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Kommentare zu:
Pornodarsteller Kyle Dean ist tot


#1 DominikAnonym
  • 08.10.2018, 18:04h
  • Montserrat Caballé ist übrigens auch gestorben. Sie war eine weltweit gefeierte Opernsängerin, eine der besten Sopranistinnen unserer Zeit und damit eine Persönlichkeit von herausragender kultureller Bedeutung. Auch LGBT-Bezüge bestanden: Mit dem schwulen Rocksänger Freddie Mercury nahm sie das vielfach ausgezeichnete Duett "Barcelona" auf, das zur offiziellen Hymne der Olympischen Sommerspiele 1992 wurde. Außerdem unterstützte sie zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen, so auch in der Bekämpfung von HIV und Aids. Gegenüber LGBT trat sie meines Wissens nach immer offen und freundlich in Erscheinung.

    Warum ist die Todesnachricht eines Pornodarstellers hier überhaupt eine Nachricht wert, während die Todesnachricht einer wirklich herausragenden Persönlichkeit, deren Musik auch viele LGBT begeistert hat, überhaupt keine Erwähnung findet?

    Das verstehe ich nicht und möchte ich kritisieren.
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#2 marcocharlottenburgAnonym
#3 dellbronx51069Anonym
#4 TomDarkProfil
  • 08.10.2018, 19:29hHamburg
  • Höchstwahrscheinlich, weil davon ausgegangen wird, dass der Tod des Pornodarstellers sonst nirgends erwähnt würde.

    Während hingegen vom Ableben bei einer so berühmten Persönlichkeit wie Cabelle überall berichtet wird. Das hat mit der Qualität der Person nichts zu tun.

    Ich finde es gut, über so einen Tod und auch über das Milieu zu berichten. Viele denken vielleicht noch, Pornodarsteller zu sein, ist ein Traumjob. Dass viele von denen im Elend oder in der Not leben, erfährt man als Konsument ja nicht.
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#5 Patroklos
  • 08.10.2018, 19:50h
  • Es macht betroffen, wenn ein Mann so blutjung aus dem Leben gerissen wird! Dennoch fragt man sich, warum er neben seinem Job als Pornodarsteller die Finger nicht von den Drogen lassen konnte und mit dem Gesetz damit schon in Konflikt kam!
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#6 TomDarkProfil
#7 Sabelmann
  • 08.10.2018, 22:31h
  • Antwort auf #1 von Dominik
  • "Warum ist die Todesnachricht eines Pornodarstellers hier überhaupt eine Nachricht wert, während die Todesnachricht einer wirklich herausragenden Persönlichkeit, deren Musik auch viele LGBT begeistert hat, überhaupt keine Erwähnung findet?!"

    Weil bei Montserrats Tod (ich hab sie geliebt) in den Medien weltweit alle Stückeln gespielt wurden um darüber zu berichten,
    Über den Jungen und seinen wahrscheihnlich tragischen Tod schreibt sonst ja niemand.Vielleicht sollte mal jemand eine ausführliche Reportage über die Gay Pornobranche machen!
    Was mich ein bisschen aufregt ist die Tatsache dass Dir der Tod dieses Jungen Pornodarsteller völlig egal ist....aber bei einer gefeierten Diva in Ehrfurcht zu Boden sinkst und das grosse Geheul anstimmst.
    Queer macht halt genau wie Hetero Klassifizierungen von Menschen in mehr wert oder weniger wert! Besser?
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#8 DominikAnonym
  • 09.10.2018, 04:16h
  • Antwort auf #7 von Sabelmann
  • "Was mich ein bisschen aufregt ist die Tatsache dass Dir der Tod dieses Jungen Pornodarsteller völlig egal ist..." (Zitat)

    - Das ist eine böswillige Unterstellung! Ich kenne diesen Mann nicht. Was er in seinem Leben trieb, wie er sein Geld verdiente oder für welchen Lebensweg er sich entschied; das alles hat er jetzt - offenbar durch Drogentod - seinen Hinterbliebenen aufgebürdet zu verarbeiten. Tagtäglich sterben auch unzählige andere Menschen auf diesem Planeten einen tragischen Tod, das ist halt so. Eine berühmte und verdiente Persönlichkeit war dieser Pornodarsteller jedenfalls nicht, sodass sein Tod dann auch keinen Nachrichtenwert besitzt.

