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Umfrage

Queere Briten wollen Brexit verhindern

Eine überwältigende Mehrheit der LGB-Bevölkerung auf der Insel will in Europa bleiben. Fast drei Viertel sprechen sich daher dafür aus, einen weiteren Volksentscheid zum EU-Austritt abzuhalten.


LGBTI-Aktivisten befürchten, dass ein Großbritannien außerhalb Europas Minderheitenrechte weniger achten könnte (Bild: Matt Brown / flickr)

Laut einer neuen Umfrage ist die Zustimmung zur Europäischen Union unter schwulen, lesbischen und bisexuellen Briten weit höher als unter Heteros. In der am Donnerstag veröffentlichten YouGov-Umfrage unter Mitgliedern der LGB-Community erklärten 70 Prozent, sie würden bei einer erneuten Abstimmung für die Mitgliedschaft in der EU stimmen, während 30 Prozent Europa verlassen wollen. Bisexuelle und lesbische Frauen unterstützen den 28 Mitglieder zählenden Staaten-Verbund mehr als bisexuelle und schwule Männer (76 Prozent gegenüber 66 Prozent). Unter Heterosexuellen liegt der Anteil der EU-Befürworter laut YouGov derzeit nur bei 52 Prozent.

Beim Brexit-Referendum hatten im Juni 2016 knapp 52 Prozent der Briten für den Austritt aus der EU gestimmt. Unter der LGB-Bevölkerung lag die Zustimmung zum Brexit damals bei 40 Prozent.

77 Prozent der schwulen, lesbischen und bisexuellen Befragten glauben, dass der Brexit ihr privates Leben beeinflussen werde. Dabei haben die Befragten wenig Vertrauen in ihre Politiker: 84 Prozent erklärten, dass Brexit chaotisch gemanagt werde. Nur 13 Prozent gaben an, sie glaubten an einen guten Austrittsvertrag zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Die Umfrage war von YouGov im Auftrag der Pro-EU-Lobbygruppe "People's Vote" unter 1.500 Lesben, Schwulen und Bisexuellen durchgeführt worden.

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Warnungen vor negativen Auswirkugen auf LGBTI durch Brexit

Forscher der Universität Bristol haben kürzlich in der Analyse "Brexit – The LGBT Impact Assessment" (PDF) vor negativen Auswirkungen des EU-Austritts für queere Menschen in Großbritannien gewarnt. So gebe es keinen britischen Ersatz für die Charta der Grundrechte der Europäischen Union, die vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung schützt.

Viele LGBTI-Organisationen setzen sich bereits seit längerem dafür ein, den EU-Austritt nicht umzusetzen. "Der Brexit wird unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit LGBT-Gruppen und Regierungen in der EU kaputt machen, die so viele Fortschritte für unsere Communitys auf dem Kontinent gebracht hat", erklärte etwa der bekannte Aktivist Peter Tatchell. "Das Königreich muss daher in der EU bleiben, um die von der EU-Grundrechtecharta garantierten Rechte und Freiheiten für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten zu schützen und zu sichern." Er rief daher alle queeren Briten auf, bei einer proeuropäischen Großdemonstration der Organisation "People's Vote" am 20. Oktober in London teilzunehmen.

Bislang hat die britische Regierung einen erneuten Brexit-Volksentscheid stets abgelehnt. Premierministerin Theresa May erklärte wiederholt, dass die erste Abstimmung endgültig sei ("Brexit bedeutet Brexit"). Proeuropäische Aktivisten betonten jedoch, dass Brexit-Befürworter die Abstimmung nur wegen bewusster Irreführung und Regelverstößen bei Kampagenspenden gewonnen hätten. Nach derzeitigem Stand verlässt das Vereinigte Königreich am 29. März 2019 die Europäische Union. (dk)



#1 Ralph
  • 05.10.2018, 17:33h
  • Soll es dann künftig alle zwei Jahre eine neue Abstimmung in Großbritannien geben - mal rein, mal raus? Kommt nicht in Frage. Sie haben entschieden, sie wollen raus. Dann müssen sie jetzt auch gehen und die Konsequenzen ihrer Mehrheitsentscheidung tragen. Fertig. Das ist für manche bitter. Dazu mögen Schwule und Lesben gehören, zweifellos auch Nordiren und vor allem die Schotten. Aber Demokratie ist halt mal Mehrheitsentscheidung, und wenn die Würfel gefallen sind, dann sind sie gefallen. Die Briten können nicht auf alle Zukunft hinaus sämtliche anderen Europäer zum Narren halten nach dem Motto: Wenn ihr nicht tut, was wir wollen,dann treten wir aus, und wenn es uns dann doch nicht passt, treten wir wieder ein,dann wieder aus und wieder ein usw. usf.
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#2 AndreasAnonym
  • 05.10.2018, 19:00h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Blödsinn, Demokratie bedeutet, dass mündige Bürger Entscheidungen treffen! Und eine solche Entscheidung kann sein, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. (Insbesondere Fehler, die durch Manipulation und Betrug begangen wurden.)
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#3 KarstenNordAnonym
  • 05.10.2018, 19:16h
  • Der Brexit wurde vom Volk beschlossen!
    Also soll der Brexit dann nun auch kommen!
    Wozu werden sonst Volksbefragungen durchgeführt?!
    Das ist Demokratie, obs den Queeren in England passt oder nicht.
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#4 AFD-WatchAnonym
  • 05.10.2018, 20:04h
  • Antwort auf #3 von KarstenNord
  • "Der Brexit wurde vom Volk beschlossen!"

