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Kommentare zu:
Forscher: "Es gibt kein Homo-Gen"


#1 matsAnonym
  • 23.10.2018, 16:47h
  • "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass es kein Homo-Gen gibt."

    Ich freue mich auch.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 23.10.2018, 16:56h
  • Ich habe die Theorie des "Homo-Gens" ohnehin immer dämlich gefunden, zumal sie uns Bisexuelle schon immer grundsätzlich ausgeschlossen hatte und auch meiner Erfahrung nach immer herangezogen wurde, wenn es darum ging, mir zu beweisen, dass es mich nicht gibt. Ein Glück, dass dieser Unfug nun endlich widerlegt ist.
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#3 JadugharProfil
  • 23.10.2018, 18:08hHamburg
  • Ein einzelnes Gen bestimmt niemals eine komplexe Eigenschaft, weil ein einzelnes Gen nur ein Protein bildet. Komplexe Eigenschaften bauen jedoch auf komplexen Strukturen auf, wozu mehrere Gene bzw. Proteine notwendig sind. Somit gibt es kein Gen, was hetorsexuell macht, oder irgendeine andere sexuelle Ausrichtung. Es sind immer mehrere Gene verantwortlich und wie viele davon wieder existieren. Man kann sich das wie eine Mischung verschiedenfarbiger Perlen vorstellen. Z.B aus roten, grünen, und blauen Perlen. Je nach Mischungsverhältnis kann man jede beliebige Farbe herstellen, die nicht den Grundfarben rot, grün und blau entsprechen!
    In der Musik ist genauso! Eine orchestrale Symphonie wird nicht durch eine Tonart und deren Länge bestimmt.
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#4 JadugharProfil
  • 23.10.2018, 19:36hHamburg
  • Antwort auf #2 von Alexander_F
  • Das ist der gleiche Unfug, wie wenn man nach einen Gen suchen würde, was blond und blauäugig macht. Auch das Fehlen von Genen bzw. Gendefekte rufen Eigenschaften hervor. Man könnte ätzen, daß Blonde, Blauäugige und Albinos einen Gendefekt haben! Damit könnte man Hitlers Herrenrasse diskriminieren, die sich für etwas besonderes hielt!
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#5 TheDadProfil
  • 23.10.2018, 22:47hHannover
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • ""Das ist der gleiche Unfug, wie wenn man nach einen Gen suchen würde, was blond und blauäugig macht.""..

    Alle hellhäutigen Menschen werden "Blauäugig" geboren, denn der Pigment-Farbstoff "Melanin" fehlt bei der Geburt, und wird erst im Verlauf des ersten Lebensjahres gebildet..
    Bis hin zur Pubertät kann sich deshalb die Farbe der Augen auch noch ändern..

    ""Die Augenfarbe wird beim Menschen und bei den meisten Wirbeltieren durch Pigmente in der Eigenschicht (Stroma) der Regenbogenhaut (lat. Iris) bestimmt. Sie ist das Resultat komplexer Prozesse, an denen mehrere Gene beteiligt sind.""..

    Sind diese Gene "beschädigt", oder wird einfach nur ungenügend Melanin gebildet, bleiben die Augen Blau..
    Und die Haare blond..
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#6 PiepmatzAnonym
  • 23.10.2018, 22:59h
  • Interessant finde ich vor allem, dass hier von "Homosexuellen" oder "sexueller Orientierung von Menschen" die Rede ist, Lesben aber irgendwie gar nicht vorkommen.

    Explizit genannt werden entweder schwule Männer oder es bleibt offen, ob mit "Homosexualität" auch mal wirklich beide Geschlechter gemeint sind oder doch wieder nur schwule Männer. In mindestens einem Fall (Dean Hamer) ist im Artikel allgemein von "Homosexualität" die Rede, obwohl es in dieser speziellen Forschungsarbeit explizit nur um _männliche_ Homosexualität ging.

    Leider bleibt teils unklar, ob sich die anderen genannten Arbeiten doch auf Homosexualität im Allgemeinen bezogen, oder ob auch dort der Überbegriff "Homosexualität" so selbstverständlich mit seiner männlichen Sonderform gleichgesetzt wurde, dass man es nicht notwendig fand, das zu markieren.

    "Sitzen zwei Homosexuelle im Flugzeug..." - der Witz ist ja bekannt.

    Aber zumindest ist auch bei den "Heterosexuellen" von vornherein klar, dass damit nur Männer gemeint sein können: "Einige der Variationen, die bei Homosexuellen vermehrt auftreten, ließen sich auch bei Heterosexuellen finden, die besonders viele Sexualpartnerinnen hatten."

    Der Mensch ist halt immer noch sehr selbstverständlich männlich. Auch in queeren Medien.
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#7 kuesschen11Profil
  • 23.10.2018, 23:19hFrankfurt
  • Wenn es ein Homo-Gen gäbe, wäre es in der Forschung bestimmt schon entdeckt worden. Es ist gut, dass kein Gen in der DNA nachgewiesen werden kann.

    Viel interessanter ist das noch gering erforschte Gebiet der Epigenetik, die sich mit Veränderungen an den Chromosomen im laufenden Lebenszyklus befasst und die sexuelle Identität/Prägung bei aller Komplexität sehr früh (pränatal) im Menschen festgelegt sein kann.
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#8 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 24.10.2018, 01:04h
  • Ich verwette meine beiden fetten Arschbacken darauf, dass die Religioten sich wie wild auf diese "Studie" stürzen werden, um behaupten zu können, dass es Homosexualität (wie Transsexualität) nicht gibt.
    Sorry Leute, es gibt uns aber!
    Ob das genetisch oder sonst wie bewiesen werden kann, oder nicht!
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#9 TomDarkProfil
  • 24.10.2018, 01:06hHamburg
  • Ob es nun vorangig an den Genen, der Erziehung, der Persönlichkeit oder an sozialen Einflüssen liegt, ist eigentlich nicht diskussionswürdig.

    Das eine schließt das andere ja nicht aus, und letztlich entscheidet eine Vielzahl von Faktoren, wie sich ein Mensch entwickelt.

    Es ist von der Natur halt so gewollt, wie es ist und sollte einfach nur akzeptiert werden. Auch wenn selbst das einige leider immer noch nicht raffen wollen, egal ob Betroffene oder Außenstehende.

    Nicht so recht einleuchten will mir, was das Bild mit den beiden Kerlen von men. com mit dem Artikel zu tun hat.

