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Leipzig

BAMF will lesbische Romni mit Behinderung abschieben

Eine beinamputierte Frau aus Albanien erhält in Deutschland kein Asyl. Selbst dass ihr in ihrem Heimatland Freiheitsberaubung durch ihre homophobe Familie droht, sieht das BAMF nicht als Problem an.


Bei vielen verfolgten Homosexuellen sieht das BAMF keinen Anlass auf Gewährung von Asyl (Bild: flickr / bertk212 / by 2.0)

Das Queer Refugees Network Leipzig schlägt Alarm: Wie die Hilfsorganisation am Donnerstag meldete, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine von ihr betreute Geflüchtete aus Albanien abgelehnt, obwohl diese dringend auf Hilfe angewiesen sei. Bei "Frau M." handelt es sich um eine Romni, also ein Mitglied der in Albanien massiv diskriminierten Roma-Minderheit, der durch einen schweren Minen-Unfall in ihrer Kindheit beide Beine und Teile einer Hand amputiert worden waren. Durch den Unfall hatte hatte die Frau schwerwiegende Verletzungen im Bauchraum erlitten. Folgen sind kognitive und sprachliche Einschränkungen sowie eine schwere Posttraumatische Belastungsstörung.

Die Familie der Frau kommt laut den Queer Refugees aus einer ländlichen Region, ist sehr arm und äußerst homophob eingestellt. Ihr blieben in ihrer Heimat medizinische Unterstützung sowie Bildung trotz enormen eigenen Einsatzes fast gänzlich verwehrt. Prothesen erhielt sie von einer US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation. Neben der Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit wurde sie dann Opfer von Gewalt und Freiheitsberaubung, als ihre Familie von ihrer Homosexualität erfuhr.

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BAMF nennt Freiheitsberaubung "wohlgesonnen"

Von ihrer Familie wurde "Frau M." wegen ihrer sexuellen Orientierung isoliert und misshandelt und hatte durch ihre körperlichen Einschränkungen keine Möglichkeit, sich an die Polizei zu wenden. Die Freiheitsberaubung der gewalttätigen Familie wertet das BAMF als "grundsätzlich wohlgesonnen und (dass) sie die Antragstellerin nur eingeschlossen haben, um sie nach Auffassung der Eltern zu schützen". In dieser Zeit unternahm "Frau M." mehrere Suizidversuche.

Die Geflüchtete war mit einem angeblichen Unterstützer nach Deutschland gekommen, der sich hier als ihr Ehemann ausgab. Auch in Deutschland erlebte sie massive Gewalt als lesbische geflüchtete Frau mit Behinderung, die keine Sprache außer Albanisch spricht. Die Queer Refugees berichteten von Zwangsprostitution und Freiheitsberaubung in der Asylunterkunft. Immer wieder wandte sie sich an die Sozialberatung und versuchte zu erklären, dass dies nicht ihr Mann sei und dass er ihr Gewalt antue. Ihr sei dort etliche Male der Schutz verwehrt und gesagt worden, "es habe negative Konsequenzen, falls sie dies nun dem BAMF mitteilen würde", so die Queer Refugees.

Geflüchtete ist selbstmordgefährdet

Die psychische Situation von "Frau M." gelte als "überaus belastet und labil" – sie sei "suizidal", so die Queer Refugees. Es liegt eine ärztliche Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1) vor. Zudem befinde sich die Frau aufgrund des unsicheren Wohnverhältnisses, der fehlenden medizinischen Versorgung sowie der drohenden Gefahr einer Abschiebung in einer anhaltend traumatisierenden Situation. "Bei Abschiebung wäre sie erneut von Gewalt durch ihre Familie, aber auch durch den bereits abgeschobenen Täter bedroht".

"Der Fall von Frau M. zeigt eindrücklich, dass es für Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern schier unmöglich ist, einen Schutzstatus in Deutschland zu bekommen, obwohl ihre konkrete Situation nachgewiesenermaßen nicht sicher ist", beklagte die Hilfsorganisation. "Wir appellieren an die zuständigen Behörden, eine Abschiebung der schwer traumatisierten und eingeschränkten lesbischen Romni zu verhindern."

Immer wieder wird das BAMF wegen Abschiebebescheiden für verfolgte Homosexuelle kritisiert. Bärbel Kofler, die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, gibt offen zu, dass die Mitarbeiter nicht genug für queere Flüchtlinge sensibilisiert seien (queer.de berichtete). (pm/cw)



Eingetragene Partnerschaften in Albanien?

