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Vielfalt und Inklusion

Diskriminierung im Sport – was unternehmen die Verbände dagegen?

Rassismus, Homophobie, Fremdenhass, Antisemitismus und die Herabwürdigung von Behinderten, Frauen oder bestimmten Minderheiten sind in deutschen Stadien noch immer ein Problem.


Fußballfans zeigen im Stadion Flagge gegen Homophobie (Bild: Fußballfans gegen Homophobie)
  • 7. Oktober 2018, 09:48h, noch kein Kommentar

Der Begriff Diskriminierung steht für die Benachteiligung als auch Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen nach bestimmter Wertvorstellungen im Abseitsvergleich oder aufgrund unreflektierter auch unbedachter Einstellungen, Vorurteile sowie emotionaler Assoziationen.

Das geschieht auf unterschiedlicher Basis und zielt auf verschiedene Ziele ab. Es gibt Fälle der Diskriminierung in der privaten Leben, im Beruf sowie beim Sport. Das Ziel dabei ist aber, eine angespannte Atmosphäre zu schaffen, den Diskriminierten zu verunsichern und wodurch einen Vorteil beim Verursacher entstehen soll. Im Sport hat die Diskriminierung oftmals die Basis von Rassismus, Homophobie, Fremdenhass, Antisemitismus und die Herabwürdigung von Behinderten, Frauen oder bestimmten Minderheiten. Traurige Beispiele dafür gibt es zahlreiche, deshalb stellt sich die Frage, was die Sportverbände dagegen unternehmen.

"Say No To Racism"

"Say No To Racism" ist ein Slogan, welcher von allen Sportverbänden der Welt genutzt wird. Vor allem im Fußball ist der Spruch bekannt. Dieser ist auf den Trikots der Spieler, um das Spielfeld und im gesamten Stadion zu sehen. Fans, die die Spiele von Zuhause aus über den Fernseher betrachten, sehen Werbung mit dem Spruch gegen Rassismus. Aber ist es wirklich so dringend notwendig, Zuschauer eines Spiels darauf hinzuweisen, dass Rassismus falsch ist? In der Tat ist es das, es gab endlose Beispiele für Rassismus im Fußball als auch in anderen Sportarten.

Beispiele gibt es rund um den Globus, Rassismus ist kein deutsches Problem. Zum Beispiel gab es den Fall mit Boateng, welcher als Spieler in der italienischen Liga beim Verein AC Mailand im Jahr 2013 nach permanenten rassistischen Äußerungen inmitten eines Spiels vom Platz ging. Das Spiel wurde folgend abgebrochen, als die anderen Spieler nach und nach ebenfalls den Platz verließen. Eine weitere bekannte Szene aus dem Ausland war in der spanischen Liga von Dani Alves zu sehen, welcher damals beim FC Barcelona spielte. Alves wurde während eines Auswärtsspiels gegen den eine andere spanische Mannschaft mit mehreren Bananen beworfen. Zwar reagierte er cool und verspeiste eine Banane ohne den Werfern einen Blick zu würdigen.

Rassistische Diskriminierung beim Fußball und anderen Sportarten

Besonders im Fußball spielt Rassismus immer mit und hat mittlerweile ein Maß erreicht, welches nicht einfach so mehr verschwiegen werden kann. In den Medien kommt immer wieder auf, dass es zu diskriminierender Äußerungen und Aktionen von Fans gegenüber den Akteuren auf dem Feld gekommen ist. Diese werden durch ihren ethnischen Hintergrund, Hautfarbe und Aussehen abwertend behandelt. Das zieht sich durch alle Ligen, in allen Ländern dieser Welt. Es ist nicht nur die erste deutsche, spanische, italienische oder englische Liga, sondern geht bis in die Kreisligen. Damit wird wieder einmal klar, dass Rassismus und Hass nicht nur im Sport oder besonders im Fußball zu finden ist, sondern in jeder Gesellschaft, in jedem Land in jeder Altersklasse. Deshalb ist die umfassende Auseinandersetzung mit dem Problem so wichtig. Diskriminierung ist mittlerweile eine Alltags Sache geworden.

