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Ab Donnerstag im Kino

Wenn sich die großen Träume gegenseitig im Weg stehen

Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film "Girl" erzählt die Geschichte einer jungen trans Ballerina, die sich zwischen dem kräftezehrenden Training und der ersehnten Geschlechtsanpassung entscheiden muss.


Die transsexuelle Lara ist 15 und hat einen Traum: Sie will Balletttänzerin werden (Bild: Menuet)
  • 16. Oktober 2018, 08:56h, noch kein Kommentar

"Girl" beginnt mit lichtdurchfluteten Szenen familiärer Intimität: Die 15-jährige Lara (Victor Polster) und Milo sind Geschwister, sie tollen herum, kuscheln und sind füreinander da. Sie leben zusammen mit ihrem Vater Mathias (Arieh Worthalter), der sich voller Inbrunst um die beiden kümmert, nebenbei Taxi fährt und eine so hippe wie liebevolle Aura ausstrahlt.

Heute ist der Tag von Laras Aufnahmeprüfung an der staatlichen Ballettschule. Sie tanzt für ihr Leben gern und träumt davon, eine Ballerina zu werden. Der Unterricht an der renommierten Akademie würde sie diesem Ziel ein großes Stück näherbringen. Und tatsächlich: die Auswahlkommission gewährt Lara eine achtwöchige Probezeit, warnt sie jedoch vor möglichen Schäden, da ihre Füße "anders trainiert wurden".

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Der Traum von der Geschlechtsanpassung


Poster zum Film: "Girl" startet am 18. Oktober 2018 im Kino

Dieser erste Hinweis auf Laras Geschichte wird durch Szenen bei einer Ärztin und einem Psychologen weiter aufgeklärt. Lara ist rein äußerlich eine junge Frau, hat allerdings noch den Körper eines Jungen. Eine Hormontherapie hat sie bereits angefangen, nur die operative Geschlechtsanpassung fehlt Lara noch, um sich endlich voll und ganz als Frau fühlen zu können.

Ihr Vater unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, begleitet seine Tochter bei jedem Schritt und ist für sie da, genau wie Psychologen und Ärzte. Doch der Leistungsdruck auf die junge Ballerina ist enorm.

Vor allem mit rigider Selbstkontrolle versucht Lara, einen makellosen Eindruck zu hinterlassen: Sie fixiert ihren Penis mit Tape, damit ihr Körper möglichst weiblich wirkt, und bringt ihre Füße zum Bluten, damit diese langsam ihre Form verändern. Nebenbei wird Lara durch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins heiß-kalte Wasser der Pubertät geworfen

Dreifach ausgezeichnet beim Filmfestival in Cannes

Mit der Zeit wird immer klarer, dass sich Laras große Träume gegenseitig im Weg stehen. Das Training beansprucht ihren Körper so sehr, dass sie die Geschlechtsanpassung nicht vollziehen kann. Sie fühlt sich gefangen, ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer lang ersehnten Weiblichkeit und dem Ballett. Zudem fühlt sie sich schuldig, da die gesamte Familie wegen ihr nach Brüssel umgezogen ist. Als die Ärzte ihr schließlich das Tanzen verbieten, trifft Lara eine folgenschwere Entscheidung, mit der sie endgültig zur Frau werden will.

Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film des belgischen Regisseurs Lukas Dhont räumte im Mai beim Filmfestival in Cannes gleich drei Preise ab. Neben der Queer Palm erhielt das sensible Drama die Caméra d'Or für den besten Debütfilm, außerdem wurde der junge Schauspieler und Balletttänzer Victor Polster, der als cis-Mann die Hauptrolle spielt, als bester Schauspieler ausgezeichnet. (cw/pm)

Direktlink | Deutscher Trailer

Infos zum Film

Girl. Drama. Belgien 2018. Regie: Lukas Dhont. Darsteller: Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart, Tijmen Govaerts, Katelijne Damen. Laufzeit: 105 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: Universum Film. Kinostart: 18. Oktober 2018
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Girl
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