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"Das ist verletzend für mich"

Wucherpfennig: Vatikan torpediert Annäherung an Homosexuelle

Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland kritisieren nach der Entlassung eines offenbar zu liberalen Rektors offen die homofeindliche Haltung des Vatikans.


Ansgar Wucherpfennig macht seinem Unmut im "heute journal" Luft (Bild: Screenshot ZDF)

Ansgar Wucherpfennig will seine homofreundliche Haltung auf Druck des Vatikans nicht ändern. Der Priester hatte wegen seiner Aussagen vom Vatikan als Rektor einer katholischen Hochschule in Frankfurt/Main keine Unbedenklichkeitserklärung aus Rom erhalten und wurde damit de facto gefeuert – gegen den Widerstand der katholischen Vertreter vor Ort (queer.de berichtete).

Im ZDF äußerte er sich am Dienstag enttäuscht über die Reaktion des Heiligen Stuhls: "Das ist verletzend für mich", so Wucherpfennig im "heute journal". "Aber ich finde es vor allem auch verletzend für viele schwule Männer und lesbische Frauen, die angefangen haben, aufgrund der Frankfurter Stadtkirche und der Initiative hier wieder einen Zugang zur Kirche zu finden, der noch sehr zart ist. Und jetzt habe ich den Eindruck, da wird mit dem Hammer draufgehauen."

Wucherpfennig erklärte in dem Interview auch, dass er sich auf die vergleichsweise liberalen Äußerungen von Papst Franziskus zum Thema Homosexualität verlassen habe. "Und ich kann nicht nachvollziehen, warum das jetzt ausgebremst wird, ausgerechnet von engsten Mitarbeitern des Vatikans", so der Priester.

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Wachsender Unmut über Homophobie bei deutschen Katholiken

In dem ZDF-Bericht äußerte auch der deutsche Jesuiten-Provinzial Johannes Siebner, der direkte Vorgesetzte von Wucherpfennig, scharfe Kritik am Vatikan. Er beklagte einen "verschwurbelten" Umgang des Heiligen Stuhls beim Thema Homosexualität – und forderte: "Wir müssen endlich die Beziehungen von gleichgeschlechtlichen Menschen als das akzeptieren, was sie sind."

Wucherpfennig will seine Aussagen nicht im Nachhinein verteufeln, um seinen Job zu retten: "Ich sehe meine Äußerungen zur Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare auf dem Boden der katholischen Lehre", sagte er den Kirchenzeitungen der Bistümer Limburg, Mainz und Fulda. Ein öffentlicher Widerruf sei für ihn kein Thema: "Um diesen Preis will ich nicht Rektor sein." Sollte der Vatikan seine Meinung ändern, stehe er als Rektor aber wieder bereit.

Bereits zuvor hatten die katholischen Bistümer Osnabrück und Hildesheim Wucherpfennig den Rücken gestärkt (queer.de berichtete). Auch aus dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hagelte es Kritik. (dk)

Twitter / bdkj

Wöchentliche Umfrage

» Was glaubst du: Wird die katholische Kirche Homosexualität jemals akzeptieren?
    Ergebnis der Umfrage vom 08.10.2018 bis 15.10.2018


#1 AustrittAnonym
#2 sanscapote
  • 10.10.2018, 17:07h
  • Der Jorge Bergoglio meint Angriff sei die beste Verteidigung, aber "es ist nichts so fein gesponnen, es kommt ans Licht der Sonnen" moege vor der eigenen Tuere kehren und seine Suenden aus der Vergangenheit buessen, sowie gegenueber den unschuldig verfolgten und getoeteten Maennern, Frauen, Kindern Abbitte tun, sowie deren Familien unterstuetzen wegen der durch jenen erfolgten Denunziationen, Missbrauchsfaellen, Verschleppungen, usw.
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#3 Homonklin44Profil
  • 10.10.2018, 17:38hTauroa Point
  • Was hat er denn da anderes erwartet? Und mit welchen wie bekifften Hoffnungen bitte?
    Es ist ja schön und gut, wie er sich seine "Lehre" dazu bittersüß reden und harmlos interpretieren will, aber mehr als ein Traumtänzer kann er damit nicht werden.
    Natürlich kommt da der große Hammer, das ist doch klar.

    "" Er beklagte einen "verschwurbelten" Umgang des Heiligen Stuhls beim Thema Homosexualität ""

    Da ist nichts 'verschwurbelt' , das ist ein Umgang, der Menschen selektiv ächtet und in ihrer Würde herab setzt, aufgrund Gruppen bezogener Merkmale, wie das bei einer dem Faschismus nahen Lehre typisch ist.

    Deswegen ist da auch www.kirchenaustritt.de die noch am Nächsten wirksame Lösung dafür. Sich von jenen, die faschistoid ( außerdem auch noch oft pädophil ) denken und frei heraus ächten, zu distanzieren.