    Haben die Forscher vielleicht deshalb nichts gefunden, weil da noch andere Sachen untersucht wurden? =)
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#10 JadugharProfil
  • 24.10.2018, 01:20hHamburg
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Ja, sehr genau! Das Ganze wird noch komplexer durch die Epigenetik. Sie bestimmt, wann Gene ein- und ausgeschaltet werden. Wenn man auf einen optischen sexuellen Reiz eine Erektion bekommt, so ist das nicht nur eine Sache des Nervensystems, sondern auch welche Hormone (Polypeptide) dabei ausgeschüttet werden, was nur durch Einschalten der Gene erfolgen kann. Allein dieses Einschalten ist schon sehr komplex, nämlich wieso es eigentlich eingeschaltet wird.
    Sexualität ist ein körperlicher Vorgang, weswegen schon Gene daran beteiligt sind. Obendrein geht sie weit über die Fortpflanzung hinaus, weswegen jede Art von sexueller Orientierung für den Arterhalt eine wesentliche Rolle spielt. Wenn Frauen jenseits der Menopause Geschlechtsverkehr haben, dann nur, um den Partner zu binden, damit sie als Großeltern sich um die Enkel kümmern können und somit die Eltern entlasten, was dem Arterhalt dient. Das Zeugen ist eine einfache Sache, jedoch nicht das Großziehen des Nachwuchses, weswegen mehrere Individuen sich daran beteiligen. In der Natur spielen homosexuelle Wesen oft die Rolle, um verwaisten Nachwuchs der verstorbenen meist älteren Geschwister zu adoptieren. Das ist der Grund, weswegen Homosexualität bei älteren Müttern bei ihren Nachwuchs in der Geschwisterfolge beim jüngsten Glied immer wahrscheinlicher wird. Da wirken entsprechende Hormone, Antikörper und weitere Substanzen auf den Fötus ein, die mit jeder Schwangerschaft oder mit dem Älterwerden zunehmen. Der Fötus reagiert je nach genetischer Position auf diese Stoffe mit der Ausbildung homosexuellen Verhaltens. Die Rolle der genetischen Disposition unter Einwirkung jener oben genannten Substanzen sieht man besonders gut bei zweieiigen Zwillingen, die oft unterschiedliche sexuelle Orientierung haben, während bei eineiigen Zwillingen generell die gleiche sexuelle Orientierung vorhanden ist und nur wenige Ausnahmen hierbei auftreten. Auch die Mehrlingsbildung nimmt mit den Älterwerden der Mütter zu! Bei der Adoption von verwaisten Enkeln springen auch notfalls die Großeltern ein, wobei unfruchtbare Sexualität eine wesentliche Rolle spielt! Eine Tatsache, die manche Politiker und insbesondere die Kleriker oft nicht wahrhaben wollen und eine besonders extrem beschränkte Sichtweise zur Fortpflanzung haben, die nur noch auf den Zeugungsakt begrenzt wird!
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#11 TheDadProfil
  • 24.10.2018, 09:37hHannover
  • Antwort auf #6 von Piepmatz
  • ""Interessant finde ich vor allem, dass hier von "Homosexuellen" oder "sexueller Orientierung von Menschen" die Rede ist, Lesben aber irgendwie gar nicht vorkommen.""..

    Deine Wahrnehmung und vor allem Deine eigene Routine einen Streich, denn im Artikel wird über MENSCHEN geschrieben..
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#12 Homonklin44Profil
  • 24.10.2018, 10:24hTauroa Point
  • ""Vielmehr wird Nichtheterosexualität zum Teil beeinflusst von vielen kleinen genetischen Effekten.""

    So ist das auch viel eher, als dass man von komplexen Ausprägungen mit nur dem Faktor eines einzelnen Gens ausgehen könnte. Aber Einfältigen ist das egal, die werden auch noch in 50 Jahren drauf beharren, dass es sowas wie "Das Gen" für alles Mögliche gäbe. Gerade unsere Gardinenkleidchen-Konsorten brauchen ja immer 300 Jahre länger, bis sie die Zusammenhänge schnallen, wenn überhaupt jemals.

    Da gab es auch schon Forschungen, die nahe legten, dass erbliche Faktoren, die sexuelle Orientierung beeinflussen, gerade über die Mutterlinie vererbt werden. Das stellt die Art Typen vor eine harte Prüfung, die immer glauben, Homosexuelle müssten längst ausgestorben sein, weil die sich nicjht fortpflanzen (könnten) - ja, und künstliche Befruchtung per se aus dem Weltbild ausschließen.

    Schön, das mal offiziell zu verkünden, ist es dann doch, denn die ganzen Ganoven, die immer noch glauben, man könne Homosexualität quasi detektieren, und homosexuell potenzielle Embryonen dann abtreiben lassen, kriegen keinen weiteren Wind in die sowieso zerfledderten Segel ihrer kontinuierlichen Dummheiten.

    Vorstellbar wäre sowieso auch, dass da für unterschiedlich Homosexuelle auch unterschiedliche Erbfaktoren in Frage kämen. Wer geht denn davon aus, dass das bei allen homosexuellen Menschen haargenau Dieselben sein müssen?
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#13 AnselmAnonym
  • 24.10.2018, 12:23h
  • Mich wundern die Zahlen etwas: 27.000 von 450.000 sind ungefähr 6%. Die Frage lautete, ob man jemals eine homosexuelle Erfahrung im Leben hatte. Das könnte auch ein Jugendexperiment im Suff sein. Bei der Frage würde ich deutlich höhere Zahlen erwarten (Siehe: Nur die Hälfte der Deutschen ist ausschließlich heterosexuell
    www.queer.de/detail.php?article_id=29829).

    Ich frage mich, ob wirklich alle überwiegend homosexuell lebenden ehrlich geantwortet haben und ob gleichzeitig nicht etliche Heteros, mit einmaligen Erlebnissen als homosexuell erfasst wurden. Das könnte Ergebnisse verwässern bzw. Unterschiede zu anderen Studien erklären.
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#14 ursus
  • 24.10.2018, 12:49h
  • Antwort auf #10 von Jadughar
  • "In der Natur spielen homosexuelle Wesen oft die Rolle, um verwaisten Nachwuchs der verstorbenen meist älteren Geschwister zu adoptieren."

    wer die existenzberechtigung seiner sexuellen orientierung unbedingt aus dem "arterhaltungs"-töpfchen ziehen möchte, mag das von mir aus tun. mein ding ist das sicherlich nicht. ich hatte nie vor, irgendwessen kinder mitaufzupäppeln, werde das auch nie tun, und ich werde es auch weiterhin ablehnen, wertediskussionen auf einer biologistischen grundlage zu führen.

    "während bei eineiigen Zwillingen generell die gleiche sexuelle Orientierung vorhanden ist"

    mein wissensstand ist, dass nur ca. die hälfte der eineiigen zwillingsgeschwister von homosexuellen selbst auch homosexuell sind. eine studie, die eine hundertprozentige übereinstimmung festgestellt haben soll, ist mir nicht bekannt. aber ich lerne gern dazu, wenn du mir einen entsprechenden link anbieten kannst.
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#15 ursus
#16 Ith__Ehemaliges Profil
  • 24.10.2018, 14:42h
  • Antwort auf #15 von ursus
  • Dass das auf jeden Fall nicht 100%ig so ist, war allein schon die Basis von dieser Ringfinger-Geschichte:

    www.queer.de/detail.php?article_id=32159

    Eine Woche her, und wurde auch relativ lange auf der Hauptseite angezeigt, hätte man also mitbekommen können.

    Bin aber auch sonst bei dir, was die Ablehnung von biologistischen Grundlagen als Ausgangspunkt für Ethik und Moral betrifft. Obwohl, oder vielleicht gerade weil, Themen wie Evolution und Bewusstsein ein Hobby von mir sind. Dass der Mensch dabei ist, den Tiger auszurotten, und nicht umgekehrt, liegt nicht daran, dass eine Menschenfrau pro Saison so furchtbar viel mehr Nachwuchs auf die Welt bringen würde als ein Tigerweibchen.

