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Frankfurt am Main
Zu homofreundlich: Vatikan feuert Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen
Weil sich Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig für eine stärkere kirchliche Anerkennung von Lesben und Schwulen aussprach, muss er seinen Posten räumen – gegen den Willen des Limburger Bischofs.

Ansgar Wucherpfennig war seit 2014 Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main (Bild: Hochschule St. Georgen)
- 8. Oktober 2018, 03:48h 2 Min.
Der Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen hat wegen positiver Aussagen zur Homosexualität seinen Posten verloren. Die Bildungskongregation im Vatikan verweigere dem Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig die Bestätigung als wiedergewählter Rektor und verlange einen öffentlichen Widerruf seiner Positionen, berichteten "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Frankfurter Rundschau" in ihren Montagsausgaben.
Wucherpfennig war im Februar für eine dritte Amtszeit an der Spitze der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main wiedergewählt worden. Die zuständige Vatikan-Kongregation verweigere ihm bislang aber die nötige Unbedenklichkeitserklärung zum Verbleib im Amt, heißt es in den Berichten.
Wucherpfennig segnete homosexuelle Paare
Wucherpfennig hatte 2016 die biblischen Verurteilungen der Homosexualität in einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" als "tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen" bezeichnet. Der Geistliche, der im katholischen Stadtdekanat Frankfurt auch als Homosexuellen-Seelsorger wirkt, sprach sich darin für eine stärkere kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden aus. Zuvor hatte er eingeräumt, schon selbst homosexuelle Paare gesegnet zu haben.
Der für Sankt Georgen zuständige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, stellte sich in den Zeitungen vor Wucherpfennig. Er habe der Wiederwahl "uneingeschränkt" zugestimmt, sagte ein Bistumssprecher den Blättern. Bätzing habe auch in Rom deutlich gemacht, dass "Bistum und Jesuitenorden gut beraten sind, an der bewährten Hochschul-Leitung festzuhalten".
Der Frankfurter Stadtdekan, Johannes zu Eltz, reagierte mit Ärger und Unverständnis auf das Agieren Roms. Wucherpfennig sei ein "lauterer Priester und ein unbestechlicher Wissenschaftler", sagte zu Eltz den Zeitungen. "Die Infragestellung seiner Integrität und seine völlig ungerechtfertigte Bestrafung schmerzen mich." Der Dekan fügte hinzu: "Wie dumm geht es denn eigentlich noch?" (AFP/cw)