    Ich kritisiere also lediglich, dass "News aus der Porno-Branche" so behandelt werden wie normale Nachrichten. Damit greife ich nicht den Verstorbenen an, sondern hinterfrage die Berichterstattung. Über Pornografie und die Geschäftemacherei damit kann selbstverständlich berichtet werden, gerne auch kritisch. Aber so zu tun, als wäre für jeden schwulen Mann automatisch relevant zu erfahren, was bei Pornodarsteller XY grad so abgeht, spiegelt nicht unbedingt die Realität wider. Es bedient vielmehr das Klischee, dass Pornografie für Schwule ja ohnehin sehr wichtig sei. Das mag für einige zutreffen, aber eben auch längst nicht für alle.

    Ich wünsche mir, auch von einem queeren Nachrichtenportal, einfach etwas mehr Seriosität. Nicht mehr und nicht weniger.
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#9 MarthaAnonym
  • 09.10.2018, 04:48h
  • Die Gay Pornobranche in den USA hat seit Jahren ein massives Problem. 70-80% der Darsteller sind hetero. Und psychisch verkraften viele diesen Job anscheinend nicht. Warum der Verband der Gay Pornobranche darauf nicht reagiert und z.B. jedes Lable psychologische Betreuung anbietet, ist grob fahrlässig. Wo bleibt da die Sorgfaltspflicht? Die Suizid Fälle häufen sich. Hauptsache der Rubel rollt. Aber in den USA stimmt ja einiges nicht mehr...
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#10 Sabelmann
  • 09.10.2018, 05:23h
  • Antwort auf #8 von Dominik
  • Oh..nicht berühmt und verdient!!!
    Also diese Kriterien muss man erfüllen um darüber berichten zu dürfen,sollen,müssen.....
    Dann müsste man 70% der Meldungen hier überhaupt streichen!
    Geht ja auch gar nicht darum ob er Pornodarsteller war oder nicht, sondern eher darum was da los ist,dass in letzter Zeit immer mehr junge "Darsteller" zu Tode kommen und ziemlich tragisch(Drogen) sogar!
    Erzähl mir jetzt aber nicht dass Pornos keine Rolle spielen bei vielen Menschen!
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#11 remixbeb
  • 09.10.2018, 08:54h
  • Antwort auf #8 von Dominik
  • Naja. Ich sehe das ein klein wenig anders. Ich gebe Dir zwar einerseits recht. Ich kannte den Typen auch nicht und deshalb tangiert es mich ehrlich gesagt nicht (auch wenn das jetzt manche als herzlos und kalt ansehen würden). Das ist allerdings reiner Zufall. Wäre es ein anderer Darsteller, würde ich ihn ggf. "kennen" und es wäre zumindest eine Meldung, die ich zur Kenntnis nehmen würde.
    Ich denke für ein queeres Medium ist es relativ schwierig zu entscheiden, was für die Zielgruppe jetzt relevant ist und was nicht. Da eine sexuelle Orientierung eben in dem Sinn kein "Interesse" ist, wie zB Musik, Politik, Wirtschaft etc., wo man dann sagen kann: In unserem Medium wird über dies und jenes berichtet. Wir Leser hier sind alle ziemlich unterschiedlich. Wie soll es die Redaktion also allen recht machen? Da finde ich es in Ordnung, wenn das Kriterium "schwule / lesbische / bi und trans Menschen in der Öffentlichkeit" als Grundlage dient. Wie gesagt: Auch ich kannte den Typen nicht und Caballé schon. Aber anderen geht es wahrscheinlich anders. Und bei einer Nachricht über Caballé hätte ich mich schon gefragt, was genau jetzt der Bezug zum queeren Thema ist.
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#12 kristianneuAnonym
  • 09.10.2018, 09:05h
  • Antwort auf #9 von Martha
  • wie du auf die zahl kommst weis ich nicht. ich denke aber das ein nicht unerheblicher teil der weiblichen und männlichen sexdarsteller nicht immer so viel bock auf ihren job haben. diese 'gay for pay' diskussion hingegen finde ich völlig albern. warum nicht? im besten fall mehr spaß für heten.
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#13 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 09.10.2018, 10:55h
  • Antwort auf #9 von Martha
  • "Die Gay Pornobranche in den USA hat seit Jahren ein massives Problem. 70-80% der Darsteller sind hetero. Und psychisch verkraften viele diesen Job anscheinend nicht. "
    augen auf bei der berufswahl - auch pornodarsteller zu werden ist nicht alternativlos
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#14 TheDadProfil
  • 09.10.2018, 12:04hHannover
  • Antwort auf #8 von Dominik
  • ""Ich kritisiere also lediglich, dass "News aus der Porno-Branche" so behandelt werden wie normale Nachrichten.""..