    Ist auch immer wieder lustig, wie gerade Fans der Sichtweise vom Menschen als "Krone der Schöpfung" einerseits gerne auf Geist, Bewusstsein, Zivilisation hinweisen, um herauszustellen, wieso das Töten eines Schimpansen weniger schlimm sei als das Töten eines Menschen, andererseits aber jederzeit bereit sind, den Menschen als Tier mit dem Auftrag zu möglichst viel Fortpflanzung zu betrachten, sobald eine Lebensweise ihnen einfach nicht in den Kram passt.

    Wenn die Menschheit sich mal selbst ausrottet, wird sie das vermutlich entweder mit der fortgeschrittenen Variante von Nuklearwaffen tun, aka durch Krieg, oder durch direkte und indirekte Zerstörung von Ökosystemen, wie beispielsweise über Effekte, die zum Klimawandel beitragen, und nicht dadurch, dass der heterosexuelle Fortpflanzungssex verschwindet.
    Ist so ein typischer Fall von Lösungsvorschlägen zu komplexen Probematiken, die einfach und offensichtlich sind. Und: Falsch.
    Eben so richtig schön Marke Populismus.
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#17 saltgay_nlProfil
  • 24.10.2018, 17:34hZutphen
  • Den Genetik-Verfechtern stehe ich grundsätzlich kritisch gegenüber. Wenn man das Leben auf der Erde als einen Ablauf chemisch-physikalischer Prozesse begreift, dann stimmt dies zwar, aber ist eine völlig unzureichende Beschreibung der Vielfalt dieser Lebensvorgänge.

    Das erinnert an Nerds, die ebenfalls glauben mit ihrem PC die Weltformel herausfinden zu können um in den God-Modus zu gelangen.

    Was mich wundert, dass hier niemand einer Forschungsabsicht widerspricht, die eindeutig die Optimierung von Humankapital zum Ziel hat. Es scheint also als normal angesehen zu werden, wenn Mütter Kinder abtreiben, deren Kinder eventuell mit einem "Down-Syndrom" zur Welt kommen könnten.

    Sollte es ein "Homo-Gen" geben, dann kann man zu 100% davon ausgehen, das diese Kinder abgetrieben würden, weil sie die Erwartungen der Eltern an die heile AfD-Welt: "Vater-Mutter-Kind-Klatsch-klatsch-Schenkelchen - Opa wünscht sich Enkelchen" nicht erfüllen. Letzerer Reim allerdings war ein Titel einer typischen "Alois-Brummer-Sexfilmproduktion", welche unseren Eltern noch den Blutdruck ansteigen ließ.

    Ich hoffe daher, dass solche Studien diesen Blödsinn immer und immer wieder nach Chromosomen zu suchen, die für alles mögliche verantwortlich sein sollen, zum Verschwinden bringen.

    Wenn nun schon es eine Gruppe neurotischer Narzissten gibt, die sich via Fitnesswatch mit ihrer Krankenkasse verbinden lassen um noch mehr aus sich herauszuholen, dann dürfen die das mit sich selbst tun - aber es nicht zur gesellschaftlichen Norm erheben!

    Nichts ist für einen Kapitalisten verlockender als sich eine Menschenrasse nach Bedarf und mit vorgegebenen Eigenschaften zu züchten. Die Selbstoptimierung führt zur Selbstaufgabe und deshalb wird dieser Forschungszweig im Gegensatz zu anderen auch wirtschaftlich gefördert.
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#18 Ith__Ehemaliges Profil
  • 24.10.2018, 22:36h
  • Antwort auf #17 von saltgay_nl
  • "Es scheint also als normal angesehen zu werden, wenn Mütter Kinder abtreiben, deren Kinder eventuell mit einem "Down-Syndrom" zur Welt kommen könnten."

    Öhm, nein? Man muss schon eine sehr, ich sage mal, speziell beschränkte Sicht auf das gesamte Fach der Genetik haben, um bei der bloßen Erwähnung von Forschung in diesem Bereich den automatischen Link zu präventiver Abtreibung aufgrund pränataler Diagnostik herzustellen, und davon dann im nächsten Schritt zu industrieller Menschenzucht zu gelangen.
    Die Dystopie, über die du da schreibst, ist schlichtweg nicht das Thema dieses Artikels, und da du mit Pränataldiagnostik nunmal ein Fass aufmachst, das ziemlich OT ist, und erst mit deinem Kommentar hier überhaupt auftaucht, brachst du dich einerseits nicht wundern, dass darüber nicht geschrieben wird, und andererseits bedeutet dieser Mangel an Erwähnung schon gar kein stilles Einverständnis sämtlicher Mitleser oder Mitkommentatoren zu präventiver Abtreibung.

    Man kann die Kirche auch mal im Dorf lassen.
    Erinnert mich persönlich aber daran, dass irgendwer dringend mal ein Buch schreiben sollte zum Thema "alle Tomaten haben Gene". So ganz generell gesprochen.
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#19 Homonklin44Profil
  • 25.10.2018, 03:47hTauroa Point
  • Antwort auf #17 von saltgay_nl
  • ""Was mich wundert, dass hier niemand einer Forschungsabsicht widerspricht, die eindeutig die Optimierung von Humankapital zum Ziel hat. ""

    Ich habe da schon sehr viel und lange drüber nachgedacht, jedenfalls in jungen Jahren. In meiner Familie wurde viel Wert darauf gelegt, dass man sein Geld wert wird, bzw. die Unkosten ausgleicht, so normal.

    Heute bin ich gar eher dafür, denn wenn die unerwünschten Menschen mit den unbeliebten Eigenschaften erst einmal auf der Welt sind, wird alles versucht, sie einem optimierten Wunschbild nach zurecht zu drangsalieren, zu biegen, zu verformen, zu behandeln, und wenn das nicht hilft, gar mit Gewalt in die gewünschte Bahn zu dreschen!
    Und da frage ich mich oft, wäre es nicht besser gewesen, die gewünschten Eigenschaften prä Genese ausgewählt zu haben. Um dem Kind das Leid, das folgt, zu ersparen? (Stelle ich in Frage)

    Kinder mit Trisomie 21 können übrigens verschieden intensive Ausprägungen des Syndroms haben, und wenn sie mal eigene Kinder haben, vererben sie das Syndrom nicht in jedem Fall.

    ""Nichts ist für einen Kapitalisten verlockender als sich eine Menschenrasse nach Bedarf und mit vorgegebenen Eigenschaften zu züchten. Die Selbstoptimierung führt zur Selbstaufgabe und deshalb wird dieser Forschungszweig im Gegensatz zu anderen auch wirtschaftlich gefördert. ""

    Ich denke sogar, dass das ganz zwangsläufig auf so etwas hinaus laufen wird. Man sich also bequeme, handelbare und zum Arbeiten optimierte Menschen zurecht züchten wird, so etwa wie Stalin es mit seiner Affen-Armee vor hatte, nur etwas ... more sophisticated ... oder wie man sagen soll. Der arbeitende Mensch von heute leistet teils ein Drittel zusätzlich. Da ließe sich mit Optimierungen tatsächlich noch mehr Leistung gegen weniger Geld heraus wringen. Wetten dass?

    Ob das human und ethisch kompatibel ist, interessiert, wenn man erst damit Gewinn einfahren kann, dann noch die Wenigsten.
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#20 TheDadProfil
  • 25.10.2018, 10:25hHannover
  • Antwort auf #18 von Ith_
  • ""Man kann die Kirche auch mal im Dorf lassen.""..

