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Homophobie im Sport

Ex-Lover von NFL-Star Aaron Hernandez bricht sein Schweigen

Anderthalb Jahre nach dem Selbstmord von Aaron Hernandez im Gefängnis erzählt ein Schulfreund von dem geheimen schwulen Leben des Sportlers.


Offenbar trieb das Versteckspiel um seine Person Aaron Hernandez zum Mord – und anschließend zum Suizid (Bild: Jeffrey Beall / flickr)

Der ehemalige NFL-Star Aaron Hernandez soll bereits in der Mittelstufe eine Liebesaffäre mit einem Mitschüler gehabt haben. Sein Lover Dennis SanSoucie, der mit Hernandez auf eine Schule im US-Bundesstaat Connecticut gegangen war, berichtete jetzt in einem Porträt der Tageszeitung "Boston Globe" erstmals über die geheime Beziehung.

Hernandez hatte einst als Wunderkind des American Football gegolten und spielte von 2010 bis 2013 für die New England Patriots. Nachdem er den befreundeten Footballspieler Odin Lloyd im Juni 2013 erschossen hatte, landete er im Gefängnis und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt – und nahm sich 2017 im Alter von 27 Jahren das Leben. Laut Medienberichten soll Hernandez Lloyd getötet haben, weil er befürchtete, dass dieser ihn als bisexuell oute (queer.de berichtete).

SanSoucie erklärte nun, dass er die Mittel- und Oberstufe hindurch eine sexuelle Affäre mit Hernandez gehabt habe. Beide hatten damals zusammen im Schulteam gespielt und galten als unschlagbares Duo. Sie seien aber stets darauf bedacht gewesen, ihre Beziehung geheim zu halten. "Ich und er wollten verstecken, was wir taten", so SanSoucie, der nach der Schule zur US-Eliteeinheit Marines ging und sich erst nach dem Selbstmord seines Freundes als schwul outete.

Homophobes Elternhaus

Das Elternhaus von Hernandez sei laut dem Artikel "sehr homophob" gewesen. "Das Wort 'Schwuchtel' wurde im Haus immer verwendet", erklärte Hernandez' Bruder Jonathan. Sein inzwischen verstorbener Vater hätte einen schwulen Sohn nie akzeptiert und sei ein oft betrunkener Haustyrann gewesen, der seine Kinder brutal verprügelt habe. Jonathan sagte auch, dass ihm Aaron nach der Schulzeit anvertraut habe, im Kindesalter sexuell belästigt worden zu sein.

Wie viele andere versteckt lebende schwule Sportler spielte Hernandez in der Öffentlichkeit ein heterosexuelles Leben vor. Seit 2007 ging er mit seiner Freundin aus, 2012 brachte diese ein gemeinsames Kind zur Welt. Nach seinem Suizid schrieb die Frau im Vorwort eines Buches über Hernandez: "Ich sah keine Anzeichen, dass er schwul oder homosexuell sein könnte." Seinen Anwälten blieb die Homo- oder Bisexualität ihres Klienten aber nicht verborgen, auch wenn diese beim Prozess keine Rolle spielte; einer der Anwälte erklärte im Frühjahr diesen Jahres in einer TV-Dokumentation, sein Klient sei "ganz klar schwul" gewesen. (dk)

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Spreche mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist etwa anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und 1110222 erreichbar. Weitere Angebote listet Spiegel Online.
In mehreren deutschen Großstädten gibt es spezielle Beratungs- und Gesprächsangebote für LGBTI. Speziell für queere Jugendliche, aber oft auch Ältere, gibt es in Deutschland zudem viele Anlaufstellen und Jugendgruppen, bei denen du Gesprächsangebote und Hilfe, aber auch Freunde, Freizeitaktivitäten und Freunde finden kannst. Eine kurze Anfrage in Suchmaschinen lohnt sich.


#1 TraurigAnonym
  • 15.10.2018, 21:11h
  • Tut mir leid für ihn. Und sowas muss man im 21. Jahrhundert noch lesen - es ist beschämend und katastrophal.

    Ich verstehe nicht, weshalb ausgerechnet viele Regierungen so anti-LSBTTIQ sind. Klar, da steckt auch der religiöse Glaube dahinter, aber irgendwann muss doch auch mal dem dümmsten ein Licht aufgehen. Und das ganze Übel auch noch in der Familie. Oh mann, das wünsche ich niemandem :-/

    Die Lernresistenz einiger scheint sehr stark ausgeprägt zu sein. Aufklärung alleine bringt da nichts. Ich weiß wirklich nicht wie man denen begreiflich machen kann, dass sie ihren Kindern schaden (?)
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#2 Homonklin44Profil
  • 15.10.2018, 21:24hTauroa Point
  • ""Sein inzwischen verstorbener Vater hätte einen schwulen Sohn nie akzeptiert und sei ein oft betrunkener Haustyrann gewesen, der seine Kinder brutal verprügelt habe.""

    Ganz ähnlich, wie zuhause früher.
    Das gibt es wohl weltweit, und wenn man schon so aufwächst, wird das mit der Geheimhaltung auch verständlich.

    Einen umbringen rechtfertigt das noch lange nicht, man kann untertauchen, wenn Jemand mit dem Outen droht. der Preis, den man bezahlt ist dann eben der Verzicht auf Karrierechancen. Immer noch besser, als Geld dafür zu zahlen, in Ruhe gelassen zu werden.
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#3 olfwobAnonym
  • 16.10.2018, 01:54h
  • Das schlimme ist, dass diese Jungs -dann aus Angst man könnte erkennen, dass sie schwul sind- oft zu Bullies werden, die offen Schwule oder auch nur schwächere tyrannisieren.
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#4 JasperAnonym
  • 16.10.2018, 11:31h
  • Da sieht man wieder mal, wozu Selbstverleugnung (die durch Gesellschaft und/oder Familie verursacht wird) führt...

    Es muss viel mehr unternommen werden, damit die Frage der sexuellen Orientierung endlich so belanglos wird, wie die Frage nach der Augenfarbe.

    Da sind nicht nur Politik, Schulen, etc. gefordert. Sondern auch wir alle: wir sollten ganz offen und selbstbewusst schwul sein. Und auch wieder öfter (wie es in den 90ern mal viel weiter verbreitet war) mit dem Partner händchenhaltend durch die Stadt gehen, ein Foto am Arbeitsplatz aufstellen, etc.
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