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Null-Toleranz-Politik

Die dunkle Seite vom Sport – und wie dagegen vorgegangen wird

Doping, Hooligans, Missbrauch, Rassismus, Homophobie und Hass trüben bis heute das Vereinsleben.


Der Berliner Fußball-Verband beim CSD (Bild: LSVD Berlin-Brandenburg)
  • 7. Oktober 2018, 09:47h, noch kein Kommentar

Sport ist wichtig, Sport lenkt ab und Sport macht Spaß. Ob man nun selbst auf dem Sportplatz steht und aktiv wird oder ob man die Position als Zuschauer einnimmt. Wie eine Medaille hat aber auch der Sport eine Kehrseite.

Auf der einen stehen die schillernden Stars mit Ruhm und Ehre, auf der anderen Seite steht Doping, Hooligans, Missbrauch, Rassismus, Homophobie und Hass, welcher von einzelnen Akteuren auf dem Platz, neben dem Platz oder von den Zuschauerrängen aufprallt. Es gibt zahlreiche Risiken und negative Nebeneffekte im Leistungssport, welche vor allem bei Kindern und Jugendlichen vielfältig auftreten.

Im folgenden Artikel werden einmal die stärksten negativen Seiten unterschiedlicher Sportarten genannt und was dagegen unternommen wird.

Rassismus spielt immer eine Rolle

Sport ist zum einen national und international. Ganz egal, ob es nun um Golf, Basketball, Leichtathletik oder Fußball geht. Die Wettbewerbe finden in einem Land und länderübergreifend statt. Überschreitet der Sport nun die eigenen Grenzen, kommt es zu einem Aufprall unterschiedlicher Kulturen. Selbst zwischen Österreich und Deutschland gibt es kulturelle Spannungen, welche sich auf und neben dem Platz wiederfinden. In einigen Ländern sind die rassistischen Einflüsse stärker und in einigen weniger stark vertreten, allerdings ist in der Regel immer ein Funken vorhanden. Das ist traurige Wahrheit im Sportgeschäft. Dabei handelt es sich nicht nur um Zuschauer oder vereinzelte Spieler, sondern geht bis hoch in die Vorstandsebene. Dabei spiegelt sich ein erschreckendes Bild, welches den Ursprung in der Gesellschaft allgemein hat, im Sport wieder.

Antisemitismus im Sport

Es vergeht so gut wie kein Wochenende, an welchen keine Fälle von rassistischen und antisemitisches Äußerungen in Stadien vorkommen. Die kommen von Dorf-Bolzplätzen bis zum Bundesliga-Niveau auf. Dunkelhäutige Spieler müssen sich mit Bananen bewerfen lassen und Affenlaute hinnehmen, Hakenkreuze und antisemitische Äußerungen aus den "Fan" Blocks sind ebenfalls keine Seltenheit. Ein aktuelles Beispiel war in der griechischen Liga zu sehen, als der Spieler Giorgos Katidis von AEK Athen den Hitlergruß zeigte, kurz nachdem er den Siegtreffer schoss. Der griechische Fußballverband tat das einzig richtige und sperrte den Spieler auf Lebenszeit.

Im Mutterland des Fußballs und einiger anderer Sportarten England ist das Problem ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer. Antisemitismus war im England im 19. Jahrhunderts eine ganz normale Sache, erst im Jahr 1858 wurden Juden gesellschaftlich akzeptiert. Das Ideal des britischen Bürgers vor allem in der sportlichen Hinsicht im 19. Jahrhunderts war auch, dass eine körperlichen Unterlegenheit der Juden existiert. Und bis heute lassen sich von dieser Überzeugung, der antijüdischen Haltungen, im britischen Sport nachweisen.

Homophobie im Sport

Immer schon hat die Politik versucht, den Sport für ihre Zwecke zu nutzen, und nur selten hat der Sport sich widersetzt. Das gilt auch in der tief verankerten Homophobie in der Gesellschaft. Homosexuelle haben in keinem Lebensbereich die volle Akzeptanz. Zwar bessert sich das Bild langsam aber sicher, aber trotzdem eben nur sehr langsam. Vor allem Fußball ist die Bastion der Hetero-Welt. Das macht es für Profis so gut wie zu einer Unmöglichkeit, sich zu ihrer Sexualität zu outen. Ein Spiel konzentriert zu spielen, ohne Anfeindungen der gegnerischen oder gar der eigenen Fans zu erhalten, ist ebenfalls dann so gut wie nicht möglich.