    Äh ? Nöö..

    ""Die Dystopie, über die du da schreibst, ist schlichtweg nicht das Thema dieses Artikels, und da du mit Pränataldiagnostik nunmal ein Fass aufmachst, das ziemlich OT ist, und erst mit deinem Kommentar hier überhaupt auftaucht, brachst du dich einerseits nicht wundern, dass darüber nicht geschrieben wird, und andererseits bedeutet dieser Mangel an Erwähnung schon gar kein stilles Einverständnis sämtlicher Mitleser oder Mitkommentatoren zu präventiver Abtreibung.""..

    Oder auch einmal anfangen weiter zu denken..
    Denn wenn durch verschiedene Formen der Pränatal-Diagnostik inzwischen mehr als 80 % aller Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben werden, dann hat das schon sehr lange mit der als "Menschenzucht" beschriebenen Selektion zu tun, die über eine immer spezifiziertere Gen-Forschung dann auch auf andere Menschen Übertragung finden wird..

    Es geht und ging schon immer nicht nur um die Aussortierung von "Erb-Krankheiten", und man kann die Suche nach einem "Homo-Gen" erweitert auf die Suche nach einem "Trans*-Gen" damit dann auch als Vorwurf an die Forscher richten, denen es darum geht
    "den perfekten Menschen" zu züchten..

    Das in den heutigen Gesellschaften darin inbegriffen die "genetische Herauszüchtung" von LGBTTIQ*-Menschen inbegriffen bleibt, und man sich deshalb frühzeitig dagegen wehren muß, solche Selektionen gesetzlich zu verhindern, und eben nicht erst dann wenn es denn eines Tages mal so weit sein wird, ist eigentlich klar..

    Das wird hier entgegen Deiner Auffassung auch nicht "erstmalig" diskutiert, wie man nachlesen kann, wenn man sich mit älteren Threads zu entsprechenden Artikeln befasst..

    Denn ausgehend von den Erfahrungen die man mit der Gen-Forschung bislang gemacht hat, dient sie zunächst nur vordergründig dazu Krankheiten zu verhindern, weil sie über die "genetische Optimierung" im Zweitem Schritt nämlich immer nur Menschen verhindert..
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#21 Ith__Ehemaliges Profil
  • 25.10.2018, 12:05h
  • Antwort auf #20 von TheDad
  • "Hier" = Diese Diskussion, zu diesem Artikel. Ergo: Doch!
    Wenn deiner Ansicht nach nicht: Zitat, bitte.

    Außerdem bitte Zitat aus Artikel, wo genau es hier um Pränataldiagnostik geht.

    Falls irgendeiner dieser Nachweise von deiner Seite nicht erbringbar, bitte entschuldigen für falsche Unterstellungen bzw. Vorwürfe.
    Danke im Voraus.
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#22 Ith__Ehemaliges Profil
  • 25.10.2018, 12:10h
  • *gerade ein bisschen fassungslos darüber, wie deutlich Menschen, die Religiöse als "Religioten" zu beschimpfen pflegen, Verschwörungstheorien größere Wichtigkeit und höheren Wert einräumen als schlichter biologischer Grundlagenforschung, oder beides miteinander gleichsetzen, ohne dass das außer mir offenbar irgendjemand problematisch findet.

    Aber jut, wenn ihr euren Konsens darüber habt, dass "Thema Gene" = Industrielle Menschenzucht, bin ich wohl raus.
    Für das Niveau hab ich einfach zu viel Ahnung von Biologie, und finde Grundwissen darüber auch irgendwie einfach zu... selbstverständlich.
    So kann man sich halt irren.

    Wird echt Zeit, mit dem Buch.
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#23 ursus
  • 25.10.2018, 15:50h
  • Antwort auf #18 von Ith_
  • die nahtlose verbindung von "genetik-forschung" und "menschenzucht" ging mir hier auch ein bisschen zu hopplahopp.

    allerdings muss man doch feststellen, dass nahezu sämtliche forschungen zur ursache sexueller attraktion immer noch deutlich heteronormativ fundiert sind. die ursachen von homosexualität werden erforscht, als wären die ursachen von heterosexualität vollkommen unfragwürdig. ich glaube nicht, dass diese meine wahrnehmung dieser forschungen nur durch journalistische verzerrungen (die ja oft alles noch schlimmer machen) erklärt werden können.

    ein blick in die geschichte der biologischen homosexualitätsforschung kann ja schon mal ein wenig skeptisch machen, was deren intentionen angeht - um es sehr vorsichtig auszudrücken. dass die biologische erforschung der sexualitäten heute dagegen plötzlich vollkommen vorurteilsfrei und absichtslos erfolgen würde, hielte ich für etwas naiv. forschungen finden nie in einem gesellschaftspolitischen vakuum statt.

    natürlich gibt es keinen direkten und zwingenden zusammenhang zwischen forschung und auslöschung. da stimme ich dir absolut zu. dass dieser zusammenhang im denken der forscher_innen und in der politischen umsetzung der ergebnisse heute aber plötzlich wirklich garantiert keinerlei rolle mehr spielen würde, nachdem genau das generationenlang der fall war, das glaube ich leider nicht.

    "unerwünschte" menschen werden bereits heute per pränataldiagnostik ausgefiltert. das ist gesellschaftlich akzeptiert und legal, es wird teilweise sogar gesellschaftlich forciert. frauen, die embryonen mit diagnostiziertem down-syndrom NICHT abtreiben, müssen sich dafür inzwischen rechtfertigen. sogar, wenn sie entsprechende tests während der schwangerschaft ablehnen, wird das schon oft moralisch in frage gestellt.

    was macht dich sicher, dass sich diese praxis nicht auf unsereinen ausdehnen würde, sobald das möglich wäre?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#24 TheDadProfil
  • 25.10.2018, 23:14hHannover
  • Antwort auf #21 von Ith_
  • """Hier" = Diese Diskussion, zu diesem Artikel. Ergo: Doch!
    Wenn deiner Ansicht nach nicht: Zitat, bitte.""..

    Erst unlängst gab es ""hier"" ausführliche Diskussionen in denen darauf verwiesen wurde, daß man von Kommentierenden "erwarten kann" und auch erwartet, einen gewissen Mindeststandard an Hintergrundwissen zu besitzen, wenn man sich zu einer solchen Thematik äußert..

    Nicht nur "saltgay_nl" oder auch "goddamn liberal" erweitern dieses Hintergrundwissen immer mal wieder durch solche Informationen..

    Wer sich mit Gen-Forschung auseinandersetzt OHNE diese ganzen Aspekte wenigstens "mit zu denken", der begeht den Fehler die Thematik vielleicht oder wahrscheinlich nicht von der richtigen Perspektive aus zu betrachten..

    Gen-Forschung diente schon immer NICHT nur der Identifikation eines Genes um allein damit zu erklären wie LGBTTIQ*-Menschen überhaupt "entstehen"..
    Diese Forschung diente schon immer AUCH dazu Selektion zu betreiben, und am Ende den "perfekten Super-Menschen" zu erschaffen..

    Und an diesem Ende prangt ein Schild :
    Ihr müßt leider draußen bleiben..