    EXAKT dass ist hier das Problem !

    Es SIND "normale" Nachrichten, denn wie kommt jemand wie Du eigentlich zu der Auffassung, daß das Leben eines "Menschen aus der Porno-Branche" keine solche "normale Nachricht" wert wäre ?

    Weil Porno nicht "normal" wäre ?
    Und damit dieser Mensch ?

    Du merkst gar nicht wie abwertend diese Haltung ist, denn Du qualifizierst Menschen nach ihrem Job, und der Branche, frei nach dem Motto
    "holt die wäsche und die kinder rein, die zigeuner sind in der stadt"..

    ""Aber so zu tun, als wäre für jeden schwulen Mann automatisch relevant zu erfahren, was bei Pornodarsteller XY grad so abgeht, spiegelt nicht unbedingt die Realität wider.""..

    Was dann DEINE Realität zum Maß der Dinge erhebt, in der sich Schwule Männer doch gefälligst mit Kunst&Kultur zu beschäftigen hätten, und sich von solchem "Schmuddelkram" fern halten müssen..

    Moralisierender Unsinn, der ebenso wie die Idee Porno sei nicht "normal", nichts weiter sind als der Ausdruck Deiner persönlchen Sozialisation, an der es mindestens so viel Kritikables gäbe, wie an der "Geschäftemacherei" einer Branche, mit der DU nichts zu tun haben willst..

    ""Es bedient vielmehr das Klischee, dass Pornografie für Schwule ja ohnehin sehr wichtig sei. Das mag für einige zutreffen, aber eben auch längst nicht für alle.""..

    Wunderbar..
    Bekämpfen wir die Klischees indem wir sie einfach ausblenden, denn im "normalen Nachrichten" haben die nichts zu suchen..
    Und weil es so schön ist, entscheiden dies dann auch noch die vermeintlich klischee-freien Kunst&Kultur-Homos, denn die sind dazu da dem einfachem Schwulem Mann Bildung und weltmännisches Auftreten näher zu bringen..
    Macht ja sonst auch niemand..

    ""Ich wünsche mir, auch von einem queeren Nachrichtenportal, einfach etwas mehr Seriosität.""..

    Was hier ziemlich unseriös herüberkommt, ist einzig Dein Kommentar, denn diese Echauffierungs-Attitüde des "das gehört hier nicht hin" ist schlichtweg unverschämt gegenüber Queer.de und seinen Autor*innen, und gegenüber den Lesern, die interessiert, was für Dich persönlich uninteressant erscheint..

    Kleiner Tipp..
    Wenn Dir solche Artikel nicht zusagen, dann les sie nicht, denn es zwingt Dich niemand dazu..
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#15 TomDarkProfil
  • 09.10.2018, 12:20hHamburg
  • Antwort auf #8 von Dominik
  • "Eine berühmte und verdiente Persönlichkeit war dieser Pornodarsteller jedenfalls nicht, sodass sein Tod dann auch keinen Nachrichtenwert besitzt."

    Ist ja ziemlich bezeichnend, wie du dem Darsteller die Rechte absprichst, dass hier über ihn berichtet werden darf.

    Wo bitte sonst sollte das denn geschehen, wenn nicht z. B. hier?

    Erstaunlich, wie einige immer nur Toleranz für sich selbst einfordern, diese woanders jedoch nicht walten lassen.
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#16 TechnikerAnonym
  • 09.10.2018, 12:32h
  • Antwort auf #9 von Martha
  • Köööstlich, Martha! Ich lache immer noch...

