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Rachel McKinnon

Transfrau erntet Hass für Sieg bei Bahnrad-WM

Der WM-Sieg einer transsexuellen Frau löst im Netz Hassreaktionen aus. Die neue Weltmeisterin wirft ihren Kritikerinnen Transphobie vor.


Rachel McKinnon (Mitte) nach dem Sieg. Links ist die Zweitplatzierte Carolien Van Heerikhuizen, eine Freundin McKinnons. Rechts ist Bronzemedaillengewinnerin Jennifer Wagner, die Trans-Sportlerinnen gerne verbannen würde (Bild: Twitter / rachelvmckinnon)

Die Kanadierin Dr. Rachel McKinnon hat am Sonntag als erste Transsexuelle die UCI-Masters-Bahnrad-Weltmeisterschaft in Los Angeles gewonnen. McKinnon, eine Philosophieprofessorin an der Südstaatenuniversität College of Charleston (US-Bundesstaat South Carolina), setzte sich im Velo Sports Center in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen durch – gegen die mit ihr befreundete Niederländerin Carolien Van Heerikhuizen und die Amerikanerin Jennifer Wagner.

Ein Bild der drei Medaillengewinnerinnen auf dem Podest verbreitete sich in sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer und führte zur Kritik an der Geschlechtsidentität der neuen Weltmeisterin. An die Spitze des Shitstorms stellte sich die englische Kommentatorin Katie Hopkins, die sich als Teilnehmerin von britischen Realityformaten wie "Promi Big Brother" und "Ich bin ein Star, holt mich raus" einen Namen auf der Insel gemacht hatte. Die wegen islamophoben und rassistischen Äußerungen oft kritisierte 43-Jährige veröffentlichte das Bild des Siegerpodests und erklärte: "Um das klarzustellen: Das war die FRAUEN-WM. Ich wiederhole: Frauen. Glückwunsch an die wackeren Silber- und Bronzemedaillengewinnerinnen. Die Welt ist von fieberhaftem Wahnsinn ergriffen."



Auch die Drittplatzierte reihte sich in den transphoben Reigen ein. Jennifer Wagner teilte den Tweet von Hopkins und erklärte: "Ich war auf dem dritten Platz. Das ist definitiv NICHT fair."

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McKinnon: Kein Beweis, dass Transfrauen Vorteile haben

McKinnon verteidigte sich gegen die Kritik in Online-Netzwerken und in Interviews. Gegenüber dem amerikanischen Fahrrad-Magazin velonews.com erklärte sie, es gebe keinerlei Beweise, dass sie wegen ihrer Geschlechtsidentität Vorteile gegenüber Cisgender-Frauen habe. Trans-Gegner würden es sich zu einfach machen: "Wenn ich gewinne, dann sagen alle, dass ich einen unfairen Vorteil habe. Wenn ich verliere, sagen die selben Leute, dass ich sowieso nicht gut bin. Die Leute werden meinen Sieg nie der harten Arbeit zuschreiben, wie ich es meiner Meinung nach verdient habe."

Bereits Anfang des Jahres sagte McKinnon gegenüber der amerikanischen Tageszeitung "USA Today", dass ein Verbot von Transfrauen im Sport diskriminierend sei: "Man kann nicht eine Frau in der Gesellschaft als Transfrau anerkennen und im Sport diese Anerkennung verweigern." Das sei ein Verstoß gegen die Grundrechte.

Auf Twitter verteidigte sich McKinnon in mehreren Einträgen gegen abwertende Äußerungen und Kritik an ihrem Sieg. "Viele Transhasser kommentieren meinen WM-Sieg und sagen: 'Als nächstes die paralympischen Spiele'. Hey, Frauen, ihr wisst, dass all diese Leute (viele von ihnen Frauen) euch mit Behinderten vergleichen. Sie denken: Frau = 'behinderter Mann'. Wow. Das ist beleidigend."

In einem weiteren Eintrag teilte sie die Twitter-Nachricht einer Nutzerin, die ihr Betrug unterstellte, und erklärte: "Ich warte immer noch darauf, dass mir die Transhasser die Regeln nennen, die ich gebrochen haben soll."