In Albanien wird auf Initiative des Europarates über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften und die Verbesserung der Situation von Transgendern debattiert.
#1 Simon HAnonym
  • 04.10.2018, 14:31h
  • Das zeigt wieder mal, dass Union und SPD dreist lügen, wenn sie behaupten, auch mit "sicheren Herkunftsstaaten" und ohne gesetzlich festgeschriebene Ausnahmen für verfolgte LGBTI würde nach Einzelfallprüfung kein LGBTI abgeschoben...

    LGBTI werden sehr wohl abgeschoben. Selbst wenn ihnen Verfolgung droht.

    Und man sieht auch wieder mal eines:
    wenn es nicht gesetzlich festgeschrieben ist, wird es auch nicht gemacht.
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#2 SchrecklichAnonym
  • 04.10.2018, 15:02h
  • Das kann frau sich ja gar nicht mehr vorstellen :-( Die arme Frau.

    Daran ist wieder zu erkennen, dass sexuelle Belästigung auch in Deutschland immer noch gedeckt wird.

    Sie soll es bloß nicht mitteilen?? Warum zum Kuckuck nicht? Es wurde gegen das Gesetz verstoßen - selbstverständlich darf sie sich äußern, schon alleine aufgrund ihres Rechts auf Selbstschutz!

    Das sind falsche Machtausübungen und es missfällt mir. Wer sich daneben benimmt, hat selbst Schuld und nicht das Opfer!

    Helft dieser Frau, zum Kuckuck.
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#3 ErwinAnonym
#4 NickiAnonym
  • 04.10.2018, 20:50h
  • Mein Ex ist Albaner und wenn wir seine Stadt besucht haben war er dort als Schwuler recht offen, bzw. hat keinen heterosexuellen Schein bewahrt
    Ob aus Albanien daher grundsätzlich die Zugehörigkeit zu LGBTI einen Fluchtgrund darstellen sollte ist fraglich, aber natürlich muss das einzeln geprüft werden. Kommt auch dort vielleicht auf die Region an und in ländlichen Gebieten sieht das noch mal anders aus. Das gilt für die LGBtI sowie die Roma Zugehörigkeit. Aber extrem homophobe Familien gibt es leider überall und auch im Südosten Europas gibt es lgbti Organisation die helfen können. Ich weiß dass die Situation dort eine ganz andere ist als hier in Deutschland, aber Albanien ist nicht Zentralafrika und ich finde man kann nicht Deutschland für alle Problemlagen der Welt verantwortlich machen. Denn das rigorose und unkontrollierte Einwandern oft ohne oder mit gefälschten Pässen führt zu solchen Situationen wie im Text beschrieben. Selbst hier muss die Frau noch Gewalt erfahren weil die Flüchtlingsheime überfüllt sind und die Straftäter dort fast nie abgeschoben werden. Auf kosten der Schwächsten in den Einrichtungen, Kindern und behinderten Menschen. Die Frage ob es nicht sinnvoller wäre Leuten wie dieser Frau im eigenen Land zu helfen, mit den Geldern und Institutionen die man hier eh für die Flüchtlingshilfe ausgibt stellt sich.
    Außer in Kriegsgebieten, wo der Fluchtgrund natürlich gegeben ist, bin ich dafür in den Ländern wie Albanien usw. Hilfe vor Ort zu leisten. Zum Beispiel in von Europa finanzieren Schutzzentren in den jeweiligen Ländern.
    Wie es jetzt läuft ist es auf jeden Fall katostrophal.
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#5 SchrecklichAnonym
#6 SchrecklichAnonym
  • 04.10.2018, 22:27h
  • Antwort auf #4 von Nicki
  • Und du meinst, dass das total unproblematisch ist, wenn diese Frau zurück in ihr Heimatland geht, nachdem ein Mann sich dazu entschlossen hatte, sich als ihr Mann auszugeben und dann ebenfalls nicht für ihren Schutz sorgte?
    Genau, einfach wieder ins Heimatland zurück, wo sie dann wieder Freiheitsberaubung ausgesetzt ist und ihrer homophoben Familie.

    Super Idee.
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#7 TheDadProfil
  • 04.10.2018, 23:52hHannover
  • Antwort auf #3 von Erwin
  • ""Dir ist schon klar das die sexuellen Belästigungen in der Flüchtlingsunterkunft geschahen.""..

    ""Die Queer Refugees berichteten von Zwangsprostitution und Freiheitsberaubung in der Asylunterkunft. Immer wieder wandte sie sich an die Sozialberatung und versuchte zu erklären, dass dies nicht ihr Mann sei und dass er ihr Gewalt antue. Ihr sei dort etliche Male der Schutz verwehrt und gesagt worden, "es habe negative Konsequenzen, falls sie dies nun dem BAMF mitteilen würde", so die Queer Refugees.""..