    Wenn Du denkst, diese Auslöschungs-Phantasien seien mit dem Ende des Nazi-Reiches beendet, dann irrst Du schlicht..
    Exakt das wird hier auch immer mal wieder im Zusammenhang mit der "AFD" erwähnt..
    Auslöschung..
    Was genau denkst Du eigentlich, ist dort damit gemeint ?

    Es geht ganz konkret um die Verhinderung von Menschen..
    Es geht nicht nur darum, daß eines Tages mit einer "Machtergreifung der "AFD" verbunden die Wiederauferstehung der Entrechtung verbunden ist, oder die konkrete Verfolgung wieder Alltag wird..
    Es geht darum im Hinterkopf zu behalten :
    Entrechtung und Verfolgung ist nur eines der Ziele, oder ein Teil des Zieles..
    Die Verhinderung von Neugeborenen LGBTTIQ*-Menschen ist seit mehr als 80 Jahren Teil der Forschung..
    Die unverändert fortwährt..

    Hier werden immer noch Dimensionen übersehen..
    Oder wollen inzwischen nicht mehr erkannt werden..

    Übrigens :

    ""Aber jut, wenn ihr euren Konsens darüber habt, dass "Thema Gene" = Industrielle Menschenzucht, bin ich wohl raus.
    Für das Niveau hab ich einfach zu viel Ahnung von Biologie, und finde Grundwissen darüber auch irgendwie einfach zu... selbstverständlich.""..

    Auch schon beantwortet..

    ""Das in den heutigen Gesellschaften darin inbegriffen die "genetische Herauszüchtung" von LGBTTIQ*-Menschen inbegriffen bleibt, und man sich deshalb frühzeitig dagegen wehren muß, solche Selektionen gesetzlich zu verhindern, und eben nicht erst dann wenn es denn eines Tages mal so weit sein wird, ist eigentlich klar..""..

    Ein erster Schritt sind so genannte "Designer-Babys"..
    Blaue Augen, Blonde Haare, oder "besondere Intelligenz" sind dann nur erste, kleine Schritte der "werdenden Eltern"..

    Und natürlich sowieso nur Hetero dann die Folge..

    Wer das dann als "Verschwörungstheorie" abtun will, hat wahrscheinlich eher nicht begriffen wieso die Themen "Kinder-Erziehung in Regenbogen-Familien" und auch Leihmutterschaft durch die konservativen Kräfte des Landes mit aller Macht verhindert werden wollen..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#25 TheDadProfil
  • 25.10.2018, 23:31hHannover
  • Antwort auf #23 von ursus
  • ""natürlich gibt es keinen direkten und zwingenden zusammenhang zwischen forschung und auslöschung.""..

    Vor dem Hintergrund der Tatsachen im Zusammenhang mit den Neuerungen bei Menschen mit Trisomie21, die früher per so genannter "Nackenfaltenmessung" bei "Risiko-Schwangeren" ab dem 40.Lebensjahr erfolgten, und seit Anfang 2014 per Blutuntersuchung, und seit Anfang 2015 mit dieser Blutuntersuchung in der Ausweitung auf fast alle Schwangeren vorgenommen wird..
    (ich hatte das in 2013 und 2014 in mehren Kommentaren ausführlich geschildert)..

    Im Zusammenhang damit, das bei der "Nackenfaltenmessung" wegen der "Ungenauigkeit" der Methodik pro Jahr etwa 1.000 gesunde Kinder mit abgetrieben wurden, was die Blutuntersuchung verhindern soll, damit fortan nur noch Kinder mit Trisomie21 abgetrieben werden können..

    Im Zusammenhang damit, daß auch "katholische Kliniken" Abtreibungen vornehmen, wenn eine solche Blutuntersuchung den Nachweis einer Trisomie21 ergibt..

    Und im Zusammenhang damit, daß die Rate der abgetriebenen Kinder mit Trisomie21 inzwischen in den letzten 4 Jahren von durchschnittlich 35-40 Prozent auf inzwischen fast 80 Prozent angestiegen ist..

    In diesen Zusammenhängen halte ich die getroffene Aussage für ein bisschen gewagt..

    ""dass dieser zusammenhang im denken der forscher_innen und in der politischen umsetzung der ergebnisse heute aber plötzlich wirklich garantiert keinerlei rolle mehr spielen würde, nachdem genau das generationenlang der fall war, das glaube ich leider nicht.""..

    Eben das genau ist es..
    Es ist einfach nicht vorstellbar daß eine Forschung dazu betrieben wird, ein Gen oder eine Gen-Sequenz zu identifizieren, ohne das damit verbunden eine Methodik entwickelt werden würde dieses Gen oder diese Gen-Sequenzen auch auszuschalten..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #23 springen »
#26 Homonklin44Profil
  • 26.10.2018, 09:50hTauroa Point
  • Antwort auf #25 von TheDad
  • ""Im Zusammenhang damit, daß auch "katholische Kliniken" Abtreibungen vornehmen, wenn eine solche Blutuntersuchung den Nachweis einer Trisomie21 ergibt..""

    Sehr interessant. Ausgerechnet unter den Fittichen einer Glaubensrichtung, die sich gegen Abtreibung verwehrt und etwa Ärztinnen verabscheut, wenn sie Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen anbieten. Sehr bezeichnend mal wieder.

    Ich denke, das wird nicht nur bei Trisomien angewandt. Es gibt ja noch viel extremere Erbprobleme, die zu entweder Totgeburten führen oder nur im seltenen Fall lebensfähige Babies ermöglichen, siehe Zyklopia, unvollständig entwickelte Föten, diverse Grade siamesischer Zwillingsbildung, Harlekin-Babies, außenliegende oder unvollständige Organe, Deformierungen der Wirbelsäule, Spina bifida, Anencephalus, Wolfsrachen u.Ä. - vermutlich wird da der Prozentsatz der Abtreibungen noch höher sein, wenn man das früh genug erkennt.

    Also da werden heute schon genug unerwünschte Menschen verhindert, ohne dass vielen das bewusst wird. Über den "Kollateralschaden" der 1000 gesunden Embryonen habe ich unlängst erst gelesen.
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#27 TheDadProfil
  • 26.10.2018, 12:11hHannover
  • Antwort auf #26 von Homonklin44
  • Der in der Bevölkerung immer noch als "Wolfsrachen" Geburtsfehler der "Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte" wird kaum vorgeburtlich diagnostiziert..
    Sie betrifft zwischenzeitlich Eines von 500 Neugeborenen, und bei einer Geburtenrate von derzeit etwa 785.000 Babys damit pro Jahr mindestens 1570 Kinder..

    Was Deine Einschätzung zu anderen "Geburts-Fehlern" betrifft, und die damit verbundene Häufigkeit von Abtreibungen, so weiß man nicht wirklich genau welche Formen hier schon "generell" durch Abtreibung "vermieden" werden..

    Aber die signifikante Erhöhung von Abtreibungen von Menschen mit Trisomie21 hat inzwischen dazu geführt, das diese Menschen aus dem Sichtfeld der Gesellschaft einfach verschwinden..

    Wer wissen will zu welchen Leistungen solche Menschen dann wirklich fähig sind, wenn man ihnen nur die richtige Förderung angedeihen läßt, der schaue sich den Film
    "Me too Wer will schon normal sein?"
    an, in dem es um einen jungen Mann geht der in Spanien als erster Mensch mit Trisomie21 ein Hochschulstudium zur Sozialarbeit abgeschlossen hat..