    "Die Gay Pornobranche in den USA hat seit Jahren ein massives Problem."
    Hat sie - genauso wie die Anbieter und Produzenten von Heteropornos. Es heißt Internet. Sie finden viele aktuelle Tierbildchen und -filme ganz offen im Netz - dazu müssen Sie sich nicht einmal in die für Nutzer gefährlichen Tauschbörsen begeben.

    "70-80% der Darsteller sind hetero."
    Sie haben sicher eine zuverlässige Quelle für diese Zahl.

    Ich würde mir einfach mal überlegen, wie das mit dem Untenrum so läuft: Voraussetzung für eine Darstellerkarriere ist - blaue Pillen hin oder her - ein Mindestmaß an Erregung. Sonst ist man(n) nämlich schnell Ex-Pornodarsteller. Naturgemäß dürfte es einem Heteromann schwerer als einem Homosexuellen fallen, von/durch einem/n anderen Typen spitz zu werden. Klar geht's - gerade bei jungen Kerlen. Aber es dürfte eher die Ausnahme als die Regel sein - gerade unter jungen Schwulen gibt es genug, die sich austoben wollen und noch kein Interesse an einer Beziehung haben. Als Pornodarsteller können sie das und kriegen noch Geld dafür! Weshalb sollte die Branche im großen Stil auf Heteros zurückgreifen müssen?

    "Die Suizid Fälle häufen sich."
    Auch dafür haben Sie sicher eine Quelle. Und auch hier würde ich einfach mal überlegen: Die Branche war früher wesentlich halbseidener, Drogen verbreiteter. Kein Produzent, der länger als ein halbes Jahr im Geschäft bleiben will, holt sich wissentlich Leute mit psychischen oder Drogenproblemen ins Haus - das stört die Betriebsabläufe und wenn so jemand wirklich stirbt, ist's schlecht für die Branche.

    "Hauptsache der Rubel rollt."
    Tut er aus den genannten Gründen nur noch bedingt.
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#17 Homonklin44Profil
  • 09.10.2018, 15:53hTauroa Point
  • ""des verschreibungspflichtigen Angstlösers Xanax (Alprazolam)""

    Schon länger auffällig. Immer, wenn dieses Zeugs irgendwie im Spiel ist, sterben die Nutzer jung. Das kombiniert sich wohl ziemlich eklatant mit nicht nur Opoiden, tötet anscheinend auch bei Überdosis gern.
    Ein Problem ist auch, dass gefälschtes Xanax mit stärkerer Wirkung unterwegs ist, wo es noch leichter zu Überdosierung kommt. Die gefälschten Medikamente enthalten Fentanyl, ein synthetisches Opioid ... go figure.

    whitesandstreatment.com/2017/07/17/counterfeit-xanax/

    Aber man müsste im Zweifelsfall die ganze Konsumenten-Range als auch seine eventuellen medizinischen Probleme kennen, um da Rückschlüsse zuzulassen.
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#18 TellekAnonym
  • 09.10.2018, 17:25h
  • Antwort auf #9 von Martha
  • Erst einmal zum Thema schwule vs hetero Darsteller:
    Es gibt genug Studios die bewusst mit schwulen Darstellern arbeiten.

    Darüber hinaus ist gay for pay eine Illusion. Der Zuschauer soll glauben dass echte Heteros miteinander schwulen Sex haben, da ein Teil der schwulen Zuschauer auf Heteromänner steht. Deswegen miemen in den Studios die mit gay for pay arbeiten, schwule Darsteller nach außen hin einen Hetero. Das macht schon mal einen größeren Teil der angeblichen Gay for Pay Darsteller aus.
    Selbst die wirklichen Heteros in schwulen Pornos entpuppen sich häufig als bisexuell und es kommen trotz Ehefrau schwule Affären raus, in der Freizeit und auch mit anderen Darstellern.
    Bisexualität ( die in der sexuell offenen Pornobranche sicherlich häufiger ist als in der Gesamtbevölkerung) erwähnst du komischerweise nicht. Einem Bisexuellem macht es im Gegensatz zu einem Stockhetero wohl kaum was aus in einer Szene was mit Männern anstatt mit Frauen zu haben...
    Und wen es ach so anwiedert mit dem Geschlecht Sex zu haben mit dem man partout nicht will, sucht man sich nicht den Job aus.