    Dir ist schon klar daß Du mit diesem Unsinn versuchst der Frau die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, die eindeutig der Leitung der Einrichtung gehört, denn diese haben es versäumt die Frau vor dem Mann zu schützen, und haben sich mindestens der DULDUNG von Straftaten schuldig gemacht !
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#8 TheDadProfil
  • 04.10.2018, 23:57hHannover
  • Antwort auf #4 von Nicki
  • ""Ob aus Albanien daher grundsätzlich die Zugehörigkeit zu LGBTI einen Fluchtgrund darstellen sollte ist fraglich, aber natürlich muss das einzeln geprüft werden. Kommt auch dort vielleicht auf die Region an und in ländlichen Gebieten sieht das noch mal anders aus. Das gilt für die LGBtI sowie die Roma Zugehörigkeit. Aber extrem homophobe Familien gibt es leider überall und auch im Südosten Europas gibt es lgbti Organisation die helfen können. Ich weiß dass die Situation dort eine ganz andere ist als hier in Deutschland, aber Albanien ist nicht Zentralafrika und ich finde man kann nicht Deutschland für alle Problemlagen der Welt verantwortlich machen.""..

    Der Widerspruch in Deinen Aussagen fällt Dir dann weshalb genau nicht auf ?

    ""Ob aus Albanien daher grundsätzlich die Zugehörigkeit zu LGBTI einen Fluchtgrund darstellen sollte ist fraglich, aber natürlich muss das einzeln geprüft werden.""..

    Punkt..
    Alles weitere was Du dazu noch angeführt hast ist bis zur Klärung dieses Einzelfalles irrelevant..

    Ebenso wie grundsätzlich die Frage ob Albanien, die Türkei oder gar die USA ein "sicheres Herkunftsland" darstellen, wenn sich erweist das in einigen Familien-Strukturen Verfolgung an der Tagesordnung ist !

    Denn was hieße das dann im Umkehrschluß ?

    Ein in seiner Familie verfolgter Bürger der BRD genießt nirgendwo Asyl oder auch nur Schutz, denn der kommt ja aus einem solchem "sicherem Land"..

    In denen UNSICHERE Familien wohnen !
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#9 TheDadProfil
  • 05.10.2018, 00:05hHannover
  • Antwort auf #4 von Nicki
  • Nachtrag zum Bullshit-Bingo :

    ""Denn das rigorose und unkontrollierte Einwandern oft ohne oder mit gefälschten Pässen führt zu solchen Situationen wie im Text beschrieben.""

    Es darf hier bezweifelt werden das es eine "unkontrollierte Einwanderung" gibt..
    Selbst wenn, dann wäre diese nicht ursächlich für das Versagen der Einrichtungsleitung !

    ""Selbst hier muss die Frau noch Gewalt erfahren weil die Flüchtlingsheime überfüllt sind und die Straftäter dort fast nie abgeschoben werden.""

    Zusammengewürfelter Unsinn !

    Es gibt keine "überfüllten Flüchtlingsheime" die als Grund dafür herhalten müssen warum die Einrichtungsleitung hier versagt hat, und die Frau dann auch noch dazu bewegt ihre Aussagen bezüglich des "falschen Ehemanns" "bloß nicht" dem BAMF mitzuteilen !

    ""Auf kosten der Schwächsten in den Einrichtungen, Kindern und behinderten Menschen. Die Frage ob es nicht sinnvoller wäre Leuten wie dieser Frau im eigenen Land zu helfen, mit den Geldern und Institutionen die man hier eh für die Flüchtlingshilfe ausgibt stellt sich.""..

    Es ist nicht der Job des BAMF oder einer Flüchtlings-Einrichtung Hilfe-Strukturen in europäischen Ländern aufzubauen, um sich mit deren Hilfe Asylbewerber*innen "vom Hals zu schaffen"..
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#10 AlbanianLoveAnonym
  • 05.10.2018, 01:21h
  • Antwort auf #5 von Schrecklich
  • Vielleicht sollten Sie einmal verstehen, was Asylrecht bedeutet!
    Asyl war einmal gedacht für politisch verfolgte Menschen.
    Überall auf der Welt, in jeder Gesellschaftsschicht, egal ob Arm oder Reich, kann es Diskriminierungen und Gewalt geben.
    Ja, für die Frau ist ein Leben in Albanien fürchterlich!
    Aber dass es dort keine guten oder ausreichenden Hilfsangebot für sie gibt, das liegt vor allem an der Armut des Landes, und nicht nur an der Gesellschaft.
    Nur reiche Länder wie Deutschland können sich den Luxus bestimmter sozialer Dienstleistungen erlauben.
    Arm zu sein ist kein Asylgrund! Daher gibt es für diese Frau keinen AsylGrund!
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