    ""Der Film bezieht seine Authentizität aus der Tatsache, dass die Handlung frei an der Lebensgeschichte des Hauptdarstellers Pablo Pineda (* 1974) angelehnt ist, der als erster Mensch mit Down-Syndrom weltweit einen Universitätsabschluss schaffte.[3] Synchronisiert wurde Pineda in der deutschen Fassung vom Schauspieler Sebastian Urbanski, der ebenfalls mit dem Down-Syndrom geboren wurde""..

    de.wikipedia.org/wiki/Me_too_%E2%80%93_Wer_will_schon_normal
    _sein%3F
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#28 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.10.2018, 13:19h
  • Antwort auf #23 von ursus
  • *seufz
    Ja, deshalb halte ich mich aus öffentlichen Diskussionen zu Genetik-Themen meistens lieber raus...

    Erstmal: Es findet eine ganze Menge Forschung zu genetischen und hormonellen Grundlagen für menschliches Verhalten überhaupt statt.
    Da "Sex sells" auch in der Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse gilt, besonders, wenn man mit einer Fragestellung gesellschaftliche Brennpunkte anfasst, braucht es allein deswegen schon niemanden wundern, wenn auch die Frage nach biochemischen Grundlagen der Homosexualität irgendwann auftaucht.

    Dass Heteronormativität bwz. Heterosexualität in ihren Ausprägungen von Erforschung ausgenommen wäre, ist so nicht richtig. Ganz im Gegenteil: Es gibt haufenweise Studien, die sich mit den Grundlagen von Partnerwahl befassen, damit, was "Männchen" für "Weibchen" attraktiv macht und umgekehrt. Besonders beliebt übrigens bei Menschen, die daraus ableiten, Sexismus sei nicht nur okay, sondern biologisch begründet und begründbar, wenn nicht gar erforderlich.
    Richtig ist wohl eher, dass es gesellschaftlich-wertende Vorbehalte und Ideen von "Selbstverständlichkeit" sind, die dazu führen, dass man den Themenbereich nicht als "Erforschung der Heterosexualität" bezeichnet, was immer so einen befremdlichen Anklang von "Erforschung fremder Welten" in sich trägt, vor dem bei Homosexualität weniger zurückgeschreckt wird. Da stimme ich also zu: Dass das so aufgezogen und betitelt wird, spiegelt sicherlich bereits vorhandene Wertungen wider.

    Ich bin nicht so naiv, mir einzubilden, dass bei Forschern und Geldgebern keine Vorurteile und Werturteile mit hineinspielen würden, bzw. ich stimme zu, dass man schon in Frage stellen sollte, ob und wieweit eine Fragestellung in der Forschung gerade von Vor-Urteilen geprägt ist, Moral, gesellschaftlichen Wunschvorstellungen, die politisch beeinflusst wären etc., oder gar darauf abzielen soll, als Instrument für irgendetwas davon dienen zu können.
    Bloß: Die ganz selbstverständliche und hier offenbar überhaupt nicht kritisch betrachtete Schlussfolgerung, dass mit der ganzen Forschung eigentlich bloß auf Vernichtung abgezielt werden könne, sobald es um die Gene geht, geht mir schlichtweg zu weit.
    Die Gene machen nunmal den Schaltplan dafür aus, wie der Körper biologisch funktioniert, da hängen Proteinexpression, Hormone, Wechselschaltungen, Anpassungsmechanismen dran, z.B. über die Epigenetik, und keine Forschung zu einem biologischen Thema ist heutzutage als umfassend zu betrachten, wenn diese Ebene nicht berücksichtigt wird. Bloß weil das Wort "Gene" auftaucht, immer sofort und möglicherweise noch ausschließlich an das Populismus-Schlagwort der Pränataldiagnostik zu denken, und das nichtmal in Frage zu stellen, das ist einfach so ... dämlich.
    Nehmen wir mal zwei Beispiele, eins mit Krankheitswert, ein anderes, das "neutral" ist. Es gibt Formen von Brustkrebs, die familiär gehäuft auftreten. Wenn da jemand bei den genetischen Grundlagen nachforscht, wie selbstverständlich erscheint dir der Gedanke, dass das wohl bloß darauf abzielen kann, betroffene Embryonen künftig abzutreiben?
    Wenn genetische Grundlagen zur Freisetzung von Oxycotin erforscht werden, kommt dir da in den Sinn, dass das Ziel in der Auslöschung von Personen bestehen müsse, die zu viel oder zu wenig kuscheln?

    Ich sehe schon selbst, dass es ein gesellschaftliches Klima gibt, vielerorts religiösen und politischen Druck gegen Homosexualität; und dass es das perverse Konzept von "Homo-Heilung" gibt, schafft sicherlich ebenfalls ein als feindselig einzustufendes Hintergrundrauschen, das man bedenklich finden kann.
    Aber:
    Jedem Menschen, der sich für Ursache und Wirkung in dem Zusammenhang interessiert, auch auf biologischer Ebene, zu unterstellen, diese politisch-religiöse Feinseligkeit bzw. das Ziel der "Homo-Heilung" durch bloßes Interesse mitzutragen oder mittragen zu wollen, das ist so ... ich würde nichtmal sagen "paranoid", aber es klingt irgendwie danach, als bestünde eine regelrechte Angst vor wissenschaftlichen Erkenntnissen.
    Als wäre zu viel an Wissen und Verstehen grundsätzlich erstmal ein Problem.
    Eine tief sitzende Angst vor Antworten, bloß aus der Befürchtung heraus, dass einige dieser Antworten den "Feinden" gefallen oder in die Hände spielen könnten.
    Als könne die Wissenschaft möglicherweise die Legitimation für das liefern, was Humanisten bei der Homo-"Heilung" mit gutem Recht als esoterischen Unfug ablehnen.

    Mein Problem dabei ist, dass diese Angst vor "Legimitation durch wissenschaftliche Fakten", die in Wahrheit eigentlich eine vor gar nicht so wissenschaftlicher Interpretation/Auslegung und der möglichen gesellschaftlichen Reaktion darauf ist, offfenbar in dem Fall als Rechtfertigung einer Art von Wissens- und Wissenschaftsfeindlichkeit ausreicht, was ich bedenklich finde von Leuten, die sich andernfalls recht deutlich gegen die Anhänger "imaginärer Freunde" aussprechen.
    U.a. mit dem Argument, dass solche Anhänger imaginärer Freunde die Angewohnheit haben, sich für die Bekämpfung von fundiertem Wissen einzusetzen.

    Ein Fan bin ich übrigens weder von dieser "Homo-Gen"-Forschung, noch von der Heterosexuellen-Forschung, weil beide Themengebiete in ihrer öffentlichen Darstellung unter den Prinzipien der modernen Wissenschaftskommunikation leiden: Veröffentlichen lassen sich für gewöhnlich nur Positiv-Ergebnisse.
    Womit wir einen Punkt streifen, an dem ich das Ganze selbst sehr wohl kritisch sehe: Der Frage nämlich, was man mit der Beschränkung auf meinungspolitisch erwünschte Forschungsergebnissen bezwecken oder erreichen kann/könnte.
    Das Themengebiet lassen wir aber vielleicht besser raus, ich fürchte, der Beitrag wird auch so schon lang genug.