    Zweitens:
    Das es in der Pornobranche viele gescheiterte Existenzen gibt ( Heteros wie Homos) ist leider war.
    Spaß machen tut es wohl selbst mit Wunschkanditaden selten. Wenn Darsteller ehrlich sind berichten sie auch davon dass es ein reiner Job ist: geplanter Ablauf, grelles Licht und viele Leute um einen die einem Kommandos zurufen...Erotik bleibt für die Darsteller nicht übrig.
    Man könnte die Theorie aufstellen, dass die Pornobranche ( wie so einige andere Branchen auch) Menschen verheitzt, aber die sexuelle Orientierung spielt dabei keine Rolle, sondern die psychische Stabilität.
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#19 kristianneuAnonym
#20 Ith__Ehemaliges Profil
  • 10.10.2018, 09:24h
  • Antwort auf #8 von Dominik
  • Wie du die gesamte Branche zum Bereich "Sex" einfach immer abwertest, als seien das keine richtigen Menschen.
    Ganz schön mies.

    Dem anfänglich geäußerten Bedauern darüber, dass dir die Berichterstattung zu jemand anderem fehlt, hätte ich ja soweit noch zugestimmt.
    Was allerdings die Verlagerung von Wertigkeiten angeht, bei der Sexarbeit im weiteren Sinne kein Tabuthema ist, und nichts, wofür sich irgendjemand schämen braucht, würde ich mir das in der Gesellschaft generell mal mehr wünschen. Und bin ganz froh, wenn man es hier nicht für nötig befindet, derart im Mainstream aufzugehen.
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#21 EchinaceaAnonym
  • 10.10.2018, 10:04h
  • Antwort auf #20 von Ith_
  • "Was allerdings die Verlagerung von Wertigkeiten angeht, bei der Sexarbeit im weiteren Sinne kein Tabuthema ist, und nichts, wofür sich irgendjemand schämen braucht, würde ich mir das in der Gesellschaft generell mal mehr wünschen"

    Und wenn jemand nicht deiner Meinung ist? Darf man Prositution auch ablehnen?

    Ich finde es verwerflich und unmoralisch, gesellschaftsschädigend ich bin wohl nicht die einzige, die das findet.
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#22 michael008
  • 10.10.2018, 11:33h
  • Antwort auf #21 von Echinacea
  • Darfst Du finden.
    Stimmt aber m.E. trotzdem nicht.
    "Verwerflich" und "unmoralisch" sind eh persönlich gefärbte, weit dehnbare Begriffe mit denen man kaum eine Richtschnur bilden kann.
    Vor allem aber gesellschaftsschädigend ist Prostitution eher nicht.
    Prostitution hat es immer und wird es immer geben und erfüllt, so lange es sich nicht um Zwangsprostitution handelt, eine wichtige Aufgabe in jeder Gesellschaft.
    Auch ein Abdrängen von Prostitution in die Illegalität wird selbige nicht verhindern.
    Es gibt sehr viele Menschen, deren sexuelle Bedürfnisse aus den verschiedensten Gründen nicht zur Befriedigung gelangen, ohne Prostitution.
    Diesen Mensch die Möglichkeit auf Sex generell abzusprechen ist nicht nur ungerecht sondern wird zu mehr Übergriffigkeit führen.
    Du gehst ja noch weiter und möchtest auch Pornografie wieder verschwinden lassen.

    Wie Ith_ schon richtig sagt:
    Es kommt auf die Wertschätzung dieser Arbeit an.
    Klar ist, dass wenn alle Prostitution "unmoralisch" und "verwerflich" finden, dass dann die Sexarbeiter und ihre Konsumenten unter einem gesellschaftlichen Druck stehen, der die Arbeit enorm erschwert, ihr Leben psychologisch negativ beeinflusst und ein Abgleiten in die Illegalität fördert.