Immer wieder gibt es Kritik an inter- oder transgeschlechtlichen Sportlerinnen, denen vorgeworfen wird, in Wirklichkeit ein Mann zu sein – ein Beispiel ist die intersexuelle Leichtathletin Caster Semenya (queer.de berichtete). (dk)



#1 MarkosAnonym
  • 16.10.2018, 17:08h
  • Ich halte es für sinnvoll, über Alternativen zur klassischen Geschlechts-basierten Zweiteilung in Sportwettkämpfen nachzudenken. Je nach Sportart könnte man mit Gewichtsklassen, Größenklassen, Testosteronspiegelklassen oder anderweitig definierten Klassen arbeiten, je nachdem welche dieser gewöhnlich durch die Natur vorgegebenen körperlichen Merkmale in der entsprechenden Sportart für den Erfolg am relevantesten ist.
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#2 LedErich
#3 HilfeAnonym
  • 16.10.2018, 17:48h
  • Antwort auf #1 von Markos
  • Bloß nicht(!)
    Das ist ja Kategorisierung im Quadrat und multipliziert mit 1000. Damit macht man höchstens den Sport kaputt.
    Trans* ist normal - also müssen die jeweiligen Heinis und Chickens mit dieser Tatsache klarkommen.
    Keine Extrawurst für Gehirn-Verschwurbelte.
    Und keine neue Perversion, die an eine alte erinnert.
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#4 Alice
  • 16.10.2018, 19:13h
  • Antwort auf #1 von Markos
  • Keine gute Idee!
    Eins muss man sich klar machen, viele Sportler*innen verdanken ihre Erfolge gewissen körperlichen Besonderheiten. Sei es der Knochenbau, die Körpergröße, die Muskelmasse, usf. Nicht jede* von uns kann gewisse Leistungen erbringen, wenn der Körper nicht geeignet ist.
    Klar kann man mit Training etwas herausholen, aber eben nicht alles. Nicht jede* kann außergewöhnlich gut singen, nicht jede* ist absolut schwindelfrei, nicht jede* kann 120m tief tauchen ohne Zusatzluft, nicht jede* hält gewisse g-Kräfte aus und wird nicht ohnmächtig, ...
    In dem hier angedeuteten Sinn könnte man annähernd nur "fairen" Sport unter komplett gleichen Klonen veranstalten- jede* hätte exakt die selben körperlichen Voraussetzungen zu haben.
    Ja sicher ist das Unsinn und Sportwettkampf wäre dann was?
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#5 ursus
#6 ursus
  • 16.10.2018, 19:18h
  • Antwort auf #1 von Markos
  • das klingt für mich ganz überzeugend. und sogar wesentlich fairer als die einteilung in "männer" und "frauen".

    allerdings ist unsere gesellschaft leider viel zu sehr davon besessen, das geschlecht als alles andere überlagernde hauptkategorie zu betrachten, dass sie sich in den nächsten hundert jahren nicht davon trennen wird, auch nicht im sport.
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#7 ursus
  • 16.10.2018, 19:29h
  • Antwort auf #4 von Alice
  • ich verstehe nicht, weshalb die einteilung in männer oder frauen fairer oder sinnvoller sein sollte als beispielsweise die einteilung nach körpergrößen. das ist doch einfach eine von vielen verschiedenen kategorien, die man sich da herausgreift.

    mit welcher konkreten begründung ist es ausgerechnet diese?
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#8 HilfeAnonym
  • 16.10.2018, 20:15h
  • Antwort auf #5 von ursus
  • Mal davon abgesehen, dass du @Bonifatius ziemlich mies angeschrieben hast, greife ich mit dem Kommentar, auf den du dich beziehst, niemandden an.

    Da du ne extra Erklärung brauchst, bitte:
    Ich beschreibe den Umstand derer, die gegen Trans* twittern(!)
    Mein Kommentar ist durchaus verständlich, wenn man keine eigenen Vorurteile hat.
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#9 HilfeAnonym
#10 ursus