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30 Jahre Coming-out-Tag

"Come out, be proud!"

Seit 30 Jahren wird der Coming Out Day am 11. Oktober begangen. Noch heute ist er notwendig.


"Lass mich raus": Der Coming-out-Tag ist ein guter Anlass, sich fürs eigene Seelenheil zu outen (Bild: Instagram / letmeoutbook)

  • Von Dennis Klein
    11. Oktober 2018, 13:25h, noch kein Kommentar

Das Coming-out ist nach wie vor das schwierigste Moment im Leben vieler Schwuler, Lesben, Bisexueller und transgeschlechtlicher Menschen. Freunden, Arbeitskollegen und Verwandten zu sagen, wer man ist – das ist besonders in konservativen Zirkeln nach wie vor mit viel Schmerz verbunden. Vor 30 Jahren haben amerikanische Aktivisten daher den National Coming Out Day ins Leben gerufen. Das Ziel: Es soll sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten erleichtert werden, auch öffentlich zu sich zu stehen.

Heute vor 31 Jahren wurde der Grundstein für den Coming-out-Tag gelegt. Am 11. Oktober 1987 fand in der US-Hauptstadt Washington eine Großdemonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben statt, an der sich laut offiziellen Angaben 250.000 Menschen Menschen beteiligten (laut Veranstaltern waren es sogar eine halbe Million) – darunter auch der legendäre Bürgerrechtler Jesse Jackson und Schauspielerin Whoopi Goldberg. Der erste derartige Marsch hatte es 1979 auf halb so viele Teilnehmer gebracht.

Diese Großdemo sollte weitreichende Folgen haben: Der 11. Oktober wurde im Folgejahr zunächst für die US-Szene zum "National Coming Out Day" – später verbreitete sich der Tag in der ganzen Welt. Das Coming-out, so die Aktivisten damals, sollte auch politisch sein: Denn wenn Heterosexuelle Schwule oder Lesben in ihrem privaten Umfeld kennen, sei es weniger wahrscheinlich, dass sie homophobe Ansichten vertreten oder an ihnen festhalten.

Anlass war damals freilich, dass eine extrem homophobe Regierung in Washington ihr Unwesen trieb. Die Ignoranz des damaligen Präsidenten Ronald Reagan führte dazu, dass die Aids-Problematik in den USA völlig ignoriert wurde, weil sie ja scheinbar nur schwule Männer betraf – aus diesem Grund sind sogar noch heute die Infektionsraten in Amerika um ein vielfaches höher als in anderen Industriestaaten. Mit der Wahl von Donald Trump im Jahr 2016 ist der Aktivismus in den USA erneut sprunghaft angestiegen, da LGBTI wieder weniger von Washington erwarten können.

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Coming-out in Deutschland

Der Coming-out-Tag ist aber auch in Deutschland notwendig. Untersuchungen zeigen, dass nach wie vor viele ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität verschämt verstecken. Eine Studie aus dem Jahr 2017 kommt etwa zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte (!) der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zumindest teilweise im Job nicht "out" out (queer.de berichtete). Noch immer herrscht an Schulen ein oft ausgrenzendes Klima.

Unterstützung zum Coming-out-Tag kommt von der Bundesregierung. Das SPD-geführte Familienministerium twitterte etwa: "So wie du bist, bist du genau richtig."

Twitter / BMFSFJ

Die hessische Staatskanzlei fordert: "Come out, be proud!"

Twitter / RegHessen

In Sachsen-Anhalt bemühen die Grünen zudem Ernie und Bert, die sich zuletzt in einem wilden Outing-Sturm befanden (queer.de berichtete).

Twitter / GRUENE_LSA

Die größte Unterstützung kommt aber von LGBTI selbst: Unter den Hashtags #ComingOutDay oder #ComingOutTag berichten viele Menschen in sozialen Netzwerken von ihren eigenen Erfahrungen.