Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32126

Brutaler Hassmord

Vor 20 Jahren starb Matthew Shepard

In den USA jährt sich heute ein Verbrechen, das das Land bewegte und veränderte.


Matthew Shepard (1976-1998) wird diesen Monat in Washington beigesetzt (Bild: Twitter / MattShepardFDN)

Matthew Wayne Shepard wurde am 12. Oktober 1998 in einem Krankenhaus in Fort Collins (US-Bundesstaat Colorado) für tot erklärt. Der Student war sechs Tage zuvor von zwei jungen Männern, die er in einer Bar getroffen hatte, in einer ländlichen Gegend gefoltert und an einen Zaun gefesselt worden. Die Täter, die offenbar aus Hass auf Schwule handelten, überließen den Jungen daraufhin seinem Schicksal. 18 Stunden nach der Tat wurde er von zwei Radfahrern entdeckt, die ihn anfangs für eine Vogelscheuche gehalten haben. Shepard muss nach der Tortur noch bei Bewusstsein gewesen sein, denn das Blut in seinem Gesicht war teilweise von Tränen weggespült gewesen. Im Krankenhaus erwachte er nicht mehr.

Die Tat rüttelte Amerika auf – zu diesem Zeitpunkt war Homosexualität immer noch in 14 der 50 US-Bundesstaaten verboten. Der damalige Präsident Bill Clinton appellierte damals an den von den LGBTI-feindlichen Republikanern dominierten Kongress, das Gesetz gegen Hassverbrechen um die Kategorie "sexuelle Orientierung" zu erweitern. Es dauerte ganze elf Jahre und brauchte eine demokratische Mehrheit im Kongress, bis dieses Ziel umgesetzt wurde – 2009 unterschrieb Barack Obama ein nach Shepard benanntes Gesetz (queer.de berichtete).

Auch auf die amerikanische Kultur hatte der Mord Einfluss: Neben mehreren Filmen, Fernsehsendungen und Theaterstücken trug etwa der erste offen schwule NBA-Star Jason Collins in der Saison 2012/13 ein Trikot mit der Nummer 98, um an die Jahreszahl des Mordes an Shepard zu erinnern. Shepards Mutter Judy wurde zu einer der bekanntesten LGBTI-Aktivstinnen des Landes. Mit ihrer Stiftung "Matthew Shepard Foundation" setzt sie sich dafür ein, dass Diskriminierung und Gewalt gerade in Schulen bekämpft wird.

Twitter / CofCStudentLife | Seit dem Tod ihres Sohnes hält Judy Shepard an Schulen und Hochschulen Reden, um Schüler und Studenten für LGBTI-Rechte zu sensibilisieren

Shepard wird in Washington beigesetzt

Anlässlich des Jahrestages sollen in Kürze die sterblichen Überreste des ermordeten Studenten in der Hauptstadt Washington beigesetzt werden – in der Washington National Cathedral, in der unter anderem auch Legenden wie die taubblinde Schriftstellerin Helen Keller oder Woodrow Wilson, der US-Präsident während des ersten Weltkrieges, ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Das teilten Vertreter der episkopalen Kirche am Donnerstag mit. Die Beisetzung soll am 26. Oktober erfolgen.

Twitter / WNCathedral

Ursprünglich hatten sich Shepards Eltern gegen eine letzte Ruhestätte in der Hauptstadt für ihren Sohn entschieden. Sie befürchteten eine Grabschändung durch Homo-Hasser. Bei der Trauerfeier für Shepard in Wyoming hatte es homophobe Proteste gegeben. Mitglieder der Westboro Baptist Church demonstrierten damals mit Schildern, die Aufschriften wie "Matt in Hell" (Matt in der Hölle) und "God Hates Fags" (Gott hasst Schwuchteln) trugen.



#1 stephan
  • 12.10.2018, 12:43h
  • Ein trauriger Jahrestag, aber umso wichtiger, dass Matthew Shepard nicht vergessen wird und dass sein Schicksal und die Ursachen dafür gesellschaftlich bewusst bleiben!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TomDarkProfil
  • 12.10.2018, 14:43hHamburg
  • Der Mord war so grausam und die Umstände so erschreckend, dass der Fall - und später auch der sehr gute Spielfilm dazu - mich damals sehr mitgenommen haben.

    Ich frage mich, was für herzlose Bestien diese Mitglieder der "Westboro Baptist Church" sind, dass die bei der Trauerfeier noch so nachtreten und das Opfer zusätzlich verhöhnen müssen.

