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- 29. Juli 2005 3 Min.
Eine neue Biografie sorgt für Wirbel. Wurde Jimi Hendrix wegen "homosexueller Tendenzen" aus dem Militär entlassen?
Von Jan Gebauer
Nachdem Anfang Mai bereits ein Buch über die Beatles mit einer möglichen schwulen Affäre eines der Pilzköpfe aufwartete, muss nun eine weitere Rock-Legende dran glauben: Jimi Hendrix. In seiner neuen Biografie "A Room Of Mirrors" geht der Autor Charles Cross möglichen homosexuellen Tendenzen in Zusammenhang mit Hendrix' Millitärdienst nach. Seine Entlassung aus den US-Streitkräften hatte der Rockstar in der Öffentlichkeit immer damit begründet, dass er sich bei einem Fallschirmsprung den Knöchel gebrochen hatte. Tatsächlich geht aus den Aufzeichnungen eines Militärarztes in Fort Campbell aus dem Frühjahr 1962 hervor, dass Hendrix erklärt habe, sich in einen Kameraden verliebt zu haben und dass er süchtig nach Selbstbefriedigung sei. Hauptmann John Halbert empfahl deshalb die Entlassung aus dem Militärdienst wegen "homosexueller Tendenzen".
Das hat der Autor Cross bei seinen Recherchen für die Biografie herausgefunden, die zum 35. Todestag des Gitarristen am 18. September in den USA veröffentlicht werden soll. Cross hatte bereits mit einer anderen Rock-Biografie, "Heavier Than Heaven" über Kurt Cobain, großen Erfolg in den Buch-Hitlisten (Hendrix wurde wie Cobain nur 27 Jahre alt). Für das Buch über Hendrix hat er vier Jahre recherchiert, wobei er auch Einsicht in dessen Tagebücher und Briefe erhielt. Die Militärdokumente bekam er von einem Sammler, dessen Namen er nicht nennen will.
Hendrix' zahllose Affären mit Frauen zeigten, dass er die homosexuellen Tendenzen wahrscheinlich nur vorgetäuscht habe. Nach einer Zufallsbegegnung auf dem Pariser Flughafen habe er auch ein Verhältnis mit Brigitte Bardot gehabt, schreibt Cross. Woher er das wisse, sagt er nicht und erklärt lediglich, dass der ehemalige Filmstar, der vor wenigen Jahren durch antisemitische und antihomosexuelle Passagen in ihrer Autobiografie auffiel, auf seine Anfragen nicht reagiert habe. Insgesamt handle sein Buch mehr vom komplexen Leben des genialen Gitarristen und seine Psyche als von seiner Musik. "Es geht nicht darum, was ich über Jimis B-Seiten weiß; es handelt davon, was ich vom emotionalen Bogen seines Lebens weiß", sagte Cross in einem Interview. "Room Full Of Mirrors" ist nach einem unveröffentlichten Hendrix-Stück benannt.
Der Ausstieg aus dem Militär nutzte Hendrix, um sich völlig auf seine Musik zu konzentrieren. Er entwickelte einen eigenen, aggressiven Stil auf der E-Gitarre, der großen Einfluss auf die spätere Hard-Rock-Bewegung hatte. Dennoch fand der Amerikaner zunächst mehr Beachtung in Großbritannien als in den USA. Während er dort zwischen 1967 und 1972 etliche Hits landen konnte ("Voodoo Chile" stand 1970 auf Platz eins der Charts), sollte er in den USA nur einen wirklichen Single-Erfolg landen: "All Along The Watchtower"; 1968 immerhin in den Top-20 notiert. In England zählte er zu den angesagtesten Stars: Hendrix beeindruckte die gesamte britische Musikszene von Eric Clapton über Jeff Beck bis zu den Beatles. Er blieb ein Jahr in der britischen Hauptstadt London und nahm dort auch sein erstes Album auf. Doch auch die USA konnten sich nicht lange seiner Ausstrahlung entziehen: 1968 stand die LP "Electric Ladyland" auf Platz eins der Alben-Charts und 1969 war er ein unbestreitbares Highlight beim Woodstock-Festival. Die Gitarristen-Legende starb am 18. September 1970 an seinem Erbrochenen, nachdem er eine Überdosis Schlaftabletten eingenommen hatte.
29. Juli 2005
Links zum Thema:
» Offizielle Jimi-Hendrix-Homepage














