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Belohnung für Hass

Homophober Ex-Feuerwehrchef erhält 1,2 Millionen Dollar

Weil Kelvin Cochran Homosexuelle als "widerlich" und "pervers" bezeichnet hatte, entließ die Stadt Atlanta ihren Feuerwehrchef. Cochran klagte unter Berufung auf seine Religionsfreiheit – und erhielt jetzt einen fetten Scheck.


Homo-Hasser Kelvin Cochrane wird Millionär, weil die Stadt Atlanta zu große Risiken in einem Gerichtsverfahren sieht

Die im Südosten der USA gelegene Großstadt Atlanta hat sich in einer außergerichtlichen Einigung verpflichtet, seinem ehemaligen Feuerweherchef Kelvin Cochran 1,2 Millionen Dollar (knapp über eine Million Euro) zu zahlen, um einem Gerichtsverfahren aus dem Weg zu gehen. Der Hintergrund: Ex-Bürgermeister Muhammad Kasim Reed hatte den 58-jährigen Kläger 2014 erst suspendiert und später gefeuert, weil dieser ein homophobes Buch veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).

In "Who Told You That You Were Naked" (Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist) behauptete Cochran, dass Homosexuelle "unrein" seien, und stellte Homosexualität in eine Reihe mit "Päderastie, Tiersex und alle anderen Arten der sexuellen Perversion". Homosexualität sei zudem "nicht angemessen, widerlich und vulgär". Schwulen und Lesben warf er vor, "ihren Körper zu entweihen und Gott zu entehren". Seine Aussagen begründete der evangelikale Christ mit der Bibel.

Kläger sah sich als religiös verfolgt an

Nach seiner Entlassung hatte Cochran die Stadt verklagt und behauptet, er sei wegen seiner Religion diskriminiert worden. Die Stadt wies die Anschuldigungen zwar zurück, befürchtete aber, vor Gericht zu unterliegen – und dann noch eine weit höhere Strafe zahlen zu müssen. Daher stimmte der Stadtrat am Montag der Zahlung an den ehemaligen städtischen Angestellten mit elf gegen drei Stimmen zu.

Cochran wurde von der homophoben Organisation Alliance Defending Freedom (ADF) vor Gericht vertreten. Die ADF kämpft bereits seit Jahren gegen LGBTI-Rechte und wird von der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center als Hassgruppe eingestuft. Bereits vor wenigen Monaten erzielte die ADF einen Erfolg vor dem Supreme Court der Vereinigten Staaten, der einem christlichen Konditor in einer Einzellfallentscheidung das Recht einräumte, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren (queer.de berichtete).

Die ADF feierte die außergerichtliche Vereinbarung als Sieg für die in der US-Verfassung garantierte Rede- und Gewissensfreiheit. "Die Behörden können nicht verbieten, dass Angestellte über ihren Glauben reden dürfen", so die Organisation in einer Pressemitteilung.

Ex-Bürgermeister Reed erklärte dagegen, die Vereinbarung sei der falsche Weg. Er habe sich lediglich für eine "vielfältige Belegschaft" eingesetzt, in der niemand diskriminiert werden dürfe. Die Entscheidung sende jetzt das Signal aus, dass in Atlanta die Diskriminierung von Homosexuellen in Ordnung sei. (cw)



#1 TheoAnonym
#2 YannickAnonym
  • 19.10.2018, 17:53h
  • Und wieder mal werden Freiheitsrechte pervertiert.

    Religionsfreiheit bedeutet, dass man nicht wegen seiner Religion diskriminiert werden darf. Aber es bedeutet nicht, dass man andere, die den Regeln dieser Religion nicht folgen, diskriminieren darf. Bzw. wenn man das tut, muss das Konsequenzen haben.

    Dass der dann auch noch so viel Geld für diese Miss-Interpretation von Freiheitsrechten bekommt, zeigt wie degeneriert die USA sind.
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#3 Homonklin44Profil
  • 19.10.2018, 19:02hTauroa Point
  • Ob das wohl ähnlich laufen müsste, würden es freie Menschen mit ihrer Überzeugung begründen, und so folglich verbreiten, dass Christen widerliche Faschisten seien?

