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"Das ist verletzend für mich"
Wucherpfennig: Vatikan torpediert Annäherung an Homosexuelle
Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland kritisieren nach der Entlassung eines offenbar zu liberalen Rektors offen die homofeindliche Haltung des Vatikans.

Ansgar Wucherpfennig macht seinem Unmut im "heute journal" Luft (Bild: Screenshot ZDF)
- 10. Oktober 2018, 13:36h 2 Min.
Ansgar Wucherpfennig will seine homofreundliche Haltung auf Druck des Vatikans nicht ändern. Der Priester hatte wegen seiner Aussagen vom Vatikan als Rektor einer katholischen Hochschule in Frankfurt/Main keine Unbedenklichkeitserklärung aus Rom erhalten und wurde damit de facto gefeuert – gegen den Widerstand der katholischen Vertreter vor Ort (queer.de berichtete).
Im ZDF äußerte er sich am Dienstag enttäuscht über die Reaktion des Heiligen Stuhls: "Das ist verletzend für mich", so Wucherpfennig im "heute journal". "Aber ich finde es vor allem auch verletzend für viele schwule Männer und lesbische Frauen, die angefangen haben, aufgrund der Frankfurter Stadtkirche und der Initiative hier wieder einen Zugang zur Kirche zu finden, der noch sehr zart ist. Und jetzt habe ich den Eindruck, da wird mit dem Hammer draufgehauen."
Wucherpfennig erklärte in dem Interview auch, dass er sich auf die vergleichsweise liberalen Äußerungen von Papst Franziskus zum Thema Homosexualität verlassen habe. "Und ich kann nicht nachvollziehen, warum das jetzt ausgebremst wird, ausgerechnet von engsten Mitarbeitern des Vatikans", so der Priester.
Wachsender Unmut über Homophobie bei deutschen Katholiken
In dem ZDF-Bericht äußerte auch der deutsche Jesuiten-Provinzial Johannes Siebner, der direkte Vorgesetzte von Wucherpfennig, scharfe Kritik am Vatikan. Er beklagte einen "verschwurbelten" Umgang des Heiligen Stuhls beim Thema Homosexualität – und forderte: "Wir müssen endlich die Beziehungen von gleichgeschlechtlichen Menschen als das akzeptieren, was sie sind."
Wucherpfennig will seine Aussagen nicht im Nachhinein verteufeln, um seinen Job zu retten: "Ich sehe meine Äußerungen zur Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare auf dem Boden der katholischen Lehre", sagte er den Kirchenzeitungen der Bistümer Limburg, Mainz und Fulda. Ein öffentlicher Widerruf sei für ihn kein Thema: "Um diesen Preis will ich nicht Rektor sein." Sollte der Vatikan seine Meinung ändern, stehe er als Rektor aber wieder bereit.
Bereits zuvor hatten die katholischen Bistümer Osnabrück und Hildesheim Wucherpfennig den Rücken gestärkt (queer.de berichtete). Auch aus dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hagelte es Kritik. (dk)
/ bdkjDie Kirche der Gegenwart muss anders aussehen!
BDKJ-Bundesverband (@bdkj) October 8, 2018
Unser Bundesvorsitzender Thomas Andonie (@derwahreDon) nimmt während der #Jugendsynode in Rom Stellung zur Verweigerung des Nihil obstat für Prof. Ansgar Wucherpfennig.https://t.co/LZeF7Il5md















Auch nicht unter dem jetzigen Papst, der einfach nur ein raffinierteres Marketing hat, aber ansonsten alles beim alten belässt...
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