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Kirill Serebrennikow

Russland: Prozess gegen schwulen Regisseur hat begonnen

Dem kremlkritischen Künstler Kirill Serebrennikow wird in Moskau der Prozess gemacht – angeblich wegen Veruntreuung.


Anhänger von Kirill Serebrennikow vermuten, dass das Putin-Regime mit dem Prozess eine Stimme der Opposition mundtot machen will (Bild: Privat / Facebook)

Der St. Petersburger Regisseur Kirill Serebrennikow muss sich seit Mittwoch wegen des Vorwurfs der Veruntreuung öffentlicher Mittel vor Gericht verantworten. Einen Antrag seiner Anwälte, den Hausarrest aufzuheben, lehnte das Moskauer Gericht zum Prozessauftakt ab. Die erste öffentliche Anhörung wurde für den 25. Oktober angesetzt. Serebrennikow nahm an der Verhandlung hinter verschlossenen Türen teil, äußerte sich aber nicht gegenüber Journalisten.

Der 49-Jährige steht seit August vergangenen Jahres unter Hausarrest (queer.de berichtete). Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2011 und 2014 umgerechnet 1,8 Millionen Euro staatlicher Fördermittel für ein Theaterprojekt veruntreut zu haben. Ihm drohen zehn Jahre Haft. Der Film- und Theaterregisseur, der mehrmals am berühmten Bolschoi-Theater inszenierte, wies die Vorwürfe stets zurück.

Obwohl Serebrennikow sich nie offen gegen Präsident Wladimir Putin stellte, kritisierte er immer wieder den wachsenden Druck auf die russische Künstlerwelt und nahm an Demonstrationen gegen die Regierung teil. Viele nationale und internationale Unterstützer Serebrennikows – darunter die Stuttgarter Oper, für die er im vergangenen Jahr "Hänsel und Gretel" inszenieren sollte – glauben so auch eher, dass ein prominenter Kritiker des Regimes mundtot gemacht werden soll.

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Bereits Repressionen vor Festnahme

Kurz vor seiner Festnahme hatte die Regierung die Daumenschrauben bereits angezogen, als Serebrennikows Ballett-Inszenierung über das Leben des russischen und schwulen Startänzers Rudolf Nurejew drei Tage vor der Premiere vom Bolschoi-Theater abgesagt wurde. Das Theater behauptete, bei der Absage habe es sich nicht um Zensur oder ein Problem wegen des Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" gehandelt.

Serebrennikow ist auch als Regisseur mehrere Filme bekannt, darunter die 2016 in Cannes mit dem François-Chalais-Preis ausgezeichnete Satire "Der die Zeichen liest" über einen jungen konvertierten Christen, der seine Mitschüler mit Fanatismus terrorisiert (queer.de berichtete). Auch am Gogol-Theater übte Serebrennikow eine umfassende Gesellschafts-, Politik- und Religionskritik; für einen Film über den Komponisten Pjotr Tschaikowski hatte er 2013 Fördergelder zurückgegeben, weil er dessen Homosexualität nicht wie erwünscht verschweigen wollte (queer.de berichtete). (AFP/dk)



#1 Gerlinde24Profil
  • 18.10.2018, 20:07hBerlin
  • So viel zum "demokratischen" Russland, und dem "lupenreinen Demokraten" Putin, wo konstruierte Anklagen und Prozesse mit vorgefertigten Urteilen eher an Stalin, denn an eine Demokratie erinnern.
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