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"Religionsfreiheit"

USA: Homo-Hasser klagen gegen Dragqueen-Lesestunde

Homophobe Aktivisten sehen sich in ihrer Religionsfreiheit beschränkt, wenn Dragqueens an Schulen oder in Büchereien Kindern Geschichten vorlesen.


Die "Drag Queen Story Hour" begeistert Kinder in vielen amerikanischen Schulen und Stadtbüchereien (Bild: Instagram / dragqueenstoryhour)

  • 23. Oktober 2018, 14:30h 8 2 Min.

In mehreren Bundesstaaten haben homophobe Aktivisten gegen die "Drag Queen Story Hour" in öffentlichen Einrichtungen geklagt. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine USA-weite Aktion in Schulen, Bibliotheken und Buchläden, bei der Dragqueens Kindern bis zu zehn Jahren Geschichten vorlesen. Auf ihrer Website erklärten die Organisatoren, von ihrer Lesestunde könnten Kinder profitieren: "Die Drag Queen Story Hour regt die Fantasie an und spielt mit fließenden Geschlechterrollen in der Kindheit. Außerdem gibt sie den Kids ein glamouröses, positives und ungeniert queeres Vorbild."

Dagegen regt sich Widerstand: In Houston haben etwa laut der Regionalzeitung "Chronicle" am Freitag mehrere Homo-Hasser vor der öffentlichen Stadtbücherei protestiert und ihre Klage gegen die Lesestunde gegenüber den Medien erläutert. Die Gruppe "Christ Followers" (Anhänger Christi) argumentiert, dass mit dem Dragqueen-Event ihre Religionsfreiheit eingeschränkt werde. Die Stadtbibliothek, die sich als staatliche Einrichtung religiös neutral verhalten müsse, mache Werbung für die "LGBT-Doktrin", kritisierten die Aktivisten. Mehrere Einzelpersonen haben sich der Klage angeschlossen, darunter eine Frau, die angab, dass ihr Mann sie für eine Transfrau verlassen habe.

Direktlink | Vorstellung der "Drag Queen Story Hour" in Lokalnachrichten von Houston
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Radikale Christen fühlen sich durch Dragqueens provoziert

Bereits im September hatte der homophobe Aktivist Chris Sevier in Namen der Organisation "Warriors of Christ" (Krieger Christi) eine Stadtbibliothek in Lafayette im Süden Louisianas wegen der Dragqueen-Stunde verklagt. In der Anklageschrift heißt es, die Veranstaltung "fördert Transgenderismus", sei "pro-schwul" und richte sich daher gegen Christen. Laut Sevier ist die LGBTI-Bewegung eine Glaubensgemeinschaft, die gezielt das Christentum bekämpfen würde.

Sevier hat bereits wiederholt mit absurden Klagen für Schlagzeilen gesorgt. 2015 beantragte er etwa, seinen Laptop heiraten zu dürfen (queer.de berichtete). Mit dieser Aktion wollte er die gleichgeschlechtliche Ehe lächerlich machen. Vor Gericht verhandelt wurde das Thema freilich nie.

Auch den Klagen gegen die Dragqueen-Stunde werden kaum Chancen eingeräumt. (dk)

-w-

#1 Alexander_FAnonym
  • 23.10.2018, 17:06h
  • "Die Gruppe "Christ Followers" (Anhänger Christi) argumentiert, dass mit dem Dragqueen-Event ihre Religionsfreiheit eingeschränkt werde. Die Stadtbibliothek, die sich als staatliche Einrichtung religiös neutral verhalten müsse, mache Werbung für die "LGBT-Doktrin", kritisierten die Aktivisten"

    Die Religionsfreiheit ist eben immer dann gefährdet, wenn man im Namen seines imaginären Freundes andere nicht mehr unterdrücken, benachteiligen und umbringen darf.

    "Mehrere Einzelpersonen haben sich der Klage angeschlossen, darunter eine Frau, die angab, dass ihr Mann sie für eine Transfrau verlassen habe."

    Tja, vielleicht hatte diese Transfrau einfach mehr zu bieten, als diese verklemmte Spinatwachtel. Wie sie wohl reagiert hätte, wenn der sie für eine Schwarze, eine Mormonin oder eine Jüdin verlassen hätte? Hätte sie dann auch unlauteren Wettbewerb gewittert?

    Ich muss aber sagen, dass es schon verdammt mutig und beeindruckend ist, solche Lesestunden in so Pflastern wie Texas und erst recht Louisiana überhaupt zu veranstalten.
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#2 DenSpiessUmdrehenAnonym
  • 23.10.2018, 17:53h
  • Man müsste sich die Zeit nehmen und den Spieß einfach mal umdrehen. Wenn solche Typen behaupten, dass sie Christen seien, dann einfach mal auf die Gebote in ihren Büchlein verweisen und darlegen, dass sie gegen ihre eigenen Regeln verstoßen und damit sich darauf nicht länger berufen können.

    Das ist eigentlich keine staatliche Aufgabe, sondern das wäre die Aufgabe derer, die sich selbst Christen nennen und ihre Religion nicht als billiges Vehikle sehen, ihren Hass unter's Volk zu bringen. Leider ist das eine totale Null-Nummer. Am Ende ist man ja doch eine große liebe Familie.

    Und selbst wenn - in den USA kann sich jeder, der sich ein Privatjet kaufen will, Pastor nennen. Mit genug absurdem Geschwafel bekommt er auch eins bezahlt - steuerfrei.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 23.10.2018, 18:35h
  • Antwort auf #2 von DenSpiessUmdrehen
  • Mir sind zwar weniger Christen, aber durchaus manche Atheisten bekannt, die ebendies tun und unter die Lupe nehmen, was die Bibel eigentlich tatsächlich sagt.
    Ich kann in diesem Zusammenhang einige Vorträge von Aron Ra empfehlen, die alle auf Youtube einseh- bzw. -hörbar sind, beispielsweise "Biblical Family Values", "The Ten Commandments" und "What the Bible does and doesn't say".

    Im Übrigen kann auch in Deutschland prinzipiell jeder seine Kirche aufmachen. Da Religion prinzipiell die Antithese zur Wissenschaft ist, kann auch eine Unterrichtung in ihr prinzipiell kaum nachgeprüft und auf ihre Legitimität hin untersucht werden. Die hierzulande durchaus florierende Esoterikszene gibt davon Zeugnis, auch wenn natürlich deren Auswüchse mit denen jenseits des großen Teiches zugegebenermaßen (und zum Glück) kaum mithalten können.
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