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Reise

LGBT-Urlaub in Asien – welche Länder sind top?

Thailand, Vietnam, Malaysia und Kambodscha sind traumschöne Reiseziele, unterscheiden sich aber im Umgang mit queeren Menschen teilweise enorm.


Traumstrand in Thailand (Bild: Jeff Gunn / flickr)
  • 7. Oktober 2018, 09:47h, noch kein Kommentar

Asien ist traumhaft schön. Die weisen Strände in Thailand, das Essen von Indien bis hin zu Japan oder die Naturgewalten von Laos, Kambodscha und China ziehen jedes Jahr Millionen von Besucher an. Dabei hat jeder Urlauber unterschiedliche Ansprüche und Anforderungen. Der eine möchte gut und billig essen, ein anderer Luxus, wieder ein anderer möchte Abenteuer und wieder andere legen Wert auf den LGBT-Faktor im Zielland.

Asien hat eine bewegte Vergangenheit und somit liegt es auf der Hand, dass Gesetze aus Kolonialzeiten und sogar auch die Scharia es asiatischen Homosexuellen schwer machen. In einigen Ländern existieren immer noch Strafen wie Peitschenhiebe, Haft und in einigen Ländern gibt es sogar immer noch die Todesstrafe. Das ist das eine Extremen, das andere sind Straßen voller Ladyboys oder lesbische Seifenopern.

Thailand im Herzen Asiens

Bangkok ist späterstens nach dem Film "Hangover 2" bekannt. Seit mehreren Jahrzehnten Besuchen Millionen Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen das Land. Thailand wird auch als der Puff der Welt bezeichnet und an einigen Stellen gar nicht mal zu unrecht. Es gibt große Stadtteile, in denen es nur um das eine geht. Sextourismus ist mittlerweile ein großes Problem. Das ist eine Sache, welche von Sextouristen leider immer noch gestützt wird. Auf der anderen Seiten ist Thailand mit seinen wilden Bars und den schrillen transsexuellen Ladyboys die Hochburg der sexuellen Freiheit in ganz Asien.

Das Königreich ist der einzige Staat der gesamten umliegenden Region, in welcher per Gesetz der freie Ausdruck der sexuellen Identität geschützt und garantiert ist. Dadurch hat sich das Land auch erfolgreich als das Top Reiseziel für den sogenannte Pink-Tourismus mehr als verdient. Es gibt Schönheitswettbewerbe der thailändischen Transsexuellen. Laut einer Statistik ist einer von 166 Männern ein Ladyboy. In den USA liegt die Quote bei 1 zu 2.500.

Aber es steht ein dunkler Stern über dem Land des Lächelns, denn die gelebte Liberalität gerät immer mehr in den Hintergrund. Seit dem Militärputsch 2014 nimmt die Akzeptanz auch in Thailand immer mehr ab. Das ist auch in der Gesellschaft zu spüren, welche immer weniger tolerant wird. Eine andere Statistik zeigt, dass die Hälfte, der unter dreißig Jährigen Menschen Homosexualität für nicht gut hält. Dazu kommt, dass Thailand vom buddhistischen Glauben bestimmt wird. Dabei heißt es auch, dass Schwule, Lesben und Transsexuelle unter schlechten Karma leiden, da sich diese Menschen sich in einem früheren Leben eingehandelt haben. Dennoch ist Thailand immer noch ein schönes und herzliches Land, in welchen die Menschen jeden mit einem Lächeln aufnehmen.

Vietnam als aktuell attraktivstes Land

"Speak Production" ist eine vietnamesische Seifenoper, welche die Geschichte von lesbischen Paaren an einem College aufgreift. Zwar ist das weder ein Meisterwerk oder ganz große Filmkunst, aber es steht für die Offenheit des Landes. Mittlerweile gilt Vietnam gilt als der Vorreiter überhaupt, wenn es Schwulenrechte in Asien geht. Homosexualität ist hier nicht mehr kriminalisiert, Schwule dürfen sogar in der Armee dienen und die gesellschaftliche Akzeptanz ist angenehm, offen und herzlich warm. Von einiger Zeit hat die Regierung das explizite Verbot gleichgeschlechtlicher Hochzeiten wieder aufgehoben.

