Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32185

Neuer Plan

Trump-Regierung will Existenz von Transpersonen leugnen

Transpersonen soll es genauso ergehen wie dem Klimawandel: Die US-Regierung will einfach so tun, als existierten sie nicht. Die neue Politik kann lebensbedrohliche Auswirkungen auf Transsexuelle haben, warnen LGBTI-Aktivisten.


Die Regierung von Präsident Donald Trump startet einen neuen Versuch, um LGBTI-Rechte einzuschränken (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Die Trump-Regierung will offenbar aggressiv gegen Transpersonen vorgehen: In einem von der "New York Times" veröffentlichten Memo des Gesundheitsministeriums, das noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll, heißt es, dass Geschlechtsidentität schlicht nicht existiere. Das Geschlecht werde bei der Geburt festgelegt und hänge von den Genitalien der jeweiligen Person ab. Eine Änderung in der Geburtsurkunde sei danach nur noch nach einem Gentest möglich, etwa bei uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen. Das Geschlecht, heißt es in dem Papier, werde durch "unveränderliche biologische Merkmale" festgelegt.

Die neuen Richtlinien hätten große Auswirkungen auf das Leben von Transpersonen. So würde das Verbot der Geschlechterdiskriminierung an Bildungseinrichtungen ("Title IX") nicht mehr Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität umfassen. Mit Hilfe dieses Gesetzes aus dem Jahr 1972 hatte sich ein transsexueller Schüler das Recht vor Gericht erkämpft, die Toilette zu benutzen, die seiner Geschlechtsidentität entsprach (queer.de berichtete).

Änderungen würden Zugang zu Krankenversicherung erschweren

Neben Einschränkungen beim Diskriminierungsschutz würde die Regeländerung den Zugang von Transpersonen zu Krankenversicherungen erheblich erschweren, was laut Trans-Aktivisten lebensbedrohliche gesundheitliche Auswirkungen haben könnte. LGBTI-Organisation laufen deshalb Sturm gegen die Reform. Chad Griffin, der Chef der größten amerikanischen LGBTI-Organisation Human Rights Campaign, nannte den Vorstoß "zerstörerisch" und erklärte: "Die Trump-Pence-Regierung versucht, LGBTQ den Schutz der Bürgerrechtsgesetze zu entziehen und Antidiskriminierungsgesetze zu unterhöhlen", so Griffin. Diese enge Definition von "Geschlecht" sei ein "direkter Anschlag auf LGBTQ".

Das Memo verfasst hatte der Homo- und Trans-Hasser Roger Severino, der Leiter des Leiter des Bürgerrechtebüros im Gesundheitsministerium. Vor seiner Ernennung hatte er als Mitarbeiter des konservativen Thinktanks Heritage Foundation gegen LGBTI-Rechte angekämpft – seine Ablehnung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten begründete er mit seinem katholischen Glauben.

Dem Memo muss laut "New York Times" noch das Justizministerium zustimmen. Dieses wird ebenfalls von einem erbitterten LGBTI-Gegner angeführt: Minister Jeff Sessions hatte bereits Ende Juli eine Taskforce gestartet, um unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Minderheitenrechte einzuschränken (queer.de berichtete).


Justizminister Jeff Sessions gilt als erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten

Bereits im letzten Jahr hatte die Trump-Regierung ihren bisher größten Angriff auf Transsexuelle gestartet: Im August 2017 unterzeichnete der Präsident ein Memo, wonach Trans-Personen der Dienst im US-Militär verboten werden solle (queer.de berichtete). Diese Anordnung scheiterte allerdings bislang mehrfach vor Gericht (queer.de berichtete). Dieses Jahr erlaubte Präsident Donald Trump zudem wieder die durch Präsident Barack Obama verbotene Diskriminierung von LGBTI bei Bundesbehörden (queer.de berichtete). (dk)



#1 Carsten ACAnonym
  • 22.10.2018, 15:21h
  • Und die Erde ist eine Scheibe...

