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Belohnung für Hass
Homophober Ex-Feuerwehrchef erhält 1,2 Millionen Dollar
Weil Kelvin Cochran Homosexuelle als "widerlich" und "pervers" bezeichnet hatte, entließ die Stadt Atlanta ihren Feuerwehrchef. Cochran klagte unter Berufung auf seine Religionsfreiheit – und erhielt jetzt einen fetten Scheck.

Homo-Hasser Kelvin Cochrane wird Millionär, weil die Stadt Atlanta zu große Risiken in einem Gerichtsverfahren sieht
- 19. Oktober 2018, 13:25h 2 Min.
Die im Südosten der USA gelegene Großstadt Atlanta hat sich in einer außergerichtlichen Einigung verpflichtet, seinem ehemaligen Feuerweherchef Kelvin Cochran 1,2 Millionen Dollar (knapp über eine Million Euro) zu zahlen, um einem Gerichtsverfahren aus dem Weg zu gehen. Der Hintergrund: Ex-Bürgermeister Muhammad Kasim Reed hatte den 58-jährigen Kläger 2014 erst suspendiert und später gefeuert, weil dieser ein homophobes Buch veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).
In "Who Told You That You Were Naked" (Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist) behauptete Cochran, dass Homosexuelle "unrein" seien, und stellte Homosexualität in eine Reihe mit "Päderastie, Tiersex und alle anderen Arten der sexuellen Perversion". Homosexualität sei zudem "nicht angemessen, widerlich und vulgär". Schwulen und Lesben warf er vor, "ihren Körper zu entweihen und Gott zu entehren". Seine Aussagen begründete der evangelikale Christ mit der Bibel.
Kläger sah sich als religiös verfolgt an
Nach seiner Entlassung hatte Cochran die Stadt verklagt und behauptet, er sei wegen seiner Religion diskriminiert worden. Die Stadt wies die Anschuldigungen zwar zurück, befürchtete aber, vor Gericht zu unterliegen – und dann noch eine weit höhere Strafe zahlen zu müssen. Daher stimmte der Stadtrat am Montag der Zahlung an den ehemaligen städtischen Angestellten mit elf gegen drei Stimmen zu.
Cochran wurde von der homophoben Organisation Alliance Defending Freedom (ADF) vor Gericht vertreten. Die ADF kämpft bereits seit Jahren gegen LGBTI-Rechte und wird von der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center als Hassgruppe eingestuft. Bereits vor wenigen Monaten erzielte die ADF einen Erfolg vor dem Supreme Court der Vereinigten Staaten, der einem christlichen Konditor in einer Einzellfallentscheidung das Recht einräumte, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren (queer.de berichtete).
Die ADF feierte die außergerichtliche Vereinbarung als Sieg für die in der US-Verfassung garantierte Rede- und Gewissensfreiheit. "Die Behörden können nicht verbieten, dass Angestellte über ihren Glauben reden dürfen", so die Organisation in einer Pressemitteilung.
Ex-Bürgermeister Reed erklärte dagegen, die Vereinbarung sei der falsche Weg. Er habe sich lediglich für eine "vielfältige Belegschaft" eingesetzt, in der niemand diskriminiert werden dürfe. Die Entscheidung sende jetzt das Signal aus, dass in Atlanta die Diskriminierung von Homosexuellen in Ordnung sei. (cw)














