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YouGov-Umfrage

Schwulen Lehrer gefeuert: Deutsche lehnen katholische Diskriminierung ab

Eine große Mehrheit der Bundesbürger hält die Ablehnung eines beliebten Lehrers wegen seiner Homosexualität in einem katholischen Gymnasium für nicht gerechtfertigt – sogar AfD-Wähler sprechen sich gegen die Diskriminierung aus.


Im Gymnasium Mariengarden werden homosexuelle Lehrer nicht gern gesehen (Bild: Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, OMI)

Die Deutschen haben kein Verständnis für die Diskriminierung Homosexueller im kirchlichen Arbeitsrecht. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen YouGov-Umfrage.

Konkret ging es um die Nichtanstellung eines schwulen Referendars durch ein katholisches Gymnasium im Münsterland, dem vom Arbeitgeber vorgeworfen worden war, wegen einer geplanten gleichgeschlechtlichen Ehe keine Loyalität gegenüber der katholischen Kirche zu haben. Gegen den Schritt protestierten auch mehrere hundert Schüler des Gymnasiums (queer.de berichtete).

Der Umfrage zufolge halten 22 Prozent aller Befragten die Entscheidung des Gymnasiums für sehr oder eher gerechtfertigt. 63 Prozent gaben dagegen an, diese Entlassung sei "nicht gerechtfertigt". 15 Prozent haben zu dem Thema keine Meinung.


Alle Ergebnisse der Umfrage finden sich hier (Bild: YouGov)

Insgesamt haben Männer weniger Probleme mit der Diskriminierung Homosexueller durch die katholische Kirche: Von ihnen gaben 29 Prozent an, die Entlassung sei gerechtfertigt, aber nur 16 Prozent der Frauen.

Bei Anhängern aller im Bundestag vertretenen Parteien gibt es keine Mehrheit für den Rausschmiss des Lehrers. Am wenigsten Verständnis äußerten die Anhänger der Grünen (14 Prozent), gefolgt von den Fans der Linkspartei (16 Prozent) und der SPD (17 Prozent). Auch bei FDP- (28 Prozent), Unions- (30 Prozent) und AfD-Anhängern (40 Prozent) spricht sich nur eine Minderheit für die kirchliche Diskriminierung aus.

Anders als andere Arbeitgeber müssen sich kirchliche Einrichtungen nicht an das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz halten, das die Diskriminierung von LGBTI verbietet – selbst wenn der Arbeitsplatz fast vollständig vom Steuerzahler finanziert wird. Dieses generelle Recht auf Diskriminierung ist allerdings vergangenen Monat vom Europäischen Gerichtshof als Verstoß gegen EU-Recht geahndet worden (queer.de berichtete). (dk)



#1 SchleicheRAnonym
  • 04.10.2018, 14:47h
  • Ja, dann wirds Zeit, dass die Kirche endlich staatliches Arbeitsrecht aufgedrückt bekommt. außerdem wird es Zeit, dass die Kirche endlich mal auf eigenen Füßen steht und nicht am Nuckel des Staates hängen muss. Also totale Säkularisierung: Kirche ist Kirche und Staat ist Staat. Im Vatikan können die machen, was die wollen. In meinem Land hat sich auch dir Kirche an demokratische Gesetze zu halten.
    Auch aus dem Rundfunkrat hat sie sich zurück zu ziehen, da sie bereits eigene TV-Sender betreibt.

    Und wenn die Indoktrination der Kirche dann endlich wieder zu klareren Köpfen führt, dann sehen die Leute auch ein, dass Religion eine Art psychische Störung ist, genau wie der Glaube an den Weihnachtsmann oder den Osterhasen. Religion führt zu irrationalem Verhalten und Irrationalität ist eben irre *g*.
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#2 TimonAnonym
  • 04.10.2018, 14:52h
  • Union und SPD haben damals bei der Konstruktion des AGG darauf geachtet, dass Kirchen weiter diskriminieren dürfen.