    Manchmal sollte man sich darüber hinaus fragen, ob andere gesellschaftlich "anerkannte" Tätigkeiten für die sich Mensch hergibt, nicht "verwerflicher" und und "unmoralischer" als Sexarbeit sind.
    Und vor allem auch entwürdigender.
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#23 LotiAnonym
#24 remixbeb
  • 10.10.2018, 12:55h
  • Antwort auf #21 von Echinacea
  • Also im Grunds sagst du es ja schon selbst. Du "findest". Für persönliche Befindlichkeiten gibt es aber in den Medien und generell der Berichterstattung keinen Platz. Und das ist auch gut so. Denn alles andere würde in Richtung Einschränkung der Medienfreiheit gehen. Soll ja aber heutzutage wieder salonfähig sein. Kommt mir vor, wie ein Kommentar eben von einem Christen auf einen Artikel an anderer Stelle, der es respektlos und verwerflich fand, dass eine Zeitung prompt an einem religiösen Feiertag eine Reportage über die Schattenseiten der Kirche publiziert hat. Lächerlich!!

    Zum Thema Prostitution und Pornografie : auch hier ist klar. Natürlich darfst du deine Befindlichkeiten haben. Nur sind die eben nicht valider als andere Meinungen. Auch wenn ich als Sozialarbeiter, der sehr viel mit Prostituierten zu tun hat, genauso sage, dass dieses "Alles gut, alles frei, selbstbestimmt, Wertschätzend, sexualfreundlich, gut für die Gesellschaft etc." genauso Blödsinn ist. Das ist definitiv nicht die Realität eines ganz großen Teils der Menschen in diesem Business.
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#25 michael008
  • 10.10.2018, 13:08h
  • Antwort auf #24 von remixbeb
  • Ich bin da Deiner Meinung, auch was den letzten Abschnitt angeht.
    Da ist sicher alles andere als eitel Sonnenschein in der Branche.
    Aber denkst Du nicht auch, dass gerade die moralisierende und abschätzige Bewertung dieses Berufes viel mit zu seinen Schattenseiten beitragen?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#26 Ith__Ehemaliges Profil
  • 10.10.2018, 16:49h
  • Antwort auf #21 von Echinacea
  • Meiner Meinung braucht natürlich niemand sein. Wie auch immer du darauf kommst.

    "Darf man Prositution auch ablehnen?"

    Ich würde mal sagen, das kommt drauf an, was dieses "Ablehnen" konkret meint.
    Nicht toll finden, nicht unterstützen, sich weder durch eigene Betätigung noch als Kunde dran beteiligen - klar, ist Meinung, steht jedem offen.
    Menschen, die in dem Bereich arbeiten, abwerten, für weniger wert befinden, ihnen Würde absprechen oder sie zu Kriminellen erklären, während konsensueller Sex gegen Geld per se zunächst mal niemandem einen Schaden zufügt: Steht meines Erachtens niemandem zu.
    Sex zu haben ist kein Verbrechen.

    Und einen meiner Ansicht nach unangemessenen Schritt in Richtung Kriminalisierung gehst du schon, wenn du ein Wort wie
    "gesellschaftsschädigend"
    verwendest.
    Ob etwas die Gesellschaft schädigt oder nicht, ist keine Gefühlsfrage, sondern eine Aussage über Fakten. Und mir fallen da von Bankern über Versicherungen bis zu Politikern doch einige Berufsfelder und deren Vertreter ein, bei denen es erheblich leichter sein dürfte, handfeste Schäden aufzuzeigen, die sie an der Gesellschaft hinterlassen, als das bei konsensueller/freiwilliger Sexarbeit der Fall ist.
    Ich würde sogar die Hypothese wagen, dass legale Prostitution und Förderung des Ansehens von Menschen in diesem Bereich sich gesellschaftlich eher konstruktiv als destruktiv auswirken dürften. Dass Verbote im Wesentlichen Gewalt fördern, habe verschiedene Staaten in der Vergangenheit bereits praktisch feststellen können.

    "ich bin wohl nicht die einzige, die das findet."
    Wahrheit ist nicht demokratisch, Ethik ebensowenig, und auch wenn zurzeit ein Wahlkampf stattfindet, der nach Trumps Vorbild auf der Ablehnung von Menschenrechten basiert, haben wir vorerst glücklicherweise noch eine Verfassung, die jedem Menschen eine Würde zuspricht.
    In dem Sinne wäre es evtl. empfehlenswert, mal den eigenen Wertekatalog im Hinblick auf unsere Grundrechte zu überprüfen.

