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Genetik und sexuelle Orientierung

Forscher: "Es gibt kein Homo-Gen"

In der bislang größten Studie über den Zusammenhang von DNS und Homosexualität konnten die Forscher kein "Homo-Gen" finden. Das menschliche Sexualverhalten sei einfach zu komplex.


Sind die Gene dafür verantwortlich, dass die beiden Jungs miteinander schnackseln? (Bild: men.com)

Seit Jahrzehnten wollen Forscher herausfinden, ob die Gene für die sexuelle Orientierung von Menschen (mit-)verantwortlich sind. Eine groß angelegte amerikanische Untersuchung unter mehr als 450.000 Menschen, darunter rund 27.000 Personen mit gleichgeschlechtlichen Erfahrungen, kommt zu dem Ergebnis, dass die sexuelle Orientierung nicht einfach per Gentest bestimmt werden kann.

"Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass es kein Homo-Gen gibt", erklärte der Statistiker Andrea Ganna nach Angaben der Fachzeitschrift "Science" am Freitag bei einem Treffen von Genetikern im kalifornischen San Diego. "Vielmehr wird Nichtheterosexualität zum Teil beeinflusst von vielen kleinen genetischen Effekten." Der Wissenschaftler von der Harvard Medical School stellte bei seiner Rede die ersten Ergebnisse der Studie vor.

Ganna und seine Kollegen identifizierten Gemeinsamkeiten zwischen den homosexuellen Probanden auf den Chromosomen sieben, elf, zwölf und 15. Zwei dieser kleinen Veränderungen seien nur bei homosexuellen Männern festgestellt worden. Dabei handle es sich um ein Gen-Cluster auf Chromosom 15, das zuvor mit männlicher Glatzenbildung in Zusammenhang gebracht worden war. Eine weitere Veränderung auf dem 11. Chromosom sitzt demnach in einer Region, die für den Geruchssinn verantwortlich sein soll. Laut Ganna ergibt dies Sinn, da der Geruchssinn bei sexueller Anziehung eine Rolle spiele.

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Andere Studien – andere Ergebnisse

Zuvor hatten andere Studien völlig andere Chromosomen für die sexuelle Orientierung mitverantwortlich gemacht. Eine Untersuchung aus Kanada vom vergangenen Jahr konzentrierte sich etwa auf das Y-Chromosom, das nur Männer in sich tragen. Eine US-Studie der North Shore University in Illinois sah die Chromosomen 13 und 14 als Faktor bei der sexuellen Orientierung an (queer.de berichtete).

Ganna stellt in seiner Studie klar, dass die Untersuchung der genetischen Variation derzeit nicht verlässlich die sexuelle Orientierung einer Person bestimmen kann – dazu sei die Sexualität des Menschen zu komplex.

Ein interessanter Nebenaspekt der Studie: Einige der Variationen, die bei Homosexuellen vermehrt auftreten, ließen sich auch bei Heterosexuellen finden, die besonders viele Sexualpartnerinnen hatten. Damit könne laut den Wissenschaftlern erklärt werden, warum diese Variationen in der Bevölkerung nicht abnehmen würden, obwohl Homosexuelle in der Regel weniger Nachwuchs hätten als Heterosexuelle.

Die Idee eines Homo-Gens hatte der US-Genetiker Dean Hamer 1993 formuliert. Damals hatte der Forscher einen bestimmten Abschnitt des X-Chromosoms mit Homosexualität in Verbindung gebracht. (dk)



#1 matsAnonym
  • 23.10.2018, 16:47h
  • "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass es kein Homo-Gen gibt."

