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"Man will Formate nicht mit 'Randgruppen' besetzen"

Entertainer Riccardo Simonetti fühlt sich im Showbusiness diskriminiert

Der schwule Blogger und Moderator erzählt auch von Morddrohungen und Suizidgedanken in seiner Jugend.


Riccardo Simonetti moderiert jede Woche das TV-Magazin "Riccardo's Dream Date" (Bild: Instagram / richardosimonetti)

Der Entertainer und Blogger Riccardo Simonetti hat es nach eigenen Angaben beruflich nicht leicht. "Auch im Showbusiness werden Homosexuelle diskriminiert – ich habe als Moderator viele Absagen einstecken müssen, weil man Formate nicht mit 'Randgruppen' besetzen wollte", sagte der 25-Jährige dem Magazin "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

Aktuell erhalte er sogar Morddrohungen. "Nun habe ich zu Hause Überwachungskameras installiert und bei Auftritten einen Bodyguard dabei", sagte Simonetti. Die Drohungen richteten sich selten gegen ihn persönlich. Sie gälten vielmehr dem, wofür er stehe.

"Ich wurde bepöbelt, bespuckt und verprügelt"

Schon seine Kindheit im oberbayerischen Bad Reichenhall sei schwierig gewesen. "Ich wurde bepöbelt, bespuckt und verprügelt." Damals habe er geschwiegen – aus Angst vor einer Verschlimmerung seiner Lage und weil er seine Mutter nicht beunruhigen wollte. Das habe ihm erheblich zugesetzt: "Ich hatte damals schon über Selbstmord nachgedacht", so der Moderator.

Der 1983 geborene Simonetti ist als Gast aus vielen TV-Formaten wie "Promi Shopping Queen" oder dem "Sat.1-Frühstücksfernsehen" bekannt. Seit vergangenem Jahr läuft seine eigene Sendung "Riccardo's Dream Date" im Pay-TV-Sender E! Entertainment (immer montags um 20.15 Uhr). Die Show ist die bislang erfolgreichste deutschsprachige Eigenproduktion des aus den USA stammenden Kanals. Ende September erschien sein Buch "Mein Recht zu funkeln", in dem er seinen Weg "vom Außenseiter er zum Superstar" beschreibt. (AFP/dk)

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Spreche mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist etwa anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und 1110222 erreichbar. Weitere Angebote listet Spiegel Online.
In mehreren deutschen Großstädten gibt es spezielle Beratungs- und Gesprächsangebote für LGBTI. Speziell für queere Jugendliche, aber oft auch Ältere, gibt es in Deutschland zudem viele Anlaufstellen und Jugendgruppen, bei denen du Gesprächsangebote und Hilfe, aber auch Freunde, Freizeitaktivitäten und Freunde finden kannst. Eine kurze Anfrage in Suchmaschinen lohnt sich.


#1 Simon HAnonym
  • 10.10.2018, 11:30h
  • "Ich wurde bepöbelt, bespuckt und verprügelt"

    Diese Erfahrung machen jeden Tag zahlreiche LGBTI in Deutschland. In deutschen Städten und Dörfern, an deutschen Schulen und Universitäten.

    Umso unverständlicher und schlimmer, dass weite Teile der deutschen Politik (inkl. unserer schwarz-roten Bundesregierung) einfach wegsehen.

    Die Probleme werden oft nicht mal thematisiert. Geschweige denn, dass man Gegenmaßnahmen ergreift - z.B. mehr Aufklärung an Schulen, nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie, volle rechtliche Gleichstellung (was ein starkes Signal an die Täter wäre, dass ihr Verhalten nicht geduldet wird), etc.
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#2 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 10.10.2018, 14:10h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Das mag daran liegen, dass:

    1) eine Mehrheit der Bevölkerung glaubt, spätestens mit der Ehe für Alle gäbe es keine Probleme und keine Diskriminierung mehr

    2) es einer Mehrheit der Bevölkerung egal ist, wie mit uns umgegangen wird - es betrifft sie selbst ja nicht

    3) eine Mehrheit der Bevölkerung schlichtweg selbst homophob ist (was sie natürlich so heutzutage nicht mehr zugeben würde).

    Insbesondere zu Punkt 3) empfehle ich wärmstens die Lektüre von Johannes Krams Buch

    www.querverlag.de/ich-hab-ja-nichts-gegen-schwule-aber/
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#3 Homonklin44Profil
  • 10.10.2018, 18:09hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von AuntieBiotic
  • ""
    3) eine Mehrheit der Bevölkerung schlichtweg selbst homophob ist (was sie natürlich so heutzutage nicht mehr zugeben würde).""

    Ob das wirklich eine Mehrheit ist, weiß ich ja nicht, aber so ähnlich sehe ich es auch. Es gibt eine große Zahl von Menschen, für die eine latente oder auch althergebrachte, unterschwellige Homophobie einfach gang und gäbe ist, alltäglich und normal. Das wird von Generation zu Generation so weiter gereicht, gleich dem, wie man Lagerfeuer macht und Würstchen grillt.

    Daher scheint es oft auch so, als lebten schwule Stadtmenschen in einer Art Filterblase mit Vorstellungen von allumfassender Toleranz. Die sich wahrscheinlich nur in ihrem eigenen Umfeld befindet, oder in einigen weiteren Metropolen gelebt wird.
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