    Dass es Leute gibt, die Fakten leugnen, ist klar. Dass aber sowas auch noch eine Weltmacht leiten kann und viele Menschen hinter sich weiß, lässt mich um die Zukunft der Menschheit bangen...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MONE_SAnonym
  • 22.10.2018, 15:43h
  • Was Trump und seine evangelikalen, rechten, verwirrten Gesinnungsgenossen dort treiben entbehrt jeder Menschlichkeit.
    Die Transmenschen sind trotzdem da und kommen in die schlimmsten Nöte.
    Ob diese Fanatiker dies wollen??? Krank!

    Ich hoffe, die Midterms bremsen dies aus.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AuntieBioticEhemaliges Profil
#4 PiepmatzAnonym
  • 22.10.2018, 16:02h
  • Antwort auf #2 von MONE_S
  • "Die Transmenschen sind trotzdem da und kommen in die schlimmsten Nöte. Ob diese Fanatiker dies wollen???"

    Ich fürchte, wer glaubt, hier sei einfach "nur" Gleichgültigkeit im Spiel und nicht handfester Sadismus, hat Heteronormativität nicht vollständig verstanden.

    Im Namen dieser Ideologie werden z.B. auch in Deutschland immer noch Babys und Kleinkinder verstümmelt. Dabei ist Gewalt gegen wehrlose Kinder eigentlich eines der größten Tabus in unserer Gesellschaft. Heteronormativität hebelt sogar dieses Tabu aus.

    Wie sollte man annehmen, dass erwachsene trans Menschen dieser ganz bewusst ausgeübten Gewalt nicht ausgeliefert seien? Kann man die sadistischen Aspekte der monotheistisch-patriarchal-heteronormativen Weltsicht wirklich unterschätzen oder übersehen?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 PiepmatzAnonym
  • 22.10.2018, 16:08h
  • Aus dem Artikel der NYT:
    "After this article was published online, transgender people took to social media to post photographs of themselves with the hashtag #WontBeErased."

    Wer das liest und keine feuchten Augen bekommt, hat kein Herz.

    Direkt nach der Trump-Wahl ging mir durch den Kopf: "Scheiße, das wird Menschenleben kosten". Und ich hatte sogar schon eine ungefähre Vorstellung, wessen Leben es sein würden. Ich wünschte mir sehr, ich hätte Unrecht gehabt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 SarahAnonym
#7 NoTrumpAnonym
  • 22.10.2018, 17:55h
  • Ich leugne, dass es Trump gibt :-P
    Das wäre weitaus positiver für unseren Planeten. Hoffentlich wird er bei den nächsten Wahlen vom Thron gehievt.
    Goodbye, Mr. I-don't-know
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Homonklin44Profil
  • 22.10.2018, 18:23hTauroa Point
  • 1 Schritt vor, 3 zurück. So kommt man auf bestem Wege zurück ins Mittelalter. Von wegen, make America great again, die Definition, die TheDonald von "great" hat, folgt der Weltbeschränkung christfaschistischer Denke.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 qwertzuiopAnonym
  • 22.10.2018, 18:27h
  • Ich glaube nicht, dass die das aus Sadismus machen. Ich glaube eher, die sind so zynisch, dass es ihnen völlig wurst is, was mit Menschen passiert, solange ihre Zustimmungswerte stimmen.
    Unter dem Aspekt seh ich auch das US-Verhältnis zu Russland oder Iran mit Sorge, ich traue denen durchaus zu, einen Krieg anzufangen, um an der Macht bleiben zu können.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 SarahAnonym
  • 22.10.2018, 18:43h
  • Antwort auf #9 von qwertzuiop
  • "Ich glaube nicht, dass die das aus Sadismus machen. Ich glaube eher, die sind so zynisch, dass es ihnen völlig wurst is, was mit Menschen passiert, solange ihre Zustimmungswerte stimmen."

    "Die" denken sich sehr wohl etwas dabei. Und "sie" denken maximal konsequent.

    Es geht um ein verzweifeltes Aufbäumen des Patriarchats.

    Diese Aktion ist in einer Linie mit der Causa "Judge Kavanaugh" zu sehen.
  • Antworten » | Direktlink »