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Kinostart

Eine erste große schwule Liebe trifft auf eine letzte

Jetzt in der Queerfilmnacht: Christophe Honorés neuer Spielfilm "Sorry Angel" ist kein klassisches Aids-Drama, sondern eine berührende Huldigung an die Kunst und Denkweise der Neunziger.


Der HIV-positive Mittdreißiger Jacques verliebt sich Anfang der Neunzigerjahre in den 22-jährigen Arthur, der kurz vor seinem Coming-out steht (Bild: Edition Salzgeber)

Das Jahr 1993: Der Pariser Schriftsteller Jacques (Pierre Deladonchamps aus "Der Fremde am See") ist Mitte dreißig, ein schwuler Single und pflegt interessante Beziehungen zu Männern. Da wäre sein bester schwuler Buddy. Der mit dem Älterwerden hadernde Journalist wohnt ein Stockwerk unter Jacques. Ein Ex-Lover bittet um Unterkunft für ein paar Nächte. Er leidet an Aids knapp vor dem Endstadium. Jacques hat auch einen zehnjährigen Sohn, der gelegentlich bei ihm wohnt.

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Poster zum Film: "Sorry Angel" startet am 25. Oktober 2018 im Kino und ist zuvor bereits in der Queerfilmnacht zu sehen

On top lernt Jacques auf einem beruflichen Trip in die Bretagne den 22-jährigen Arthur kennen, ausgerechnet in einer Kinovorstellung von Jane Campions "Das Piano" (1993!). Arthur hat eine Freundin, aber Sex mit Männern. Der junge Mann arbeitet während des Films an seinem Coming-out. Als Bisexueller und als Künstler. Er verliebt sich in Jacques und zieht nach Paris. Eine erste große Liebe trifft so auf eine letzte, denn Jacques ist mit HIV infiziert. 1993 ein Todesurteil.

Der sehr französische Film – es wird geraucht und geraucht und in Monologen über das Leben sinniert – ist aber dennoch kein Krankheitsdrama. Regisseur Christophe Honoré zeichnet in über zwei Stunden (keine Minute zu lang!) eine berührende Huldigung an die Kunst und Denkweise der Neunzigerjahre. Sein Tonfall schwingt dabei wunderbar zwischen melancholisch und lebensbejahend. Auf der fatalistischen Seite steht Jacques, auf der idealistischen Arthur.

Der Soundtrack spielt eine tragende Rolle

Gesungen wie in Honorés "Chanson der Liebe" von 2007 wird nicht, der Soundtrack spielt dennoch eine tragende Rolle. Stark choreografiert Honoré die Cruising-Szenen auf einem Parkplatz in der Bretagne, zeigt die banale Tristesse von One-Night-Stands und die mögliche Unausgewogenheit von drei Männern im Bett. Alles sehr menschlich.


In "Sorry Angel" geht es auch um Cruising und Dreier (Bild: Edition Salzgeber)

Am liebsten guckt man Vincent Lacoste als Arthur zu. Honoré hat dem Star unter den französischen Jungschauspielern für diesen Film das Markenzeichen genommen: er hat ihm den Lockenkopf geglättet. Umso prägnanter spielt der in komischen Rollen bekannt gewordene Lacoste den entzückenden Arthur, der in sein Leben als Erwachsener aufbricht.

Honoré fängt dabei Arthurs Lächeln ein, so dass man sich im Kinosaal nur in den jungen Mann verlieben kann. Kein Wunder, dass der Soundtrack auch Astrud Gilbertos "Shadow of your Smile" bereithält.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Sorry Angel. Spielfilm. Frankreich 2018. Regie: Christophe Honoré. Darsteller: Vincent Lacoste, Pierre Deladonchamps, Denis Podalydès, Thomas Gonzalez, Tristan Farge. Laufzeit: 132 Minuten. Sprache: französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 25. Oktober 2018, zuvor bereits in der Queerfilmnacht.


#1 Ulli_2mecsProfil
#2 Ith_Anonym
  • 11.10.2018, 10:19h
  • Die Story find ich interessant, aber ich schätze, ich warte lieber, bis ich's mir zu Hause anschauen kann, wo sich die Musik ausschalten lässt, wenn sie allzu sehr nervt.
    Synchronisation gibt's ja ohnehin mal wieder keine.

    Wobei ich nach "God's own country" inzwischen ziemlich zwiegespalten bin, ob man sie sich wünschen soll, wenn sie am Ende doch eher stört als dass sie hilft.
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