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Rachel McKinnon
Transfrau erntet Hass für Sieg bei Bahnrad-WM
Der WM-Sieg einer transsexuellen Frau löst im Netz Hassreaktionen aus. Die neue Weltmeisterin wirft ihren Kritikerinnen Transphobie vor.

Rachel McKinnon (Mitte) nach dem Sieg. Links ist die Zweitplatzierte Carolien Van Heerikhuizen, eine Freundin McKinnons. Rechts ist Bronzemedaillengewinnerin Jennifer Wagner, die Trans-Sportlerinnen gerne verbannen würde (Bild: Twitter / rachelvmckinnon)
- 16. Oktober 2018, 11:29h 3 Min.
Die Kanadierin Dr. Rachel McKinnon hat am Sonntag als erste Transsexuelle die UCI-Masters-Bahnrad-Weltmeisterschaft in Los Angeles gewonnen. McKinnon, eine Philosophieprofessorin an der Südstaatenuniversität College of Charleston (US-Bundesstaat South Carolina), setzte sich im Velo Sports Center in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen durch – gegen die mit ihr befreundete Niederländerin Carolien Van Heerikhuizen und die Amerikanerin Jennifer Wagner.
Ein Bild der drei Medaillengewinnerinnen auf dem Podest verbreitete sich in sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer und führte zur Kritik an der Geschlechtsidentität der neuen Weltmeisterin. An die Spitze des Shitstorms stellte sich die englische Kommentatorin Katie Hopkins, die sich als Teilnehmerin von britischen Realityformaten wie "Promi Big Brother" und "Ich bin ein Star, holt mich raus" einen Namen auf der Insel gemacht hatte. Die wegen islamophoben und rassistischen Äußerungen oft kritisierte 43-Jährige veröffentlichte das Bild des Siegerpodests und erklärte: "Um das klarzustellen: Das war die FRAUEN-WM. Ich wiederhole: Frauen. Glückwunsch an die wackeren Silber- und Bronzemedaillengewinnerinnen. Die Welt ist von fieberhaftem Wahnsinn ergriffen."

Auch die Drittplatzierte reihte sich in den transphoben Reigen ein. Jennifer Wagner teilte den Tweet von Hopkins und erklärte: "Ich war auf dem dritten Platz. Das ist definitiv NICHT fair."

McKinnon: Kein Beweis, dass Transfrauen Vorteile haben
McKinnon verteidigte sich gegen die Kritik in Online-Netzwerken und in Interviews. Gegenüber dem amerikanischen Fahrrad-Magazin velonews.com erklärte sie, es gebe keinerlei Beweise, dass sie wegen ihrer Geschlechtsidentität Vorteile gegenüber Cisgender-Frauen habe. Trans-Gegner würden es sich zu einfach machen: "Wenn ich gewinne, dann sagen alle, dass ich einen unfairen Vorteil habe. Wenn ich verliere, sagen die selben Leute, dass ich sowieso nicht gut bin. Die Leute werden meinen Sieg nie der harten Arbeit zuschreiben, wie ich es meiner Meinung nach verdient habe."
Bereits Anfang des Jahres sagte McKinnon gegenüber der amerikanischen Tageszeitung "USA Today", dass ein Verbot von Transfrauen im Sport diskriminierend sei: "Man kann nicht eine Frau in der Gesellschaft als Transfrau anerkennen und im Sport diese Anerkennung verweigern." Das sei ein Verstoß gegen die Grundrechte.
Auf Twitter verteidigte sich McKinnon in mehreren Einträgen gegen abwertende Äußerungen und Kritik an ihrem Sieg. "Viele Transhasser kommentieren meinen WM-Sieg und sagen: 'Als nächstes die paralympischen Spiele'. Hey, Frauen, ihr wisst, dass all diese Leute (viele von ihnen Frauen) euch mit Behinderten vergleichen. Sie denken: Frau = 'behinderter Mann'. Wow. Das ist beleidigend."
In einem weiteren Eintrag teilte sie die Twitter-Nachricht einer Nutzerin, die ihr Betrug unterstellte, und erklärte: "Ich warte immer noch darauf, dass mir die Transhasser die Regeln nennen, die ich gebrochen haben soll."

Immer wieder gibt es Kritik an inter- oder transgeschlechtlichen Sportlerinnen, denen vorgeworfen wird, in Wirklichkeit ein Mann zu sein – ein Beispiel ist die intersexuelle Leichtathletin Caster Semenya (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Homepage von Dr. Rachel McKinnon
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» Unter Buhrufen: Transmann erneut Ringer-"Meisterin" (26.02.18)













