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Birgit Kelle und Co.

Heidelberg: Christdemokratische Studenten laden Homo-Hasser ein

Bei einer Vortragsreihe über Feminismus und Konservativismus gibt der RCDS vier Rednern ein Forum, die sich insbesondere mit Homophobie einen Namen gemacht haben.


Im pittoresken Heidelberg lädt die CDU-nahe Studentenvereinigung RCDS die geballte Kraft von Deutschlands engagiertesten Gegnern der Gleichbehandlung ein (Bild: xicopath / flickr)

Vier von fünf Rednern der Vortragsreihe "Feministin & konservativ" des Heidelberger Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) sind als erbitterte Kämpfer gegen LGBTI-Rechte bekannt. Der CDU-nahe Studierendenverband lud die Redner laut seiner Facebookseite für Vorträge zwischen Oktober und Februar 2019 ein, um das Thema #MeToo "aus einer bürgerlichen Perspektive [zu] betrachten und in Diskussion mit den Referenten eigene Standpunkte [zu] entwickeln". Bei den homofeindlichen Referenten handelt es sich um Professor Ulrich Kutschera, Birgit Kelle, Mathias von Gersdorff und Alexander Tschugguel.

Ulrich Kutschera, ein Evolutionsbiologe an der Universität Kassel, sorgte vergangenes Jahr für Kritik, als er die Öffnung des Adoptionsrechts für Schwule und Lesben als "staatlich geförderte Pädophilie" bezeichnete und erklärte, Homosexuelle seien grundsätzlich nur zu "a-sexuellen Eros-Handlungen" fähig. Wegen dieser Aussagen wurde er von einem Gesundheitskongress in Hannover ausgeladen (queer.de berichtete). Das Kuratoriumsmitglied der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, das immer wieder wirre Thesen zu Homo- und Transsexualität veröffentlicht und in Interviews verbreitet, soll beim RCDS zum Thema "Das Gender-Paradoxon" sprechen.

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Die RCDS-Vortragsreihe ist ein "Who's Who" der Homo-Hasser (Bild: Facebook / RCDS Heidelberg)

Autorin Birgit Kelle setzt sich setzt bereits seit Jahren mit Büchern wie "GenderGaga" gegen Feminismus und LGBTI-Rechte ein – auch als gern gesehener Gast in deutschen Talkshows und eine der Unterstützerinnen der "Demo für alle", die seit Jahren gegen die Erwähnung von Homosexualität im Unterricht und gegen die Ehe für alle Stimmung macht.

Der Publizist und Aktivist Mathias von Gersdorff ist vor allem wegen seines Kampfes gegen das Recht auf Abtreibung bekannt. Mit Organisationen wie "Aktion Kinder in Gefahr" sowie der "Deutschen Vereinigung für eine christliche Kultur" echauffiert er sich allerdings seit Jahren über die "absurden Forderungen der Homosexuellenlobby" und kämpft mit der "Demo für alle" gegen Schulaufklärung über LGBTI (queer.de berichtete).

Vierter Redner ist Alexander Tschugguel, einer der Hauptorganisatoren der Hassbus-Tour der "Demo für alle" in den Jahren 2017 und 2018 (queer.de berichtete). Tschugguel engagiert sich für die österreichische Rechtsaußenpartei "Die Reformkonservativen" des früheren FPÖ-Politikers Ewald Stadler, der Homo-Paare als "pervers" ansieht. Sein Thema beim RCDS: "Ehe und Familie im 21. Jahrhundert".


Alexander Tschugguel bei der Hassbous-Tour der "Demo für alle" gegen die Ehe für alle 2017 in Düsseldorf

Außerdem soll die Rednerin Zana Ramadani zum Thema "Frauenrechte und Islam" sprechen. Die ehemalige Femen-Aktivistin, die 2014 die Finalshow von "Germany's Next Topmodel" in der SAP Arena in Mannheim stürmte und dabei auf ihrem Oberkörper den Slogan "Sadistic Show" trug, ist die einzige der fünf Rednern, die sich für LGBTI-Rechte engagiert hat: 2015 unterschrieb sie einen Offenen Brief an Angela Merkel, in der die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht gefordert wurde. Ramadani ist CDU-Mitglied. (dk)



#1 VerwirrtAnonym
  • 15.10.2018, 15:34h
  • Zitat über Birgit Kelle:
    "Sie wünscht sich einen "femininen Feminismus,"" (*lach) "durch den der Wunsch nach Familie besser verwirklicht werden könne, und tritt dafür ein, dass Frauen sich statt für ein Leben aus Karriere und Familie auch für ein traditionelles Familienleben entscheiden dürfen, ohne deswegen benachteiligt zu werden."

    Zweites Zitat:
    "2014 organisierte sie gemeinsam mit der Zivilen Koalition Kundgebungen gegen den baden-württembergischen Bildungsplan unter dem Motto: "Demo für alle.""
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Das ist auch schon alles, was man wissen muss, um zu verstehen, wo man/frau sie einzuordnen hat.
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#2 Ralph
  • 15.10.2018, 16:29h
  • Der RCDS ist politisch verwahrlost, wenn er rechtsextreme Parolen als "bürgerliche Perspektive" bezeichnet.
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#3 YannickAnonym
  • 15.10.2018, 17:08h
  • CDU/CSU halt.

    Selbst deren Jugendorganisation beweist, dass auch deren Nachwuchs keinen Deut besser ist und dass sich auch in Zukunft in der Union nichts ändern wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 VerwirrtAnonym
#5 QueerAsInFckUAnonym
  • 15.10.2018, 21:14h
  • "Das Gender-Paradoxon", erklärt von einem Biologen mit Spezialisierung auf Pflanzen, Bakterien und Ringelwürmer?

    Ein (cis)männlicher Redner erzählt was über "verantwortungsvollen Umgang mit werdendem Leben"?

    Und ein Typ, der über Ehe und Familie im 21. Jahrhundert referiert, nachdem er dieses Jahr schon zum zweiten Mal bei der Bustour der "Demo für alle" mitgemacht hat, die am liebsten das Ehe- und Familienbild vom Anfang des 20. Jahrhunderts zurückhätte?

    Ja, klingt nach einer Veranstaltung, zu der ich als Heidelberger Student*in unbedingt hingehen würde. Nicht.
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#6 Gerlinde24Profil
  • 16.10.2018, 01:06hBerlin
  • Warum treten diese Studenten nicht alle aus der CDU aus, und in die AfD ein? Das wäre wenigstens ehrlicher!
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#7 Gerlinde24Profil
  • 16.10.2018, 01:09hBerlin
  • Antwort auf #1 von Verwirrt
  • "Femininer Feminismus" ist nur ein anderes Wort für "Kinder, Küche, Kirche" der Fünfziger. Als Mutti noch für Vati sorgte, und die Beine breit machen musste, wenn er Bock hatte. Diese Zeiten, wo Frauen legal vergewaltigt werden durften, weil es zu ihren "ehelichen Pflichten" gehörte, will außer diesen Ewiggestrigen niemand zurück.
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#8 Gerlinde24Profil