    Ich freue mich auch.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 23.10.2018, 16:56h
  • Ich habe die Theorie des "Homo-Gens" ohnehin immer dämlich gefunden, zumal sie uns Bisexuelle schon immer grundsätzlich ausgeschlossen hatte und auch meiner Erfahrung nach immer herangezogen wurde, wenn es darum ging, mir zu beweisen, dass es mich nicht gibt. Ein Glück, dass dieser Unfug nun endlich widerlegt ist.
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#3 JadugharProfil
  • 23.10.2018, 18:08hHamburg
  • Ein einzelnes Gen bestimmt niemals eine komplexe Eigenschaft, weil ein einzelnes Gen nur ein Protein bildet. Komplexe Eigenschaften bauen jedoch auf komplexen Strukturen auf, wozu mehrere Gene bzw. Proteine notwendig sind. Somit gibt es kein Gen, was hetorsexuell macht, oder irgendeine andere sexuelle Ausrichtung. Es sind immer mehrere Gene verantwortlich und wie viele davon wieder existieren. Man kann sich das wie eine Mischung verschiedenfarbiger Perlen vorstellen. Z.B aus roten, grünen, und blauen Perlen. Je nach Mischungsverhältnis kann man jede beliebige Farbe herstellen, die nicht den Grundfarben rot, grün und blau entsprechen!
    In der Musik ist genauso! Eine orchestrale Symphonie wird nicht durch eine Tonart und deren Länge bestimmt.
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#4 JadugharProfil
  • 23.10.2018, 19:36hHamburg
  • Antwort auf #2 von Alexander_F
  • Das ist der gleiche Unfug, wie wenn man nach einen Gen suchen würde, was blond und blauäugig macht. Auch das Fehlen von Genen bzw. Gendefekte rufen Eigenschaften hervor. Man könnte ätzen, daß Blonde, Blauäugige und Albinos einen Gendefekt haben! Damit könnte man Hitlers Herrenrasse diskriminieren, die sich für etwas besonderes hielt!
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#5 TheDadProfil
  • 23.10.2018, 22:47hHannover
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • ""Das ist der gleiche Unfug, wie wenn man nach einen Gen suchen würde, was blond und blauäugig macht.""..

    Alle hellhäutigen Menschen werden "Blauäugig" geboren, denn der Pigment-Farbstoff "Melanin" fehlt bei der Geburt, und wird erst im Verlauf des ersten Lebensjahres gebildet..
    Bis hin zur Pubertät kann sich deshalb die Farbe der Augen auch noch ändern..

    ""Die Augenfarbe wird beim Menschen und bei den meisten Wirbeltieren durch Pigmente in der Eigenschicht (Stroma) der Regenbogenhaut (lat. Iris) bestimmt. Sie ist das Resultat komplexer Prozesse, an denen mehrere Gene beteiligt sind.""..

    Sind diese Gene "beschädigt", oder wird einfach nur ungenügend Melanin gebildet, bleiben die Augen Blau..
    Und die Haare blond..
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#6 PiepmatzAnonym
  • 23.10.2018, 22:59h
  • Interessant finde ich vor allem, dass hier von "Homosexuellen" oder "sexueller Orientierung von Menschen" die Rede ist, Lesben aber irgendwie gar nicht vorkommen.

    Explizit genannt werden entweder schwule Männer oder es bleibt offen, ob mit "Homosexualität" auch mal wirklich beide Geschlechter gemeint sind oder doch wieder nur schwule Männer. In mindestens einem Fall (Dean Hamer) ist im Artikel allgemein von "Homosexualität" die Rede, obwohl es in dieser speziellen Forschungsarbeit explizit nur um _männliche_ Homosexualität ging.

    Leider bleibt teils unklar, ob sich die anderen genannten Arbeiten doch auf Homosexualität im Allgemeinen bezogen, oder ob auch dort der Überbegriff "Homosexualität" so selbstverständlich mit seiner männlichen Sonderform gleichgesetzt wurde, dass man es nicht notwendig fand, das zu markieren.

    "Sitzen zwei Homosexuelle im Flugzeug..." - der Witz ist ja bekannt.

    Aber zumindest ist auch bei den "Heterosexuellen" von vornherein klar, dass damit nur Männer gemeint sein können: "Einige der Variationen, die bei Homosexuellen vermehrt auftreten, ließen sich auch bei Heterosexuellen finden, die besonders viele Sexualpartnerinnen hatten."

    Der Mensch ist halt immer noch sehr selbstverständlich männlich. Auch in queeren Medien.
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#7 kuesschen11Profil
  • 23.10.2018, 23:19hFrankfurt/Main
  • Wenn es ein Homo-Gen gäbe, wäre es in der Forschung bestimmt schon entdeckt worden. Es ist gut, dass kein Gen in der DNA nachgewiesen werden kann.