    Abscheulich.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 nachdenkiAnonym
  • 12.10.2018, 14:45h
  • Antwort auf #1 von stephan
  • die menschen sollten aufhören andere zu verurteilen.. jeder Mensch hat das recht auf liebe, auch wenn das einige noch immer nicht so sehen. ja selbst bei schwulen gibt es welche die.anderen ihre aufrichtige liebe nicht gestatten, wenn beide seiten sich lieben...

    liebe ist nämlich universell, und kennt keine grenzen.. da lieben sich Geschwister, da lebt einer in einem haarem, da isr einer Bisexuell, da ist einer (hier beliebige Sexualität einfügen) und und und.. dabei ist aufrichtige liebe, echte liebe, egal wer wen auch immer liebt.. :)

    und so ist der arme Matthew Shepherd, eine mahung für us. alle, zu was vorverurteilung, und hass (weil jemand anders liebt) führen kann..

    dieses hass kann bis zun tod gehen..

    übrigens gibt es einen guten film über Matthew Shepherd, und zwar "die Matthew Shepherd story" ..

    einer der besten filme.aller zeiten was thema.Homosexualität betrifft...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KarinAnonym
#5 AuntieBioticEhemaliges Profil
#6 JustbecauseAnonym
  • 12.10.2018, 17:23h
  • Danke, sehr für diesen Beitrag.
    Matthews Geschichte hat mich wachgerüttelt, berührt und macht mich noch immer zutiefst traurig.
    Aber seine Eltern haben aus ihrer Trauer und Verzweiflung Gutes geschaffen und machen auch derzeit verstärkt weiter.
    Es ist ja nichts in Stein gemeißelt, weder in Übersee, noch hier. Ich persönlich habe das Gefühl, dass wir schwierigeren Zeiten entgegen gehen, als uns lieb ist. Und gerade deshalb ist Matthews Schicksal wichtig Er ist auch für uns gestorben. Das möge sich jeder bewusst machen.
    Auf meinem Romeoprofil habe ich derzeit sein Konterfei und erinnere in der Headline an ihn.
    Neulich beschwerte sich jemand, dass Leichen auf den Friedhof gehören. Dass allein zeigt, dass der Kampf weitergehen muss.
    Ruhe in Frieden Matt.
    Der Ort, den Deine Eltern dafür gewählt haben, wird Dir gefallen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 46tegdsdgAnonym
  • 12.10.2018, 17:56h
  • Matthew Shepard wurde auf brutalste Weise ermordet.

    Am Ende ließen seine Peiniger ihn blutend und schwerstverletzt an einem Zaun zurück.

    Radfahrer, die vorbeikamen, hielten ihn für eine Vogelscheuche.

    Lediglich die Tränen, die vor seinem Tod an seinen Wangen herunterflossen und helle Stellen im blutig geschlagenen Gesicht hinterließen, zeugen davon, dass er zeitweise noch bei Bewusstsein gewesen sein muss und grauenhafte Schmerzen und Qualen zu erleiden hatte.

    Als klar wurde, dass es sich nicht um eine Vogelscheuche handelte, wurde der Rettungsdienst alarmiert . Zu dem Zeitpunkt war Matthew Shepard schon lange ohne Bewusstsein. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er nie mehr aufwachte und seinen schweren Verletzungen erlag.

    Dieser Mord war einer der brutalsten Morde in der Kriminalgeschichte der USA. Es war ein grausamstes Hassverbrechen, begangen an einem sensiblen jungen schwulen Mann, der gerade mutig begonnen hatte sich und seine Identität in einer homosexuellenfeindlichen Umgebung zu akzeptieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Gerlinde24Profil
  • 12.10.2018, 17:59hBerlin
  • Ich erinnere mich noch daran, wie bei der Beerdigungsfeier vor der Kirche diese armselige Westboro Baptist Church mit ihren Plakaten standen, und, wie queere Jugendliche, als Engel verkleidet, diesen Wichsern die Sicht versperrten. Und ich erinnere mich, wie ich auf CNN voller Wut mit ansehen musste, wie beide Männer ihrem Opfer die Schuld gaben, und sich auf "Gay Panic" beriefen.
    Lasst uns eine Kerze für Matthew und alle anderen Opfer homopober und transphober Gewalt anzünden, und nie vergessen, dass wir heute mehr denn je für unsere Rechte weltweit kämpfen müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Gerlinde24Profil
#10 JasperAnonym
  • 12.10.2018, 19:42h
  • Sind das schon 20 Jahre her?

    20 Jahre, in denen Matthew Shepard ein schönes Leben hätte haben können, wenn nicht irgendwelche Homohasser ihn bestialisch ermordet hätten.

    20 Jahre, wo Fortschritte viel zu lange gedauert haben.

    20 Jahre, wo heute Trump und Konsorten das Rad wieder zurückdrehen wollen...

    Ruhe in Frieden Matthew Shepard. Du wirst niemals vergessen werden...
  • Antworten » | Direktlink »