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"Out Executives"

Das sind die Top-100 der geouteten Führungskräfte in Deutschland

Eine Liste von "Top 100 Out Executives" soll anlässlich des Coming-out-Tages aufzeigen, dass LGBTI auch in den deutschen Führungsetagen angekommen sind.


Katrin Suder führt die Liste der geouteten Führungskräfte an (Bild: Bundeswehr / Hannemann)

Passend zum Internationalen Coming Out Day haben die Stiftung Prout At Work und die Uhlala GmbH, die Veranstalterin der queeren Karrieremesse Sticks & Stones, am Mittwoch die Liste "Germany's Top 100 Out Executives" veröffentlicht, also die Liste mit den bedeutendsten LGBTI-Führungskräften in der Bundesrepublik.

Platz eins der Liste belegt die promovierte Physikerin Katrin Suder, die im August den Vorsitz des Digitalrates der Bundesregierung übernahm. Zuvor war die parteilose 48-Jährige vier Jahre lang Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium. Suder lebt mit ihrer Frau in Hamburg und hat drei Kinder.

Auf den folgenden Plätzen landeten Eva Kreienkamp, die Geschäftsführerin der Mainzer Verkehrsgesellschaft, SAP-Senior-Vice-President Ernesto Marinelli sowie Ralph Breuer, ein Partner im Kölner Büro der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey & Company. Platz fünf belegt Miriam Meckel, die prominente Herausgeberin der "Wirtschafswoche", die seit 2016 mit der ARD-Talkshowmoderatorin Anne Will verpartnert ist (queer.de berichtete).

Die Liste der Top-25 kann auf der Seite outexecutives.de eingesehen werden. Obwohl Frauen die ersten beiden Plätze belegen, befinden sich weit mehr Männer (17) in der Liste als Frauen (8). Weitere 75 Führungskräfte sind danach alphabetisch aufgeführt.

Twitter / proutatwork

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Liste soll Sichtbarkeit erhöhen und positive Rollenbilder zeigen

Ziel der Initiative sei es, lesbische, schwule, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Führungskräfte, die geoutet sind und beruflichen Erfolg haben, sichtbarer zu machen. Damit soll LGBTI-Talenten vor Augen geführt werden, dass es auch in Deutschland möglich ist, mit der eigenen sexuellen Orientierung, der eigenen geschlechtlichen Identität und dem eigenen geschlechtlichen Ausdruck offen umzugehen und gleichzeitig erfolgreich im Berufsleben zu sein.

"Wir haben bereits seit längerem erkannt, dass es klar an positiven LGBT+-Rollenbildern in senioren Positionen in der deutschen Unternehmenswelt fehlt", so Albert Kehrer von Prout At Work. "Wenn aufstrebenden Talenten nicht vorgelebt wird, dass ihnen trotz oder gerade aufgrund eines Coming-outs alle Türen offenstehen, werden sie sich nicht zutrauen, dass das auch ihre Zukunft sein kann." Mit der Liste strebe man "genau diese Sichtbarkeit an positiven Rollenbildern an".

Weit über 100 Personen hätten sich in den vergangenen drei Monaten entweder selber nominiert oder wurden von anderen nominiert. Eine hochrangige Jury, darunter Siemens-Vorstandsmitglied Janina Kugel und Allianz-Vorstandsmitglied Ana-Christina Grohnert, hatte sich beraten, um das Ranking zu erstellen. Grundlage der Entscheidung waren neben der Seniorität auch das Engagement, welches die Kandidatinnen und Kandidaten für das eigene Thema in der Arbeitswelt an den Tag gelegt hätten. "Die Top 25 Personen auf der Liste nehmen Ihre Verantwortung als Vorbild über das eigene Unternehmen hinaus war", so die Organisatoren.

Bereits im letzten Jahr hatte die queere Karrieremesse Sticks and Stones eine Liste von "Deutschlands Top 10 geouteten Führungskräften" veröffentlicht (queer.de berichtete). Angeführt wurde diese Liste vom offen schwulen Manager Harald Christ, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der ERGO Beratung und Vertrieb AG. Christ, der inzwischen Geschäftsführer seiner eigenen Consultingfirma ist, konnte sich für die neue Top-100 nicht qualifizieren.

Es gibt weiterhin Klemmschwestern in Chefetagen

Prout At Work weist darauf hin, dass nicht alle Personen in Top-Führungspositionen, die den Organisatoren und Jury-Mitgliedern teilweise persönlich bekannt sind, auf der Liste stünden. Obwohl die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen bereits vollzogen sei, trauten sich viele nicht, mit ihrem Namen auf einer derartigen Liste veröffentlicht zu sein. Der Grund: "Es gibt bei vielen immer noch Vorbehalte, dass die eigene Karriere Schaden nehmen könnte." Uhlala-Chef Stuart Cameron appellierte an Manager, ihre Meinung zu ändern, da diese Sichtbarkeit einen positiven Einfluss auf noch ungeoutete queere Mitarbeiter haben könne. (dk)



#1 LenaAnonym
  • 11.10.2018, 14:13h
  • Schön, dass es Menschen in Führungspositionen gibt die der Gesellschaft und Menschen mit der gleichen Orientierung zeigen, dass die Orientierung einer Karriere nicht im Weg stehen muss!
    Allerdings sehe ich nicht ganz wie die Liste für die gesamte LGBTI+ Community spricht, wenn nur Schwule und Lesben darin auftauchen. Ich gehe davon aus dass es auch viele bisexuelle Personen in Führungspositionen gibt, aber das geht ja meistens ein wenig unter, bzw wird vielleicht auch einfach nicht so öffentlich gemacht.
    Wo sind die Trans*personen? Wo sind die intergeschlechtlichen Menschen?
    Gerade für diese beiden Gruppen wäre es enorm wichtig ein wenig Sichtbarkeit zu erlangen.
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#2 ursus
  • 11.10.2018, 16:14h
  • "Wenn aufstrebenden Talenten nicht vorgelebt wird, dass ihnen trotz oder gerade aufgrund eines Coming-outs alle Türen offenstehen"

    "Obwohl die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen bereits vollzogen sei, trauten sich viele nicht, mit ihrem Namen auf einer derartigen Liste veröffentlicht zu sein."

    finde den fehler.

    "Es gibt bei vielen immer noch Vorbehalte, dass die eigene Karriere Schaden nehmen könnte."

    und das bilden die sich dann sicher nur ein, oder wie?
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#3 kristianneuAnonym
#4 kristianneuAnonym
#5 kristiankneuAnonym