    Viel interessanter ist das noch gering erforschte Gebiet der Epigenetik, die sich mit Veränderungen an den Chromosomen im laufenden Lebenszyklus befasst und die sexuelle Identität/Prägung bei aller Komplexität sehr früh (pränatal) im Menschen festgelegt sein kann.
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#8 Gerlinde24Profil
  • 24.10.2018, 01:04hBerlin
  • Ich verwette meine beiden fetten Arschbacken darauf, dass die Religioten sich wie wild auf diese "Studie" stürzen werden, um behaupten zu können, dass es Homosexualität (wie Transsexualität) nicht gibt.
    Sorry Leute, es gibt uns aber!
    Ob das genetisch oder sonst wie bewiesen werden kann, oder nicht!
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#9 TomDarkProfil
  • 24.10.2018, 01:06hHamburg
  • Ob es nun vorangig an den Genen, der Erziehung, der Persönlichkeit oder an sozialen Einflüssen liegt, ist eigentlich nicht diskussionswürdig.

    Das eine schließt das andere ja nicht aus, und letztlich entscheidet eine Vielzahl von Faktoren, wie sich ein Mensch entwickelt.

    Es ist von der Natur halt so gewollt, wie es ist und sollte einfach nur akzeptiert werden. Auch wenn selbst das einige leider immer noch nicht raffen wollen, egal ob Betroffene oder Außenstehende.

    Nicht so recht einleuchten will mir, was das Bild mit den beiden Kerlen von men. com mit dem Artikel zu tun hat.

    Haben die Forscher vielleicht deshalb nichts gefunden, weil da noch andere Sachen untersucht wurden? =)
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#10 JadugharProfil
  • 24.10.2018, 01:20hHamburg
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Ja, sehr genau! Das Ganze wird noch komplexer durch die Epigenetik. Sie bestimmt, wann Gene ein- und ausgeschaltet werden. Wenn man auf einen optischen sexuellen Reiz eine Erektion bekommt, so ist das nicht nur eine Sache des Nervensystems, sondern auch welche Hormone (Polypeptide) dabei ausgeschüttet werden, was nur durch Einschalten der Gene erfolgen kann. Allein dieses Einschalten ist schon sehr komplex, nämlich wieso es eigentlich eingeschaltet wird.
    Sexualität ist ein körperlicher Vorgang, weswegen schon Gene daran beteiligt sind. Obendrein geht sie weit über die Fortpflanzung hinaus, weswegen jede Art von sexueller Orientierung für den Arterhalt eine wesentliche Rolle spielt. Wenn Frauen jenseits der Menopause Geschlechtsverkehr haben, dann nur, um den Partner zu binden, damit sie als Großeltern sich um die Enkel kümmern können und somit die Eltern entlasten, was dem Arterhalt dient. Das Zeugen ist eine einfache Sache, jedoch nicht das Großziehen des Nachwuchses, weswegen mehrere Individuen sich daran beteiligen. In der Natur spielen homosexuelle Wesen oft die Rolle, um verwaisten Nachwuchs der verstorbenen meist älteren Geschwister zu adoptieren. Das ist der Grund, weswegen Homosexualität bei älteren Müttern bei ihren Nachwuchs in der Geschwisterfolge beim jüngsten Glied immer wahrscheinlicher wird. Da wirken entsprechende Hormone, Antikörper und weitere Substanzen auf den Fötus ein, die mit jeder Schwangerschaft oder mit dem Älterwerden zunehmen. Der Fötus reagiert je nach genetischer Position auf diese Stoffe mit der Ausbildung homosexuellen Verhaltens. Die Rolle der genetischen Disposition unter Einwirkung jener oben genannten Substanzen sieht man besonders gut bei zweieiigen Zwillingen, die oft unterschiedliche sexuelle Orientierung haben, während bei eineiigen Zwillingen generell die gleiche sexuelle Orientierung vorhanden ist und nur wenige Ausnahmen hierbei auftreten. Auch die Mehrlingsbildung nimmt mit den Älterwerden der Mütter zu! Bei der Adoption von verwaisten Enkeln springen auch notfalls die Großeltern ein, wobei unfruchtbare Sexualität eine wesentliche Rolle spielt! Eine Tatsache, die manche Politiker und insbesondere die Kleriker oft nicht wahrhaben wollen und eine besonders extrem beschränkte Sichtweise zur Fortpflanzung haben, die nur noch auf den Zeugungsakt begrenzt wird!
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