    Und jetzt sorgen Union und SPD dafür, dass das nicht geändert wird und so bleibt.

    Was interessiert Union und SPD schon, was der Souverän (das Volk) will, wenn man lieber den Kirchen und anderen Ewiggestrigen in den Arsch kriechen kann.
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#3 swimniAnonym
#4 Simon HAnonym
  • 04.10.2018, 18:30h
  • Antwort auf #3 von swimni
  • Ja, es ist echt ein Skandal, dass die Kirche sich einfach ihr eigens Recht geben kann, eine Paralleljustiz aufbaut, etc.

    In einem demokratischen Rechtsstaat hat für alle Individuen, Vereine, Organisationen, Unternehmen, etc. das gleiche Recht zu gelten. Punkt.

    Solange das nicht gilt, ist Deutschland kein wirklicher Rechtsstaat.
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#5 Simon HAnonym
  • 04.10.2018, 18:36h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Wann haben sich Union und SPD jemals für den Willen des Volks-Souveräns interessiert?

    Ich frage mich ja auch immer, was die Kirche über Union und SPD weiß, dass sie die so in der Hand hat und die nach deren Pfeife tanzen. Die meisten Politiker kommen einem ja nur noch wie Marionetten der Kirche vor. Oder machen die das wirklich aus Überzeugung? (Was es auch nicht besser machen würde.)
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#6 TheDadProfil
  • 05.10.2018, 00:08hHannover
  • ""Bei Anhängern aller im Bundestag vertretenen Parteien gibt es keine Mehrheit für den Rausschmiss des Lehrers. Am wenigsten Verständnis äußerten die Anhänger der Grünen (14 Prozent), gefolgt von den Fans der Linkspartei (16 Prozent) und der SPD (17 Prozent). Auch bei FDP- (28 Prozent), Unions- (30 Prozent) und AfD-Anhängern (40 Prozent) spricht sich nur eine Minderheit für die kirchliche Diskriminierung aus.""..

    Alle diese Zahlen müssen einem Sorge bereiten..

    Der Anteil der FDP ist schon unerträglich, der Anteil bei der Linken und den Grünen aber kaum besser..

    Wann lernen die Menschen eigentlich das es KEINEN vernünftigen Grund FÜR Diskriminierung gibt, aber jede Menge gute Gründe dagegen ?
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#7 Homonklin44Profil
  • 05.10.2018, 06:25hTauroa Point
  • Sämtliche Zuwendungen aus staatlichen Leistungen entziehen, und nur noch Oblaten (Hostien) zu essen geben.

    Der Herr wird's servieren oder sein lassen. Je nachdem, ob die häufig genug beten. :o)
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#8 PierreAnonym
  • 05.10.2018, 11:44h
  • Dass im Jahr 2018 die Kirche in Deutschland immer noch über dem Gesetz steht und in einer Herrschaft der Willkür tun kann, was niemand sonst dürfte, ist ein Skandal.

    Wann wird Deutschland endlich ein echter Rechtsstaat, wo ein Recht für alle gilt?
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#9 Rechtsruck-WatchAnonym
  • 05.10.2018, 12:40h
  • Antwort auf #8 von Pierre
  • >>>Wann wird Deutschland endlich ein echter Rechtsstaat, wo ein Recht für alle gilt?

    Wenn wir die bevorzugte Bahndlung der sogenannten "Kirchen" abschaffen.
    Wenn wir religiöse Äußerungen auf den Privatbereich beschränken.
    Wenn wir die staatlichen Apanagen für sogenannte "Bischöfe" usw. einstellen.

    Und als Maximalforderung vielleicht noch, wenn wir ein Berufsverbot für Religioten in weltlichen Ämtern aussprechen; das fände ich nur angemessen angesichts der Perfidität, mit der diese Leute sich bei Angelegenheiten, die sie nichts angehen, immer wieder vorlaut zu Wort melden.
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#10 Patroklos