    Homosexuelle brauchen doch keine Kirche, um ihre Liebe zueinander als echt und richtig zu erkennen. Alte Zöppa ab, Fenster auf, frische Luft macht die Nase frei!
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#4 easykeyProfil
  • 10.10.2018, 19:59hLudwigsburg
  • Antwort auf #1 von Austritt
  • Für das Marketing kann dieser Papst nichts, dieser Apparat funktioniert seit gut 2000 Jahren.
    Wenn alle "normalen" Menschen ein Geschenk des HImmels sind, kommen homosexuelle Menschen folgerichtig aus der Hölle ....aber das Geld nehmen sie auch gerne von der Ausgeburt der Hölle.
    Auch hinsichtlich der aktuellen Aussage dieses Geschäftsführers, Abtreibungen kommen einem Auftragsmord gleich....sind ungeheuerlich und beweist, dass diese Mafiosis auch den Urknall nicht gehört haben.
    Räuchert sie aus, verkauft den ganzen Kitsch und helft damit Armen, Bedürftigen und gebt allen hungernden Menschen etwas zu essen. Für den großzügigen Rest findet sich sicher eine Anlagemöglichkeit.
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#5 TheDadProfil
  • 11.10.2018, 01:11hHannover
  • Antwort auf #4 von easykey
  • ""Für das Marketing kann dieser Papst nichts, dieser Apparat funktioniert seit gut 2000 Jahren.""..

    Für die Beibehaltung dieses "Marketings kann JEDER "Papst" etwas, denn sie haben daran ja in den vergangenen 1600 Jahren des "Papst-Tums" nichts geändert..

    Jorge Bergoglio tut dann auch das Seine dazu, und vergleicht Abtreibung mit "Auftrags-Mord" und "schwurbelt" immer mal wieder um die Thematik "Homosexuell" herum..
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#6 Gerlinde24Profil
  • 11.10.2018, 04:27hBerlin
  • Da ist endlich mal jemand vernünftig, sagt was Sache ist, und bekommt dann vom Heiligen Stuhl eins auf die Mütze, weil diese Religioten im Vorgestern leben, und immer noch nicht kapiert haben, dass die Erde eben keine Scheibe ist.
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#7 Ith_Anonym
  • 11.10.2018, 09:56h
  • Angehörige der katholischen Kirche sollten einfach mal begreifen, dass sie Teil eines absolutistischen Systems sind, das sich gerade durch das Fehlen von demokratischen Strukturen auszeichnet.

    Wer sich an Mitspracherecht aufgrund der sonstigen gesellschaftlichen Situation so sehr gewöhnt hat, dass er*sie darauf im Bereich der Religion nicht verzichten möchte, sollte einfach mal Konsequenzen ziehen.
    Entgegen dem, was diese Kirche intern lehrt und von sich denkt, ist sie selbst im Christentum nicht die einzige Option/alternativlos. Selbst protestieren darf man in einem solchen absolutistischen System ja nur in den Grenzen, die von oben gesteckt werden; dass der Protest etwas verändert, braucht man bei dem Herrschaftssystem nicht erwarten.
    Sollte eigentlich doch jeder wissen, der sich ausgerechnet für die katholische Kirche entscheidet. Dass keine Wahl bestünde, selbst wenn man in früher Kindheit eingetrichterte Wahrheiten (katholische Kirche = einzig wahre Kirche) hinter sich lassen muss, ist zumindest in Deutschland jedenfalls nicht der Fall.
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#8 Danny387Profil
#9 JosephMartinProfil
  • 11.10.2018, 14:10hBraunschweig
  • Ich halte die in der Überschrift gemachte Aussage bei Licht betrachtet für irreführend. Schließlich gibt es ja auch in der Kirche und sicher auch unter Rektoren von katholischen Hochschulen Homosexuelle. Korrekterweise müsste es heißen: "Vatikan torpediert Annäherung an OFFEN Homosexuelle".
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#10 ursus
  • 11.10.2018, 16:45h
  • "Die Dunkelziffer vergleichbarer Verfahren sei 'erheblich', so Höhn. 'Das Hauptproblem ist die mangelnde Klarheit der Kriterien für eine Ablehnung des 'nihil obstat'. Hinzu kommt die Scham der Betroffenen, darüber öffentlich zu reden.' Es entstehe eine Art 'katholischer omertà: Kaum ein Theologe, eine Theologin durchbricht diese Verschwiegenheit, sei sie erzwungen oder selbst auferlegt.' Höhn sprach von Stasi-Methoden des Vatikans."

    www.fr.de/politik/sankt-georgen-ruf-nach-einem-katholischen-
    metoo-a-1600001


    "Ich habe von Anfang an klargemacht, dass ich an keinem Skandal interessiert bin. [...] Wir haben alles versucht, damit es zu keinem öffentlichen Ärgernis kommt."

    www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/johannes-siebne
    r-zu-ansgar-wucherpfennig-rektor-sankt-georgen


    ergo: auch die derzeit als ach so mutige "vatikan-kritiker" herumgereichten kleriker sind zunächst mal ein williger und aktiver teil des schweigeproblems. sobald der korken wieder drauf sitzt, wird es auch mit diesem angeblich so aufmüpfigen personal genau so weitergehen wie bisher: probleme verschweigen und aussitzen, um bloß nicht die heilige fassade bröckeln zu lassen.

    es wird nie der kaiser selbst sein, der sagt: Ich bin nackt. und auch nicht der hofstaat.
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