    Wenn du also vielleicht auch nicht die einzige Person bist, die sich in Sexfeindlichkeit und Abwertung von Menschen übt, so hoffe ich doch, dass du dich zumindest in der Gesellschaftsnische, in der wir uns hier virtuell aufhalten, in einer deutlichen Minderheit befindest. Ächtung von freiheitlichem Denken und Verhalten, bei denen niemand zu schaden kommt, gibt's dank viel zu präsenter Position von Kirchen und ähnlichen Heuchlern leider immer noch viel zu sehr in unserer Gesellschaft.
    Tatsächlich schädigend, übrigens.
    Trotz oder gerade wegen vorgeblichen Bezugs auf "Moral".
    Bräuchte man sich echt nicht dran beteiligen.
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#27 maaartinAnonym
  • 10.10.2018, 17:14h
  • bodybuilding wird in der extremeren form häufig mit mittelchen kombiniert, die recht gefährlich sind. dann wird es sehr ungesund, so "gesund" aussehen zu wollen.

    außerdem nehmen viele pornodarsteller diverse andere "medikamente", um über den ganzen dreh hinweg nen ständer zu haben - auch nicht gesund. oben drauf noch das andere, im artikel erwähnte zeug zu kippen, macht die sache nicht weniger gefährlich.

    die diskussion, ob pornos verwerflich sind, find ich albern. oder schaut hier irgendjemand keine pornos? wäre für die pornosternchen möglicherweise gesünder, wenn das schönheitsideal und die wichsphantasien sich mehr an der realität orienteren würden, anstatt an so überpumpten muskelbergen. denn die pornohengste knallen sich mit chemie zu, um ihren marktwert zu heben und liefern nur, was das publikum wünscht. also bitte kein scheinheiliges geheule.
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#28 LorenProfil
#29 Homonklin44Profil
  • 10.10.2018, 18:38hTauroa Point
  • Antwort auf #27 von maaartin
  • ""oder schaut hier irgendjemand keine pornos?""

    Sogar ich habe das versucht, allerdings ohne was Anmachendes zu finden. Sweet Romance, Kuscheln, Twink/Twen und Gearfetisch scheint es nicht zu geben.
    Alles langweilig oder zu krass. Dann lieber Eishockey! ;o)
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#30 TheDadProfil
  • 10.10.2018, 23:26hHannover
  • Antwort auf #21 von Echinacea
  • ""Und wenn jemand nicht deiner Meinung ist? Darf man Prositution auch ablehnen?

    Ich finde es verwerflich und unmoralisch, gesellschaftsschädigend ich bin wohl nicht die einzige, die das findet.""..

    Wenn man es dann auch begründen könnte, wieso Prostitution ""gesellschaftsschädigend"" sein soll ?