    Da wäre man doch gespannt.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 20.10.2018, 02:28hBerlin
  • Da kann so ein hirnloser Religiot ein Buch schreiben, in dem er gegen uns hetzt, und anstatt in Schimpf und Schande entlassen zu werden, kriegt der noch ne Menge Kohle, weil angeblich seine religiöse Freiheit verletzt wurde? Seine Freiheit zu hetzen?
    Und, was ist, wenn einer seiner Leser sich durch sein Buch dazu ermutigt sieht, eine Bombe in eine Schwulenbar zu werfen, eine Lesbe zu vergewaltigen, um sie zu "heilen", oder eine Transfrau ermordet? Ist das auch von der Rede-und Religionsfreiheit gedeckt? Wenn ja, sollten sie nicht nur die Regierung, sondern auch den Supreme Court austauschen! Denn dann machen beide ihren Job nicht richtig!
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#5 Gerlinde24Profil
  • 20.10.2018, 02:30hBerlin
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • Da würden die Religioten Sturm dagegen anlaufen, und die Menschen mit Prozessen überhäufen. Denn Du kannst in den USA jeden wegen jedem Scheiß auf Millionen verklagen, was die meisten Stimmen gegen solche hirnlosen Religioten verstummen lässt.
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#6 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 20.10.2018, 05:07h
  • sein buch "Who Told You That You Were Naked" verspricht ja noch viel mehr unterhaltung auf unterster geistiger schiene. da kommt dann bestimmt seine nächste million hinzu.
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#7 MarkKerzmanProfil
  • 20.10.2018, 05:59hVenice Beach
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • >> Ob das wohl ähnlich laufen müsste, würden es freie Menschen mit ihrer Überzeugung begründen, und so folglich verbreiten, dass Christen widerliche Faschisten seien?

    Da wäre man doch gespannt. <<

    Naja, in Deutschland müßtest Du vermutlich gespannt bleiben, lieber Homonklin44, hier in U.S.A. darfst Du Dich sogleich wieder entspannen, da hilft Dir das First Amendment zurück auf die Beine. So bereitet es der Humanistentruppe Atheists United am ersten Sonntag eines jeden Monats ein großes Vergnügen, den christlichen Faschisten verbal ein paar Hiebe auf die Nuß auszuteilen (unterbelichtete Schafe, Cookie-Kannibalen, blöde Märchengläubige, etc.), die ihnen auf druckfrischen Faltblättern nach dem >Gottesdienst< an der Kirchentür in die Hand gedrückt werden (Juden und Muslime kriegen auch ab und zu ihr Fett ab!). Der Supreme Court hat diese Art freier Meinungsäußerung ausdrücklich auch Privatpersonen gegenüber Privatpersonen erlaubt (was dann bedauerlicherweise z.B. zu den ekelerregenden, abscheulichen und verwerfenswürdigen Aktionen einzelner christlichen Splitterkirchen bei Trauerfeiern für schwule Gestorbene beigetragen hat).
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#8 BurnerAnonym
#9 BurnerAnonym
  • 21.10.2018, 10:47h
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • In den USA ist die Meinungsfreiheit unbegrenzt. Es gibt dort keine Gesetze gegen Volksverhetzung, Beleidigung etc. Von daher dürftest du natürlich auch religiöse Menschen beleidigen und das Ergebnis wäre das selbe.
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#10 Vater
  • 21.10.2018, 14:16h
  • Die Stadt hat diese Summe bezahlt, weil sie befürchtet hat vor Gericht zu unterliegen und dann noch viel übler blechen zu müssen.
    Eine leider nicht ganz unberechtigte Einschätzung.

    Vor Gericht und auf hoher See, so sagt das Sprichwort, sei man in Gottes Hand.
    Und nirgendwo trifft das mehr zu als eben dort, wo religiotische Richter sich selber als Priester wähnen , die ihre Verhandlung stets mit einem Gottesdienst verwechseln.

    Ich würde der Stadt keinen Vorwurf machen, weil sie ihre Situation höchstwahrscheinlich korrekt eingeschätzt hat. Schuld ist hier das kranke System und die Verbreitung des fundamentalistischen Religionswahnsinns mitsamt seiner Eigenart, den Glauben an das Irrationale zu fördern, die Kritik an selbigem jedoch zu tabuisieren.

    Das ist genau das, was Religionen weltweit tun - auch die scheinbar harmlosesten.
    Allein das reicht imho aus, ihnen nicht über den Weg zu trauen und sie abzulehnen.. Diese Funktion der Religionen ermöglicht alles, was sie darüber hinaus anzurichten imstande sind.
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