    "was macht dich sicher, dass sich diese praxis nicht auf unsereinen ausdehnen würde, sobald das möglich wäre?"

    Wie sicher auch immer man sich sein kann - die menschliche Dummheit oder Grausamkeit zu unterschätzen, liegt mir bei Weitem fern. Zum Einen ist allerdings meine Sichtweise dazu, ähnlich wie zur oben erwähnten "Heterosexuellen"-Forschung, dass inhaltlich dabei überhaupt nichts herauskommen wird, was so simpel steuerbar bzw. auslöschbar ist, wie Uninformierte sich das wünschen würden. Das ist das Problem daran, wenn man sich mit genetischen Zusammenhängen und Evolution ein wenig näher befasst, statt auf dem untersten Niveau der populärwissenschaftlichen Sicht zu bleiben: Komplexe Organismen, und gerade auch komplex organisierte Lebewesen, sind so leicht nicht auf einfache Nenner zu bringen. In der Ökologie muss(te) man immer wieder feststellen, dass man nicht einfach einen neuen Räuber in ein System setzen kann, und dann bloß genau der Parasit ausgerottet wird, den man loswerden wollte. Und wenn doch, gibt's vielleicht im nächsten Jahr statt der Ratten- die Insektenplage. Zur Funktionsweise mehrzelliger Organismen gibt es da durchaus Parallelen.
    Soll heißen: Menschen mögen sogar dämlich, kleingeistig und bösartig genug sein, das mit der Ausrottung auf dem pränatalen Weg zu versuchen, was neben dem Exekutieren bereits existierender, lebender Menschen in entsprechender Gesellschaften aber bloß eine weitere Kerbe in der Auflistung von "Unmenschlichkeiten" wäre. Auch das hätte dann aber eher gesellschaftlichen Stellenwert, bzw wäre im Wesentlichen ein Bekenntnis zu einem bestimmten Stand oder Mangel an Zivilisation und Ethik. Dass es funktionieren würde, würde ich angesichts der oben erwähnten Komplexität ernsthaft bezweifeln.
    Anders ausgedrückt: Wenn es hier wirklich um eine Angst davor geht, ausgerottet zu werden, ist meine Einschätzung dazu, dass das so nicht funktionieren wird. Was bleibt, wäre das Problem, eine dann evtl. noch kleinere Minderheit zu sein. Schön wäre das sicherlich nicht - aber etwas dramatisch Neues jetzt auch wieder nicht.

    Zum Anderen muss ich sagen: Statt auf Pränataldiagnostik würde ich das Augenmerk bei potentiellen Problemen mal viel eher auf Kriminologie und den lebenden Menschen lenken; das Prinzip des gläsernen Menschen, Identitfikationsprozesse anhand von DNA-Informationen, wie sie teilweise bereits erarbeitet werden, was Äußerlichkeiten betrifft. Wenn man sich schon Sorgen darum machen möchte, was Menschen mit dem umfassenden Wissen möglicherweise an Destruktivem leisten könnten, halte ich es für eine arg begrenzte Sicht auf die Dinge, bloß an ungeborenes Leben zu denken. Auch wenn da vielleicht der beängstigende Aspekt dazukommt, dass ein Embryo nichtmal die Chance bekommt, wegzulaufen.

    Zu guter Letzt habe ich eine Antwort darauf, die mir selbst nicht sonderlich gefällt, und die ich ziemlich bitter finde, was ich aber in dem Kontext zumindest mal anmerken möchte: Wenn die Geschichte etwas gezeigt hat, und was man auch heutzutage noch daran sieht, wie viele Homosexuelle in einer mehr oder weniger funktionierenden Pseudo-Hetero-Ehe, evtl. auch mit Kindern, leben, dann ist das wohl, dass das "Verschwinden-Lassen" von Homosexualität auf anderem Wege bereits ziemlich gut funktioniert. Strafen, Unterdrückung, gesellschaftliche Ächtung etc. tun ihren Job, schweißen die große Mehrheit zusammen gegen "Abartiges" etc., und wenn es keine Homosexuellen gäbe, müssten Untergangspropheten sie zur Erklärung der nächstbesten "Strafe Gottes" vermutlich ebenso erfinden, wie die AfD, falls ihr mal die Ausländer als Ziel zur Hetze ausgehen. Wie hieß das noch neulich in der Ukraine? "Hier gibt es keine Homosexuellen" oder so ähnlich? Die scheinen der Pränataldiagnostik ziemlich weit voraus zu sein.

    Ich sehe da also eine Problematik, bei der sich die Katze gewissermaßen in den Schwanz beißt: Eine Sorge um gesellschaftlichen Niedergang durch offen praktizierte Methoden von Hass und Vernichtung.
    Bloß, dass es mir irgendwie lächerlich vorkommt, gerade das als Niedergang von Zivilisation und Werten betrachten zu wollen. Bei Menschen mit Down-Syndrom, Behinderungen etc. ist es das deswegen, weil das Töten, Wegsperren und Bestrafen der bereits damit existierenden, lebenden Menschen in den allermeisten Kulturen heutzutage ein Unding wäre, zumindest öffentlich legitimiert. Homosexuelle dagegen müssen nach wie vor in genügend Staaten damit rechnen, verfolgt und getötet zu werden, und zwar entweder von hochoffizieller Seite und direkt durch entsprechende Gesetze, oder durch Unterlassen von Eingriffen in eine zumindest staatlich geduldete, manchmal auch geförderte Lynchjustiz.
    Ich bin mal so frei, zu mutmaßen, dass das pränatale Auslöschen von Homosexualität nicht die dringlichste Agenda von Staaten oder Kulturen wäre, in denen man Homosexuelle in Frieden leben lässt, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass Homosexualität dem neuen Gott der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit prinzipiell nun gar nicht entgegensteht. Wo müsste man also stattdessen damit rechnen? - Na, vermutlich dort, wo Homosexuelle ohnehin gefoltert und getötet werden, als lebende Menschen, was ja auch heute nach wie vor passiert. Da wäre es dann zwar schon krass, wenn die Verfolgung bis in den Mutterleib fortgesetzt würde. Aber das Problem, um das es doch eigentlich geht, ist der Menschenhass und die Feindlichkeit gegenüber Individualität und Selbstbestimmung, die dort ohnehin schon vorliegt. Wenn Töten sowieso in Ordnung oder gar vorgeschrieben ist, kann man dem Ungeborenen nur noch zugute halten, dass es nichtmal die Chance bekommt, sich der hassenden Gesellschaft zur Rettung der eigenen Existenz zu unterwerfen.
    Wo ich mich allerdings dann frage, worüber genau wir hier eigentlich reden bzw. schreiben. Denn damit, dass genetische Forschung grundsätzlich ein Problem für die Menschheit wäre, hat es irgendwie so gar nichts zu tun.
    Und wo wir irgendwo dann doch wieder bei dem Punkt sind, an dem ich denke, mir zumindest mit dir einig zu sein: Dass nicht Wissenschaft und Biologie die Ethik zu bestimmen haben, sondern dass es vielmehr die bereits vorherrschende Ethik ist, die bestimmt, was man mit wissenschaftlichen Erkenntnissen denn anfängt. Oder eben auch nicht.

