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Premiere

Österreich: Erstes Homo-Paar heiratet in Wien

Knapp drei Monate vor der offiziellen Ehe-Öffnung in der Alpenrepublik gab sich ein lesbisches Paar das Ja-Wort. Die beiden Frauen hatten gemeinsam mit vier weiteren gleichgeschlechtlichen Paaren gegen das Ehe-Verbot geklagt.


Auch in Österreich hält die Ehe für alle Einzug (Symbolbild: (cc) Danielle / flickr)

Am Freitagvormittag hat das erste gleichgeschlechtliche Paar in Österreich geheiratet. Das Ja-Wort gaben sich zwei Frauen, die gemeinsam mit vier weiteren gleichgeschlechtlichen Familien und vertreten durch den Rechtsanwalt und LGBTI-Aktivisten Helmut Graupner vom Rechtskomitee Lambda (RKL) das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben vor dem Verfassungsgerichtshof zu Fall gebracht hatten. Das Gericht hatte im Dezember 2017 die Ehe-Öffnung zum 1. Januar 2019 angeordnet (queer.de berichtete).

Für das Klägerinnen-Paar galt diese Wartefrist bis nächstes Jahr nicht. Die Frauen heirateten in der Hauptstadt Wien im engsten Freundes- und Familienkreis. Das erste lesbische Ehepaar Österreichs lebt bereits seit einigen Jahren in einer eingetragenen Partnerschaft und zieht einen gemeinsamen Sohn auf.

"Heute ist ein historischer Tag der Freude", erklärte Graupner in einer ersten Reaktion. "Wir gratulieren herzlichst dem heutigen, ersten Hochzeitspaar und wünschen den gleichgeschlechtlichen Paaren und ihren Familien ein glückliches und wunderbares Hochzeitsjahr 2019".

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"Das Abendland ist nicht untergegangen"

Wolfgang Wilhelm, der Leiter der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen, war bei der Eheschließung anwesend: "Neben meinen aufrichtigen Glückwünschen an das Paar und ihren Sohn möchte ich als Zeuge dieses historischen Moments betonen, wie viel Liebe, Vertrauen und Gemeinsamkeit ich heute im Trauungssaal sehen und spüren durfte – und genau dafür gibt es doch die Ehe, oder?", so Wilhelm. In Richtung der Homo-Gegner ergänzte der Familientherapeut: "Gerade eben ist das Abendland nicht untergegangen, sondern einen deutlichen Schritt offener, gerechter und besser geworden!"

Die Hochzeit erfolgte nur einen Tag, nachdem die Bundesregierung aus christsozialer ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ ihren Widerstand gegen die Ehe-Öffnung aufgegeben hat (queer.de berichtete). Beide Parteien hatten letztes Jahr im Wahlkampf erklärt, dass sie am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben festhalten wollten. Kurz vor der Vereidigung von Kanzler Sebastian Kurz und seinen Ministern verkündeten die Höchstrichter ihr Urteil. Seither versuchten insbesondere Politiker der FPÖ, Wege auszuloten, um am Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe festhalten zu können. (dk)



#1 stephan
  • 12.10.2018, 19:02h
  • Herzlichen Glückwunsch an das Paar! Auf ein langes, glückliches Leben in Liebe und vertrautem Miteinander!

    Herzlichen Glückwunsch an alle LGBTIs in Österreich, die nun sicher sein können, dass es am 1.1.2019 endlich so weit ist und einen herzlichen Glückwunsch an alle Österreicherinnen und Österreicher! Am 1.1.2019 kommt das Land trotz des fragwürdigen Wahlverhaltens (ÖVP+FPÖ) im 21. Jahrhundert an! ENDLICH!!! (Nicht arrogant gemeint ;) denn Deutschland ist ja nun wahrlich nicht weit voraus!)
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#2 TomDarkProfil
  • 12.10.2018, 20:51hHamburg
  • Herzlichen Glückwunsch und Dank an das Klägerinnen-Paar! Solch mutigen Menschen verdanken wir, dass sich die Welt auch mal zum Guten verändert!

    Interessant ist ja das eindeutige Nord-West - Süd-Ost-Gefälle auf der Karte, was die "Ehe für alle" in Europa betrifft.

    Fehlen eigentlich nur noch die Schweiz und Tschechien, dann war's das wohl auch erst einmal. Nordirland, Italien und Griechenland werden wohl noch länger brauchen.

    Ganz zu schweigen von den allermeisten osteuropäischen Staaten, die sich das Ehe-Verbot in ihre Verfassungen geschrieben haben.

    Eines der Gründe, weshalb Europa auch weiterhin gespalten bleiben wird.
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