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Pop-Jazz-Spektakel

Dr. Swing is back!

Entertainer, Big-Band-Leader und Crooner Tom Gaebel hat mit "Feels Like Home" ein neues Album veröffentlicht.


(Bild: Christoph Kassette)
  • 5. Oktober 2018, 07:42h, noch kein Kommentar

Alles begann unter der Dusche! Zumindest jener Lebensabschnitt, den man heute Karriere nennt. Tom Gaebel, seinerzeit Student des Conservatorium Amsterdam war nämlich ein veritabler Badezimmer-Caruso, oder sollten wir genauer sagen: Badezimmer-Sinatra. Dort nämlich, unter Wasser, sang Tom die großen Songs seines großen Idols. Und die Kommilitonen, mit denen er sich die WG-Miete teilte, ermutigten ihn. "Du, Tom, das klingt echt cool", sagten sie über Kaffee und Müsli hinweg, als Musikstudenten ja Männer vom Fach. Und so wurde aus dem Instrumentalisten Tom Gaebel – eingeschrieben für Posaune und Schlagzeug – der Sänger Tom Gaebel, der sein Studium im Hauptfach Jazzgesang mit Diplom abschloss – cum laude, für die, die es interessiert.

Das war 2001. Inzwischen zählt Tom Gaebel zu den Besten seines Faches – als Entertainer, Big-Band-Leader und Crooner. Im Herbst 2018 erscheint mit "Perfect Day" sein inzwischen achtes und wohl persönlichstes Album. Und um dieses Prachtstück geht es hier in erster Linie, bestückt mit 13 Songs – dreieinhalb davon Adaptionen, ansonsten ausschließlich Originale. Mit diesem Album haben Tom, sein Echo-bepreister Produzent Vincent Sorg sowie die beteiligten Musiker einen musikalischen Kurs abgesteckt, der direkt in Tom Gaebels Welt führt – jenen Kosmos zwischen lässig vorgetragenem, fingerschnippend-gutem Big-Band-Swing, gehobenem Easy Listening und eindrucksvollem Pop-Jazz-Spektakel. Ob nachdenklich-feines Crooning oder große, theatralische Freddie-Mercury-Geste, ob James-Bond-Anklänge, ob kongeniale Elvis-Impersonation mit seinen Musik-Kollegen und Gaststars von den Baseballs bei "What About Love" – dieser Tom Gaebel hat all seine Lektionen gelernt und brilliert als Sänger und Entertainer nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Studio.

Es gibt nur einen, aber der kann einfach alles: lässig vorgetragener, fingerschnippend-guter Big-Band-Style, gehobenes Easy Listening und eindrucksvolle Pop-Jazz-Spektakel…

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Gute-Laune-Musik der Premium-Klasse


Das neue Album "Feels Like Home" von Tom Gaebel ist am 28. September 2018 erschienen

Das beweist "Perfect Day", entstanden in Vincent Sorgs Principal Studios auf dem platten Land. "Wir kennen uns von der Schule, waren als Teenager in rivalisierenden Rockbands", erinnert sich Tom. Sorg ist Produzent und Co-Autor und bremst den besessenen Perfektionisten Gaebel, der eine Stelle zum hundertsten Mal neu singen will, bisweilen mit sanftem Druck ein. Das Ergebnis lässt sich nicht nur hören, sondern auch sehen: Vom Cover, das von der Farbgebung bis zur Bildgestaltung an die 50er Jahre gemahnt, über den Titel – 'Perfect Day', was sonst?! – bis hin zu jedem einzelnen Song stellt Tom klar: "I'm here to entertain you!".