    Na, aber lassen wir's an der Stelle vielleicht dabei, ich schätze, es ist klar geworden, dass ich bei dem Ganzen relativ viele Aspekte mit einbeziehe, und gerade den Teil mit der Biologie vollständig auszuarbeiten, wäre selbst mir für einen Kommentar hier zu viel.
    Ich bin gerade dabei, mit einem Blog anzufangen, und wollte mich da hauptsächlich mit Queer-Themen befassen. Wenn meine Perspektive bei diesem Thema aber wirklich so anders ist als die anderer Leute, pack ich vielleicht auch doch mal ein bisschen Wissenschaft mit rein.
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#29 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.10.2018, 13:46h
  • Antwort auf #24 von TheDad
  • Zum "hier":

    ""erwarten kann" und auch erwartet, einen gewissen Mindeststandard an Hintergrundwissen zu besitzen"

    Du meinst, wenn GENAU die Person, MIT DER man GENAU diese Diskussion bereits vor einigen Tagen geführt hat, sich erneut hinstellt und dieselben alternativen Fakten wiederholt, die man GENAU IHR gegenüber schon fünfmal wiederlegt hat,
    ist das irgendwie exakt dasselbe, als wenn jemand wie ich sich erstmalig überhaupt zu einem Thema äußert, solange du weißt, dass du hier schon mehr als eine Diskussion zum Thema geführt hast, wo sich bereits darauf geeinigt wurde, dass Genetik = der Teufel.

    Klar doch. Wie konnte ich dich bloß mit jemandem verwechseln, für den es selbstverständlich ist, dass andere Menschen aus ihrer eigenen Sichtweise schreiben, statt deine in den Mittelpunkt ihrer Sicht auf die Welt zu rücken.
    Mein Fehler.
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#30 ursus
  • 26.10.2018, 16:08h
  • Antwort auf #28 von Ith_
  • mal vorweg: wenn ich geschrieben habe, dies oder jenes hielte ich für "naiv", dann wollte ich damit nicht dir persönlich unterstellen, so naiv zu sein. tut mir leid, falls das so rübergekommen sein sollte. mir ging es dabei nur um eine plakative verdeutlichung.

    ich bin bei ganz vielen deiner argumente und ausführungen total bei dir. auf alle einzelnen möchte ich nicht eingehen.

    "Dass Heteronormativität bwz. Heterosexualität in ihren Ausprägungen von Erforschung ausgenommen wäre, ist so nicht richtig. Ganz im Gegenteil: Es gibt haufenweise Studien, die sich mit den Grundlagen von Partnerwahl befassen, damit, was "Männchen" für "Weibchen" attraktiv macht und umgekehrt."

    ja klar. und oft läuft das dann mit der grundannahme ab, dass sich eigentlich alle "männchen" für "weibchen" interessieren oder zumindest interessieren sollten. also eben doch heteronormativ. und, wie du selbst schreibst, steckt in diesen forschungen manchmal ein unverhohlener sexismus. davon abgesehen aber geht es bei diesen beispielen ja gerade NICHT um eine ursachenforschung. WIE heterosexualität ENTSTEHT, ist bei diesen komischen schlüsselreizforschungen gar kein thema. sie wird als gegeben vorausgesetzt. die ursachen von sexueller attraktion, z.b. in der genetik, werden meines wissens fast immer nur bei "abweichungen" erforscht. oder fallen dir da gegenbeispiele ein?

    es kann aber natürlich sein, dass die verzerrung durch populärwissenschaftlichen veröffentlichungen, die du ansprichst, hier tatsächlich sehr groß ist. ich kenne das aus dem bereich "warum männer aufgrund ihrer steinzeit-jäger-gene besser einparken können": veröffentlicht werden fast immer nur die sexismus-affinen ergebnisse, nur selten deren wiederlegungen.

    "Die ganz selbstverständliche und hier offenbar überhaupt nicht kritisch betrachtete Schlussfolgerung, dass mit der ganzen Forschung eigentlich bloß auf Vernichtung abgezielt werden könne, sobald es um die Gene geht, geht mir schlichtweg zu weit."

    dass mir der schritt auch ein bisschen zu direkt ist, hatte ich ja schon geschrieben. dass er aber auch nicht wirklich weit ist, beweist leider die wirklich unselige wissenschaftsgeschichte in diesem bereich.

    allerdings wäre auch das allein vielleicht zu vereinfacht. mir fiel gestern dazu noch magnus hirschfelds wahlspruch ein: per scientiam ad iustitiam, durch wissenschaft zur gerechtigkeit. es gab und gibt also freilich auch das gegenbeispiel von einer wissenschaft, die tatsächlich von gegenteiligen motiven getragen statt von reaktion und normierungswahn.

    dann wiederum war hirschfeld ein überzeugter eugeniker. tja, alles nicht so einfach...
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#31 TheDadProfil
  • 26.10.2018, 21:46hHannover
  • Antwort auf #29 von Ith_
  • ""Wie konnte ich dich bloß mit jemandem verwechseln, für den es selbstverständlich ist, dass andere Menschen aus ihrer eigenen Sichtweise schreiben, statt deine in den Mittelpunkt ihrer Sicht auf die Welt zu rücken.""..

    Exakt diese Deine Aussage verdient es gespiegelt zu werden, denn Du bist nicht frei von dieser herausragenden Eigenschaft..

    Namentlich hast Du "hier" den Versuch unternommen einen Aspekt der jemandem anderem wichtig ist, aus eigenen Motiven heraus auszublenden, und nicht zum Zuge kommen zu lassen..
    Wohl weil Dir die Dimension des Ganzen zu komplex erschien ?
    Oder Du einfach kein Interesse an einer umfassenden Diskussion zur Thematik hattest ?

    Am Ende hast Du dich dann darauf eingelassen..
    Auch dafür gebührt Dir dann Respekt..
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#32 TheDadProfil
  • 26.10.2018, 21:52hHannover
  • Antwort auf #28 von Ith_
  • Nachtrag..

    Ich fände es übrigens wunderbar wenn der Begriff "Epigenetik" nicht ständig umgedeutet würde, um diesen Forschungsbereich zu einer Art "Sub-Wissenschaft" der Genetik zu machen, denn wie der Begriff schon aussagt, sind solche Funktionen dann "alles außer der genetik", und damit sowohl gesellschaftliche Einflüße als auch Umwelteinflüße..
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#33 Ith__Ehemaliges Profil
  • 27.10.2018, 17:50h
  • Antwort auf #32 von TheDad
  • Bezieht sich eigentlich eher darauf, dass es sich bei Histonmodifikationen um genetische Regulationsmechanismen handelt, die nicht direkt auf der DNA-Ebene ablaufen, soll heißen, nicht auf Änderung der Basen und ihrer Abfolge beruhen.
    Äußere bzw Umwelteinflüsse machen übrigens nur einen Teil dieses Fachgebiets aus, Chromosomenorganisation ist bei höheren Organismen essentieller Bestandteil der gesamten Genregulation.

    Aber klar, wozu vor der Beurteilung informieren, am Ende behindert das bloß das Gefühl der uneingeschränkten Überlegenheit.
    Mir reicht dein Getrolle jetzt fürs Erste. In Erwägung zu ziehen, dich für einige Themengebiete von der Igno-Liste zu nehmen, war offensichtlich ein Fehler.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »

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