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Kinostart

Liebt ein Profifußballer einen anderen

Mit "Mario" präsentiert der Schweizer Regisseur Marcel Gisler einen wunderbaren wie glaubwürdigen Spielfilm über eine bewegende schwule Liebe und homophobe Strukturen im Fußballsport.


Max Hubacher und Aaron Altaras spielen glaubwürdig, differenziert und sexy ein schwules Liebespaar im Profifußball

Es gibt keine schwulen Männer im Profifußball. Statistisch gesehen ist diese Aussage nicht zu halten. Es gibt keine offen schwulen Kicker – das trifft den Sachverhalt besser.

Der Schweizer Regisseur Marcel Gisler nimmt sich des Themas an und präsentiert mit "Mario" einen wunderbaren Spielfilm über eine schwule Liebe zwischen Kabine und Fußballfeld. Dabei zeigt er die absurden Strukturen auf, warum diese Liebe sich verstecken muss. Nebenbei schenkt er uns auf der Leinwand ein schwules Liebespaar, das unser Herz bewegt und uns zu Tränen rührt.

Mario kommt dem neuen Stürmer Leon näher


Poster zum Film: "Mario" startet am 18. Oktober bundesweit im Kino

Das Drama folgt dem Fußballtalent Mario, der in der Jugendmannschaft des FC Bern um den Aufstieg in die erste Mannschaft kämpft. Alle Spieler wetteifern um diese Chance, die Spannungen im Team sind hoch. Noch komplizierter wird es, als mit Leon ein neuer Stürmer aus Deutschland in den Kader kommt.

Doch Mario harmoniert mit dem Konkurrenten auf dem Platz und die Vereinsleitung packt die beiden in eine WG. Sie freunden sich an und entspannen zusammen mit Videospielen. Viel braucht es nicht: ein bisschen Rumalbern, ein bisschen Kitzeln und der temperamentvolle Leon küsst Mario auf den Mund. Diese spannungsgeladene Szene ist auch ziemlich niedlich. Der überraschte Mario zieht sich wortlos zurück. Er braucht noch eine Nacht, bevor er sich ganz hingeben kann. Ab dann sind die beiden ein Paar.

Es dauert nicht lange und ein Gerücht macht die Runde. Die homophobe Maschinerie setzt sich sofort in Bewegung. Dabei will niemand etwas gegen Schwule haben, aber homosexuelle Profifußballer darf es offiziell nicht geben!

Die Vereinsleitung hat Angst vor möglicher Unruhe im Team und dass Sponsoren abspringen. Der realistische Spielerbetreuer weiß, dass "Drogen, Sex mit Minderjährigen und Schwulzeug" mittelfristig Karrierekiller sind, und ein Teamkollege möchte schon genau wissen, mit wem er da zusammen duschen muss. Offen Schwulsein ist nicht gut für den Marktwert der Spieler und die Investitionen des Fußballklubs. Mario und Leon bekommen klar gemacht, dass ihre Karriere auf dem Spiel steht. Leider reagieren beide unterschiedlich darauf.

Heuchelei für die Fassade der Heteronormativität


Regisseur Marcel Gisler (Bild: Rische PR)

Marcel Gisler führt präzise vor, wie jeder kommerzielle Motive vorschützt, um nach außen die Fassade der Heteronormativität zu wahren. Toxischer geht es kaum. Der Regisseur zeigt aber auch die Absurdität von wohlmeinenden Angeboten, wie zum Beispiel einer Therapeutin, die schwulen Spielern psychologisch hilft, trotz Versteckspiel gute Leistungen zu bringen. So eine Therapeutin soll es wirklich geben. Oder wie Marios beste Freundin (einprägsam gespielt von Jessy Moravec) vor der Welt die Spielerfrau gibt, um ihn zu schützen, dabei aber nur das kranke System unterstützt.

Zusätzlich gelingt Gisler mit der Besetzung der beiden Fußballer eine fabelhafte Kombination. Max Hubacher und Aaron Altaras spielen glaubwürdig als Liebespaar, sexy in den erotischen Szenen und differenziert in den dramatischen Entwicklungen, nachdem die Liebesbeziehung bekannt wird.

Wir verlieben uns mit, leiden mit, hoffen sehnlichst auf ein Happy-End und werden uns an die Geschichte von Mario und Leon noch lange erinnern.

Direktlink | Offizieller Trailer

Infos zum Film

Mario. Spielfilm. Schweiz 2018. Regie: Marcel Gisler. Darsteller: Max Hubacher, Aaron Altaras, Jessy Moravec. Laufzeit: 119 Minuten. Sprache: Deutsch, teilweise Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Verleih: Pro-Fun Media. Kinostart: 18. Oktober 2018. Deutsche Kinopremiere bereits am 15. Oktober im Berliner Kino International.
Galerie:
Mario
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#1 schwarzerkater
#2 Sukram712Anonym
#3 AuntieBiotic
#4 Homonklin44Profil
  • 13.10.2018, 16:29hTauroa Point
  • Der Film würde mich auch sehr interessieren. Hoffentlich kommt man da irgendwie dran. Sieht ja vom Trailer her nach Happy End aus. In der Wirklichkeit ist das, was als homophobe Struktur oder Maschinerie bezeichnet wird, gewöhnlich stärker als 'Du'. Entweder man unterwirft sich dem Diktat als aufstrebender Sportler, oder man kann ganz schnell Schnee von gestern sein. Karriere beendet, Chance weg. Das machen auch die ganzen inzwischen Geouteten unter den Sportlern nicht einfacher, da müsste das gesamte System "durchgewaschen" werden, angefangen bei der Funktionärsebene bis runter zu den Talent-Schmieden und Nachwuchsmannschaften.

    Die Beiden sind ja auch mal wieder hammersüß ausgewählt! ;o) Und einem Regisseur, der sich mit der Materie tief auseinandergesetzt zu haben scheint, kann man den Erfolg freiherzig zuwünschen.
    Schweizerdeutsch braucht man auch nicht wegsynchronisieren, bitte bloß nicht! Gibt auch Liebhaber des sprachlichen Eigencharakters.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 hallo123Anonym