Gaebel, geboren 1975 in Gelsenkirchen und aufgewachsen in Ibbenbüren, kam dank seiner Familie früh in Kontakt mit Musik. "Das war bei uns zuhause immer Thema. Jeder spielte ein Instrument." Tom bekam eine Geige in die Hand gedrückt und zwölf Jahre Unterricht. Posaune und Schlagzeug wählte er dann selber. "Es ist schon lustig. Wir sind nie bei den Instrumenten geblieben, die unsere Eltern für uns vorgesehen hatten." Doch der Weg war geebnet für eine musikalische Laufbahn. Tom geigte im Schul-Orchester, reiste als Posaunist mit dem JugendJazzOrchester nach China oder trat noch während seines Studiums beim legendären Montreux Jazz Festival auf – es würde den Rahmen sprengen, wollte man hier alle Einzelheiten aufzählen.

Tom Gaebel ist einer der komplettesten Sänger, die die Branche zu bieten hat. Er hat nicht nur das Aussehen und den Charme eines veritablen Entertainers, sondern auch die musikalische Kompetenz und jenen X-Faktor, der wirkliche Stars auszeichnet. Sich hinters Mikro zu stellen, im Rücken eine vielköpfige Band – das schüchtert ihn nicht ein, sondern macht ihm Freude. Das spürt man als Hörer und Konzertbesucher. Er erledigt seinen Job mit einer Leichtigkeit, die zurückweist zum Rat Pack, Bert Kaempfert und dem frühen James Last. "Fingerschnippende Grandezza" – so könnte man Stil und Herangehensweise des Tom Gabel beschreiben. Er liebt und beherrscht das Schmachtfetzige dramatischer James-Bond-Songs, die lässige Showtreppen-Eleganz eines Dean Martin und die coole Präzision seines Helden Sinatra.

Direktlink | Offizielles Video zu "Feels Like Home"

Das Debüt "Introducing: Myself" (2005) markiert den Startpunkt. Meistermacher Stefan Raab suchte und fand damals einen Sinatra-Adepten und engagierte Tom für seine "TV-total-Silvester-Gala" und die "TV-total-Jazznight". "Zwei Fernseh-Events, auf die ich bis heute angesprochen werde", erinnert sich Tom. Er hatte dann bald auch seinen Spitznamen weg – Dr. Swing – und der beschreibt, was Tom kann: Stimmbeherrschung, Intonation, Phrasierung, Jazz-Sentiment und Pop-Gestus, Sinn für mitreißende Melodien und großes Entertainment. Präzision und Gefühl! In der Folge: Unzählige Auftritte auf renommierten Festivals und in großen TV-Sendungen, umjubelte Tourneen und mit Preisen ausgezeichnete und Edelmetall überzogene Schallplatten/CDs. Das biografische Kleinklein des Google-Wissens ersparen wir uns hier.

Klar wurde und klar ist: Gaebel gehört ins Rampenlicht. Ganz nach vorne, auf die große Bühne, vor das ganz große Publikum. Und mit "Perfect Day" ist dieser Schritt Richtung Mainstream ein Spaziergang, das pure Vergnügen. DorisKaempfert, die Enkelin von Bert Kaempfert gab ihm die Erlaubnis einen Text auf den Instrumental-Titel "Why Can't You And I Add Up To Love" zu schreiben. "Es war ganz einfach: Ich schickte ihr den Text zu, wir telefonierten und die Sache war geritzt." Herausgekommen ist ein wunderbares Stück Easy Listening mit der ebenso hübschen wie talentierten Schauspielerin Natalia Avelon als naiv hauchender, im Stile einer Bardot oder Birkin agierender Duett-Partnerin. "Taking Back My Crown" ist großes Kino: fette Bläser ("alles immer echt"), Geigen-, Spieluhr-Momente und dramatische Aufwärts-Bewegung.

Was Gaebel und seine Mitspieler aus "Eye Of The Tiger", dem Signature-Song der "Rocky" Filme, gemacht haben, das ist einfach nur spektakulär. Akkordeon und Mandoline verzaubern als charmante Musette-Anklänge in "The Best Things In Life Are Free"; der Bläser getriebene Powerkick-Anfang von "Can't Take My Eyes Off You", das Latino-Amerikanische von "You Make Me Feel" – jeder der 13 Songs entführt uns in eine eigene Welt und alle verbreiten nichts als gute Laune. (cw/pm)