Diskriminierung in anderen Sportarten

Ein weiterer sehr bekannter Fall von Diskriminierung und Rassismus war in den USA vorgefallen. Der Skandal um den milliardenschweren Basketballteam-Besitzer Donald Sterling, dessen Sätze aufgenommen und veröffentlicht wurden. Es waren nur kurze und wenige Sätze, aber sie hatten Durchschlagskraft und gravierende Folgen für die amerikanische Basketball Liga und Sterling. Dieser sagte zu seiner Frau, dass sie die zuvor gemachten Fotos mit dem früheren Basketball Profispieler Magic Johnson nicht ins Internet laden soll.

Des Weiteren sprach er sich dagegen aus, dass sie sich mit schwarzen Männern abgibt. Das war ein aktuelles Beispiel aus der amerikanischen Basketball Liga. Man darf auch nicht vergessen, dass die Apartheid noch bis vor wenigen Jahrzehnten noch Bestand hatte. Ob es nun Südafrika oder Amerika ist, die Diskriminierung von dunkelhäutigen Menschen ist immer noch da. Seitdem Jahr 1947 als der erste schwarze Basketball Spieler Jackie Robinson in der NBA, hat sich zwar einiges verbessert, aber es gibt immer noch großen Bedarf an der Aufarbeitung.

Diskriminierung in der Gesellschaft

Wie bereits erklärt ist es keine Seltenheit, dass Menschen auf offener Straße angefeindet werden. Sowohl im Ausland als auch hierzulande. Alltagsrassismus ist kein fiktiver Begriff, sondern hat eine klare Bedeutung, welche definierbar und zuordbar ist. Außerdem kennt wahrscheinlich jeder Fälle davon. Das bezieht sich nicht nur aus Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit, sondern auf Minderheiten, Frauen, Homosexuelle und beeinträchtigte Menschen. Das bezieht sich nicht nur auf die Chancengleichheit im Berufsleben oder der Lohnabrechnung, sondern auf alle Lebensbereiche. Falls man nicht voll und ganz in die Masse passt, hat man es deutlich schwerer im Leben. Ein weiteres Beispiel sind die Rechte von homosexuellen Paaren in Deutschland. Zwar ist die Lage weitaus besser als früher und deutlichen sicherer als in osteuropäischen Ländern oder gar Russland, aber wie beim Alltagsrassismus auch, gibt es noch viel auszuarbeiten.

Aktiv gegen Diskriminierung werden

Es hat in der Tat noch nie geholfen, mit dem Finger auf andere zu deuten und Beschuldigungen aussprechen. Es hilft auch nicht, sich mit dem Thema Diskriminierung nicht auseinanderzusetzen oder einfach nur dagegen zu sein. Man muss selbst aktiv werden und jegliche Form der Diskriminierung, Rassismus, Hass, Feindlichkeit und Benachteiligungen verhindern und lindern.

In Zeiten, in welchen sich Menschen wöchentlich an öffentlichen Plätzen treffen und gegen Zuwanderung und Ausländer demonstrieren oder Politiker in der EU sich gegen die Gleichberechtigung von Männer und Frauen aussprechen, liegt es an jedem einzelnen sich zu wehren. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf die Betroffenen, sondern auch wirklich jedes Individuum. Man muss einen Dialog herstellen, um die Probleme und Vorurteile zu beheben. Nur auf diesem Weg kann die weitreichenden Probleme erfolgreich behandelt werden.

Kommt das nicht zustande bleibt es so, wie es aktuell der Fall ist. Eine Gruppe diskriminiert eine andere und nur die direkt betroffene Gruppe wehrt sich dagegen, sucht Schutz oder verhält sich so still wie möglich. Für letzteres ist das Thema der Homosexualität in der deutschen Fußball Bundesliga ein gutes Beispiel. Bis heute hat sich in mehr als 55 Jahren deutschen Profi Fußball nur ein Spieler geoutet. Selbstverständlich erst nach der aktiven Spielerkarriere, um direkte Folgen zu vermeiden. Diskriminierung ist Alltag, aber zum Glück nicht mehr unwidersprochen.

Die Schritte der Fußball Verbände

Die Initiative Football Against Racism in Europe (FARE) agiert seit dem Jahr 1999 und besteht aus mehreren Gruppen aus 13 europäischen Ländern. Dadurch soll Rassismus und Ausländerfeindlichkeit im europäischen Fußball bekämpft werden. Die FARE wirkt gegen Diskriminierung und setzt sich für Vielfalt, Frauenrechte und ethnische Minderheiten ein. Weitere Themen über Sport sind auf Fussball.com nachzulesen. (ak)