Wahrscheinlich müsste sich ein homosexueller Spieler für jeden körperlichen Kontakt rechtfertigen. Das führte eben auch dazu, dass sich bisher nur ein Spieler der Bundesliga offen dazu gehalten und sich geoutet hat. Allerdings erst nach der aktiven Spielerkarriere. Im Sport allgemein wird oft der Ausdruck "schwul" dazu genutzt, um die Behauptung zu stützen, dass Sport, mit dem den traditionellen Bild der Männlichkeit zusammenhängt. Somit kommt der Gedanke auf, dass Homosexualität gegen die Normen der männlichen Sportwelt steht, die eindeutig heterosexuell dominiert ist.

Hooligans, Doping und Missbrauch

Die Kategorie C der Fans steht für gewaltsuchend. Gewalt hat im Prinzip im Sport so wenig verloren, wie es eigentlich Rassismus, Homophobie oder Antisemitismus hat. Dennoch sind sie ein fester Bestandteil zahlreicher Fanblocks. Einige Verbände sehen sich sogar dazu gezwungen, einen Dialog mit den Hooligans zu eröffnen, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, nachdem Stadionverbote oder andere rechtliche Schritte nicht wirksam waren. Das kann schon fast als ein Armutszeugnis gesehen werden, wenn man sich als Sportverband mit Menschen auseinandersetzten muss, welcher den Sport und alles für Sport steht, kaputt machen wollen.

Weitere negative Schlagzeilen im Sport waren durch Doping und Missbrauch zustande gekommen. In vielen Sportarten, darunter vor allem Turnsport und Leichtathletik, gibt es Vorwürfe gegen die Trainer und Betreuer junger Sportler und Sportlerinnen. Diese haben uneingeschränkten Zugriff auf die jungen Körper und auf der anderen Seite steht die Sorge, nicht im Sport weiterzukommen, falls man nicht auf den Trainer hört. Dazu gehören auch vereinzelte Fälle von Gewalt und Vergewaltigungen. Doping ist ebenfalls ein großes Problem beim Sport.

Aktuell macht besonders der ehemalige Tour de France Gewinner Jan Ullrich ungewollt auf sich aufmerksam. Freunde und Familie sagten zu den kürzlich aufgekommenen Eskalationen des Rennradidols, dass dieser schon seit Beginn seiner Karriere unter den Einfluss von Substanzen stand, um ihn wie eine Maschine leicht und effektiv zu steuern. Im Sport geht um Leistung und Erfolg, dabei wird über einzelne menschliche Schicksale oft darüber hinweggesehen.

Was wird gegen die negativen Ströme im Sport unternommen?

Das starke Streben nach immer besseren Leistungen und Rekorden im Sport, sei es nun Leichtathletik, Langlauf, Schwimmen, Radfahren oder Gewichtheben, der Druck ist jederzeit vorhanden und enorm hoch. Es ist schon beinahe eine ungeschriebene Regel, dass die besten Athleten aus unterschiedlichen Disziplinen als auch aller Nationen bereits der Einnahme von unerlaubten Substanzen erwischt wurden. Man kann bereits von organisierten Betrug im Sport sprechen? Neben dem Doping und dem Missbrauch wird oftmals eben auch der Hass akzeptiert. Was zählt, ist der Erfolg, der Sieg und das Geld. Alles andere muss warten und hinten angestellt werden.

Die Initiative Football Against Racism in Europe (FARE) ist ein europäische Zusammenarbeiten von Sportvereinen, welcher sich für die Menschen und gegen Hass und Rassismus aktiv einsetzt. Dazu kommen weitere Aktionen, wie beispielsweise die Beteiligung an öffentlichen Veranstaltungen wie am CSD, die Förderungen von Vereinen und Organisationen sowie einzelne Aktionen der Teams und Spieler selbst, welche bunte Fahne zeigen. Weitere Themen über Sport und wie Sport sich für die Menschen aller Art einsetzt, sind auf https://www.sportwetten.net/bonus/racebets-bonus/ nachzulesen. (ak)