Vietnam ist ein atheistischer Staat ohne mächtige religiöse Gruppen. Nachdem Homosexuelle in Religionen allgemein oft schlecht wegkommen und als Sünder angesehen werden, ist das für LGBT mehr als positiv zu bewerten. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Fälle, in welchen Homosexuelle Individuellen und Paare stigmatisiert werden und in ihrem alltäglich Leben benachteiligt und schikaniert werden. Es liegt wahrscheinlich noch an der geringen Aufklärung über Sexualität allgemein, dass laut einer Umfrage mehr als ein Drittel der Vietnamesen Homosexualität für eine ansteckende Krankheit. Die wird auf mangelnde Liebe der Eltern, Freunde und Verwandte zurückgeführt und es gibt Bereiche, in welchen vereinzelt Menschen glauben, dass Homosexualität heilbar wäre. Dennoch steht Vietnam und Thailand als ideale Reiseziele in Asien dar, welche dazu noch mit fantastischer Natur, Küche und Kultur punkten

Malaysia als Gegensatz zu Thailand

Das Nachbarland von Thailand Malaysia ist muslimisch geprägt. Beeinträchtigungen für LGBT in allen Lebensbereichen liegen deshalb traurigerweise auf der Hand. Die Gleichgeschlechtliche Liebe ist in Malaysia nicht nur verboten, sondern die Gesellschaft, die Bürger, die Behörden und die Politik, welches allesamt von religiösen Anführern geleitetet werden, schüren eine regelrechte Abscheu gegenüber Homosexuellen. Ein aktuelles Beispiel wie hoch sich die Abscheu gegenüber die LGBT-Gemeinschaft etabliert hat, war ein Vergleich von dem Premierminister Najib Razak die mit der Terrormiliz Islamischer Staat. Sie werden als schlechter Einfluss auf die Gesellschaft, auf die Jugend und die Zukunft des Landes gesehen. Folglich sind weder Bars und Bereiche wie in Thailand oder Vietnam zu finden, noch gibt es spezielle Reiseleiter für LGBT und noch bietet sich dieses Land auf geeignetes Reiseziel an.

Eine Grundlage für die stark herabwürdigende Haltung ist das antiquierte Sodomie-Gesetz aus alten Kolonialzeiten, in welchem wörtlich steht, dass der "fleischliche Verkehr wider der Natur" betraft werden muss. Das findet in Malaysia immer noch statt und hat eine sehr negative Kraft auf das Land und dessen Gesellschaft. Homosexuellen droht die Prügelstrafe und in einigen Fällen bis zu zwanzig Jahre Gefängnis.

Kambodscha macht auf sich aufmerksam

Kambodscha ist ein vergessenes Land, das ist nicht nur an den gewaltigen Ruinen des Angkor Wat zu sehen. Kaum etwas dringt aus dem Land zwischen Thailand und Vietnam in die europäischen Medien, somit auch nicht die Proteste gegen die Homophobie in dem Land. Mittlerweile machen aber viele kleinere und größere LGBT Gruppen auf sich aufmerksam und fordern ihren Teil ein. Lesben, Schwule und Transgender werden immer noch von den Behörden und von Polizisten auf offener Straße gemobbt, müssen sich Schikanen Stellen und werden in verschiedenen Lebensbereichen benachteiligt.

Aber es gibt klare Verbesserungen im Land, denn die Menschen können sich auf ihre Grundrechte berufen, gehen auf die Straße und fordern, was ihnen zusteht. Der Besserungsprozess ist deshalb schnell und hat gute Erfolgsaussichten, weil in Kambodscha ein König im Palast von Phnom Penh sitzt, der homosexuell ist. Auch im sportlichen Bereich haben sich in Kambodscha, im Gegensatz zu der Bundesliga in Deutschland, immer mehr Menschen zu ihrer Sexualität bekannt. Weitere Themen über Sport weltweit sind auf der Internetseite Sportwetten.org nachzulesen. (ak)