    ""verwerflich und unmoralisch"" ist mMn dann auch das Gleiche, und beides basiert auf Vorurteilen..
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#31 remixbeb
  • 11.10.2018, 00:33h
  • Antwort auf #25 von michael008
  • Jein.. Das gilt sicherlich für einen Teil. Aber ganz sicher nicht für die Mehrheit. Es geht eher um "Freiwilligkeit" vs. "Zwang". Und mit Zwang meine ich gar nicht unbedingt den prügelnden Zuhälter. Mein Eindruck ist allerdings, dass nur ein überschaubarer Teil sich wirklich komplett frei für eine Arbeit in diesem Bereich entscheidet,weil er/sie einfach Spaß an Sex hat. Die inneren Zwangslagen können dabei ganz unterschiedlich sein und müssen für mich oder dich gar keine solche sein. Eine Vielzahl dieser Menschen hat ganz subjektiv aber den Eindruck, dass dies der einzige Weg ist. Das halte ich für keine gesunde Mischung. Und das sind wahrscheinlich eben genau solche Fälle, wie hier beschrieben. Mir geht es wie gesagt nicht darum zu verallgemeinern. Aber es bringt auch nichts, diesen Teil der Arbeiter*innen in der Branche komplett auszublenden. Und auch nicht, dies auf die (Doppel-)Moral zu schieben. Dem anschaffenden Familienvater aus Bulgarien oder der scbwangeren Minderjährigen rumänischen Prostituierten ist die Moral in unserer Gesellschaft reichlich egal. Das ist nicht das, worunter sie leiden..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#32 michael008
  • 11.10.2018, 11:14h
  • Antwort auf #31 von remixbeb
  • Obwohl mir dazu jedwede Statistik fehlt, vermag ich Dir auch hier zu großem Teil zu folgen.
    Die Frage, die sich stellt, ist:
    Wie gehen wir als Gesellschaft mit Prostitution und Prostituierten um.
    Entmoralisieren, kriminalisieren wir sie?
    Oder werten wir sie auf, um ungeachtet der notwendigen Bestrafung und Prävention der als Zwangsprostitution bekannten Zwänge wie Verschleppung, Versklavung und sonstige physische und seelische Gewalt, eine zumindest gesellschaftlich halbwegs anerkannte und angstfreie Arbeitsumgebung zu schaffen.
    Nehmen wir uns der ökonomischen Zwänge, die hierzulande oder besonders in den Herkunftsländern der von Dir genannten vorherrschen und Menschen dazu animieren sich zu prostituieren an, oder wollen wir lieber mit Abwertung bzw. Verboten und Bestrafung von Freiern und Prostituierten hantieren?
    Sollten wir uns nicht fragen, inwieweit auch der
    Lagerarbeiter bei Amazon oder gar der rumänische
    Schlachter in deutschen Großschlachtereien aus Zwängen, die ebenso begründbar sind wie die die zu Prostitution führen, ihrem Werk glauben nachgehen
    zu müssen?
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#33 remixbeb
  • 11.10.2018, 13:14h
  • Antwort auf #32 von michael008
  • Nein. Auch wenn das vielleicht falsch verstanden wurde, sollte mein Einschub überhaupt nichts über die Haltung zu Prostitution aussagen. Natürlich finde ich die Stigmatisierung, Sanktion etc. absolut falsch!
    Mir ging es vielmehr darum, dass ich finde, häufig wird hier (und auch anderswo) alles zu sehr aus der rosaroten schwulen Hipster-Brille betrachtet und nicht differenziert. Sobald ein "sexuelles Thema" (zB auch hier Prostitution) ins Spiel kommt, wird die sexuelle Selbstbestimmung in Gefahr gesehen, nicht ungern gepaart mit der biederen Moral der Mehrheitsgesellschaft und wenn möglich noch irgendwie mit der Kirche verquickt. Daraus wird dann ein "wir sind die progressiven, für die Freiheit kämpfenden und gegen vermiefte Sexualmoral vorgehenden" Totschlagargument. Völlig außer Acht gelassen wird dabei dann aber, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Kritische Töne und Relativierungen zu bestimmten "sexuellen Themen" sollten möglich sein und entsprechen eben der Lebenswelt, beipielsweise der von mir genannten Fälle. Ich habe aber hier im Forum allzu oft den Eindruck, dass sobald dann auch die Schattenseiten genannt werden, die selbsternannten Progressiven gleich Schnappatmung bekommen. Meiner Meinung nach aus Angst...ist aber ein anderes Thema ;-) Das wollte ich mit meinen Beispielen versuchen zu verdeutlichen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#34 michael008
  • 11.10.2018, 13:27h
  • Antwort auf #33 von remixbeb
  • Danke, das erleuchtet mir Deine Einstellung und ich möchte da auch nicht widersprechen.

    Kurz noch hierzu:

    "Meiner Meinung nach aus Angst."

    Die Angst dieser Menschen ist nicht ganz unbegründet.
    Schau Dir die (neue) Gesetzeslage in Frankreich und Schweden an.
    Hier werden jetzt nicht mehr die Prostituierten kriminalisiert sondern die Freier und zwar nicht bei nur bei Zwangsprostitution und Minderjährigenprostitution sondern generell.
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#35 prokyAnonym
  • 27.04.2019, 10:33h
  • Uber vieles wurde hier geschrieben, kritisiert, verurteilt, dementiert, richtig gestellt, verglichen...

    Aber eines fehlt zum Abschluss:

    Ein Mensch ist gestorben. Möge er in Frieden ruhen!
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