von Homosexuellen unterwandert und missbraucht. Die Schwulen und ihre Homo-Lobby müssen bekämpft werden. Das hat die Kirche doch schon immer gesagt.

    Ich bin sicher darauf kann sich die Kirche schnell einigen und die Welt ist wieder in Ordnung... :)
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#9 SchwTAAnonym
  • 04.10.2018, 16:07h
  • Liebe Leute, ich fürchte, man macht sich das Ganze oft zu einfach.

    Für "die" Katholen ist es simpel: die meisten Opfer des Missbrauchs sind männlich, die meisten Täter auch, also sind die Schwulen Schuld und müssen ausgerottet werden, zumindest in ihren Reihen - so oder ähnlich drücken sich meine "ganz speziellen Freunde" bei kath-net aus, die sich gerade darüber echauffieren, dass man in den USA einen Priester suspendiert hat, der letztendlich unter Bittgebeten eine Regenbogenflagge hat abfackeln lassen (
    www.kath.net/news/65348
    ).

    Für "die" LGBTLer hier und anderswo ist es auch simpel: aufgrund der verquasten Moralvorstellung der Katholen wird dem Kindesmissbrauch Tür und Tor geöffnet, also ist die Kirche schuld, und man wolle vom Skandal ablenken, indem man aus schwulen Priestern den Buhmann mache.

    Das bringt uns nicht wirklich weiter, finde ich zumindest, da das Phänomen des Kindmissbrauchs insofern komplexer ist als oben dargestellt, und wollen wir nach effizienten Lösungen suchen, müssen wir uns der Komplexität des Themas bewusst werden.

    Um das Ganze zu entwirren, reicht weder meine Zeit noch der hier gegebene Rahmen; stattdessen empfehle ich Euch, Euch bei Wikipedia zur Thematik "Kindesmissbrauch" schlauzumachen und auch querzulesen. Dann wird unter anderem klar, dass es festgelegte Altersgrenzen für "echten" Kindesmissbrauch gibt (nämlich 14 Jahre), dass im allgemeinen deutlich häufiger Mädchen zu Opfern werden, dass der Anteil von tatsächlich Pädophilen nur ca. 10 % aller Missbrauchsfälle ausmacht (der überwiegende Rest soll wohl "normalerweise" auf Erwachsene stehen, aber Kinder sind einfacher "verfügbar" - auch wenn das wirklich widerlich klingt), und dass in der Kirche schon die meisten Täter schwul sind, aber nur einen Prozentsatz aller schwulen Priester ausmachen, usw usw.

    Das Leben ist halt nicht schwarz-weiß, und seit einigen Jahren ist bei der Menschheit angekommen, dass das Leben komplex ist - get over it!

    Ich zumindest wünsche mir eine Verurteilung der tatsächlichen Täter, eine möglichste gute Wiedergutmachung bei den Opfern (sofern das überhaupt möglich ist), effiziente Ansätze zur Prävention, auch in Kirchen, und eine sachliche Diskussion auf allen Seiten.
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#10 JennisAnonym
  • 04.10.2018, 16:07h
  • Die Institution des Zölibat zieht vor allem solche Männer an welche eine unsichere Sexualität haben oder welche eine Präferenzstörung wie Pädophilie haben oder schlicht weil sie die gesellschaftlich erwartete heterosexuelle Ehe umgehen wollen.

    Ich denke früher war es tatsächlich so dass proportional gesehen auch viele Schwule Priester wurden, denn damals war es fast vorprogrammiert als Mann im Laufe des Lebens eine Frau zu heiraten. Offen schwul konnte man kaum sein und so haben einige im Zölibat eine Zuflucht gesehen um der gesellschaftlichen Erwartung eines heterosexuellen Lebens/ Ehe entgehen zu können.
    Daher kann ich mir schon vorstellen dass einige der Missbraucher von männlichen Jugendlichen insgeheim schwul waren.
    Man muss aber die Ursachen betrachten und diese sind ein feindliches Klima gegen alles was nicht Norm- heterosexuell war umd welches die Menschen in den Zölibat getrieben hat.
    Natürlich ist jeder Missbraucher selber schuld an seinen Taten, aber das heteronorme Umfeld und die katholische Kirche tragen definitiv eine Mitschuld oder sind sogar die Ursache des Ganzen.
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