    Welches "Volk" im Singular?
    Die Entscheidung war knapp und regional unterschiedlich. Und eigentlich ein Schnellschuss ohne an die Konsequenzen zu denken.
    Schottland und Nordirland hat mehrheitlich für den Verbleib in der EU gestimmt und soll nun zwangsweise austreten. Dabei hat sich Schottland vor dem Brexit-Referendum bestimmt nicht gegen die Unabhängigkeit entschieden, um in GB zu bleiben aber dann aus der EU auszutreten.
    Und was wird aus Nordirland? Die EU mit den offenen Grenzen war der Garant für den Frieden. Mit einer geschlossenen Grenze ist auch das hinfällig.
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#5 AFD-WatchAnonym
  • 05.10.2018, 20:15h
  • Antwort auf #3 von KarstenNord
  • "Das ist Demokratie, obs den Queeren in England passt oder nicht."

    ...und die Schotten und Nordiren? Auch "ob es denen passt oder nicht"?
    Mal gucken, was die Engländer sagen, wenn die Schotten sich demokratisch unabhängig erklären oder die Nordiren sich demokratisch mit Irland wiedervereinigen wollen. Hat Star Trek ja schon für 2021 oder so vorhergesagt. -)
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#6 FrageAnonym
  • 05.10.2018, 21:29h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Ob Du das auch so siehst, wenn eine relative Mehrheit in Deutschland die AfD zur stärksten Partei wählt und wir dann vielleicht einen AfD Kanzler hätten?
    Muss das die Minderheit auch schweigend hinnehmen?
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#7 BrexitExitAnonym
  • 05.10.2018, 22:13h
  • Ich hoffe, dass sie den Exit aus dem Brexit schaffen. Was soll die Extrawurst? Wenn es schlimm kommt, sollten alle Länder, die in Europa liegen, zusammen halten.
    Sollte Großbritannien tatsächlich aussteigen, dann werde ich mich fragen, wie lange es dauert bis Frankreich aussteigen wird.
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#8 Patroklos
#9 TheDadProfil
  • 05.10.2018, 23:43hHannover
  • Antwort auf #3 von KarstenNord
  • ""Der Brexit wurde vom Volk beschlossen!
    Also soll der Brexit dann nun auch kommen!""..

    Kann man so sehen..
    Wenn man aber die Geschehnisse rekapituliert, und sich vor Augen führt daß die Brexit-Entscheidung der Bevölkerung (!) auf Fake-News basiert, die unter anderem von diesem Boris Johnson, der nun nach dem Posten von Theresa May greift, in die Welt posaunt wurden, wie etwa die Idee, bei einem Austritt der Briten hätten diese plötzlich mehr als 1 Million Pfund TÄGLICH mehr für die Gesundheits-Systeme zur Verfügung, dann kann man auch zu dem Ergebnis kommen, diese Bevölkerung wurde von diesen Leuten einfach hinters Licht geführt..

    Sprich..
    Die Entscheidung der Bevölkerung wurde vorsätzlich manipuliert..

    Ist eine manipulierte Wahl dann noch eine "bindende Entscheidung", oder hat die Bevölkerung vor dem Hintergrung dieser Manipulation nicht das Recht auf eine Wiederholung dieses Votums ?
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#10 TheDadProfil
  • 05.10.2018, 23:47hHannover
  • Antwort auf #7 von BrexitExit
  • ""dann werde ich mich fragen, wie lange es dauert bis Frankreich aussteigen wird.""..

    Spekulativ, aber wahrscheinlich zuletzt, denn die Franzosen haben mit den Deutschen zusammen die Montan-Union gegründet, aus dem die EWG, dann die EG, und in der Folge die EU geworden ist, und bislang haben beide Länder von dieser Partnerschaft nur profitiert..

    Aber wenn die Briten austreten, wird es nicht lange dauern bis auch andere damit drohen werden..
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