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Heidelberg

RCDS verteidigt homophobe Redner – Kutschera sagt ab

Die christdemokratischen Studenten beharren darauf, dass Homo-Hasser ihre Vortragsreihe zum Thema Feminismus dominieren.


Ulrich Kutschera hat – angeblich aus Termingründen – die Reißleine gezogen und kommt nicht nach Heidelberg (Bild: Screenshot 3sat)

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Heidelberg hat die Einladung von vier homophoben Rednern für eine Vortragsreihe über Feminismus verteidigt. Der CDU-nahe Studierendenverband hatte Ulrich Kutschera, Birgit Kelle, Mathias von Gersdorff und Alexander Tschugguel eingeladen. Alle vier hatten sich in den letzten Jahren insbesondere mit homophoben Tiraden einen Namen gemacht (queer.de berichtete).

Am Dienstag teilte der RCDS allerdings mit, dass mit Kutschera einer der Gäste abgesagt habe – angeblich wegen "terminlichen Verschiebungen". Der Evolutionsbiologe aus Kassel hätte eigentlich am kommenden Montag einen Vortrag zum Thema "Das Gender-Paradoxon" halten sollen. Kutschera hatte im vergangenen Jahr mit mehreren homophoben Provokationen anlässlich der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für Aufregung gesorgt – so bezeichnete er etwa die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht als "staatlich geförderte Pädophilie".

In einer Facebook-Stellungnahme hielt der RCDS am Mittwoch an den anderen Rednern fest: "Bewusst wurden kontroverse Referenten eingeladen, um eine kritische Diskussion mit den vertretenen Positionen entstehen zu lassen", schrieben die christdemokratischen Studenten. "Die Einladung der Referenten bedeutet mitnichten eine inhaltliche Solidarisierung des RCDS Heidelberg mit deren Aussagen. Der RCDS Heidelberg distanziert sich klar von menschenverachtenden und rassistischen Aussagen." In einem Kommentar fügte der RCDS noch an, dass man sich auch von homophoben Äußerungen distanziere. Dabei behaupteten die christdemokratischen Studenten, dass die homophoben Redner die "bürgerlich-konservative Sicht" beim Thema Feminismus vertreten würden. Die Junge Union Heidelberg, der CDU-Kreisparteichef Alexander Föhr und Jan Gradel, der Fraktionschef der CDU im Stadtrat, unterstützten die Position des RCDS in einer gemeinsamen Erklärung.

Statement des RCDS Heidelberg zur geplanten Vortragsreihe ?Feministin & Konservativ?: Aufgrund der aufgekommen Kritik…

Gepostet von RCDS Heidelberg am Mittwoch, 17. Oktober 2018
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JuLis: Einladung ist Gefahr für gesellschaftliches Miteinander

An der Einladung der Redner gibt es scharfe Kritik. Die Arbeitsgemeinschaft Heidelberger Frauengruppen und Frauenverbände erklärte etwa in einem Offenen Brief: "Wir wundern uns schon sehr, wie die studentische Gruppe einer demokratischen Partei auf die Idee kommen kann, Vortragende mit antifeministischen, queer-feindlichen, rechten und menschenverachtenden Positionen zu einer Vortragsreihe nach Heidelberg einzuladen." Man halte "die Positionierungen der Gäste für nicht mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung" vereinbar.

Auch die FDP-nahen Jungen Liberalen halten die Entscheidung des RCDS für kritikwürdig: Sie seien "angewidert über die Entscheidung des RCDS, homo- und transfeindlichen Personen eine Plattform zu geben", erklärte die Gruppe laut "Rhein-Neckar-Zeitung". Damit vergifteten die christdemokratischen Studierenden "das gesellschaftliche Miteinander an der Uni und in ganz Heidelberg". (dk)

-w-

#1 YannickAnonym
  • 18.10.2018, 17:03h
  • Der Nachwuchs der Union ist genauso homo- und transphob wie die Vorgänger. Das zeigt, dass sich in der Union auch in Zukunft nichts ändern wird...
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#2 dellbronx51069Anonym
#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 18.10.2018, 20:04h
  • Wenn man nur homophobe, und keine homophilen Redner einlädt, sagt das viel über diese "Organisation" aus.
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